Sexismus

#1 von huhngesicht , 28.01.2013 14:02

Bei der Bruederle-Geschichte frage ich mich, wann denn eigentlich ein sexistischer Uebergriff vorliegt und wann es sich um normales soziales Miteinander handelt. Selbst die subjektiv gepraegte einseitige Darstellung der Stern-Reporterin haette ich hoechstens leicht anzueglich aber nicht uebergrifflich sexistisch genannt. Auch wenn man die Umstaende (nachts, Alkohol, bei einer Partie) bedenkt.
Man muss auch beruecksichtigen, dass das individuell extrem anders ausgelegt wird. Ich kenne das aus Erfahrung. Ich bin selbst sehr zurueckhaltend, weil ich nicht in die Situation kommen moechte, zB unter Arbeitskollegen als schmierig anzueglich zu gelten. Dies scheint aber auch kulturell sehr unterschiedlich interpretiert zu werden. Ich hatte vor Jahren eine italienische sehr attraktive Kollegin. Aeusserlichkeiten habe ich aber aus Anstandsgruenden nie thematisiert. Irgendwann war sie mal wieder so ansprechend gekleidet, dass ich mich zig mal entschuldigend dies nicht anzueglich zu meinen ein Kompliment machte. Danach sagte sie mir, dass sie schon ewig veraergert und enttaeuscht ist, dass ich noch nie vorher ein Kompliment gemacht habe. Und das viele suedeuropaeische Kolleginnen aehnlich enttaeuscht vom kuehlen Verhalten speziell der deutschen Maenner seien. Woher soll Mann das aber wissen? Was ist angebracht, was sexueller Uebergriff? Ich weiss zB, dass meine Frau solche Komplimente von Arbeitskollegen nicht hoeren wollte, sondern als aufdringlich empfinden wuerde. Und dann spielt auch noch eine Rolle, wer wie sich ueber das Professionelle hinaus verhaelt. Was Adonis darf, nennt man beim alten Sack schmierig usw usw.

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RE: Sexismus

#2 von JoG , 28.01.2013 15:40

Übergeneralisiert galt: In den 1970er weigerten sich Frauen in Detroit alleine in den Aufzug zu steigen aus Angst vergewaltigt zu werden. in den 1990er weigerten sich Männer in New York alleine in einen Aufzug zu steigen, aus Angst sexueller Übergriffe bezichtigt zu werden.

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RE: Sexismus

#3 von kjschroeder , 28.01.2013 16:19

Zitat
in den 1990er weigerten sich Männer in New York alleine in einen Aufzug zu steigen, aus Angst sexueller Übergriffe bezichtigt zu werden.


Das wird in Deutschland als Ergebnis der "Dirndlgate"-Debatte Alltag werden.

Gruß
Klaus

PS.: Zu dem Thema habe ich im entsprechenden Bereich eine Umfrage eingestellt.


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RE: Sexismus

#4 von Willik , 28.01.2013 18:07

"Das wird in Deutschland als Ergebnis der "Dirndlgate"-Debatte Alltag werden."


Richtig! Wir brauchen also in Deutschland ab jetzt nicht nur getrennte Toiletten (mit Video-Überwachung, denn es könnte sich ja jemand "verlaufen"), sondern auch getrennte Aufzüge, Busse, Züge, Flugzeuge, Taxen mit Fahrer nur für männliche und mit Fahrerinnen nur für weibliche Fahrgäste, sowie natürlich strikt getrennte Arbeitsräume jeweils für Männlein und Weiblein. Das wird spannend...
Dieses Brüderle- Bashing zeigt anschaulich, welch kranke Gesellschaft das inzwischen ist und wieviele Leute hier mit viel zu wenigen Sorgen und Problemen und dafür mit zuviel Zeit und mit absolut minderwertigem Charakter herumlungern.
Gruß Willik

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RE: Sexismus

#5 von wüllerstorff , 28.01.2013 18:35

Die traditionellen Printmedien sing ja schwer in der Krise und brauchen ein paar (niveaulos) aufreisserische Berichte. Warum hat die Dame ein Jahr gebraucht um damit an die Öffentlichkeit zu gehen?

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RE: Sexismus

#6 von kjschroeder , 28.01.2013 19:48

Zitat
Warum hat die Dame ein Jahr gebraucht um damit an die Öffentlichkeit zu gehen?


Zeitverzögerte Berichterstattung ist ein typisches Merkmal von Kampagnen-Journalismus. Und der ist hier schwer in Mode gekommen. Auißerdem: das Eingeständnis, als Kwalidähds-Journalist spätabends an einem Bartresen wesentliche Erkenntnisse zu suchen, läßt tief blicken und noch schlimmeres befürchten.

Ich bin mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob tatsächlich die Autorin damit an die Öffentlichkeit gehen wollte. Da gibt es nämlich ein paar Feinheiten, dien auf Unstimmigkeiten hindeuten: Der "stern" begann seine unsägliche Tirade mit einem Bericht, der nicht von ihr verfaßt worden war. Schauen Sie hier: -> http://www.stern.de/politik/deutschland/...at-1959408.html

Von der Autorin selbst kenne ich nur eine einzige Stellungnahme, die sie gegenüber dem DLF abgab. Schriftlich. Nicht ins Mikro. Hier: -> http://www.dradio.de/aktuell/1988306/ Bei Jauch war sie auch nicht. Aber zwei Momnate nach dem "Vorfall" mit Brüderle sehr freundlich zusammen, wie man Kommentar Nummer 35 auf diesem link entnehmen kann: -> http://www.internet-law.de/2013/01/der-a...-der-herde.html

So langsam habe ich den Eindruck, sie wurde von der Chefredaktion genötigt, was zu publizieren.

Und daß sie damit ihre eigene Karriere verbrannt hat, dürfte auch klar sein. Denn welcher Politiker setzt sich mit ihr noch in einen Dienstwagen? Geht mit ihr in den Fahrstuhl? Zum Beispiel.

Und dann der "stern". Ausgerechnet. Das Blatt mit den Nackedeis - Motto: 'Neeeinnn - wir haben mit Sexismus üüüüberhaupt nichts zu tun!!'

Verlogener gehts nimmer.

Gruß
Klaus

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RE: Sexismus

#7 von kurt02 , 28.01.2013 20:18

Zitat von Willik im Beitrag #4
"Das wird in Deutschland als Ergebnis der "Dirndlgate"-Debatte Alltag werden."

...
Dieses Brüderle- Bashing zeigt anschaulich, welch kranke Gesellschaft das inzwischen ist und wieviele Leute hier mit viel zu wenigen Sorgen und Problemen und dafür mit zuviel Zeit und mit absolut minderwertigem Charakter herumlungern.
Gruß Willik





Das ist kein Brüderle-Bashing, sondern der Versuch unserer Gesellschaft, sich über grundlegende Dinge neu zu vergewissern. Die Person ist austauschbar und Brüderle wird keinen Schaden davontragen.


Übrigens- nur am Rande - unterstelle ich niemanden einen minderwertigen Charakter, nicht einmal einem Nazi. Und dem "nur " einen schlechten.

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RE: Sexismus

#8 von huhngesicht , 28.01.2013 20:22

Übrigens- nur am Rande - unterstelle ich niemanden einen minderwertigen Charakter, nicht einmal einem Nazi. Und dem "nur " einen schlechten.

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Warum das? Schlecht ist eine Steigerung verglichen mit minderwertig.

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RE: Sexismus

#9 von kjschroeder , 28.01.2013 21:36

Da ist wohl ein Beitrag an den falschen Adressaten gegangen. ;-)

Inhaltlich:

Zitat
Das ist kein Brüderle-Bashing, sondern der Versuch unserer Gesellschaft, sich über grundlegende Dinge neu zu vergewissern. Die Person ist austauschbar und Brüderle wird keinen Schaden davontragen.


Mit einem Jahr Verzögerung und zwei Tage nach Ernennung Brüderles zum Spitzenkandidaten? Das soll mit ihm, mit seiner Person gar nichts zu tun haben? Sorry, aber das glaubt vielleicht der Mann im Mond. Sonst keiner. ;-)

Es ist wohl eher so: Die Kampagnen-Macher und ihre Sympathisanten schnallen wohl langsam, daß der Schuß nach hinten losgeht und das beabsichtigte Ziel, Brüderle und letzlich die FDP in den politischen Orkus zu befördern, konterkariert werden könnten. Jetzt wird durch Verallgemeinerung dieses Themas, wie Sie es angedeutet haben, abgelenkt bis die Schwarte kracht. ;-)

Auch DIE Masche ist bekannt. ;-)

Gruß
Klaus

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Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#10 von kjschroeder , 29.01.2013 00:07

Zitat Frau Schwartzer: "Seit die 29-jährige Stern-Autorin Laura Himmelreich Tacheles geschrieben hat, ist FDP-Chef Brüderle kein Politiker mit Zukunft mehr, sondern ein Mann von gestern." Hier nachlesbar.

Soviel zu Ihrer Bemerkung, wonach die Diskussion Brüderle nicht schaden würde.

GTruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#11 von huhngesicht , 29.01.2013 00:44

Zitat Frau Schwartzer: "Seit die 29-jährige Stern-Autorin Laura Himmelreich Tacheles geschrieben hat, ist FDP-Chef Brüderle kein Politiker mit Zukunft mehr, sondern ein Mann von gestern." Hier nachlesbar.

Soviel zu Ihrer Bemerkung, wonach die Diskussion Brüderle nicht schaden würde.

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Ich denke weder, dass das eine gezielte Kampagne gegen Bruederle war (ich denke eher, dass er zufaellig zum Thema passte (also erst Sexismus und dann passend Bruederle), noch dass er nachhaltig Schaden nehmen wird, wenn er so klug einfach weiter schweigt (zu Schmutz aeussert man sich nicht. Haette Wulff das gekonnt, waere er heute vielleicht noch Bundespraesident). Und was auf einer Internet-Seite von Alice Schwartzer steht, ist ja nun auch nicht unbedingt verbindlich. Als ich den Artikel las, dachte ich ganz unschuldig bei mir, dass runterschlucken und laecheln angemessen und gefaellig klingt ;-)

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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#12 von Willik , 29.01.2013 00:53

"Warum hat die Dame ein Jahr gebraucht um damit an die Öffentlichkeit zu gehen?"


Ist doch völlig klar: Weil man JETZT erst wußte, daß er der Spitzenkandidat werden würde.
JETZT war er erst reif für den Angriff.
Bis zu diesem Moment lagen diese "Kuhbatzen" in einer Schublade (Oh, wieder mal ne Schublade...) und warteten geduldig darauf, herausgeholt und verwendet zu werden. Gegen Brüderle, aber natürlich auch aus politischem Kalkül gegen die FDP.
"Schweine- Journalismus" ist wirklich passend für solchen..... !
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#13 von kjschroeder , 29.01.2013 00:59

Zitat
Und was auf einer Internet-Seite von Alice Schwartzer steht, ist ja nun auch nicht unbedingt verbindlich.


Naja, für sie wird es schon verbindlich sein, was sie selber schreibt. Und sie hat nach wie vor einen Fankreis, vertun Sie sich da mal nicht. Allein, was ich bei dieser Frau Wizorek auf Twitter gelesen habe - u.a. die Freude, daß A. Schwarzer ihnen erklärt habe, wie man das mit dem Feminismus weitermachen könne - spricht Bände. Der Link zu Scwarzers Weblog ist mir übrigens flöten gegangen. Hier isser nochmal. )

Zitat
Ich denke weder, dass das eine gezielte Kampagne gegen Bruederle war (ich denke eher, dass er zufaellig zum Thema passte


Es war vorher kein Thema. Es wurde erst durch den "stern" zu einem. Und wenn es wirklich um dass Thema gegangen wäre, dann wäre das auch anders aufgemacht worden. Aber das "Thema" wurde personalisiert. Es wird vom "stern" auch jetzt noch personalisiert. Denn die Geschichte trägt den Titel "Der Herrenwitz". Mit einem großen Foto von Brüderle. Soll sagen: Dieser Mann ist ein Herrenwitz. Also eine Witzfigur. Das ist für Sie keine Kampagne?

Gruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#14 von kjschroeder , 29.01.2013 01:13

Zitat
Ist doch völlig klar: Weil man JETZT erst wußte, daß er der Spitzenkandidat werden würde.
JETZT war er erst reif für den Angriff.



Ja, natürlich. Nichts anderes ist das. Man sammelt Negativ-Material, das man hinter dem Berg hält und bei passender Gelegenheit hervorholt. So funktioniert Kampagnen-Journalismus. Es ist nur: Hier scheint die Geschichte nach hinten loszugehen - was hier passiert, ist zu offensichtlich:

- die zeitliche Verzögerung
- wenn die Frau sich bedrängt gefühlt hat - wieso ist dann DANACH mit Brüderle fröhlich durch die Gegend gedüst? Darüber nämlich hat die FAS geschrieben. Einen Ausschnitt können Sie in Kommentar Nr. 34 hier lesen: -> http://www.internet-law.de/2013/01/der-a...-der-herde.html Wie glaubwürdig ist eine Journaille, die nach einem angeblichen Übergriff sich fröhlich mit demselben Mann an einen Tisch zum Schmausen setzt - um sich ein Jahrt später aufzuregen?
- Frau Himnmelreich wurde von Jauch eingeladen, sie sagte ab - warum?
- Dem DLF verweigerte die Journalistin ein Interview und gab nur eine schriftliche Stellungnahme zum Besten: -> http://www.dradio.de/aktuell/1988306/ - was soll das?

Was hier abgeht, ist für mich eine sehr eindeutige Geschichte: eine Rufmord-Kampagne. Und der "stern" mit seinen aufreizenden Frauen-Models hat's gerade nötig von "Sexismus" zu plappern. Da kommt einem ja der Kaffee hoch bei so viel Verlogenheit.

Gruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#15 von Willik , 29.01.2013 01:23

Stimmt alles!
"Man sammelt Negativ-Material, das man hinter dem Berg hält und bei passender Gelegenheit hervorholt."


Ich sag mal ein Beispiel: Wäre es NICHT Brüderle geworden, sondern....... Rösler, WW, ... Niebel..., wer auch immer,
man hätte irgendwas Anderes ausgegraben, und wenn"s ein zollfreier Teppich gewesen wäre. (Nur ein Beispiel!)
(o:)
Das Thema "Sexismus" wäre jetzt KEIN Thema, sondern eben irgendwas Anderes.
So ist er denen eben "in"s offene Messer gelaufen", nur weil"s zufällig gepaßt hat!
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#16 von Willik , 29.01.2013 01:29

"Hier scheint die Geschichte nach hinten loszugehen - was hier passiert, ist zu offensichtlich:"


Hm... ich weiß nicht recht, ob das Brüderle (und damit der FDP) so richtig hilft.
Bei dem heutigen allgemeinen Verblödungsgrad und der Oberflächlichkeit weiter Teile der Bevölkerung... ?!
Es läuft wohl eher so nach dem Motto "Irgendwas bleibt immer hängen!"
Gruß Willik


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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#17 von kjschroeder , 29.01.2013 01:41

Zitat
Das Thema "Sexismus" wäre jetzt KEIN Thema, sondern eben irgendwas Anderes.


Ja natürlich! Irgendwas, was demjenigen schadet, den die "stern"-Chefredaktion als zu bekämpfenden politischen Gegner ausmacht.

Zitat
So ist er denen eben "in"s offene Messer gelaufen", nur weil"s zufällig gepaßt hat!


Nicht zufällig: Er war gerade zwei Tage vorher zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl erkoren worden. DAS war der Zeitpunkt für den Abschuß. Ab da war Brüderle für die "stern"-Leute "fällig".

Auch die nach unten zeigende Auflagenentwicklung beim "stern" nur in den letzten fünf Jahren erklärt so manche "story".

Gruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#18 von kjschroeder , 29.01.2013 01:56

Zitat
Hm... ich weiß nicht recht, ob das Brüderle (und damit der FDP) so richtig hilft.


Man muß sich natürlich weiter wehren gegen diese Masche, das ist schon klar. Eben INDEM das geschieht, sieht diese menschenverachtende Truppe sich immer mehr Gegenwind ausgesetzt. Was vor allem für die Mitläufer ungewohnt sein dürfte. Denn viele plappern ja nur nach, wovon sie glauben, daß es dem Zeitgeist entspreche und wollen sich damit wohlfühlen.

Zitat
Bei dem heutigen allgemeinen Verblödungsgrad und der Oberflächlichkeit weiter Teile der Bevölkerung... ?!
Es läuft wohl eher so nach dem Motto "Irgendwas bleibt immer hängen!"


Das sehe ich allerdings auch so. Der Schaden ist entstanden. Inweiweit er ausgebügelt werden kann, muß man sehen. Brüderle tut jedenfalls m.E. das einzig richtige: er schweigt.

Übrigens: Es gibt ein Positiv-Beispiel, wo ich einer Frau auch abnehme, daß es ihr um die Sache geht: Das war der Essay von Annett Meiritz vom SPIEGEL. Da ging's um die Piraten. Hier nachlesbar: -> http://www.spiegel.de/spiegel/annett-mei...i-a-877558.html

Das war professionell, das war auch menschlich sympathisch - und es hat "gesessen", wie man so schön sagt.

Gruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#19 von huhngesicht , 29.01.2013 13:27

Es war vorher kein Thema. Es wurde erst durch den "stern" zu einem.

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Sie selbst haben zwei Artikel verlinkt, die sich unabhaengig von Bruederle bereits vorher mit dem Thema beschaeftigten. Bruederle kam da vermutlich nur sehr gelegen. Ich bestreite nicht, dass man damit auch der FDP schaden wollte, hat sich da aber wohl ein wenig verschaetzt.
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Und wenn es wirklich um dass Thema gegangen wäre, dann wäre das auch anders aufgemacht worden. Aber das "Thema" wurde personalisiert. Es wird vom "stern" auch jetzt noch personalisiert. Denn die Geschichte trägt den Titel "Der Herrenwitz". Mit einem großen Foto von Brüderle. Soll sagen: Dieser Mann ist ein Herrenwitz. Also eine Witzfigur. Das ist für Sie keine Kampagne?

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Als Nebeneffekt ja. Man dachte sich, dass die FDP ja sowieso niemand mag und "alte Saecke besoffen und auf Maedels geifernd" funktioniert bestimmt gut. Vielleicht hat man auch darauf gehofft, dass innerhalb der Partei Gegenwind kommt oder wenigstens aus den anderen Parteien scharf geschossen wird. Aber auch da sind alle sehr zurueckhaltend, weil keiner der naechste sein will. Wenn Bruderle weiter in rechtschaffener Gelassenheit schweigt, dann kann diese Angelegenheit fuer ihn sogar ein Vorteil sein. Der edle alte Mann ist das Opfer, zu dem jeder haelt. Auf wen erst Alice Schwartzer mit dem Finger zeigen muss, der hat schon gewonnen. Die Journalistin hat sich damit jedenfalls keinen Gefallen getan. Eher ist deren Karriere beendet, als dass Bruederle geht und der Ruf und die Glaubwuerdigkeit des Sterns haben auch gelitten. Ich vermute auch deshalb, dass es keine gut geplante Kampagne sondern eine spontane unterschiedlich motivierte Entschdeidung war, weil es viel zu schlecht gemacht ist. Erstens ist die Geschichte selbst aus der Perspektive der Belaestigten viel zu unspektakulaer (vielleicht bin ich zu dickfellig, aber ich kapiere nicht mal ganz, was daran sexuelle Belaestigung sein soll. Das koennte man auch als Komplimente betrachten.) und zweitens ist es viel zu offensichtlich konstruiert (einerseits sofort nachdem Bruederle an die Spitze kommt und andererseits ein Ereignis, welches ein Jahr zurueck liegt. Darauf faellt niemand rein.)

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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#20 von kjschroeder , 29.01.2013 15:19

Zitat
Sie selbst haben zwei Artikel verlinkt, die sich unabhaengig von Bruederle bereits vorher mit dem Thema beschaeftigten.


Mir ist nur einer erinenrlich: der Spiegel-Artikel. Aber sei's drum: Da wurde nicht personalisiert, da wurden konkrete Fälle in einer konkreten politischen Partei geschildert - und darüber hinaus Fälle woanders. Es wurden keine Personen an den Pranger gestellt.

Zitat
Als Nebeneffekt ja.


Als NEBEN-Effekt? Es sei empfohlen, einnmal hinzuschauen, wie diese Geschichte im gedruckten "stern" aufgtemacht wurde: -> http://www.stern.de/magazin/heft/stern-n...en-1958769.html

Im Inhaltsverzeichnis Seite 2 ist oben links Brüderle ganz groß zu sehen - im Zusammenhang mit dem Thema. Es geht nur um Sexismus und nicht um Brüderle? Hallo? Die Geschichte selbst beginnt auf einer Doppelseite - wiederum mit einem Foto von Brüderle, welches ANDERTHALB Seiten in Anspruch nimmt. Hat nichts mit Brüderle zu tun? Nur ein "Nebeneffekt"? Das glaubt der Mann im Mond. ;-)

Das ist eine Rufmordkampagne, sonst nichts. Die der "stern" seit heute auch auf kleinerer Flamme kocht, wenn man sich die homepage anschaut. Motto: Hat zwar nicht geklappt, aber man konnte es ja mal probieren.

Gruß
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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#21 von huhngesicht , 29.01.2013 16:57

Als NEBEN-Effekt? Es sei empfohlen, einnmal hinzuschauen, wie diese Geschichte im gedruckten "stern" aufgtemacht wurde: -> http://www.stern.de/magazin/heft/stern-n...en-1958769.html

Im Inhaltsverzeichnis Seite 2 ist oben links Brüderle ganz groß zu sehen - im Zusammenhang mit dem Thema. Es geht nur um Sexismus und nicht um Brüderle? Hallo? Die Geschichte selbst beginnt auf einer Doppelseite - wiederum mit einem Foto von Brüderle, welches ANDERTHALB Seiten in Anspruch nimmt. Hat nichts mit Brüderle zu tun? Nur ein "Nebeneffekt"? Das glaubt der Mann im Mond. ;-)
Das ist eine Rufmordkampagne, sonst nichts. Die der "stern" seit heute auch auf kleinerer Flamme kocht, wenn man sich die homepage anschaut. Motto: Hat zwar nicht geklappt, aber man konnte es ja mal probieren.

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Ich muss mich missverstaendlich ausgedrueckt haben. Natuerlich ist Bruederle der verunglimpfte Aufhaenger des Artikels. Ich denke nur, dass thematisch Sexismus dennoch Ursache fuer den Artikel war und Bruederle nur der praktische Ausloeser. Es war so nicht von langer Hand geplant, um Bruederle zum richtigen Zeitpunkt zu demontieren, sonst haette man sich mehr Muehe gegeben.

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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#22 von Willik , 29.01.2013 22:25

Zitat:
"Nicht zufällig: Er war gerade zwei Tage vorher zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl erkoren worden. DAS war der Zeitpunkt für den Abschuß. Ab da war Brüderle für die "stern"-Leute "fällig".



Ist schon klar! "Zufällig" war da gar nichts, sondern perfide und schäbig geplant!
Ich meinte natürlich, daß es auffällig ""zufällig"" ER war, der in diese gestellte Falle tappte (1 Jahr vorher!!!)
Vielleicht hat sich da jemand GANZ GEZIELT nach Mitternacht an einer Hotelbar an einen Anderen rangemacht, von dem man wußte,

"Hör mal, der säuft gern ein paar, redet dann vielleicht zuviel und wird dann leicht zum Opfer, das wir ausschlachten können"
Oder auch:
"Schick mal diese Schickse hin, um ihn anzuspitzen, der reagiert doch darauf (*völlig normal*) das können wir dann gegen ihn verwenden!".

Es soll auch schon Leute gegeben haben, die anderen Menschen, um ihnen zu schaden, bezahlte Huren ins Bett gelegt haben und die mit denen haben fotografieren lassen, um ihnen zu schaden, was halten Sie denn von dieser These?

Zufall war es in dem Moment natürlich nicht, sondern schmutziges Kalkül!
Gruß Willik


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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#23 von horstR , 29.01.2013 22:58

Das wäre allerdings echter Sexismus, bin gespannt wann sich die veröffentlichte Meinung in diese Richtung dreht...


Saludos

HR

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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#24 von Willik , 29.01.2013 23:17

"Das wäre allerdings echter Sexismus, bin gespannt wann sich die veröffentlichte Meinung in diese Richtung dreht"


DAS werden wir alle miteinander leider nicht mehr erleben!
Wir sehen doch, wohin es läuft:
Der Mann ist der "Blödel", ob in der Werbung ( s. z.B. Versicherungen,Waschmittel, Fleischtheke etc.) oder wird lächerlich gemacht oder/und verunglimpft wie Brüderle!

Mein Motto: Lieber ein Brüderle, der gern einen säuft und noch einen kompletten Satz "cojones" in der Hose hat als ein warmer Bruder wie z.B. ...........
DAS wähle ich bestimmt nicht!
In diesem Sinne:Frohes Wahljahr!

Gruß willik

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RE: Nachtrag - Alice Schwarzer: Brüderle - ein Mann ohne Zukunft

#25 von heinzwernerhübner , 30.01.2013 10:18

Zitat
Es soll auch schon Leute gegeben haben, die anderen Menschen, um ihnen zu schaden, bezahlte Huren ins Bett gelegt haben und die mit denen haben fotografieren lassen, um ihnen zu schaden, was halten Sie denn von dieser These?



These? Aber, aber.
Das praktizieren alle Geheimdienste seit eh und je!
Und das eine oder andere Medium sicher auch...
Einzig 007 hat dabei nie Schaden genommen.

hwh

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