Heute mal was von DGB-Sommer.

#1 von kurt02 , 22.01.2013 14:09

Die Regierungskoalition will ein Gesetz zum Beschäftigtendatenschutz durchsetzen, das die ArbeitnehmerInnen gerade NICHT schützt. Es ist ein Angriff auf die Arbeitnehmerrechte. Besser kein Gesetz als dieses!

Wir sagen NEIN zu diesem Gesetzentwurf und rufen zum Protest auf!



Erlaubt ist, was dem Arbeitgeber passt - NEIN!

Mit unbestimmten Rechtsbegriffen, auch Gummi-Paragrafen genannt, würde es dem Arbeitgeber möglich, durch eigene Interpretationen in das Persönlichkeitsrecht von Beschäftigten erheblich einzugreifen. Der Arbeitgeber kann also faktisch selbst bestimmen, wann die Voraussetzungen von Datenerhebung, -verarbeitung und -speicherung vorliegen.

Offene Videoüberwachung - NEIN!

Der Arbeitgeber müsste nur darauf hinweisen, dass eine Videoüberwachung am
Arbeitsplatz stattfindet. Doch wo die Kameras angebracht werden und wann und
wie lange sie eingeschaltet sind, bliebe offen. Hier von 'offener Überwachung' zu sprechen, ist mehr als ein schlechter Witz. Zudem sind die Gründe für eine Videoüberwachung in einem 'Beispiel-Katalog' geregelt: allein die Arbeitgeber entscheiden, wann eine Überwachung erfolgt. Das ist George Orwell am Arbeitsplatz: Wie wird gearbeitet? Mit wem wird geredet und wann geht der Beschäftigte in die Raucherpause? Das hat mit Würde am Arbeitsplatz
nichts mehr zu tun.

Auswertung sozialer Netzwerke - NEIN!

Erlaubt wäre, dass Arbeitgeber auch öffentlich zugängliche soziale Netzwerke
wie z.B. Facebook nach Informationen über ihre Beschäftigten oder Bewerber
durchsuchen und so erlangte Daten verwenden können. Doch deren Wahrheitsgehalt ist zweifelhaft - Beschäftigte oder Bewerber können auf
dieser Grundlage 'aussortiert' werden und wissen nicht einmal warum.
Privatleben und Arbeitsleben müssen getrennt bleiben. Aktivitäten in sozialen
Netzwerken sind kein Kriterium für die Qualität der Arbeit, sondern
Freizeitgestaltung und privat.

Permanentes Abhören der Beschäftigten in Callcentern - NEIN!

Call-Center-Mitarbeiter würden zu 'Freiwild', weil ihre Arbeit durch
Mitschnitte ihrer Telefonate permanent überwacht werden könnte. Käme dazu
noch die offene Videoüberwachung ist der gläserne Beschäftigte Realität.

Gesundheitsuntersuchungen - NEIN!

Ärztliche Untersuchungen könnten künftig bei Tätigkeitswechseln vom Arbeitgeber einseitig verlangt werden. Damit kann sich der Arbeitgeber dann wesentlich leichter älteren oder nicht mehr ganz so 'fitten' Beschäftigten entledigen.

Datenweitergabe an andere Arbeitgeber in Konzernen - NEIN!

Durch eine weitgehende Freigabe der Datenübermittlung innerhalb eines Konzerns würden die Datenschutzrechte von Beschäftigten weiter eingeschränkt.
Spezielle Kontrollen sind nicht vorgesehen. Die Beschäftigten hätten keinen
Einfluss darauf, was und wie über sie berichtet wird. Sie müssen es nicht
einmal erfahren, dass Daten weitergegeben werden.

Wir fordern ein Beschäftigtendatenschutzgesetz, das diesen Namen auch
verdient. Dieses Gesetz darf nicht das Arbeitsleben und den Jobeinstieg der
Beschäftigten bestimmen.

Die entscheidende Sitzung des Innenausschusses des Bundestages ist
voraussichtlich am 29. Januar 2013. Die endgültige Beschlussfassung im
Bundestag könnte dann am 1. Februar 2013 erfolgen.

Unterschreibt die Petition daher heute und leitet sie an Eure Freunde weiter.

http://www.change.org/de/Petitionen/geme...are_before_sign

Was denkt die werte Forengemeinde? Ist es zu fassen, dass so etwas überhaupt in einer Regierung mit FDP-Beteiligung probiert wird?

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... und der Arbeitgeberpräsident tutet ins selbe Horn

#2 von kjschroeder , 22.01.2013 14:21

Nämlich hier: -> http://www.welt.de/newsticker/news2/arti...atenschutz.html

Irgendwie scheint vor diesem Hintergrund derr Klassenkampf-Ansatz des DGB nicht so ganz der Realität zu entsprechen. Denn würde das stimmen, was Sommer da sagt, müßten sich Arbeitgeber ja freuen. Tun sie aber erkennbar nicht, wie im obem verlinkten Artikel nachlesbar.

Das ist der eine Aspekt. Hier nochmal ein neutraler gehaltener Artikel: -> http://www.haufe.de/personal/arbeitsrech..._76_160050.html

Gruß
Klaus

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RE: ... und der Arbeitgeberpräsident tutet ins selbe Horn

#3 von kurt02 , 22.01.2013 14:51

Ehrlich gesagt, auf so einen Angriff auf Bürgerrechte (auch Arbeitnehmer sind Bürger mit Rechten) ist der - wie Sie es nennen - klassenkämpferische Ansatz durchaus gerechtfertigt.

Klar, der normalkluge Arbeitgeber wird sich auch dagegen aussprechen, aber so eine kleine Handreichung für Callcenter-Betreiber und Leiharbeitsunternehmer halte ich durchaus für realistisch.

Dazu eine kleine Geschichte: Mein Arbeitskollege (hat jetzt einen befristeten Vertrag), war mal woanders als Leiharbeiter, bei einen relativ kleinen Zuhälter, beschäftigt. Der hatte natürlich wenig zu tun, und es gefiel ihm, seine Schäfchen vom Dach des Entleihbetriebes beim Anschaffen zuzusehen. Und wehe, er sah einen, der mal kurz verschnaufte! Es müssen schlimme Schimpftiraden gewesen sein.
Stellen Sie sich vor, er muss sich sich dann nichtmal mehr von seinem Sofa bewegen, um seine Nutten beim Anschaffen zu kontrollieren. Und zukünfit stünde dann nicht einmal mehr Aussage gegen Aussage, sondern es existierte ein geschickt zusammengeschnittenes Video.

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RE: ... und der Arbeitgeberpräsident tutet ins selbe Horn

#4 von kjschroeder , 22.01.2013 15:13

Zitat
Ehrlich gesagt, auf so einen Angriff auf Bürgerrechte (auch Arbeitnehmer sind Bürger mit Rechten) ist der - wie Sie es nennen - klassenkämpferische Ansatz durchaus gerechtfertigt.


Das ist ja der Punkt: Ist das so? Ich will hier gar nichts verteidigen, sondern mir geht es zunächst mal um Klarheit in der Sache. Bislang gibt es hier das statement eines Lobbyverbandes, nämlich des DGB. Was ich von Lobbyverbänden halte, wissen Sie, nehme ich an. Es gilt also, zunächst erstmal zu gucken: Was ist inhaltlich da dran? Deswegten hatte ich auch den neutraler gehaltenen Bericht nachgeschoben, der dem DGB-Bericht auch nicht direkt widerspricht, manches aber in der Perspektive anders rückt. Zum Beispiel der Umstand, daß das Vorhaben schon seit zwei Jahren in der Diskussion ist. Wenn dann solche Bolzen IMMER noch drin sind . .... Sie verstehen?

Zu berücksichtigen ist außerdem der Standpunkt der Bundesregierung, der sich hier äußert: -> http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/106/1710666.pdf

Gruß
Klaus

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RE: ... und der Arbeitgeberpräsident tutet ins selbe Horn

#5 von JoG , 22.01.2013 18:28

Ohne nun auf alle Punkte einzugehen die Frage: Warum sollte man die Betriebsräume und Aktivitäten darin nicht Videoüberwachen?
Ich würde weiter gehen und denke oberhalb einer gewissen Ebene solltesich strafrechtlich die Beweislast umkehren, wo keine Videoüberwachung vorliegt.

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Oberhalb? Ich bitte Sie!

#6 von kurt02 , 22.01.2013 18:39

Oberhalb? Ich bitte Sie! Es geht ums Überwachen, also nach unten zu kiebitzen. Kontrolle bis ins kleinste Detail - also ob man sich die Hand vor den Mund hält, wenn man niest - ob man sich in der Nase bohrt - ob man 2 Minuten zu früh zu Pause geht. Oder im Callcenter, ob man wirklich aggressiv genug war, ob man mit dem Bleistift spielt... lauter Sachen, die gegen einen verwendet werden.

Und sogar wenn es ab einer bestimmten Ebene AUFWÄRTS aufgezeichnet würde: Wie steht es mit Firmeninterna, mit laufenden Rechtsstreitigkeiten, mit Fertigungsplanung etc pp, Dinge, die Konkurrenten interessieren könnten?


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Sommer ist näher dran

#7 von kurt02 , 22.01.2013 18:45

Musste erst noch einen Artikel bei der Redaktion abliefern...

Nehmen wir erstmal Frage 3:

3. Kann nach Ansicht der Bundesregierung ausgeschlossen werden, dass nach
dem vorliegenden Gesetzentwurf Arbeitgeber Druck auf die Bewerberin-
nen, Bewerber und Beschäftigten ausüben, die Einwilligung dazu zu ge-
ben, auch unzulässige Datenerhebungen, -speicherungen und -verarbeitun-
gen durchzuführen?
Wenn ja, warum?

Antwort:
Eine Einwilligung ist immer freiwillig abzugeben. Wenn unzulässiger Druck
auf den Einwilligenden ausgeübt wird, ist die Einwilligung nicht mehr frei-
willig und damit unwirksam. Eine Datenverarbeitung, die auf einer unwirk-
samen Einwilligung beruht, ist rechtswidrig, so dass u. a. die Rechtsfolgen der
§§ 35 (Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten), 43 (Bußgeldvor-
schriften), 44 (Strafvorschriften) BDSG greifen.

Entschuldigung, "ist immer freiwillig"... Den Betrieb möchte ich sehen, der videoüberwachen will und dann jemanden einstellt, der genau dies IM EINSTELLUNGSGESPRÄCH ablehnt.

Sorry, aber da ist Sommer schon näher dran, klaus


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RE: Sommer ist näher dran

#8 von kjschroeder , 22.01.2013 19:52

Zitat
Eine Datenverarbeitung, die auf einer unwirk-
samen Einwilligung beruht, ist rechtswidrig, so dass u. a. die Rechtsfolgen der
§§ 35 (Berichtigung, Löschung und Sperrung von Daten), 43 (Bußgeldvor-
schriften), 44 (Strafvorschriften) BDSG greifen.

Entschuldigung, "ist immer freiwillig"... Den Betrieb möchte ich sehen, der videoüberwachen will und dann jemanden einstellt, der genau dies IM EINSTELLUNGSGESPRÄCH ablehnt.

Sorry, aber da ist Sommer schon näher dran, klaus



Also zunächst mal interpretiere ich das so, daß ein Arbeitnehmer seine Einwilligung gibt und DANACH (also nach der Einstellung) dann Ätschbätsch sagen kann: war nicht freiwillig, ist unwirksam. Um auf Ihr Beispiel zurückzukommen.

Ob das jetzt gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen Blatt, aber so würde ich rein rechtlich die Situation interpretieren.

Das ist das Eine.

Was Call Center angeht, so ist bereits seit Jahren jeder Angestellte dort gläsern. Schlicht, weil Computer Gesprächsergebnisse festhalten. Ist ganz einfach. Daher weiß man, wieviele Gespräche es gab, wie viele Anwahlversuche, wie viele Verkäufe etc.etc. Und wissen Sie, was da z.T. für Personal eingestellt wird? Ich schätze, in einigen firmen werden die mitarbeiter dankbar für Videokameras sein, schlicht, weil dann die Zahl der Diebstähle runtergeht.

Wesentlich aber wird die ganze Geschichte - was hier nicht angesprochen wurde - im Bereich Conferencing: Ein Unternehmer baut irgendwo eine Fabrik. Mit Videokameras und entsprechender Software ist er in der Lage, den Produktionsprozeß zu verfolgen ohne physisch dabeisein zu müssen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ich kenne aluminium verarbeitende Betriebe, die hier mglw. wegwollen, der tollen "Energiewende" sei dank. Um sich die Option dafür offen zu halten, baut eines der Unternehmen eine Fabrik in - ich sag jetzt mal - einem Krisenland in Südosteuropa. Wahrscheinlich mit deutschen Steuergeldern. Das Unternehmen kennt die dort eingestellten Arbeiter nicht, und dreimal dürfen Sie raten, wie die überwacht werden.

Und dann ist das auch eine Prinzipienfrage: In meinem Unternehmen will ich wissen, was los ist. Wirtschaftsspionage und Klau gibts nicht nur in Spielfilmen.

Insofern ist die Frage immer: Wie weit geht sowas?

Gruß
Klaus

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RE: Sommer ist näher dran

#9 von kurt02 , 22.01.2013 20:37

Zitat von kjschroeder im Beitrag #8
Also zunächst mal interpretiere ich das so, daß ein Arbeitnehmer seine Einwilligung gibt und DANACH (also nach der Einstellung) dann Ätschbätsch sagen kann: war nicht freiwillig, ist unwirksam. Um auf Ihr Beispiel zurückzukommen.


Ähem - mit Verlaub: Das halte ich für eine naive Sichtweise. Es funktioniert nämlich nicht so, wie Sie schreiben. Wenn ich beim Einstellungsgespräch ja sage und ne Woche später ätschebätsch, flattert mir die Kündigung auf den Tisch. Probezeit. Wenn ich mich ein halbes Jahr oder länger darauf einlasse, dass jemand meine Nasenpopel zählt, und ich sage dann ätschebätsch, dann ist das Vertrauensverhältnis futsch, und ich werde entlassen, oder, wenn ich Pech habe, bleib ich auf der Stelle sitzen, mein Lebtag.

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RE: Sommer ist näher dran

#10 von kjschroeder , 22.01.2013 21:47

Zitat
Ähem - mit Verlaub: Das halte ich für eine naive Sichtweise.


Warum habe ich nur das Gefühl, daß mir hier eine Meinung untergeschoben werden soll? ;-)

Also, nochmal von vorn. Ich schrieb - und jetzt bitte VOLLSTÄNDIG lesen:-)

Zitat
Also zunächst mal interpretiere ich das so, daß ein Arbeitnehmer seine Einwilligung gibt und DANACH (also nach der Einstellung) dann Ätschbätsch sagen kann: war nicht freiwillig, ist unwirksam. Um auf Ihr Beispiel zurückzukommen.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen Blatt, aber so würde ich rein rechtlich die Situation interpretieren.



Ist Ihnen der letzte Satz aufgefallen?

Das heißt: Wie ICH das BEWERTE, steht auf einem ganz anderen Blatt. Zunächst ging es mir darum festzuhalten, wie die Denke der Bundrsregierung hier zu sehen ist und was dahinter steckt. Und da halte ich an meiner Interpretation fest. Ob die in meinen Augen gut oder naiv oder wie auch immer ist, steht, wie schon gesagt, auf einem anderen Blatt.

Meine persönliche Meinung dazu ist: Mir ist das sowas von sch....egal, davon machen Sie sich keine Vorstellung.

Wir haben wichtigere Probleme.

Vielleicht bin ich da auch persönlich vorbelastet, aber ich arbeite halt in einem Bereich, der mit Kameras so vollgestopft ist, daß denen auch ein Zucken meines Willi unten nicht entgehen würde. ;-)

Wenn ich arbeite, arbeite ich halt, und wenn ich Päuschen machen will, stehe ich eben auf, laufe nochnal an Kameras vorbei (und an ein paar nur mit Karte zu öffnenden Türen) und genieße draußen - wiederum im Blickfeld einer Kamera - mein Krebsstäbchen. So what?

Ein Unternehmen hat nunmal Sicherheitsbereiche und die werden mit fortschreitender Ausspezialisierung und Technisierung nicht weniger, Gefahrenquellen mithin größer und zahlreicher.

Und wenn Sie mal mitgekriegt haben, wie in den USA hire und fire abläuft - Teamleiter bittet unter nettem Vorwand Team nach Draußen, redet ein paar Worte, geht wieder rein. Wer mit seiner Karte danach noch durch die Tür kommt, steht noch auf der payroll, und wer nicht: tja.... - dann herrschen hier paradiesisch arbeitnehmerfreundliche Verhältnisse.

Und ja!, es mag schon sein, daß es Geschäftsführer mit Obsessionen gibt, sicher. Auch in Teppichetagen laufen schräge Vögel herum. Wir sind schließlich alle Menschen. Es ist nur: wenn ein Arbeitnehmer meint, er werde hier zu Unrecht gläsern, dann soll er halt wechseln. Denn das sollte mittlerweile gelernt sein: Das Sich-Klammern an einen Arbeitsplatz, der einem keine Freude macht, bringt nichts. Wer es dennoch macht, weil er zu feige ist: selber schuld.

Hier jazzt der DGB einfach ein Thema hoch, wahrscheinlich um davon abzulenken, wie er bei den wirklich wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen in den vergangenen Jahren versagt hat.

Gruß
Klaus

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RE: Oberhalb? Ich bitte Sie!

#11 von JoG , 23.01.2013 13:24

Alles Frage, die man beantworten müsste und sollte.

Aber der Grundsatz ist da zunächst zu klären. Warum sollte nicht aufgezeichnet werden. Wenn man sich nichts zuschulden kommen lässt? Also ich habe oft in vollkommen kontrollierten Umfeldern gearbeitet und fand das nur anfänglich irritierend. Insgesamt fand ich es sogar besser, weil die Sicherheit weitaus größer war.

Das ist ähnlich wie die Aufzeichnungen des Straßengeschehens. Ich hatte in England kein Problem mit den Kameras und fand sie sehr beruhigend.

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RE: Sommer ist näher dran

#12 von JoG , 23.01.2013 13:33

Wieso um alles auf der Welt, sollte ein Arbeitnehmer nicht wollen, dass man seine (gute) Mitarbeit beobachtet? Zumal er durch die Beobachtung weiß, dass alle beobachtet werden und damit ggf (die Videos sollten alle im Streitfall zugänglich sein) Ungerechtigkeit und Willkür reduziert werden, würde man meinen, dass er die höhere Gerechtigkeit will, wenn er nachdenkt. Und ein Gesetz, das verbietet, dass man kontrollieren darf, ob man bekommt, wofür man Lohn zahlt? Das ist illegitim und ziemlich wahrscheinlich gesellschaftlich ineffizient.

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RE: Sommer ist näher dran

#13 von kurt02 , 23.01.2013 20:07

Zitat von JoG im Beitrag #12
Wieso um alles auf der Welt, sollte ein Arbeitnehmer nicht wollen, dass man seine (gute) Mitarbeit beobachtet? Zumal er durch die Beobachtung weiß, dass alle beobachtet werden und damit ggf (die Videos sollten alle im Streitfall zugänglich sein) Ungerechtigkeit und Willkür reduziert werden, würde man meinen, dass er die höhere Gerechtigkeit will, wenn er nachdenkt. Und ein Gesetz, das verbietet, dass man kontrollieren darf, ob man bekommt, wofür man Lohn zahlt? Das ist illegitim und ziemlich wahrscheinlich gesellschaftlich ineffizient.


Ich verrate Ihnen jetzt was: Ich habe heute meinen Akkord geschafft. Unsere Gruppe hat die vorgegebene Anzahl von Geräten zusammengeschraubt. Wir haben sauber und gewissenhaft gearbeitet. Ich bin sicher, die Endkontrolle wird das morgen wieder einmal bestätigen. Die Firma, in der ich arbeite, wird sehr zufrieden mit unserer Leistung sein und wir werden unserer Firma wieder gutes Geld eingespielt haben.

Aber: Wir waren 20 Minten früher fertig. Die Letzten drei oder vier Geräte haben wir sogar das Tempo gedrosselt. Jetzt stellen Sie sich vor, man hätte das gefilmt. Die können das ja schneller, würden sie feststellen. Und den Akkord um 8% hochsetzen, das sehr hohe Tempo, das man nicht jeden Tag bringen kann, als normal voraussetzen. Das heißt mehr Stress, Kreislaufkrankheiten, Rückenprobleme bei weniger Lohn.

Aus den 8 Stunden Film könnte man aber auch 5 oder 10 Minuten zusammenschneiden, wie ich rumstehe, wie ich mit meiner Nachbarin schäkere, wie ich mir einen Kaffee hole, wie ich zwei Minuten früher Mittagspause mache, wie ich vielleicht doch ein Kleinteil vergesse habe. Dass das tendenziös ist, dass das nicht meiner Arbeitseinstellung entspricht, kann ich nicht nachweisen, und auch wenn die anderen 7:55 angesehen würden, das Filmchen ist in der Welt.

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RE: Sommer ist näher dran

#14 von heinzwernerhübner , 23.01.2013 20:14

Zitat
Jetzt stellen Sie sich vor, man hätte das gefilmt. Die können das ja schneller, würden sie feststellen. Und den Akkord um 8% hochsetzen, das sehr hohe Tempo, das man nicht jeden Tag bringen kann, als normal voraussetzen. Das heißt mehr Stress, Kreislaufkrankheiten, Rückenprobleme bei weniger Lohn.



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RE: Sommer ist näher dran

#15 von kurt02 , 23.01.2013 20:15

und noch was: Ich glaube, Ihnen ist nicht klar, unter welchen Bedingungen ein paar Miilionen hier in diesem Lande ihre paar Kröten fuffzich verdienen; die Leiharbeiter sowieso. Bei Amazon in Augsburg ist es zum Beispiel verboten, sich während der Arbeit zu setzen. Bei zalando in Oranienburg, dem größten Sklaventreiber der Republik, wollten sie das Reden verbieten, haben es aber gelassen, als die Öffentlichkeit davon erfuhr. Diese Geschäftemacher wollen eben nicht gute Arbeit belohnen,sondern das Maximum an Arbeitsleistung herauspressen.

Das ist allerdings mit hohen personellen Überwachungsaufwand verbunden. Wenn es schon so Leuteschinder gibt, dann sollen die wenigstens ihren breiten Arsch aus dem Sessel heben und selber schauen.

Niemand strebt die Überwachung an,um gute Arbeit besser belohnen zu können, oder glauben Sie das wirklich?

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RE: Sommer ist näher dran

#16 von kurt02 , 23.01.2013 20:28

Zitat von kjschroeder im Beitrag #10

Zitat
Ähem - mit Verlaub: Das halte ich für eine naive Sichtweise.

Warum habe ich nur das Gefühl, daß mir hier eine Meinung untergeschoben werden soll? ;-)

Also, nochmal von vorn. Ich schrieb - und jetzt bitte VOLLSTÄNDIG lesen:-)

Zitat
Also zunächst mal interpretiere ich das so, daß ein Arbeitnehmer seine Einwilligung gibt und DANACH (also nach der Einstellung) dann Ätschbätsch sagen kann: war nicht freiwillig, ist unwirksam. Um auf Ihr Beispiel zurückzukommen.
Ob das jetzt gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen Blatt, aber so würde ich rein rechtlich die Situation interpretieren.



Ist Ihnen der letzte Satz aufgefallen?

Das heißt: Wie ICH das BEWERTE, steht auf einem ganz anderen Blatt. Zunächst ging es mir darum festzuhalten, wie die Denke der Bundrsregierung hier zu sehen ist und was dahinter steckt. Und da halte ich an meiner Interpretation fest. Ob die in meinen Augen gut oder naiv oder wie auch immer ist, steht, wie schon gesagt, auf einem anderen Blatt.

Meine persönliche Meinung dazu ist: Mir ist das sowas von sch....egal, davon machen Sie sich keine Vorstellung.

Wir haben wichtigere Probleme.

Vielleicht bin ich da auch persönlich vorbelastet, aber ich arbeite halt in einem Bereich, der mit Kameras so vollgestopft ist, daß denen auch ein Zucken meines Willi unten nicht entgehen würde. ;-)

Wenn ich arbeite, arbeite ich halt, und wenn ich Päuschen machen will, stehe ich eben auf, laufe nochnal an Kameras vorbei (und an ein paar nur mit Karte zu öffnenden Türen) und genieße draußen - wiederum im Blickfeld einer Kamera - mein Krebsstäbchen. So what?

Ein Unternehmen hat nunmal Sicherheitsbereiche und die werden mit fortschreitender Ausspezialisierung und Technisierung nicht weniger, Gefahrenquellen mithin größer und zahlreicher.

Und wenn Sie mal mitgekriegt haben, wie in den USA hire und fire abläuft - Teamleiter bittet unter nettem Vorwand Team nach Draußen, redet ein paar Worte, geht wieder rein. Wer mit seiner Karte danach noch durch die Tür kommt, steht noch auf der payroll, und wer nicht: tja.... - dann herrschen hier paradiesisch arbeitnehmerfreundliche Verhältnisse.

Und ja!, es mag schon sein, daß es Geschäftsführer mit Obsessionen gibt, sicher. Auch in Teppichetagen laufen schräge Vögel herum. Wir sind schließlich alle Menschen. Es ist nur: wenn ein Arbeitnehmer meint, er werde hier zu Unrecht gläsern, dann soll er halt wechseln. Denn das sollte mittlerweile gelernt sein: Das Sich-Klammern an einen Arbeitsplatz, der einem keine Freude macht, bringt nichts. Wer es dennoch macht, weil er zu feige ist: selber schuld.

Hier jazzt der DGB einfach ein Thema hoch, wahrscheinlich um davon abzulenken, wie er bei den wirklich wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen in den vergangenen Jahren versagt hat.

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Ich unterstelle Ihnen nichts, wir reden nur von völlig unterschiedlichen Dingen. Ich kenne diese Arbeitsumgebung auch, ich habe auch mal richtig gut verdient mit einer richtig guten Ausbildung, Fleiß und Talent. Wenn mir danach war, dann bin ich von Schreibtisch aufgestanden, bin auf die Spreebrücke geschlendert und hab 10 Minuten ins Wasser gestiert. Dann habe ich vielleicht noch eine Kaffee in einer Bäckerei getrunken, bin zurück an meinen Schreibtisch, habe 10 Minuten getippelt und mein Chef konnte das für 5.000 Euro verkaufen.

Das Leben hat es anders mit mir gemeint und ich kenne nun halt eine Lebenswirklichkeit mehr. Und in der geht es halt anders zu. Wenn man 7 Tonnen am Tag verarbeitet, dann geht es nur noch darum, 8 Tonnen umzusetzen. Wie die Arbeiter das bis zur Rente aushalten sollen ist Firmen wie Hofmann Projektmanagement in Nürnberg egal. Videoüberwachung ist da ein Schräubchen für.

Freilich können die Leute bei Hofmann kündigen. Dank Niedriglohn fallen sie gleich wieder in H4 und landen dann bei DEKRA, wo sie dieselben Arbeitsbedingungen vorfinden.

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RE: Sommer ist näher dran

#17 von kurt02 , 23.01.2013 20:34

Zitat

Zitat
Jetzt stellen Sie sich vor, man hätte das gefilmt. Die können das ja schneller, würden sie feststellen. Und den Akkord um 8% hochsetzen, das sehr hohe Tempo, das man nicht jeden Tag bringen kann, als normal voraussetzen. Das heißt mehr Stress, Kreislaufkrankheiten, Rückenprobleme bei weniger Lohn.



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Wie meinen Sie das? Dass ich im Grunde ein Faulpelz bin? Geht es darum?

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RE: Sommer ist näher dran

#18 von heinzwernerhübner , 23.01.2013 22:40

Zitat
Wie meinen Sie das? Dass ich im Grunde ein Faulpelz bin? Geht es darum?



Quatsch, Mann!
Haben Sie Grund, sowas zu fragen? Hoffentlich nicht.
Irgendwie sind Sie viel zu verbissen.
Das hab ich bisher nur bei unverbesserlichen linkslastigen Ideologen festgestellt.
Aber so einer sind Sie doch nicht, gelle?

hwh

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RE: Sommer ist näher dran

#19 von JoG , 24.01.2013 13:02

Ich verstehe, dass Sie bezahlte Freizeit haben wollen. Das ist ja auch ok. Deutschland hat mit am meisten bezahlte Freizeit international. Das ist ja auch so ausgehandelt. Aber das muss doch auch offen gelegt werden und nicht heimlich erschlichen. Im einen Fall ist es legitim und legal. Im anderen Fall ist es beides nicht. Sie beschreiben genau den Fall, dem man mit Kameras völlig gerechtfertigt begegnen muss können. Anderenfalls muss der Arbeitgeber einen Vertrauensmann hinstellen um sicher zu stellen, dass er nicht betrogen wird, dessen Lohn vom Lohn der Beobachteten in irgend einer Form abgezogen werden muss. Das wollen Sie aber doch sicher nicht.

JoG  
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Hallo?

#20 von kurt02 , 24.01.2013 14:43

Zitat von JoG im Beitrag #19
Ich verstehe, dass Sie bezahlte Freizeit haben wollen. Das ist ja auch ok. Deutschland hat mit am meisten bezahlte Freizeit international. Das ist ja auch so ausgehandelt. Aber das muss doch auch offen gelegt werden und nicht heimlich erschlichen. Im einen Fall ist es legitim und legal. Im anderen Fall ist es beides nicht. Sie beschreiben genau den Fall, dem man mit Kameras völlig gerechtfertigt begegnen muss können. Anderenfalls muss der Arbeitgeber einen Vertrauensmann hinstellen um sicher zu stellen, dass er nicht betrogen wird, dessen Lohn vom Lohn der Beobachteten in irgend einer Form abgezogen werden muss. Das wollen Sie aber doch sicher nicht.


Hallo? Wir reden hier von hochverdichteten Taktzeiten im Jahre 2013, nicht von müßiggängerischen Spazierwegen. Wir haben gestern unsere 120% Leistung gebracht und heute wieder. Heute hatten wir zum Beispiel fast eine halbe Stunden Ausfallzeit - Teile, die wir brauchten, waren nicht auf Lager. Wir hätten uns auf unsere Hinterbeine stellen können und sagen, wir machen nur die Stückzahl, die man für 7 h 40' ausrechnen hätte müssen. Nein, wir sind ehrgeizig und wir haben dann halt richtig geschindert, als die Teile endlich da waren - und das heißt mit schweren Gegenständen in der Hand durch die Hallen RENNEN, nicht gehen. Es ist ein Geben und Nehmen

Im Übrigen sind die Sollzahlen für den Akkord so eine Art Vertrag: Du kriegst so und soviel Geld für so und soviel Stück. Zur Not könnte man sich drüber unterhalten, dass man pro Stück bezahlt wird. Das ist aber nicht vorgesehen, und wenn wir 10 Maschinen mehr bauen, kriegen wir nix dafür. Wenn Sie das verlangen, verlangen Sie Arbeit für lau. Dafür hat das Werk die Sicherheit, dass jeden Tag soundsoviel Maschinen das Werkstor verlassen, und nicht heute so und morgen so.

Und der Mann,den wir bezahlen, dass er auf uns aufpasst (Mann, Sie haben krumme Phantasien...),ist der Chef der Endkontrolle. Niemanden ist geholfen, wenn alle am Rande der Erschöpfung malochen und die Qualität der Fertigung dafür den Bach runtergeht. wir werden für die Qualität unsere Arbeit bezahlt, nicht für den Grad unserer Erschöpfung.

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RE: Hallo?

#21 von JoG , 24.01.2013 16:06

"Wir haben gestern unsere 120% Leistung gebracht und heute wieder"

Das wird auch ein Grund mit sein dafür, dass die Arbeitsplätze nicht in Ungarn sind. Aber auch die Ungarn werden lernen 130% zu bringen aber bei niedrigerem Lohn.

"Das ist aber nicht vorgesehen, und wenn wir 10 Maschinen mehr bauen, kriegen wir nix dafür. "

Dann wäre es vielleicht eine Anregung, die Sie bei der Gewerkschaft anbringen sollten.

Aber was hat das damit zu tun, dass ein Eigentümer seine Hallen videoüberwacht?

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RE: Hallo?

#22 von kurt02 , 24.01.2013 18:02

Zitat von JoG im Beitrag #21
"Wir haben gestern unsere 120% Leistung gebracht und heute wieder"

Das wird auch ein Grund mit sein dafür, dass die Arbeitsplätze nicht in Ungarn sind. Aber auch die Ungarn werden lernen 130% zu bringen aber bei niedrigerem Lohn.


Hihi, selten so gelacht. Wir haben ein Werk in Rumänien. Die arbeiten sicher 140% und kriegen sicher noch weniger. Dennoch schreibt dieses Werk rote Zahlen.

Zitat von JoG im Beitrag #21
"Das ist aber nicht vorgesehen, und wenn wir 10 Maschinen mehr bauen, kriegen wir nix dafür. "

Dann wäre es vielleicht eine Anregung, die Sie bei der Gewerkschaft anbringen sollten.


Auf welchen Planten leben Sie? Mit freier Wirtschaft haben Sie sicher nichts zu tun, denn sonst würden Sie von Qualität Ahnung haben und nicht nur von Quantität. Und: Für wie hoch halten Sie denn meine Erfolgsaussichten, das deutsche Akkordsstem auszuhebeln?

Zitat von JoG im Beitrag #21
Aber was hat das damit zu tun, dass ein Eigentümer seine Hallen videoüberwacht?


Ich erinnere daran, dass ich Ihnen darlegte, dass Videoüberwachung zu Schindluder führt. Arbeiter sind keine Karnickel und sind mit Respekt und Anstand zu behandeln. Sozialistischer Überwachungswahn ist das gegenteil davon.

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RE: Hallo?

#23 von JoG , 24.01.2013 18:58

Dass die Zweite und Dritte Welt unsere Produktivität einholen könnten, belächelte man vor einigen Jahrzehnten gerne. Nun ist es schwierig Photovoltaik oder Windmühlen hier herzustellen. Große Teile der Textilien-, Autozuliefer- und anderer Industrien sind abgewandert. Natürlich werden immer mehr Länder die hier jetzt erreichbare Effizienz einholen.

Sie haben recht, dass ich nie in einem Job arbeitete, dessen Lohn und Umfeld von den Verhandlungen durch Gewerkschaften bestimmt war. Dass aber die Gewerkschaften nicht für das hiesige Lohnsystem auch verantwortlich sind für Arbeit, wie Sie sie beschreiben, wäre falsch zu behaupten. Sie haben das mit gestaltet. Wenn ich mich recht erinnere, haben sie sogar die Bestimmungen zum Akkord, die ich gerade vorschlug zu ändern durchgesetzt. So wäre es durchaus möglich, sie dahingehend zu ändern, wenn die Gewerkschaft sich das auf die Fahne schreiben würde.

Nein, nein. Das sind Ausflüchte, die einem sinnvollen Einsatz der Videoüberwachung als Nebelkerzen entgegengestellt werden. Aber die Weber wollten auch keine Dampf betriebenen Webstühle.

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RE: Hallo?

#24 von kurt02 , 24.01.2013 19:22

Zitat von JoG im Beitrag #23
Dass die Zweite und Dritte Welt unsere Produktivität einholen könnten...



Ich nehme an, mit "unsere Produktivität" meinen Sie meine, nicht Ihre. Ich hielte das für einen Fehlschluss^^

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RE: Hallo?

#25 von kurt02 , 27.01.2013 07:45

Schade, dass an dieser Stelle die Diskussion ins Leere läuft, aber ich kenne das.

Es gibt immer Leute, die gerne Arbeitszeiten hätten wie im alten England, Aufsicht und Kontrollen wie in einer Kleidernäherei in Pakistan oder Bangladesh, Löhne wie in einem indischen Granitsteinbruch und so viele Urlaubstage wie in einer Ziegelei in China. Natürlich sei das allein dem Wettbewerb geschuldet und "wir" können "leider" nichts dagegen tun. Besser ein Leben in elender Arbeit als ins arbeitlosem Elend, frei nach dem Motto: Sozial ist, was Arbeit schafft.

Das gilt natürlich nicht für sich selbst, sondern nur für andere. Wo kämen"wir" sonst hin? Die, die sich so um "uns" kümmern, sitzen meist in öffentlichen Verwaltungen, sind Rentner oder Pensionäre, die früher in öffentlichen Verwaltungen saßen oder in anderen Verwaltungen oder Kanzleien saßen.

Was sie leider nicht sehen ist, dass in einer Gesellschaft, die übers Lohndumping funktionieren will, weder Ärzte noch Notare/Anwälte oder Ödies/Beamte oder gar Rentner und Pensionäre auch nur einen ähnlichen Lebensstandard erreichen wie in dekadenten Gesellschaften, in denen "wir" Arbeiter 20 oder 30 Urlaubstage, freie Samstage und ein Dutzend Feiertage zur Erholung haben.

Wie kommt das, JoG? Suchen Sie selbst eine Erklärung.

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