KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#1 von Hannelore Mohringer , 23.04.2016 20:52

Sehr geehrter Herr Dr. H...,

ich bin keine „Kern-Energie-Befürworterin“ - ich nehme an, daß KE das Kürzel für Kernenergie ist -. Die Formulierung erweckt den falschen Eindruck, als sei ich Partei für Kernenergie. Ich bin aber nicht „Partei“ für oder gegen KE-Energie, sondern gegen den „Energiewechsel“, wie er eingeführt und begründet und durchgeführt wird. Da bleibt nichts anderes übrig, als für Kernenergie zu sein, letzteres auch und nicht zuletzt, weil wir in Gefahr sind, den Anschluß an die damit verbundene Forschung mit unserer Führungsrolle zu verlieren.

Die Vorteile der KE-Energie brauche ich hier nicht noch einmal aufzuzählen, weil wir sie alle kennen samt der Tatsache, daß wir nun von den schlechteren Atomkraftwerken unserer Nachbarländer umkreist sind, denen wir den Strom immer wieder abkaufen müssen. Was ich jedoch bei dem Für oder Wider betonen möchte: Ich bin kein Lobbyist. Mein Interesse hat allein politische Gründe, ist also im Interesse unseres Landes und seiner Menschen begründet, die mit der „CO2- und Klimapolitik“ im Verbund mit der Anti-KE-Politik ausgebeutet und unterdrückt werden.
Soweit zu diesem Thema.

Zu meinem Verhältnis zur FDP-Führung müßte ich eigentlich auf mein Buch verweisen, das in weiten Teilen der Report dazu ist. Ich zitiere der Einfachheit halber meinen Brief an den Fraktionsvorsitzendender FDP/DVP im Landtag von Baden-Württemberg, Dr. Hans-Ulrich Rülke, vom 11. April 2016, also von vor nicht ganz zwei Wochen, auf den ich bisher keine Antwort erhalten habe:

Sehr geehrter Herr Dr. Rülke!
Auch Ihnen vielen Dank für Ihren Brief (vom 6. April 2016)! Ich antworte Ihnen darauf wie folgt:
Es ist das Wunder der Sprache, der deutschen zumal, in einer Formulierung etwas ausdrücken zu können, was nicht ausgesprochen wird. Ihre Antwort auf meinen Brief, den ich ausdrücklich in Anrede und Unterschrift als Mitglied unserer gemeinsamen Partei geschrieben hatte, ist an mich als an irgendeinen aus der Masse der Weltbevölkerung gerichtet, womit Sie ausdrücken, daß eine allfällige Gemeinsamkeit politischer Ziele der FDP/DVP und der meinen, nicht zur Diskussion steht. „Wir Freien Demokraten“, formulieren Sie, und schließen mich dabei laut Anrede aus, wollen keine Zusammenarbeit mit der AfD wegen nicht vorhandener „Schnittmengen“, die „zwischen AfD und CDU im Land Baden-Württemberg am größten sind“, ohne diese bei Namen zu nennen und ihren, der „Schnittmengen“, Inhalt zu beschreiben.

Diese Formulierung enthält auch noch die zweite, auch nicht ausdrücklich formulierte Botschaft, daß Sie sehr wohl einen Unterschied zwischen der CDU hierzulande und der in Berlin machen - „sehen“, wie Sie sich ausdrücken -, ohne sagen zu müssen, welchen. Das Gleiche trifft für „die Analyse der AfD-Programmatik“ zu, für die nicht spreche, „dass es sich um Anfangsschwierigkeiten einer sich neu etablierenden, bürgerlich konservativen Partei handelt“, sondern „vielmehr erkennbar“ ist, „dass hier Vertreter einer rechtspopulistischen Gruppierung am Werk sind, mit deren Weltbild das eines Freien Demokraten in keiner Weise kompatibel ist“. Woran dieses alles erkennbar ist, schreiben Sie aber nicht. Damit bin ich wieder ausgeschlossen aus dieser FDP, deren Weltbild ich sehr wohl als kompatibel mit dem der AfD sehe, und in dem Adjektiv „rechtspopulistisch“ keine Erklärung für das Gegenteil dessen und der Haltung Ihrer FDP finde, zumal Adjektive nicht Erklärungen, sondern nur Behauptungen eines erst einmal nachzuweisenden Zustandes sind, dessen Erklärung oder gar Nachweis Sie schuldig bleiben. Als Deutschlehrer wissen sie das.

Zusammenfassend ist festzustellen, daß Sie mich sowohl per Anrede als durch Behauptung ohne Begründung in der Sache, als Mitglied dieser Partei faktisch ausschließen. Damit gehöre ich mutmaßlich zu der knappen Hälfte der damit gleichfalls ausgeschlossenen FDP-Mitglieder, die sich zum Beispiel seinerzeit bei der Mitgliederbefragung nicht mit der offiziellen FDP-Politik einverstanden erklärten. Ich vertrete also keine parteiinterne Minderheit, wie im übrigen auch bei dem begeisterten Beifall der Landesdelegierten für meine Rede, die ich beim Dreikönigstreffen 2013 gehalten habe, mehr als deutlich geworden ist, und lasse mich darum auch nicht einfach ausschließen. Denn damit wäre das Feld jenen überlassen, die, nicht nur meiner festen Überzeugung nach, sondern faktisch eine deutschlandfeindliche Politik vertreten, die sich in Worthülsen, wie „rechtspopulistisch“ präsentiert, und die sie und Sie, Dr. Rülke, nicht erklären können, weil sie nicht erklärbar sind.

Die entscheidende Rolle im Kampf um die Macht über die Köpfe, fällt in dieser „Demokratie“, wie sie in Deutschland praktiziert wird, der Psychologie in den Medien zu. Die Medien sind imstande, jeden Popanz zum Idol aufzubauen, in der Politik wie in der Unterhaltungsindustrie und -praxis. Als ich 1975 den Kommunalwahlkampf für mich und die FDP gewann, war das nicht mein Sieg, sondern der Sieg der Medien, die mich als Frauenrechtlerin herausstellten, die ich bei Gott nicht bin und das den Reportern auch versichert habe, nämlich, daß die Liste ausschließlich weiblicher Kandidaten nur als solche zustande gekommen ist, weil kein Mann es wagte, auf meine Liste zu gehen, was, wie jeder wußte, bedeutete, sich, wenn nötig, mit der Verwaltung anzulegen, ein Umstand, der ja andererseits der Grund meines Wahlerfolges war.

Es hängt also von den Medien ab, ob ein Politiker in Deutschland „in“ oder „out“ zu sein hat, die Eitelkeit im Helfersyndrom instrumentalisiert, ein Schlagersänger zum Idol wird oder nicht; es sind die Medien, die das Volk zu Helden oder Schurken erziehen, zu Bürgern oder Proletariern, wie Letzteres seit Jahrzehnten geschieht. Die Medien brauchen nur Linke „Aktivisten“ nennen und Rechte „Rechtspopulisten“, ohne erklären zu müssen, was das bedeutet und wer dahinter steckt; sie brauchen nur die Untaten der Einen ignorieren und die Anderen der Untaten verdächtigen, ohne es begründen zu müssen. In den Medien sind Anwerbe- und Abwerbepsychologen für Parteien aktiv, die mit denselben Methoden Seife, Kleider oder Autos verkaufen - auch für oder gegen die FDP. Es sind die Medien, die Angst erzeugen oder an Angst gewöhnen, wie Letzteres zur Zeit geschieht. Wer Krieg erlebt hat, weiß, wie das funktioniert. „Meine FDP/DVP“ ist davon nicht zu erschüttern und tut allein, was der bürgerlichen Gesellschaft dient und nicht an der Karriere von Abgeordneten ausgerichtet und taktischen Überlegungen unterworfen ist. Und Ihre FDP?

Dieser Brief geht vorerst nur in Kopie an die Parteifreunde Dr. Jung, Werner Adrion und Frank Schäffler, bevor ich - was von Ihrer Antwort oder auch Antwortverweigerung abhängt – ihn möglicherweise an den Orts- und Kreisverband weitergebe, dem ich angehöre, und im Internet veröffentliche.

Mit freundlichen Grüßen,
Hannelore Mohringer
unerschütterliches Mitglied der FDP/DVP seit 1968

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#2 von J_Holstermann , 24.04.2016 15:11

Zitat
Die Vorteile der KE-Energie brauche ich hier nicht noch einmal aufzuzählen, weil wir sie alle kennen ....



Na, wenn Sie meinen, dass alle die Vorteile von Atomkraft kennen, dann zählen Sie doch mal die Nachteile von Atomkraft auf, womöglich kennen die nicht alle.

Zitat
... samt der Tatsache, daß wir nun von den schlechteren Atomkraftwerken unserer Nachbarländer umkreist sind, denen wir den Strom immer wieder abkaufen müssen.



Dass wir von schlechteren Atomkraftwerken in unseren Nachbarländern umkreist sind, liegt ganz einfach daran, dass diese AKWs technisch veraltet sind, weil AKWs neuester Generation viel zu teuer sind und daher die genehmigten Betriebszeiten der alten Meiler gegen jede Vernunft (z.B. festgestellten Haarrissen in einem Reaktorgehäuse in Belgien) verlängert werden. Und die wenigen Neubauten von AKWs in Europa (Finnland / Kernkraftwerk Olkiluoto und Frankreich/ Flamanville-3) machen dem Hauptstadtflughafen BER ernste Konkurrenz, was Inbetriebnahmeverzögerung, Pfusch am Bau u.a. am Reaktordruckbehälter und Kostenexplosion betrifft.
Fazit: Sichere und billige Atomkraft gibt es nicht. Wenn Sie billigen Atomstrom haben wollen, müssen Sie mit den alten Meilern leben und hoffen, dass nichts passiert. Wenn Sie sicheren Atomstrom haben wollen, müssen Sie sich wie beim Airport BER noch ein wenig gedulden (2018 oder ein paar Jahre später) und billig wird dieser Atomstrom dann auch nicht mehr sein, ganz im Gegenteil.

Zitat
Was ich jedoch bei dem Für oder Wider betonen möchte: Ich bin kein Lobbyist. Mein Interesse hat allein politische Gründe, ist also im Interesse unseres Landes und seiner Menschen begründet, die mit der „CO2- und Klimapolitik“ im Verbund mit der Anti-KE-Politik ausgebeutet und unterdrückt werden.
Soweit zu diesem Thema.

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#3 von kjschroeder , 25.04.2016 11:20

Zitat
Fazit: Sichere und billige Atomkraft gibt es nicht.



Hätten Sie mal recherchiert, dann wüßten Sie, daß es auch dort technischen Fortschritt gibt und es wenig Sinn macht, 40 Jahre altes linksgrünes Mantra wie eine Religion herunterzubeten. Irgendwann wirken solche Äuißerungen wie Ihre ziemlich retro und aus der Zeit gefallen. ;-)

Die Lösung, an der in den vergangenen Jahren verstärkt gearbeitet, geforscht und auch gebaut wird, nennt sich Thorium-Reaktor. Die Technologie selbst ist schon alt, kam aber nie zum Durchbruch, da sich Thorium-Reaktoren nicht für die Atombombenproduktion eignen. Und zum anderen, weil für die dusselige Anti-Atomkraft-Bewegung Kernkraft gleich Kernkraft ist. Da hapert es bis heute mächtig an Differenzierungsvermögen.

Der Prozeß läßt sich recht simpel umschreiben: Thorium-232 (das ist das Isotop, um das es hier geht) wird in einem Reaktor konstant mit Neutronen "bombardiert", also bestrahlt. Aus Thorium-232 wird das - nur kurzlebige - Thorium-233, das sich in Protactinium-233 verwandelt, welches wiederum in Uran-233 zerfällt. Dieses U-233 verbleibt im Reaktor und ähnlich wie in anderen Reaktoren zerfällt es und strahlt dabei immense Hitze ab, die wiederum - ebenfalls analog zu anderen Kernkraftwerken - für die Gewinnung von Elektrizität nutzbar ist.

Um den Prozeß am Laufen zu halten, ist konstanter Neutronenbeschuß erforderlich - und da liegt auch ein Unterschied zu Uran- oder Plutonium-Reaktoren: Denn wenn dieser Beschuß gestoppt wird, ist Ruhe. Denn im Unterschied zu den beiden anderen Reaktor-Typen zerfällt Thorium-232 nicht von sich aus. Was den gesamten Prozeß schon in sich erheblich sicherer macht. Der Prozeß wird zwar nicht sofort gestoppt, da im normalen Prozeß ja immer auch bereits angefallenes und Hitze abgebendes Uran-233 vorhanden ist. Aber er kann - im Unterschied zu einer ausgefallenen Kühlung in anderen Reaktoren - nicht mehr schlimmer werden.

Hinzu kommt: Während man bei herkömmlichen Kernkraftwerken keine Mögluichkeit mehr hat, einen in Richtung Kernschmelze abrauschenden Reaktor zu stoppen, bietet die LFTR-Technik als Zusatz sehr wohl eine Möglichkeit, falls die Temperaturen zu hoch gehen sollten. Wie sie funktioniert, läßt sich hier nachlesen und anschauen.. Und flüssiges U-233 für den Atombombenbau funktioniert nicht wirklich. ;-)

Der verbleibende Abfall - der nächste Vorteil - beträgt nach amerikanischen und chinesischen Berechnungen ein hundertstel bis ein tausendstel der Abfallmeng aus herkömmlichen Reaktoren. Und - ach ja! - wir hatten sowas ähnliches schon mal: in Hamm-Uentrop. Wurde nach Tschernobyl aufgrund der damaligen Kopflosigkeit in unsren Eliten abgewrackt.

Jedenfalls wird in dieser Richtung im Ausland gegenwärtig verstärkt geforscht, es gab dazu in 2013 auch eine Konferenz beim CERN.

Was meinen Sie - ist es wirklich ein Zufall, daß es zum Thorium-Reaktor zwar ein englisches, ein russisches, ein niederländisches und ein norwegisches Wikipedia gibt, aber im linksgedrehten deutschen Wikipedia nichts? ;-)

Nur keine Angst vor Fremdem und Neuem! Denn wir wollen doch nicht fremdenfeindlich sein, oder? ;-)

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#4 von J_Holstermann , 25.04.2016 13:21

Zitat
Hätten Sie mal recherchiert, dann wüßten Sie, daß es auch dort technischen Fortschritt gibt und es wenig Sinn macht, 40 Jahre altes linksgrünes Mantra wie eine Religion herunterzubeten. Irgendwann wirken solche Äuißerungen wie Ihre ziemlich retro und aus der Zeit gefallen. ;-)

Die Lösung, an der in den vergangenen Jahren verstärkt gearbeitet, geforscht und auch gebaut wird, nennt sich Thorium-Reaktor. Die Technologie selbst ist schon alt, kam aber nie zum Durchbruch, da sich Thorium-Reaktoren nicht für die Atombombenproduktion eignen. Und zum anderen, weil für die dusselige Anti-Atomkraft-Bewegung Kernkraft gleich Kernkraft ist. Da hapert es bis heute mächtig an Differenzierungsvermögen.

Der Prozeß läßt sich recht simpel umschreiben: Thorium-232 (das ist das Isotop, um das es hier geht) wird in einem Reaktor konstant mit Neutronen "bombardiert", also bestrahlt. Aus Thorium-232 wird das - nur kurzlebige - Thorium-233, das sich in Protactinium-233 verwandelt, welches wiederum in Uran-233 zerfällt. Dieses U-233 verbleibt im Reaktor und ähnlich wie in anderen Reaktoren zerfällt es und strahlt dabei immense Hitze ab, die wiederum - ebenfalls analog zu anderen Kernkraftwerken - für die Gewinnung von Elektrizität nutzbar ist.

Um den Prozeß am Laufen zu halten, ist konstanter Neutronenbeschuß erforderlich - und da liegt auch ein Unterschied zu Uran- oder Plutonium-Reaktoren: Denn wenn dieser Beschuß gestoppt wird, ist Ruhe. Denn im Unterschied zu den beiden anderen Reaktor-Typen zerfällt Thorium-232 nicht von sich aus. Was den gesamten Prozeß schon in sich erheblich sicherer macht. Der Prozeß wird zwar nicht sofort gestoppt, da im normalen Prozeß ja immer auch bereits angefallenes und Hitze abgebendes Uran-233 vorhanden ist. Aber er kann - im Unterschied zu einer ausgefallenen Kühlung in anderen Reaktoren - nicht mehr schlimmer werden.

Hinzu kommt: Während man bei herkömmlichen Kernkraftwerken keine Mögluichkeit mehr hat, einen in Richtung Kernschmelze abrauschenden Reaktor zu stoppen, bietet die LFTR-Technik als Zusatz sehr wohl eine Möglichkeit, falls die Temperaturen zu hoch gehen sollten. Wie sie funktioniert, läßt sich hier nachlesen und anschauen.. Und flüssiges U-233 für den Atombombenbau funktioniert nicht wirklich. ;-)

Der verbleibende Abfall - der nächste Vorteil - beträgt nach amerikanischen und chinesischen Berechnungen ein hundertstel bis ein tausendstel der Abfallmeng aus herkömmlichen Reaktoren. Und - ach ja! - wir hatten sowas ähnliches schon mal: in Hamm-Uentrop. Wurde nach Tschernobyl aufgrund der damaligen Kopflosigkeit in unsren Eliten abgewrackt.

Jedenfalls wird in dieser Richtung im Ausland gegenwärtig verstärkt geforscht, es gab dazu in 2013 auch eine Konferenz beim CERN.




Natürlich wird in alle möglichen Richtungen geforscht, es gibt ja auch das GEN IV-International-Forum, welches sich mit mehreren Reaktorkonzepten der Generation IV beschäftigt. Vor 2030 sind aber lt. dieser Forschungsgruppe keine Reaktoren GEN IV zu erwarten und über evtl. Baukosten liegen natürlich noch keine Informationen vor. Am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik wird an der Stromversorgung der Zukunft geforscht mittels Kernfusions-Forschungsanlage (googeln Sie mal Wendelstein 7-X).

Tatsache ist aber, dass die derzeit in Europa sich in Betrieb befindenden AKWs der Generation 2 auf Technik aus den 60er Jahren basieren und trotz regelmäßiger Modernisierungen sich nicht auf den heute gewünschten Sicherheitsstandard aufrüsten lassen.
Versuchen Sie mal einen 40 Jahre alten Oldtimer mit den heute üblichen Sicherheitsstandards für PKWs aufzurüsten.

Längst abgeschrieben lässt sich mit diesen Kraftwerken billig Strom erzeugen. Den neuen AKWs der 3. Generation, die gerade in Europa gebaut werden, sind zwar deutlich sicherer als die alten, aber eben auch um ca. das 3-fache teurer (bezogen auf die Baukosten pro MW Leistung). Bei dermaßen hohen Investitionssummen lässt sich eben nicht mehr billig Atomstrom produzieren. Die chinesischen Investoren für die in Großbritannien geplanten AKWs – lassen sich, sofern die Projekte überhaupt realisiert werden, einen Strompreis garantieren, der dem der "Erneuerbaren" entspricht. Wer billigen Atomstrom fordert, muss auch erklären, dass dies nur mit den teilweise 40 Jahre alten Reaktoren geht und nimmt sogar billigend in Kauf, dass Reaktoren mit Haarrissen im Reaktordruckbehälter die Erlaubnis zum Betrieb erhalten. Also ich bin der Meinung, dass dieses Risiko zu groß ist, um billigen Atomstrom zu fordern.

Aber ich bin auch kein Anti-AKW-Lobbyist. Mein Interesse hat allein politische Gründe, ist also im Interesse unseres Landes und seiner Menschen begründet ;-)


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#5 von Hannelore Mohringer , 25.04.2016 13:28

Lieber Klaus,

das ist wieder einmal ein phantastischer Beitrag. Warum "posten" Sie ihn nicht auch in unserem E-Mail-Kreis, deren Adressen Sie mit jedem Beitrag von mir doch bekommen? Das wäre

1. ein Futter für die dort versammelten Naturwissenschaftler und ihre Streitereien um das Für und Wider der so genannten oder vielleicht ja auch wirklichen Lobbyisten und um die ideologische Grundlage selbst einiger derer, die zwar wissen, daß die betriebene "Energiewende" Humbug ist, aber die Gründe,warum sie diesen Humbug betreiben und die "Erfindung" des Humbugs, ihren politischen Gegnern in die Schuhe schieben, weil sie ideologisch zu deren Erfindern gehören, und

würde 2. den einen oder anderen veranlassen, sich auch hier im offenen Forum einmal zu melden, was die Diskussionen auch hier beleben würde.

Gruß, Hannelore Mohringer

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#6 von kjschroeder , 26.04.2016 02:28

Zitat
Warum "posten" Sie ihn nicht auch in unserem E-Mail-Kreis, deren Adressen Sie mit jedem Beitrag von mir doch bekommen?



Nunja, privater Emailkreis und Forum verfolgen unterschiedliche Ansätze. Ein Emailkreis will privat bleiben, ein öffentliches Forum hingegen zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen (wie auch ein Weblog). Nun habe ich natürlich nichts gegen einen privaten Emailaustausch - allein, mir fehlt die Zeit dafür (Sie sehen es vielleicht auch an der eigentlich unmöglichen Nachtzeit, in der dieser Beitrag verfaßt wurde.

Was die Ruhe im Forum angeht: Ich bin gar nicht böse darum. Denn das öffentliche Klima ist in den vergangenen Wochen und Monaten dermaßen vergiftet worden, daß ich ganz froh darüber bin, daß dieses Forum davon nicht betroffen war. Macht mir weniger Arbeit. :-)

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#7 von kjschroeder , 26.04.2016 02:53

Somit können wir festhalten: Sichere und günstige Atomkraft gibt es.

Und ja, herstellbar ist das natürlich nicht mit den alten Anlagen, da sind wir uns völlig einig. Genau das ist ja der Punkt: Es hätten schon längst neue Anlagen gebaut werden müssen mit neuer Technologie. Geschah aber nicht. Und jetzt kann man sich natürlich bequem hinstellen und sagen: Das Olle ist veraltet, weg damit (und wir werden schon noch sehen, was passiert, wenn Gundremmingen stillgelegt wird, das rechnerisch ein knappes Drittel des bayerischen Stroms liefert - wie wären die Alternativen? Weitere Verspargelung der Landschaft? Das wollen die Leute auch nicht. )

Und da Sie sich im letzten Abschnitt Ihres Beitrages staatstragend geben: Aus meiner Sicht ist ein möglichst breiter Energiemix unabdingbar. Denn nur er bewahrt uns vor Abhängigkeiten und politisch unappetitlichen Situationen. Weitgehende Selbstversorgung, also Autarkie, sollte daher hier das Prinzip sein. Von so Sachen wie Wüstenstrom aus Afrika halte ich nichts; das sind lediglich neue Terroristenziele, die uns auch erpreßbar machen. Zu diesem Mix gehört neben der bisherigen Kernspaltung vielleicht künftig auch Fusion (weil Sie Wendelstein anschnitten), aber auch erneuerbare Energien wie auch Kohle und Gas - und auch Fracking, das hierzulande ja schon seit einem halbden Jahrhundert unter anderem Namen läuft (auch so eine Volksveralberung). Und das alles im laufenden Betrieb bitteschön ohne Staatsknetenförderung und konkurrenzfähig.

Denn das ist auch so ein Punkt: Bei mir hat sich im Laufe der Zeit der Verdacht verdichtet, daß es unseren Politikern nicht um sichere und billige Versorgung geht, sondern daß sie Energie als Machtmittel sehen. Als Machtmittel, um auch in diesem Bereich über uns zu herrschen (Dämmung, Raumordnung, Baubestimmungen, Befriedigung von Lobbygruppen, etc.). Aber in einer Demokratie sollte Energiepolitik eben nur Energiepolitik und nicht Machtpolitik sein.

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#8 von J_Holstermann , 26.04.2016 10:06

Zitat
Somit können wir festhalten: Sichere und günstige Atomkraft gibt es.



Davon bin ich nach gegenwärtigen Entwicklungen im AKW-Bau nicht überzeugt, wohl bemerkt was Europa und günstiger Atomstrom betreffen. Sicherer kann man neue AKWs definitiv machen. Dadurch wir der erzeugte Strom aber auch deutlich teurer.
Zudem sollte m.E. eine ganz wesentliche Grundvoraussetzung für AKW-Neubauten zuvor erfüllt sein: ein Endlager für stark radioaktive Abfälle. Denn auch mit dem Thorium-Reaktor entsteht radioaktiver Abfall, von der Menge viel weniger als mit den Uran-/Plutonium-betriebenen AKWs, mit deutlicher niedriger Halbwertszeit als U/Pu, aber dafür mit deutlich stärkerer Wärme- und Strahlenbelastung. Und das Zeugs muss irgendwo sicher für 2, 3 oder 4 Menschen-Generationen gelagert werden.
Zudem muss Transparenz geschaffen werden hinsichtlich Brennstoffzyklus (vom Uranerzabbau, Nutzung bzw. Lagerung der beim so genannten Wiederaufbereiten entstandenen Produkte, Strahlengefahren etc. pp.). So wie ich das sehe, wird da von Seiten der Atomwirtschaft viel verschwiegen und verharmlost.

Wenn Politik und Atomwirtschaft diese Grundvoraussetzung erfüllen, wäre ich 100%ig bei Ihnen.

Zitat
Und da Sie sich im letzten Abschnitt Ihres Beitrages staatstragend geben: Aus meiner Sicht ist ein möglichst breiter Energiemix unabdingbar. Denn nur er bewahrt uns vor Abhängigkeiten und politisch unappetitlichen Situationen. Weitgehende Selbstversorgung, also Autarkie, sollte daher hier das Prinzip sein. Von so Sachen wie Wüstenstrom aus Afrika halte ich nichts; das sind lediglich neue Terroristenziele, die uns auch erpreßbar machen. Zu diesem Mix gehört neben der bisherigen Kernspaltung vielleicht künftig auch Fusion (weil Sie Wendelstein anschnitten), aber auch erneuerbare Energien wie auch Kohle und Gas - und auch Fracking, das hierzulande ja schon seit einem halbden Jahrhundert unter anderem Namen läuft (auch so eine Volksveralberung).



Da Sie ja so von Volksabstimmung schwärmen: Lassen Sie doch das deutsche Volk entscheiden, ob sie billigen Atomstrom aus veralteten AKWs möchte oder neue moderne und sichere AKWs. Und wo das dringend benötigte Endlager für hochradioaktiven Abfall entstehen soll, kann man dann gleich mit abstimmen lassen.


Zitat
Und das alles im laufenden Betrieb bitteschön ohne Staatsknetenförderung und konkurrenzfähig.



Nein nein, nicht nur im laufenden Betrieb, sondern auch nach Stilllegung bitteschön ohne Staatsknetenförderung. Denn schließlich wollen wir doch keine Wettbewerbsverzerrung, oder?


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#9 von kjschroeder , 26.04.2016 15:19

Zitat
Dadurch wir der erzeugte Strom aber auch deutlich teurer.



Nö. Gibt keinen Grund dafür.

Zitat
Zudem sollte m.E. eine ganz wesentliche Grundvoraussetzung für AKW-Neubauten zuvor erfüllt sein: ein Endlager für stark radioaktive Abfälle.



Nö. Auch dafür gibts keinen Grund. Im Gegenteil: Endlager ist kontraproduktiv und weniger sicher. Wer in Endlager-Kategorien argumentiert, unterschlägt technischen Fortschritt, der nunmal da ist. Und eben dieser Fortschritt wird es möglich machen, auch das zu verwerten, was heute als Müll gilt. Der neue russische BN-800 Kernreaktor könnte da vielleicht schon jetzt der Anfang sein: Mit dem läßt sich das langlebige Plutonium verarbeiten. Und wenn der BN-1200 dort in Betrieb geht, wird auch das als Abfall bislang anfallende Uran-238 verarbeitet.

Und mit "Transmutation" arbeiten Ingenieure - und zwar im Labor schon heute erfolgreich - daran, 100.000de Jahre strahlenden Atommüll so zu verändern, daß er nach 20 Jahren nicht mehr strahlt. Bislang hat man im Labor eine Reduzierung auf 500 Jahre geschafft, wie sich hier in der "Welt" nachlesen läßt.

Atomkraftgegner werden sich in der Zukunft daher wohl immer mehr fragen lassen müssen, ob ihre Gegnerschaft noch auf Ratio beruht - oder auf religiösem Eiferertum. Tja, technischer Fortschritt kann schon ganz schön blöd sein. ;-)

Jetzt mal ernsthaft: Ich denke, daß sich die Frage "Endlager" in 10-20 Jahren gar nicht mehr stellen wird und aus "dringend nötig" schlicht "überflüssig" wird.

Da Ihnen ja auch an Sicherheit so viel liegt, werden Sie mir sicher zustimmen, daß Windkraftanlagen künftig ohne Maßnahmen zum Schutz von Vögeln (Tier- und Artenschutz!) nicht mehr zugelassen werden sollten und daß sie auf eigene Kosten (der Betreiber) ihre Propeller recyclen statt sie wie bis jetzt umweltschädlich zu schreddern (die bei den Propellern verarbeiteten Glasfaserverbundstoffe sind toxisch)- stimmt's?

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#10 von J_Holstermann , 26.04.2016 15:32

Zitat
Nö. Auch dafür gibts keinen Grund. Im Gegenteil: Endlager ist kontraproduktiv und weniger sicher. Wer in Endlager-Kategorien argumentiert, unterschlägt technischen Fortschritt, der nunmal da ist. Und eben dieser Fortschritt wird es möglich machen, auch das zu verwerten, was heute als Müll gilt. Der neue russische BN-800 Kernreaktor könnte da vielleicht schon jetzt der Anfang sein: Mit dem läßt sich das langlebige Plutonium verarbeiten. Und wenn der BN-1200 dort in Betrieb geht, wird auch das als Abfall bislang anfallende Uran-238 verarbeitet.

Und mit "Transmutation" arbeiten Ingenieure - und zwar im Labor schon heute erfolgreich - daran, 100.000de Jahre strahlenden Atommüll so zu verändern, daß er nach 20 Jahren nicht mehr strahlt. Bislang hat man im Labor eine Reduzierung auf 500 Jahre geschafft, wie sich hier in der "Welt" nachlesen läßt.

Atomkraftgegner werden sich in der Zukunft daher wohl immer mehr fragen lassen müssen, ob ihre Gegnerschaft noch auf Ratio beruht - oder auf religiösem Eiferertum. Tja, technischer Fortschritt kann schon ganz schön blöd sein. ;-)

Jetzt mal ernsthaft: Ich denke, daß sich die Frage "Endlager" in 10-20 Jahren gar nicht mehr stellen wird und aus "dringend nötig" schlicht "überflüssig" wird.



Nicht böse sein, aber das klingt genauso "phantastisch" wie die Atomeuphorie der 50 Jahre, bei der Wissenschaftler von atomgetriebenen Autos und Flugzeugen träumten. Ich gebe zu, technischer Fortschritt kann vielleicht vieles im Bereich der Atomwirtschaft korrigieren, was Jahrzehnte vernachlässigt wurde, aber erleben werde ich das leider nicht mehr, soll heißen, in den nächsten 20-30 Jahren wird das von Ihnen Beschriebene aller Voraussicht nicht passieren.

Zitat
... daß sie auf eigene Kosten (der Betreiber) ihre Propeller recyclen statt sie wie bis jetzt umweltschädlich zu schreddern (die bei den Propellern verarbeiteten Glasfaserverbundstoffe sind toxisch)- stimmt's?



Auf wessen Kosten werden die Propeller denn derzeit geschreddert?


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#11 von Hannelore Mohringer , 26.04.2016 17:49

Zitat

Zitat
Warum "posten" Sie ihn nicht auch in unserem E-Mail-Kreis, deren Adressen Sie mit jedem Beitrag von mir doch bekommen?



Nunja, privater Emailkreis und Forum verfolgen unterschiedliche Ansätze. Ein Emailkreis will privat bleiben, ein öffentliches Forum hingegen zur öffentlichen Meinungsbildung beitragen (wie auch ein Weblog). Nun habe ich natürlich nichts gegen einen privaten Emailaustausch - allein, mir fehlt die Zeit dafür (Sie sehen es vielleicht auch an der eigentlich unmöglichen Nachtzeit, in der dieser Beitrag verfaßt wurde.

Was die Ruhe im Forum angeht: Ich bin gar nicht böse darum. Denn das öffentliche Klima ist in den vergangenen Wochen und Monaten dermaßen vergiftet worden, daß ich ganz froh darüber bin, daß dieses Forum davon nicht betroffen war. Macht mir weniger Arbeit. :-)

Gruß
Klaus



Dann darf ich den betreffenden Beitrag aber in den "Privat"-Kreis übertragen, naütrlich mit Ihrem Namen als Verfasser? Im übrigen ist der Kreis zwar privat, drängt aber mit jeder E-Mail an SÜDKURIER und SÜDDEUTSCHE an die Öffentlichkeit, von denen wir natürlich ignoriert werden.

Gruß,
HM


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zuletzt bearbeitet 26.04.2016 | Top

RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#12 von kjschroeder , 26.04.2016 20:08

Sie kömnnen natürlich in Ihrer Email einen Link auf den betreffenden Beitrag setzen, kein Thema.

Zitat
Im übrigen ist der Kreis zwar privat, drängt aber mit jeder E-Mail an SÜDKURIER und SÜDDEUTSCHE an die Öffentlichkeit, von denen wir natürlich ignoriert werden.



Naja, an die Öffentlichkeit DRÄNGEN muß man im Zeitalter von Blog- und Forumssoftware nicht mehr, man kann an die Öffentlichkeit GEHEN. ;-)

Hat auch den Vorteil, daß man sich von solchen altbackenen Holzmedien nicht mehr abhängig macht. ;-)

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#13 von kjschroeder , 26.04.2016 20:18

Zitat
Nicht böse sein, aber das klingt genauso "phantastisch" wie die Atomeuphorie der 50 Jahre, bei der Wissenschaftler von atomgetriebenen Autos und Flugzeugen träumten. Ich gebe zu, technischer Fortschritt kann vielleicht vieles im Bereich der Atomwirtschaft korrigieren, was Jahrzehnte vernachlässigt wurde, aber erleben werde ich das leider nicht mehr,



Nein, ich bin Ihnen nicht böse. ;-) Allerdings schätze ich die Dynamik in Entwicklung und Forschung im Kernenergiebereich offensichtlich anders ein als Sie. Nur weil wir von dieser Dynamik in Deutschland so gut wie nichts mitkriegen, heißt das ja nicht, daß es sie nicht gibt. Auch wenn es Leute in Berlin und anderswo geben mag, die uns für den Nabel der Welt halten: Wir sind es nicht. Auch dank dieser famosen Damen und Herren.

Zitat
Auf wessen Kosten werden die Propeller denn derzeit geschreddert?



Ich bitte Sie. Wenn jemand toxische Chemikalien auf hoher See oder in irgendeinem Fluß verklappt, fragen Sie dann auch, auf wessen Kosten das geschehen ist? Solche Ablenkungsmanöver sind doch nun wirklich retro, finden Sie nicht? ;-)

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#14 von Hannelore Mohringer , 27.04.2016 09:24

Zitat vormerken

RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#3 von kjschroeder , 25.04.2016 11:20

ZitatFazit: Sichere und billige Atomkraft gibt es nicht.

Lieber Klaus,
ich wollte nur den Link für DIESEN #3-Beitrag von Ihnen in den E-Mail-Kreis kopieren. Weil ich aber mißtrauisch war, habe ich ihn zunächst nur an Herrn Vogesl kopiert, und es passierte, was ich geahnt hatte, die ganze lange Diskussion wird davon erfaßt. Das aber ist natürlich unzumutbar. - Schade

HM

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#15 von J_Holstermann , 27.04.2016 09:34

Zitat
Lieber Klaus,
ich wollte nur den Link für DIESEN #3-Beitrag von Ihnen in den E-Mail-Kreis kopieren. Weil ich aber mißtrauisch war, habe ich ihn zunächst nur an Herrn Vogesl kopiert, und es passierte, was ich geahnt hatte, die ganze lange Diskussion wird davon erfaßt. Das aber ist natürlich unzumutbar. - Schade

HM



Ja, da stimme ich Ihnen zu, eine lange Diskussion über Atomwirtschaft ist absolut unzumutbar. Wieso diskutieren, der Beweis, dass AKWs 100%ig sicher sind, ist doch erbracht, ebenso ist dieser Wirtschaftszweig sowas von transparent, z.B. weiß man längst, wie sauber und transparent die Atomwirtschaft beim Brennstoffzyklus, vom Uranerzabbau bis hin zum sogenannten Wiederaufbereiten und Recycling, arbeitet. Und wie selbstverständlich und transparent die Öffentlichkeitsarbeit der AKW-Betreiber bei Störfällen ist.

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#16 von J_Holstermann , 27.04.2016 10:19

Zitat
Allerdings schätze ich die Dynamik in Entwicklung und Forschung im Kernenergiebereich offensichtlich anders ein als Sie.



Was F+E betrifft sehe ich es ganz ähnlich wie Sie. Nur sehe ich diese phantastischen Anwendungsmöglichkeiten in Summe bei weitem nicht so dynamisch wie Sie. Um das zu erreichen, um so zusagen einen geschlossen Brennstoffzyklus herzustellen bei dem "aufgebrauchte" Brennstoffelemente des einen Reaktortyps in einem anderen als Brennstoff weiterverwendet werden und zu guter Letzt derzeitig angehäuften Atommüll durch Transmutation entsorgt wird, somit ein Endlager kontraproduktiv ist, dazu bedarf es weltweit dutzender, wenn nicht sogar hunderter Reaktorparks, auf denen Reaktoren unterschiedlicher Bauart stehen müssten. Ein BN-1200 Reaktor in Russland, eine Labor-Transmutationsforschungsanlage, ein geplanter Thorium-Reaktor sind Beweis, dass Forschung und Entwicklung im Bereich der Kernspaltung stattfindet. Aber jedes dieser Reaktorkonzepte basiert auf einem isolierten Lösungsansatz, sei es Waffenplutonium als Energiequelle zu verwenden oder die großen Vorkommen an Thorium (u.a. in Indien) zu nutzen. Das von Ihnen visionär dargestellte Hand-in-Handkonzept eines nahezu geschlossen Brennstoffkreislaufs sehe ich nicht. Was aber nicht heißt, dass ich mich nicht auch irren kann.

Zitat
Ich bitte Sie. Wenn jemand toxische Chemikalien auf hoher See oder in irgendeinem Fluß verklappt, ....



Haben Sie einen Artikel / Quelle zu diesem Thema? Wenn es sich nicht um einen kriminellen Einzelfall, sondern um die systemische Vorgehensweise bei der "Entsorgung" handelt, wäre es ein Skandal.

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#17 von Hannelore Mohringer , 27.04.2016 20:19

Zitat von J_Holstermann im Beitrag #15

Zitat
Lieber Klaus,
ich wollte nur den Link für DIESEN #3-Beitrag von Ihnen in den E-Mail-Kreis kopieren. Weil ich aber mißtrauisch war, habe ich ihn zunächst nur an Herrn Vogesl kopiert, und es passierte, was ich geahnt hatte, die ganze lange Diskussion wird davon erfaßt. Das aber ist natürlich unzumutbar. - Schade

HM


Ja, da stimme ich Ihnen zu, eine lange Diskussion über Atomwirtschaft ist absolut unzumutbar. Wieso diskutieren, der Beweis, dass AKWs 100%ig sicher sind, ist doch erbracht, ebenso ist dieser Wirtschaftszweig sowas von transparent, z.B. weiß man längst, wie sauber und transparent die Atomwirtschaft beim Brennstoffzyklus, vom Uranerzabbau bis hin zum sogenannten Wiederaufbereiten und Recycling, arbeitet. Und wie selbstverständlich und transparent die Öffentlichkeitsarbeit der AKW-Betreiber bei Störfällen ist.



Nein,
Herr Holstermann,
nicht eine lange Diskussion an sich ist unzumutbar, sondern die Übertragung alles dessen, was bisher schon dazu geschrieben wurde, ist an einem neuen Ort unzumutbar, wenn dort eine neue Diskussion zu Klaus' Beitrag stattfinden soll. Die Übertragung ist leider mißlungen, weil ich Klaus' Beitrag allein nicht 'rüberbringe. Würde die ganze lange, schon geführte Diskussion übertragen, würde allein die Länge potentielle am Thema Interessierte schon abschrecken, soviel Text überhaupt zu lesen; stände aber nur Klaus' Beitrag dort, würden die Adressaten, viele Wissenschaftler, die sich seit Jahren mit der Materie befassen, sicher, oder jedenfalls: hoffentlich ihr Wissen dazu einbringen.

Mit freundlichem Gruß,
Hannelore Mohringer

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#18 von kjschroeder , 27.04.2016 23:59

Zitat
Haben Sie einen Artikel / Quelle zu diesem Thema? Wenn es sich nicht um einen kriminellen Einzelfall, sondern um die systemische Vorgehensweise bei der "Entsorgung" handelt, wäre es ein Skandal.



Das hatte ich bereits in dem Beitrag darüber getan und zum Einlesen auf eine Quelle verlinkt.

Zitat
Ein BN-1200 Reaktor in Russland, eine Labor-Transmutationsforschungsanlage, ein geplanter Thorium-Reaktor sind Beweis, dass Forschung und Entwicklung im Bereich der Kernspaltung stattfindet. Aber jedes dieser Reaktorkonzepte basiert auf einem isolierten Lösungsansatz,



Das ist in meinen Augen der typische Denkfehler (nicht böse sein, bitte), wie er in der Politik und auch in der Staatsverwaltung häufig anzutreffen ist: Man guckt auf ein einziges Stadium eines Entwicklungsprozesses, das Ergebnis gefällt einem nicht - Ende des Themas.

Aber es gibt gottseidank immer mehr Menschen hier, die begreifen, daß wir uns diesen Luxus der Denkverweigerung nicht mehr lange werden leisten können. China und die USA z.B. kooperieren - man glaubt es kaum, aber es ist so - bei der Entwicklung von Thorium-Reaktoren. Und die Chinesen werden pragmatisch genug sein, diese auch zu bauen, wetten? Denn auch China hat genug Thorium, nicht nur Indien.

Und bei China kommt eine Pikanterie dazu: Dieses Thorium wird automatisch dann mit abgebaut, wenn etwas anderes abgebaut wird: nämlich die Seltenen Erden, die nötig sind für die Neodym-Magneten der deutschen Windräder. ;-)

Was bedeutet: China sitzt dank der deutschen Staatsnachfrage nach Windrädern auf Halden von Atommüll, die auch aus Thorium bestehen - und damit aus dem Stoff, der eben diese Windräder überflüssig machen wird im Wettbewerb. Dies mal als Beispiel für noch kommende Dynamik. ;-)

Was wir jedenfalls nicht mehr brauchen (und noch nie gebraucht haben), sind moralisierende und fachlich überforderte "Expertenkommissionen", die jahrzehntelang über irgendwelche "Endlager" philosophieren.
Hier gibt es zu diesem Aspekt mehr: -> http://www.science-skeptical.de/energiee...eaktor/0013429/

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#19 von kjschroeder , 28.04.2016 00:17

Zitat
ebenso ist dieser Wirtschaftszweig sowas von transparent, z.B. weiß man längst, wie sauber und transparent die Atomwirtschaft beim Brennstoffzyklus, vom Uranerzabbau bis hin zum sogenannten Wiederaufbereiten und Recycling, arbeitet.



Was für Gesetze erwarten Sie denn auch von Politikern, die Schmiergeldzahlungen - damalige Rechtslage - für legal befanden und sich erst vor ganz wenigen Jahren dazu bequemten, etwas gegen politische Korruption zu unternehmen, um vor der Welt nicht allzu blamiert dazustehen - nämlich als 162. (!!) Staat das Antikorruptionsabkommen der UN zu unterzeichnen - und dies auch noch als Lachnummer umsetzen, wie Sie hier in der "Zeit" nachlesen können.

Ich habe wiederholt geschrieben, daß wir in diesem Land eine schlechte politische Kultur haben - und sowas (wie von Ihnen beschrieben) kommt eben von sowas (wie von mir beschrieben).

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#20 von J_Holstermann , 28.04.2016 13:29

Zitat
Das hatte ich bereits in dem Beitrag darüber getan und zum Einlesen auf eine Quelle verlinkt.



Zitat
Ich bitte Sie. Wenn jemand toxische Chemikalien auf hoher See oder in irgendeinem Fluß verklappt, fragen Sie dann auch, auf wessen Kosten das geschehen ist? Solche Ablenkungsmanöver sind doch nun wirklich retro, finden Sie nicht? ;-)



Ich kann in dem von Ihnen verlinkten Artikel http://www.welt.de/print-welt/article290...t-Probleme.html nichts zu Verklappung toxischer Chemikalien auf See oder irgendeinem Fluss lesen.


Zitat
Das ist in meinen Augen der typische Denkfehler (nicht böse sein, bitte), wie er in der Politik und auch in der Staatsverwaltung häufig anzutreffen ist: Man guckt auf ein einziges Stadium eines Entwicklungsprozesses, das Ergebnis gefällt einem nicht - Ende des Themas.



Man kann es auch genau andersherum betrachten und den typischen Denkfehler darin sehen, dass isoliert zu betrachtende Entwicklungsprozesse bei Kernkraftwerks-Techniken, die sich mit der Lösung eines spezifischen Problems (sei es Verwendung von Waffenplutonium, Thorium oder derzeitigen hochradioaktiven Abfall) zu einem "Großen und Ganzen" zusammen dichtet, um damit ein Entwicklungsstadium zu generieren, dass alle vergangenen, derzeitigen und zukünftigen Probleme rund um Kernspaltung löst. Nochmals, ich schließe nicht aus, dass dies irgendwann in ferner Zukunft mal Thema ist. Nur halte ich die derzeitigen Entwicklungen bei den diversen Reaktortypen, sei es BN-1200 oder Thorium-Reaktor für Lösungen jeweils eines spezifischen Problems/Aufgabe, nicht aber für ein gesamtheitliches ineinander greifendes Konzept, das alle geschaffenen "Probleme" rund um die KE-Wirtschaft und -abfallwirschaft löst.

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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#21 von kjschroeder , 29.04.2016 14:13

Zitat
Ich kann in dem von Ihnen verlinkten Artikel http://www.welt.de/print-welt/article290...t-Probleme.html nichts zu Verklappung toxischer Chemikalien auf See oder irgendeinem Fluss lesen.



Natürlich nicht, es ging ja auch um einen Vergleich. Auch mit diesem Ablenkungsversuch werden Sie wenig Punkte sammeln. ;-)

Zitat
Nur halte ich die derzeitigen Entwicklungen bei den diversen Reaktortypen, sei es BN-1200 oder Thorium-Reaktor für Lösungen jeweils eines spezifischen Problems/Aufgabe, nicht aber für ein gesamtheitliches ineinander greifendes Konzept, das alle geschaffenen "Probleme" rund um die KE-Wirtschaft und -abfallwirschaft löst.



Wenn etwas, das vorher als Müll bezeichnet wurde, da nicht mehr verwertbar, nun dank Forschung und Entwicklung verwertbar ist oder sein wird - dann haben wir eine Entwicklung, die in diese Richtung geht. Logik. ;-)

Gruß
Klaus


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RE: KE-Lobby und mein Verhältnis zur FDP

#22 von J_Holstermann , 30.04.2016 10:32

Zitat
Wenn etwas, das vorher als Müll bezeichnet wurde, da nicht mehr verwertbar, nun dank Forschung und Entwicklung verwertbar ist oder sein wird - dann haben wir eine Entwicklung, die in diese Richtung geht. Logik. ;-)



Jaja, das klingt logisch. Die Frage, ob es auch gemacht wird/würde, ist dann wiederum eine wirtschaftliche. Denn ein Großteil des in La Hague bei der sogenannten Wiederaufbereitung von abgebrannten Brennstäben "erzeugte" Uranhexafluorid wird nicht als "Wertstoff" im Brennstoffkreislauf verwertet, sondern als Abfallstoff (70%) in Russland entsorgt. Das ist betriebswirtschaftliche Logik, weil es offensichtlich günstiger ist, neues Uran in Brennstäben zu verwenden als das aus alten Brennstäben gewonnene Uran(hexafluorid) dafür aufzubereiten.
Und wenn es einen Thorium-Reaktor gibt, der die natürlichen Vorkommen von Thorium 232 als Energiequelle nutzt unter Hinzugabe einer Neutronenquelle (möglicherweise heutigem radioaktiven Abfall?), dann ist mir als Laie noch nicht klar,
in welchem Verhältnis neu entstehender radioaktiver Müll (mit deutlich niedriger Halbswertszeit aber auch deutlich höherer Radioaktivität, Gammastrahlung) zu dem evtl. beseitigtem alten Müll steht. Das neuer radioaktiver Müll entsteht werden Sie doch nicht bestreiten, oder?

Mal ganz abgesehen davon, dass die aktuelle Informationslage um die belgischen AKWs nicht gerade förderlich für Pro-Atomstrom ist. Also Vertrauensbildung in eine von Menschen beherrschbare Technik sieht für mich anders aus.
Reaktoren mit Haarrissen im Druckbehälter den Betrieb erlauben, aber vorsorglich der Bevölkerung Jodtabletten zu verteilen, klingt für mich nicht vernünftig und vertrauensbildend.
So etwas lassen sich nur "Schwachmaten" einfallen oder Politiker, die erreichen wollen, dass friedliche Kernspaltung zur Energiegewinnung definitiv keine Zukunft haben soll. Denn genau das wird in Europa aller Voraussicht passieren, wenn ein weiteres AKW havarieren sollte. Das Ende der friedlichen Kernspaltung und zwar von heute auf morgen.


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