FDP-Parteitag: Kein Wort zu "Köln"?

#1 von Hannelore Mohringer , 07.01.2016 11:08

Der Titel ist deswegen eine Frage, weil der Bericht über den Parteitag der FDP in der heutigen SÜDKURIER-Ausgabe von Gabriele Renz verfaßt ist, einer, nach meiner langjährigen Beobachtung inneren Parteigängerin der Kretschmann-Grünen in Baden-Württemberg. Also fange ich gleich mit ihrer Schilderung der Sexualbeschlüsse an. „Der Antrag der Schwulen und Lesben hatte dieses Mal Erfolg“, schreibt sie (auf Seite 4): Sie sind nun ein offizieller Landesverband der FDP wie der ‚Landesverband der Liberalen Initiative Mittelstand“. Zustimmung 68%! Hans Ullrich Rülke habe noch 2014 ‚formuliert‘: „Wir betrachten andere Lebensformen als tolerabel, aber nicht als gleichwertig“. Linker Haken für Rülke – nicht unverdient, wie ich finde. Für Nichtkenner meiner ja schon fast vergessenen Partei: Hans-Ulrich Rülke ist Fraktionschef der FDP im Landtag, stellvertretender Vorsitzender der Landespartei und Spitzenkandidat der FDP im herannahenden Wahlkampf. Die FDP-Landesverbände von Mittelstand und Homosexuellen auf einer Ebene! Frau Renz sagt nichts als die Wahrheit. Ehrlich!

Soweit die Gesellschaftspolitik meiner Partei, der FDP, deren Mitglied ich immer noch bin, trotz jahrzehntelangem Kampf gegen ihre sogenannte linksliberale Ausrichtung in der Hoffnung auf Aufstand der immer noch 32% (100% - 32 % = die 68% der Zustimmenden) Parteimitglieder, die, wie ich, ausharren, um den Grundstock zur Wiedererrichtung der bürgerlichen FDP zu bilden!

Auch zu Kretschmanns Gender-Politik fiel offenbar kein Wort. Jedenfalls steht davon nichts in Frau Renz‘ Bericht. Zur Schulpolitik nur die Absicht, die Privilegierung der Gemeinschaftsschulen rückgängig zu machen, sie also nicht abzuschaffen, und das Verbot von „Sitzenbleiben“ aufzuheben, was den grünen Roten die Zurückgebliebenen weiter zutreiben wird.

Erwähnenswert erscheint mir noch die Aussage des Landesvorsitzenden und hauptamtlichen EU-Politikers Michael Theurer, daß die FDP wieder als „weltoffen und pro-europäisch, marktwirtschaftlich und bürgernah wahrgenommen“ würde? Wieso „wieder“? „Wir“ haben leider nie aufgehört, „pro-europäisch“ im Sinne der EU zu sein, und werden dann auch „marktwirtschaftlich“ offen für TTIP sein. Oder? Auch dazu ist, jedenfalls in dem Bericht, nichts gesagt worden. In dem Zusammenhang ein Wort der Erklärung des Pegida-Schlachtrufes „Lügenpresse“:

„Lügenpresse“ ist die in einem Wort kulminierte Aussage, daß, wer nur die halbe Wahrheit sagt, schlimmer ist als ein Lügner. Und so komme ich am Schluß zum Kommentar über den Parteitag der FDP unter der Überschrift „Der Bedarf ist da“ auf Seite 1 von Gabriele Renz. Dort unterstellt sie der Landtagsfraktion unter Hans-Ulrich Rülke, den „Wahlprüfstein“ im Alleingang formuliert zu haben, der „leider den Geist allzu unliberaler Schärfe“ atme. Wo bleibe da der schwäbische Liberalismus, fragt sie, für den doch „einmal Theodor Heuss oder Ralf Dahrendorf“ gestanden hätten.

Darum frage ich nun Frau Renz,
- was ist ein „Wahlprüfstein“;
- haben Sie schon vergessen, daß Theodor Heuss immer wieder wegen seiner Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz beschimpft wurde und
- wissen Sie nicht, daß Ralf Dahrendorf in der Neuen Zürcher Zeitung am 2. Juli 2008 für die Rückkehr zu einem Kerneuropa geworben hat, weil er die Sachlogik von Walter Hallstein, am Ende der Wirtschaftsunion stehe automatisch der Europäische Bundesstaat, als Ursache der Fehlentwicklung beschrieben hat?

Wenn auf dem FDP-Parteitag kein Wort zu dem Sexual-Inferno von Köln gefallen wäre, dann, so scheint mir, hätte die FDP noch immer die Wirklichkeit an der Garderobe abgegeben.

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RE: FDP-Parteitag: Kein Wort zu "Köln"? DOCH!

#2 von Hannelore Mohringer , 07.01.2016 18:09

Die Antwort kam prompt mit der geänderten Überschrift: „Doch“

Einer meiner Bcc-Adressaten, ein Parteifreund schickte sie mir, offenbar NUR mir, weswegen ich Namen und E-Mail-Adresse nicht weiterleite. Und das schrieb er:
Sehr geehrte Frau Mohringer,
zur Kenntnis: Christian Lindner hat sehr wohl zu “Köln” Stellung genommen. Unter Ablehnung eines neuen Integrationsgesetzes hat er entschieden den Rücktritt des Kölner Polizeipräsidenten und des Innenmisters gefordert!
Liberale Grüße
…………………

Christian Lindner hätte besser den Rücktritt der Kanzlerin gefordert. Aber, die Polizei verantwortlich zu machen anstatt CDU-Merkel und den ganzen parlamentarischen Linksblock, ist nur EIN Thema, in dem ich mit meiner Partei nicht übereinstimme und sei also nur nebenbei erwähnt.

Was aber gut hierher paßt, nämlich in die Rubrik „Halbe Wahrheit“ in der üblichen Presseberichterstattung, ist die Überschrift in der Regionalen Beilage des SÜDKURIER unter „Wutachtal“. Da steht auf Seite 30 der heutigen Ausgabe unter der fettgedruckten Schlagzeile: „Flüchtlinge sind willkommen“ im Text nichts anderes, als daß Landrat Martin Kistler und die Bürgermeisterin von Stühlingen, Isolde Schäfer, sich abmühen, um die für Februar angekündigten 150 Flüchtlinge in der Stadthalle unterzubringen. „Zeigen wir Willkommenskultur. An der Situation können wir politisch nichts ändern. Das Beste daraus zu machen, das ist jetzt unsere Aufgabe“ wird die Bürgermeisterin im Text zitiert. Das klingt alles andere als nach “Willkommenskultur“!

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