Das ist gerade mal vier Monate her:

#1 von Hannelore Mohringer , 08.09.2015 08:59

Am 09.05.2015 um 12:08 schrieb Hannelore Mohringer:

Die Briten durften sich entscheiden zwischen Alternativen, und sie haben die Konservativen gewählt, die ihnen versprochen haben, spätestens 2017 über den Verbleib Großbritanniens in der EU abstimmen zu dürfen. In Deutschland ist dergleichen nicht möglich, weil mit dem womöglich zu erwartenden Austritt Deutschlands der Veranstaltung die Grundlage entzogen würde, nämlich der Sinn der europäischen Vereinigung, der gleichbedeutend ist mit der Finanzierung des Ganzen. Das erklärt die Alternativlosigkeit auf dem deutschen Wahlzettel, auf dem keine einzige konservativ-nationalistische Partei erscheint, wie jetzt eine solche auf der Insel die Wahl gewonnen hat. Der Austritt Großbritanniens wäre für die EU sozusagen ein Beinbruch und nicht mehr, mit dem Rausschmiß der Griechen zusammengenommen aber wohl doch das Ende der EU durch den dann sichtbaren Beweis für die Verschiedenheit der europäischen Völker, deren eines, das der Griechen, den Grundanforderungen der Gemeinschaft wirtschaftlich nicht gerecht werden kann, und ein anderes, nämlich das Volk der Briten, seine Identität nicht aufgeben will. Darum wird Griechenland in der EU gehalten werden, koste es, was es wolle. Griechenland ist nur ein Geldproblem, das zu lösen, die EU bereits Routine entwickelt hat, Erledigung der damit verbundenen Finanzkrise inclusive. Und für Elmar Brok, CDU-Politiker im EU Parlament, ist, „was Cameran – der alte und neue Premier auf der Insel – von der EU will, (ist) machbar“ lt. SÜDKURIER von heute auf Seite 5. Die Souveränität der Nationalstaaten bleibe, auch bei Änderungen der europäischen Verträge. Beiseite: Die dummen Deutschen haben ja schon jetzt die vielen Vertragsbrüche vergessen und wissen auch schon jetzt nicht mehr, was ESM, ESFS und ESFM bedeuten, im Klartext nämlich, daß Brüssel, was die „Rettungsschirme“ angeht, die Hoheit über den deutschen Staatshaushalt von der Kanzlerin sozusagen persönlich erhalten hat.

Blättern wir zurück zur Titelseite des heutigen SÜDKURIER, wo eine geballte Faust in Großaufnahme zu sehen ist: Ausdruck des Wollens und Kampfansage zugleich. Ihr lieben deutschen Kinder, die ihr seit 1968 aufgewachsen seid, müßt wissen, was Euch niemand erzählt hat, daß dies das Zeichen der Kommunisten ist verbunden mit dem ‚freundlichen‘ Gruß „Rot Front“, in Deutschland bis zur „Wiedervereinigung“ genauso verboten wie nach dem Krieg der ausgestreckte Arm der Nationalsozialisten mit dem Segensruf für ihren Führer, der so nachdrücklich veboten ist, daß ich ihn hier vorsichtshalber nicht zitiere. Das Verbot der KPD in den Nachkriegsjahren wurde mit der Wiedervereinigung stillschweigend aufgehoben, indem sich die Nach-, Nach-, Nachfolgepartei den neuen Name „Die Linke“ verlieh. Das ist zwar nur eine kleine Partei, jedenfalls im Westen Deutschlands, aber eine mit viel politischer Erfahrung von Durchsetzbarkeit auf stillen wie auf den Wegen maximaler Gewalttätigkeit, wie die Alten und erst recht die Uralten aus Erfahrung wissen. Sie hat es nämlich klammheimlich fertiggebracht, in Deutschland den heutigen Linksblock der Parteien durch den Ausschluß aller bürgerlichen Parteien – oder deren Umwandlung - zu schaffen, die, wie in Großbritannien ein konservatives und nationalbewußtes Land bevorzugen, und die daher ihre natürlichen Feinde sind. Sie haben das geschafft durch striktes und täglich wiederholtes Gedenken der Greuel der Braunen, die sie mit nationalen Wünschen gleichsetzen, bei gleichzeitigem Ausschluß jedweden Gedenkens der Greuel der Roten, deren in ihren Ländern auch noch ehrend gedacht wird. Und darum kann heute auf der Titelseite des SÜDKURIER die geballte Faust der Kommunisten drohen, und die Genossen dürfen Rot Front dazu murmeln, rufen und brüllen da, wo ihre Kapuzentäter Steine werfen und Autos anzünden.

Was unterscheidet uns eigentlich von unseren britischen Vettern, daß dergleichen bei uns passieren kann. Es ist wohl die Insellage, die ein Eigenleben in natürlichen Grenzen garantiert. Und so strömen denn in unser grenzenloses kleines Land Menschen aus aller Welt herein, in den veröffentlichten Bildern die jeweilige Elite ihrer Herkunftsländer. Auf unseren Straßen, in den Schulen und in der Kriminalstatistik aber ist überdeutlich, daß es wohl nicht ganz so ist. Rot Front braucht Arme, um gewählt zu werden, und die EU braucht Rot Front, damit die Deutschen nicht wieder in die Lage kommen können, wirklich eine Wahl zu haben und wählen zu können, was ihnen und nicht denen guttut, die sich ihrer bemächtigen, und gar Medien haben dürfen, in denen geballte Fäuste auf der Titelseite ganz und gar unüblich sind .

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Nur vier Monate später: "Wir schaffen das!"

#2 von Hannelore Mohringer , 08.09.2015 09:52

Die Griechenland-Krise ist zum Routinefall geschrumpft, eingelistet in die Kategorie der minderschweren Vorkommnisse, wie sie die deutsche Kanzlerin zu "schaffen" pflegt: "Wir schaffen das" wie alles, das uns ein "Mädchen" (so Kanzler Kohl) aus der DDR in langen Jahren grünlinker, also roter Ideologie-Transplantation aufgetragen hat, bis es eingewachsen ist, und "das Mädchen" aus der DDR uns geschafft hat und am Ende alles, was einmal deutsch war, und Europa ein arabisches Kalifat geworden ist, vielleicht nur aus Versehen anstelle des zu vermutenden ursprünglichen Zieles.

"Als Kalifat (arabisch ‏خلافة‎, DMG ḫilāfa) bezeichnet man die Herrschaft, das Amt oder das Reich eines Kalifen, also eines „Nachfolgers“ oder „Stellvertreters des Gesandten Gottes“ (‏خليفة رسول الله‎, ḫalīfat rasūl Allāh). Es stellt somit eine islamische Regierungsform dar, bei der die weltliche und die geistliche Führerschaft in der Person des Kalifen vereint sind. Bereits Mohammeds Staat in Medina basierte auf einem theokratischen Modell: Er war sowohl der Führer der religiösen Bewegung als auch der Herrscher über den Machtbereich, in dem dieser Glaube ausgelebt wurde." Aus Google

Immer noch besser, als treudeutsch-konservativ, denkt es, "das Mädchen", vielleicht! Aber, wer weiß schon, was es denkt - wahrscheinlich nur von einem Tag zum anderen auf dem Weg zu einem in Offenheit nur portionsweise vermittelbaren Zieles, in einem Tempo, das unvermittelt zur Raserei geraten ist!

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Theokratie? Aber welcher Theo?

#3 von Hannelore Mohringer , 09.09.2015 11:27

„Theokratisch" ist treffend.
Nur welcher Theo?

Wenn Politik Kirche abschaffen will, muß Politik zuerst einen neuen Glauben schaffen. Politik weiß, daß Menschen immer zu ihrer Orientierung etwas glauben; auch die Atheisten glauben das, also die ohne „Theo“! Sie glauben an Moral, und sind damit oft moralischer als die Theisten, die doch an Gott als das Gute, also die Moral, glauben.

Politiker sind Praktiker. Wenn sie sich auf Gott berufen, dann ist immer höchste Vorsicht geboten und allerhöchste, wenn sie einen Gottesstaat gründen wie andere eine Plutokratie, die „Reichtumsherrschaft“, oder eine Demokratie, die „Volksherrschaft“. Theokratie ist religiöse Staatsgewalt, also „Gottesstaat“. Ich muß nicht beschreiben, was zur Zeit in dessen Namen geschieht. Wir sehen es ja alle!

Die Herrschaft mittels Glaube, wie sie zur Zeit in Deutschland ausgeübt wird, ist sozusagen eine Theokratie light. Es ist kein spiritueller Glaube, sondern probater Ersatz für die abgeschaffte Kirche durch weitgehende Übernahme der jahrtausendealten Praxis derselben in Form von Dogmen. Eine davon ist die Wirkung von anthropogenem CO2, eine andere die Gleichheit der Menschen etc. Es gibt auch den Teufel, allen voran in Gestalt der Konservativen (also Nicht-Gleiche, vornehmlich die, die der abgeschafften Kirche noch verbunden sein könnten), zusammengefaßt in dem Begriff „Rechte“. Es ist also alles so, wie in der Kirche, nur eben ohne „Theo“.

Wir werden also theokratisch beherrscht, aber ohne Theo, sondern nur mit theokratischen Mitteln, während der liebe Gott sich, wie immer, heraushält und in seiner Weisheit abwartet, bis die Menschen sich durch die Schaffung der nächsten Katastrophe danach ein Stückchen weiterentwickelt haben – oder auch zurück. Die Ewigkeit ist bekanntlich ewig.

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