Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#1 von kjschroeder , 14.06.2015 16:19

Hier läßt sich am Beispiel - nein, diesmal nicht von BER, sondern der Hamburger Elb-Disharmonie - sehr schön nachlesen, wie der Staat mit unseren Steuergeldern umgeht: -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d..._mit_klobuerste

Wann werden Politiker wegen Verletzung der Aufsichtspflicht in Regreß genommen?

Gruß
Klaus


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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#2 von Thomas Gaertner , 14.06.2015 18:13

mich würde dazu auch interessieren, welcher Lieferant, welche Firma diese Bürsten
geliefert und daran entsprechend verdient hat.

Denn wo ein Käufer ist immer auch ein Verkäufer.

Thomas Gärtner


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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#3 von kjschroeder , 14.06.2015 18:31

Zitat
Denn wo ein Käufer ist immer auch ein Verkäufer.


Schon die kids, die seinerzeit "Independence Day" geguckt habn, wissen, wie staatliche Korruption und die Bildung von Geheim-Fonds am Parlament vorbei abläuft:

XY ist zu schmieren bzw. eine geheime Einrichtung zu bezahlen. Woher kommt das Geld? Antwort:

1. Möglichkeit: Lieferant A (Privatwirtschaft) liefert zum Normalpreis, den er auch bezahlt bekommt. VERBUCHT von B (staatliche Behörde) wird aber ein zigfach höherer Mondscheinpreis.
2. Möglichkeit: Die Mondscheinpreise werden schon bei der Planung aufgestellt.

Resultat: aus der Differenz von Realpreis zu Mondscheinpreis ergibt sich dann das Schmiergeld bzw. der "Reptilienfonds".

Das ist nun nichts Neues - Ihnen ist das nicht bekannt?

Gruß
Klaus


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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#4 von Thomas Gaertner , 14.06.2015 19:43

das beantwortet zwar nicht die Frage nach dem Bürsten-Lieferanten ist
aber natürlich möglich. Ich kenne das Innenleben von Parteien nicht.

Ist das im vorliegenden Fall so wie Sie es beschrieben haben oder
ist das jetzt mal so in's Blaue gesagt?

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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#5 von kjschroeder , 14.06.2015 20:15

>das beantwortet zwar nicht die Frage nach dem Bürsten-Lieferanten<

Stimmt. Weil es keine Frage dazu gibt. Und zwar deswegen nicht, weil jeder Unternehmer grundsätzlich frei ist in seiner Preisgestaltung. Wenn also ein Unternehmer knapp 292 Euronen für 'ne Klobürste verlangt, und ich so blöd bin, ihm das zu zahlen, ist das mein Fehler - nicht seiner.

Um eben sowas zu verhindern, gibt es ja bei Staatsaufträgen die schönen EU-weiten Ausschreibungen wegen jedem Schisselkram. Der dann mit entsprechender (schlechter) Qualität auch geliefert wird.

Es gibt aber noch einen 3. Grund für diese Art "Preigestaltung" von Behördenseite: Inkompetenz.

Beispiel: Bei einem Großprojekt-Bauabschnitt stellt sich - Überraschung! - heraus, daß es erheblich teurer als geplant wird. Woher soll das Geld kommen? Antwort: Mondscheinpreise bei den kommenden Bauabschnitten. Und aus der Differenz von Realpreis und Mondscheinpreis werden dann diejenigen Lieferanten des vorangegangenen Bauabschnitts bezahlt, die mit dem normalen Budget nicht hätten bezahlt werden können. Was i.d.R. darauf hinausläuft, daß ein mittelständischer Zulieferer seine Rechnungen auf Raten bezahlt bekommt.
Schon mal davon gehört, daß Mittelständler ein halbes Jahr warten müssen, bis sie alles bezahlt bekommen haben? Das oben Erwähnte KANN ein Grund für diese Zeitverzögerung sein. Angeblich soll die staatliche Zahlungsmoral sich verbessert haben - ich kann es nicht beurteilen, wollte es nur fairerweise der Vollständigkeit halber erwähnt haben.

Wie gesagt: eine dritte Möglichkeit.

>Ist das im vorliegenden Fall so wie Sie es beschrieben haben oder
ist das jetzt mal so in's Blaue gesagt?<

Bezogen auf den konkreten Fall Klobürste Hamburger Elbphilharmonie - ins Blaue. Bezogen auf die Mechanismen von Behördenkorruption: Ergebnis z.T. langer Gespräch mit darauf spezialisierten Staats- und Oberstaatsanwälten - einer hatte in den 90ern mit seinen Ermittlungen ganze Behördenflure geleert;-)).

Jedenfalls braucht man sich im vorliegenden Fall nur die geplanten Kosten (77 Mio) anzugucken und die tatsächlichen (789 Mio), beide Summen ins Verhältnis setzen - also etwa 1:11. Und sich dann überlegen, wie viel wohl ein Elftel von 291,97 wäre - nämlich 26,54 Euro. Was meinen Sie: Ist das ein realer Preis für eine Edel-Klobürste?

Und jetzt brauchen Sie nur noch zu gucken, wie Möglichkeit 3 funktioniert. Fällt Ihnen was auf? ;-)

Es ist doch ewig dasselbe ....

Gruß
Klaus


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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#6 von Thomas Gaertner , 15.06.2015 11:56

wieso muß das, was auf der AchsedesGutGen (offenbar das politisch korrekte Portal für Rechtsgestricktes)
behauptet wird, eigentlich stimmen? Stutzt da Niemand?
Da ich diesbezüglich zur Vorsicht neige, sage ich mal: frei erfunden.

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RE: Staatsknete I: Eine Klobürste für 291,97 Euro

#7 von Thomas Gaertner , 15.06.2015 16:22

natürlich muß es
"AchsedesGuten" heißen - sorry für den Vertipper.

Als Wiedergutmachung ein kurze Notiz über die ich
eben erst gestolpert bin:

"Die Überschrift über dem Blogeintrag klingt lakonisch, ja lässig. „Na dann ohne mich“, schreibt Michael Miersch. Der Journalist ist Mitbegründer, Autor, Redakteur und Herausgeber des Blogs „Die Achse des Guten“, ein Ort und Hort unkonventionellen Denkens. Henryk M. Broder, Matthias Horx, Josef Joffe, Lutz Rathenow oder Cora Stephan schreiben dafür. Aber Michael Miersch will nicht mehr. Er sieht die „Achse“ mehr und mehr in der Hand von „Autoren mit dem großen Verständnis für AfD, Pegida und Co“. Sie werden „durch zahlreiche Leser-Kommentare angefeuert“. (Tagesspiegel, Auszug)

Wenn schon der Mitbegründer Miersch dieses Portal (die Achse..) schon in die unappetitlich rechte Ecke driften sieht...

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Eine Klobürste für 291,97 Euro bemustert, nicht gekauft

#8 von Thomas Gaertner , 15.06.2015 16:34

mein Verdacht hinsichtlich der Zuverlässigkeit von Beiträgen
auf der Website "AchsedesGuten" hat sch bestätigt.
Wie schrieb doch der Schreiberling?

Dieses:
"...allerdings inklusive der Ausgaben für die Toilettenbürsten, das Stück für 291,97 Euro"

Das war falsch. Tatsächlich wurden auch derartige Toilettenbürsten nur "bemustert" und
der horrende Betrag eben nicht ausgegeben.

Bestellt wurden entsprechende Stücke dann für 41,95 Euro.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...o-a-934167.html


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RE: Eine Klobürste für 291,97 Euro bemustert, nicht gekauft

#9 von Thomas Gaertner , 19.06.2015 11:06

daß bis zur Stunde die "AchsedesGuten" keine Gelegenheit fand,
die Falschinformation zu korrigieren, versteht sich von selbst...

Thomas Gärtner


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RE: Eine Klobürste für 291,97 Euro bemustert, nicht gekauft

#10 von Thomas Gaertner , 06.07.2015 16:57

Zitat von Thomas Gaertner im Beitrag #9

daß bis zur Stunde die "AchsedesGuten" keine Gelegenheit fand,
die Falschinformation zu korrigieren, versteht sich von selbst...

Thomas Gärtner



und daß ein sonst strenger Administrator erkennen ließ, daß er bedauert der "Achse"-Falschmeldung
aufgesessen zu sein, ist mir nicht aufgefallen...

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