Steinmeiers Wunschdenken

#1 von kjschroeder , 21.06.2014 13:46

Die USA und Deutschland hoffen nun auf eine Entspannung in der Ostukraine in den kommenden Tagen. US-Außenminister John Kerry sagte während einer Frankreich-Reise, Ziel müsse ein Waffenstillstand sein. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", Russlands Verhalten habe sich "spürbar verändert".
07.06. im "Spiegel"


Steinmeier: Licht am Ende des Tunnels
09.06. in Frankfurter Neue Presse

Russische Truppen marschieren an Grenze auf
19.06. in "Welt"

Putin versetzt Truppen in Gefechtsbereitschaft
21.06. in "Welt"


Das war wohl nichts mit der "spürbaren Veränderung" und dem "Licht am Ende des Tunnels".

Gruß
Klaus


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RE: Steinmeiers Wunschdenken

#2 von JoG , 21.06.2014 14:09

Es ist gut unsere Politiker in ihren Lügen oder Fehleinschätzungen vorzuführen. Das Macht Putin anerkennenswert gut. Er hat die Politik der Ukraine, EU und von Obama voll und öffentlich bloß gestellt indem er die Regeln einer multipolarisierenden Welt voll nutzte. Noch ist das nicht wirklich sehr gefährlich, wiewohl selbst heute schon Fehler passieren könnten, die Welt weite Vernichtung bringen können.

Die Gefahr wird aber mit der relativen Verschiebung der Stärke so weit anwachsen, dass es annähernd sicher ist, dass ein Krieg irgendwo auf der Welt entsteht, der die Periode beendet in der wir so nett leben durften.

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Wunschdenken des Trittbrettfahrers

#3 von JoG , 21.06.2014 14:16

Auch hier zeigt sich ein Wunschdenken bzw eine Existenzlüge der Republik, die wir schon alle sahen aber generell verleugnet wurde. Es ist aber offensichtlich, dass das Problem in der Elite erkannt würde und die neue Politik dem Volk nun beigebracht werden soll:
http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-976563.html

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Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#4 von kjschroeder , 21.06.2014 18:31

Ihr Link auf die Ablehnung des Einsatzes der hoffnungslos veralteten Transall-Maschinen durch die UN wirft ein grelles Schlaglicht auf den wahren, eigentliuchen Zustand der deutschen Politik, die groß darin ist, Bürger mit Steuern, Abgaben, EEG, Gender Mainstream und ähnlichem gefährlichen Unsinn zu kujonieren und unfähig ist, sich um die wichtigen Dinge zu kümmern.

Denn das ist ja nicht die einzige Peinlchkeit in der deutschen Sicherheitspolitik: Da war die Pleite mit der Euro-Drohne, die Pleite um das Gewehr G36 - jetzt soll die Munition dran schuld sein, daß sich das Gewehr schon bei geringer Hitze verbiegt. Und ich stelle mir vor, wie das wohl ist, wenn im Kampfeinsatz dem Deutschen mal die Munition ausgeht, der Brite oder Franzose ihm welche anbietet und der Deutsche sagen muß: 'Oh, ist nicht die richtige, da verbiegt sich das Gewehr und ich treffe nicht mehr.'

Der Firma mache ich daraus keinen Vorwurf, es wäre Sache der zuständigen Bundesbeschaffungsbehörde gewesen, einen Testlauf auch mit erhitztem Gewehr bei Dauerfeuer zur Voraussetzung für die Abnahme zu machen, was nicht geschah.

Daß Waffensysteme zu komplex, zu empfindlich sind, war schon ein Problem der Wehrmacht, das sich z.B. beim "Tiger"-Panzer äußerte. Das ist sowas von irre - diese Bürokraten lernen es nie!

Wir brauchen EINFACHE Waffen, die bei JEDER Witterung funktionieren - auch unter Dauerbelastung! Die daher leicht herstellbar und somit leicht ersetzbar sind! Die mit "normaler" Munition funktionieren! Was ist daran so schwer? Das alte G3, mit dem ich noch geschossen habe, war bei jeder Witterung einsatzbereit, gab Dauerfeuer, konnte im Dreck landen - war alles egal: es funktionierte.

Und wenn ich dann lese, daß angesichts der Ukraine-Krise einer Verteidigungsministerin nur der infantile Spruch "Militär löst keine Konflikte" einfällt, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Das Nazi-Problem z.B. wurde NUR durch Militär gelöst, wodurch denn sonst? Durch ein Täßchen Lindenblütentee mit Adolf? Unsere Freiheit mag vielleicht am Hindukusch verteidigt worden sein, mit Sicherheit aber ist sie zu verteidigen an der Ostgrenze der NATO. Für das NATO-Mitglied Polen wiederum hatte dieselbe Ministerin aber nur warme Worte übrig. Was denken sich diese Leute? Angst als Geschäftsmodell zum politischen Überleben?

Unterdessen haben Rußland und China ihre Wehretats um je 100 Prozent in den vergangenen zehn Jahren erhöht, also jeweils verdoppelt. In Deutschlands Rüstungsplanung sind hingegen nur noch 225 "Leopard"-Panzer vorgesehen.

Wobei Deutschland einige Zeit noch nicht einmal die vertraglich vereinbarte NATO-Finanzierung eingehalten hat. Das ist Schmarotzertum auf Kosten anderer. Das paßt prächtig zur "Friedensbewegung", die es auch nur gibt, weil andere für die Friedenssicherung sorgen. Und es paßt auch prächtig zur Impfunwilligkeit von Teilen der Bevölkerung. Denn auch das funktioniert nur, solange genügend andere Eltern ihre Kinder impfen. Dieser Lifestyle auf Kosten anderer, der sich auf verschiedenen Gebieten außert, die dahinter stehende Einstellung: Das ist Verantwortungslosigkeit pur. Und es ist natürlich auch Populismus auf Seiten der Politik, dieser Verantwortungslosigkeit Raum zu geben und sie zur Staatsräson zu erheben.

Der alte Spruch "si vis pacem para bellum" hat seit Jahrtausenden Gültigkeit. Frau Merkel wurde ja mal der Spruch nachgesagt, Putin lebe in einer anderen Welt. Auf den Gedanken, daß es die deutschen Eliten sind, die in einer anderen Welt leben, kam weder die Kanhzlerin noch sonst jemand aus der Berliner Parallelgesellschaft.

Deutschland exportiert Panzer an das islamistische Saudi-Arabien. Aber wenn ein paar alte und ausgemusterte Hubschrauber nach Namibia exportiert werden sollen, sehen dieselben Beamten auf einmal Deutschlands ach so friedliche Rolle in der Welt gefährdet und wollen den Export verbieten (in Wahrheit, weil staatlicherseits die Information über eine fehlende Genehmigung verschusselt wurde). Hier läßt sich das Elend des deutschen Bürokratenstaates nachlesen: -> http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/faku...uberverkauf.pdf

Und die deutsche Aussenpolitik ist da keinen Deut besser: Die Träumerei Steinmeiers läßt sich noch bei einem anderen Thema dokumentieren: ISIS. 36 Stunden nach der Einnahme Mossuls durch diese militanten Moslems ist für das Auswärtige Amt diese Nachricht wichtig:

"Kurz vor Anpfiff: "Die Fieberkurve steigt

32 Stunden vor WM-Beginn hat Außenminister Steinmeier die Botschafterinnen und Botschafter der 32 teilnehmenden Fußball-Nationen ins Auswärtige Amt eingeladen. Die gemeinsame Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft war groß - dazu trugen auch die aufwändig gestalteten Schoko-Fußbälle bei, die der Außenminister den Botschaftern überreichte."

Quelle: Auswärtiges Amt: -> http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussen...bälle.html

Das ist Realitätsverweigerung und Flucht in die Traumwelt. Und ich fürchte, daß damit auch der Zustand des Berliner Politikbetriebs hinreichend umschrieben ist.

Gruß
Klaus


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RE: Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#5 von Martin Pescheck , 21.06.2014 18:49

kjschroeder:
" ... ist für das Auswärtige Amt diese Nachricht wichtig: ]"Kurz vor Anpfiff: "Die Fieberkurve steigt 32 Stunden vor WM-Beginn hat Außenminister Steinmeier die Botschafterinnen und Botschafter der 32 teilnehmenden Fußball-Nationen ins Auswärtige Amt eingeladen. Die gemeinsame Vorfreude auf die Fußball-Weltmeisterschaft war groß - dazu trugen auch die aufwändig gestalteten Schoko-Fußbälle bei, die der Außenminister den Botschaftern überreichte."

Das ist Realitätsverweigerung und Flucht in die Traumwelt. Und ich fürchte, daß damit auch der Zustand des Berliner Politikbetriebs hinreichend umschrieben ist."

Es ist nicht zu fassen oder höchstens als Saitire "Traumwelt im Märchenland" oder so ...
"Die Fieberkurve" ist Symptom einer chronischen schweren Erkrankung, nämlich Inkompetenz, die nun akut ausbricht.

Trotzdem - Schönen Sonntag - M.P.

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RE: Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#6 von JoG , 21.06.2014 19:31

Ich sehe das fast identisch und kann ob der Offensichtlichkeit dessen immer nur staunen, dass die Bevölkerung so tump den Betrug erlaubt.

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RE: Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#7 von Martin Pescheck , 21.06.2014 20:01

JoG "Ich sehe das fast identisch ...."

Warum nur "fast" ?

M.P.

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RE: Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#8 von JoG , 21.06.2014 20:13

Ich bin nicht ganz so optimistisch und vermute bei mehreren in Beamtokratie und Politik, dass sie nicht so sehr in dem Traumland leben als es vielmehr mit Bedacht und Vorsatz dem Volk aus Eigeninteresse vorgaukeln. Ich fürchte es geht also weniger um Unverstand als um Betrug.

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RE: Deutschlands Sicherheits- und Außenpolitik: Unverantwortlich und peinlich

#9 von kjschroeder , 22.06.2014 11:17

Zitat
und vermute bei mehreren in Beamtokratie und Politik, dass sie nicht so sehr in dem Traumland leben als es vielmehr mit Bedacht und Vorsatz dem Volk aus Eigeninteresse vorgaukeln.



Das ist mir jetzt nicht ganz klar. Worin sollte das Eigeninteresse der Politik bestehen, Soldaten mit unzureichenden Gewehren sowie nicht richtig funktionierenden Drohnen auszustatten und ansonsten die Bundeswehr abzuwracken und in der Außenpolitik sich die Welt schönzudenken?

Korruption wäre natürlich eine Möglichkeit. Aber sonst kann ich nur fehlgeleitete, dogmatische Denke erkennen. Oder übersehe ich da andere Eigeninteressen?

Gruß
Klaus


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In den neuziger Jahren: Eine Liebeserklärung von Putin an Deutschland
Bürgerkrieg in der Ukraine?

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