Nationalfeiertag

#1 von horstR , 11.05.2014 12:30

Klaus will ja gerne, daß wir jeden Aspekt in einer Diskussion einen neuen Tread aufmachen.

Heute also Nationalfeiertag: Fast jedes Land in dieser Welt hat einen Nationalfeiertag und begeht diesen mit einer Militärparade. Frankreich feiert den in sehr ähnlicher Form wie Russland und kein Mensch regt sich drüber auf. Diese Nationalfeiertage fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerung und einen in meinen Augen gesunden Patriotismus.

Wie sieht das in in der Betroffenheitskultur der Bundesrepublik DEUTSCHLAND aus???

Und: Warum mäkeln alle an den imposanten russischen Paraden rum und der amerikanische Indipendentday findet kaum Erwähnung in den deutschen Medien?


Saludos

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RE: Nationalfeiertag

#2 von weihrauch , 11.05.2014 12:33

Da muß ich nachhaken
Will Hollande einen Keil zwischen Deutschland und Rußland treiben?
Putin wurde zum sogenannten D-Day nach Frankreich eingeladen - also ein Wachhalten der alten Feindschaft.

Als Parade würde ich in Deutschland den Sieg von 1870 mit einer Öffentlichen Militärparade feiern

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RE: Nationalfeiertag

#3 von kjschroeder , 11.05.2014 13:07

Zitat
Klaus will ja gerne, daß wir jeden Aspekt in einer Diskussion einen neuen Tread aufmachen.



Genau. Damit die diskutierten Inhalte sich entsprechend ordnen lassen ("Innenpolitik", "Europa", etc.) - auch zum besseren späteren Auffinden. Ich bitte daher um Verständnis.

Zitat
Frankreich feiert den in sehr ähnlicher Form wie Russland und kein Mensch regt sich drüber auf. Diese Nationalfeiertage fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerung und einen in meinen Augen gesunden Patriotismus.



Sehe ich auch so. Ist halt wie so häufig eine Frage des "Wie". Und wie die Politik hierzulande das gewohnt autokratisch veranstaltet ist das m.E. nicht das, was die Bevölkerung sich darunter vorstellen könnte.

Zitat
Und: Warum mäkeln alle an den imposanten russischen Paraden rum und der amerikanische Indipendentday findet kaum Erwähnung in den deutschen Medien?



Naja, die Siegesparade in Moskau hat unmittelbar mit Deutschland zu tun, der Independence Day mit der Loslösung der 13 US-Staaten vom englischen Kolonialherren. Ferner: Die Bilder von Moskauer Militärparaden hat, denke ich, jeder im Kopf. Und jetzt schau Dir mal die Parade der Amis am 4. Juli in Washington an (mitten auf der Seite auf "Photos" klicken) -> http://www.july4thparade.com/photos.html
Erkennst Du den Unterschied zu Moskauer Militärparaden?

Abgesehen davon: Ich mäkele an der Moskauer Militärparade nicht herum. Warum sollte ich?

Gruß
Klaus


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RE: Nationalfeiertag

#4 von kjschroeder , 11.05.2014 13:33

Zitat
Da muß ich nachhaken
Will Hollande einen Keil zwischen Deutschland und Rußland treiben?
Putin wurde zum sogenannten D-Day nach Frankreich eingeladen - also ein Wachhalten der alten Feindschaft.



Abgesehen davon, daß ich französischen Sozialisten nicht über den Weg traue (ein Grund dafür: "Ein Wirtschaftsdiplomat aus dem Lager des damaligen sozialistischen Präsidentschaftskandidaten brachte die neue Denkweise auf den Punkt: Der größte Fehler Nicolas Sarkozys sei gewesen, »keine Koalition gegen Angela Merkel geschmiedet« zu haben – Hollande hingegen werde andere Saiten aufziehen." -> http://www.zeit.de/2012/28/Hollande-Frankreich-Europa ) ...

... also abgesehen davon habe ich da eine andere Sichtweise: Es hat sich mittlerweile auch in der Öffentlichkeit herumgesprochen, daß die Amerikaner mit ihrem D-Day von der Wehrmacht kräftig verprügelt worden wären, wenn die Wehrmacht nicht so viele Divisionen im Osten gegen die Rote Armee hätte binden müssen. Der Zusammenhang ist auch historisch anderweitig belegt: Die Landung in der Normandie ("D-Day") fand am 06. Juni 1944 statt, die Operation Bagration begann am 22. Juni, also keine drei Wochen später. "Stalingrad" gilt für uns Deutsche als Wendepunkt des Krieges. Das ist zwar richtig, aber unvollständig.

Denn Stalingrad machte "nur" deutlich, daß die Wehrmacht nicht unbesiegbar war. Aber damit war militärisch noch lange nicht der Krieg verloren. Der mußte militärisch an der Ostfront erst verloren gegeben werden mit der Vernichtung der stärksten Heeresgruppe der Wehrmacht - der Heeresgruppe Mitte. Und zwar durch exakt diese "Operation Bagration" auf sowjetischer Seite. Als gelernter Wessi kannte ich den Namen lange nicht, daher hier ein Wiki: -> http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Bagration

Und diese zeitliche Übereinstimmung war kein Zufall, sondern verabredet. Denn besonders Stalin drang auf eine zweite Kriegsfront. Die die Amerikaner mit dem D-Day schufen. Und Stalin legte dann wie verabredet massiv nach.

Soll sagen: Die Anwesenheit Putins ist folgerichtig, weil der D-Day ohne Rote Armee einen erheblich anderen Verlauf genommen hätte. Wenn da also ein Keil getrieben werden sollte, dann höchstens zu den Amerikanern, denen auf diese Weise deutlich gemacht wird, daß ihr Beitrag nicht so groß war, wie sie sich das gern vorstellen (wobei das vielen Amerikanern auch längst bewußt ist - Internet ist halt eben auch für Bildung gut).

Gruß
Klaus

Nachtrag: Daß da überhaupt ein Keil getrieben werden soll, glaube ich gar nicht mal. Ich nehme eher an, daß es Hollande darum geht, sein politisch und wirttschaftlich zunehmend marginalisiertes Land wieder in den Blickpunkt zu rücken. Denn da haben sich in den letzten Monaten und Jahren ein paar Entwicklungen abegspielt, von denen wie kaum etwas erfahren haben. Die Emigration von immer mehr Juden zum Beispiel wegen des dort um sich greifenden Antisemitismusses, der in Frankreich ja Tradition hat. Dann verlassen auch immer mehr junge, nicht-jüdische Franzosen das Land, weil sie auf Hollande-Sozialismus schlicht keinen Bock mehr haben. Das Web ist voll von entsprechenden Berichten - aber meist auf englisch. In Deutschland will man sowas mit Blick auf die "deutsch-französische Freundschaft" offenbar nicht wahrhaben. Und die Franzosen meist ohnehin nicht.

Soll sagen: Ich vermute, Hollande geht es dabei hauptsächlich um Hollande.


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RE: Nationalfeiertag

#5 von horstR , 11.05.2014 14:33

Abgesehen davon: Ich mäkele an der Moskauer Militärparade nicht herum. Warum sollte ich?
Zitatende

In aller Freundschaft, hier ging es mir nicht um Deine Person, so wichtig ich die auch persönlich schätze, es geht mir um die deutschen Medien, insbesondere die Mainstreammedien...

Und ich glaube eingangs erwähnt zu haben, die Nationen begehen ihre Nationalfeiertage durchaus unterschiedlich z.B. die Holländer mit ihrem sympathischen Orange Tag, da spielen letztendlich die Kriegsdaten etc. eine untergeordnete Rolle.

Über den amerikanischen Patriotismus könnte man schon wieder einen eigenen Tread aufmachen, diese Denke lässt mich an bigotte preußisch/protestantische Geisteshaltung denken als deren Vertreter ich gerne die politisch tätigen Familienmitglieder der Familie de Maiziere mit ihren hugenottischen Wurzeln in Deutschland sehe...

Ujuju, da kommen ja so mache Themen auf das Forum zu... :-))


Saludos

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RE: Nationalfeiertag

#6 von JoG , 11.05.2014 15:08

Eigentlich sollte das auch in Deutschland ein Nationalfeiertag sein.

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RE: Nationalfeiertag

#7 von kjschroeder , 11.05.2014 15:10

Zitat
In aller Freundschaft, hier ging es mir nicht um Deine Person, so wichtig ich die auch persönlich schätze, es geht mir um die deutschen Medien, insbesondere die Mainstreammedien...



Das war mir schon klar. Mir ging es nur darum Dir mitzuteilen, daß ich nicht zu diesen Leuten gehöre, die sowas kritisieren. Und die anderen kritisieren so eine Parade vielleicht im Vergleich zu dem Pendant in den USA, wo das eher eine riesige Familienfete ist.

Ich habe mal versucht zu überlegen wie ein solcher Tag in Deutschland aussehen könnte. Denn was Berlin da veranstaltet finde ich typisch deutsch-dumpf-dröhnend. Mit dem Volk quasi als Beigabe. Nicht der Staat darf sowas veranstalten, WIR müssen es wollen.

Wär doch mal eine Aufgabe, sich sowas zu überlegen, oder?

Was hätten wir denn zu feiern? Die Einheit als Nation? Gut. Wäre möglich. Dann wären wir da, wo wir jetzt sind.

Was wäre noch möglich? Parade a la weihrauch mit 1870 und so? Ich denke, das wird nichts und ginge auch voll am Lebensgefühl der Deutschen vorbei.

Mir war da noch die Ausrufung der ersten Demokratie eingefallen. Aber das war am 09. November 1918, und der 09. November ist im Gedächtnis nicht nur wegen des Mauerfalls in 89, sondern auch wegen der "Kristallnacht" verankert. Das wäre auch nichts Gutes.

Ist nicht so einfach!

Paulskirche 1848? Naja, die war ja letzlich auch erfolglos. Hambacher Schloß? Das war keine Massenbewegung.

Sowas mit einem festen Datum als Orientierungspunkt zu feiern, ist echt schwierig, denn es finden sich so wenige.....

Dein Vorschlag - naja, das ist der Königstag, der Geburtstag des jeweiligen im Amt befindlichen Köings in Holland. Ja, okay. Nun haben wir aber keinen (mehr). Aber das ist eine Möglichkeit, sich von festen historischen Daten zu lösen und insofern vielleicht für uns nicht schlecht.

Allerdings habe ich im Moment keine Idee, was da infrage käme. Du?

Gruß
Klaus


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RE: Nationalfeiertag

#8 von JoG , 11.05.2014 15:13

Nach dem, wie sich Deutschland die letzten Jahre verhalten hat, würde ein "Keil" zwischen Russland und Deutschland getrieben für uns alle gut sein. Schon im Kalten Krieg war das deutsche Verhalten unsolidarisch und schädlich für die Alliierten. Aber das ist schlimmer geworden.

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RE: Nationalfeiertag

#9 von kjschroeder , 11.05.2014 15:15

Zitat
Eigentlich sollte das auch in Deutschland ein Nationalfeiertag sein.



Was - der 8. Mai? Wir feiern den Tod unserer Väter auf dem Schlachtfeld? Vergessen Sie's. Ja, ich weiß schon, was Sie meinen: Ende der Naziherrschaft. Aber diese Sichtweise verkennt die andere Seite der Medaille, die Diskussion hatten wir schon mal.

Ich halte solche Vorschläge für geschmacklose Kopfgeburten, sowas braucht keiner.

Gruß
Klaus


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RE: Nationalfeiertag

#10 von horstR , 11.05.2014 16:48

An welchen Tagen wurde denn Deutschland Fußballweltmeister? 1954 würde sich anbieten (Wir sind wieder wer) Gesamtdeutsche Weltmeisterschaft ist mir nicht erinnerlich war wenn überhaupt dann aber auch im Sommer.

Okt/Nov Betroffenheitsfeiertage in der trüben Jahreszeit lassen sich im Freien feiern, die Qween z.B. hat ihren offiziellen Geburtstag auch in die schöne Jahreszeit verlegt. Im Sommer wäre man hoffentlich vor zu vielen Politikern u Oberlehrern sicher, die müssen sich ja dringend von ihrem überforderten Oberstübchen in der Toskana etc. erholen...:)))

Ein Freund von mir hatte im August Geburtstag, der feierte dann eine Löwenparty zu der alle in diesem Sternzeichen geborenen als Mitveranstalter geladen waren. War praktisch da wurde der gesamte Freundes u Bekanntenkreis mit einem Fest abgefrühstückt...

Kurzum, ich bin für ein freudiges Fest im Sommer am liebsten mit offizillen Tatoo, Militärkapellen aus der gesamten Welt. Für die kleinlichen, man könnte ja Nordkorea ausladen.

Apropos Ausladen und Boykott Gauck, Obama und Mutti haben keinerlei Gespür gegenüber dem olympischen Gedanken bewiesen... Putin hingegen hat sich erst nach den Spielen wieder in die aktuelle Politik eingemischt...


Saludos

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RE: Nationalfeiertag

#11 von kjschroeder , 11.05.2014 22:48

Fußball 54-WM? Hm.

Aber DER Vorschlag von Dir ...

Zitat
Okt/Nov Betroffenheitsfeiertage in der trüben Jahreszeit lassen sich im Freien feiern, die Qween z.B. hat ihren offiziellen Geburtstag auch in die schöne Jahreszeit verlegt. Im Sommer wäre man hoffentlich vor zu vielen Politikern u Oberlehrern sicher, die müssen sich ja dringend von ihrem überforderten Oberstübchen in der Toskana etc. erholen...:)))

Ein Freund von mir hatte im August Geburtstag, der feierte dann eine Löwenparty zu der alle in diesem Sternzeichen geborenen als Mitveranstalter geladen waren. War praktisch da wurde der gesamte Freundes u Bekanntenkreis mit einem Fest abgefrühstückt...

Kurzum, ich bin für ein freudiges Fest im Sommer am liebsten mit offizillen Tatoo, Militärkapellen aus der gesamten Welt. Für die kleinlichen, man könnte ja Nordkorea ausladen.



... ja, DAS hat was. Klasse Idee. Finde ich gut.

Kennst Du die englischen Proms? Hier ein paar Youtube mit jeweils knapp 10 minuten
- http://www.youtube.com/watch?v=H_chlZd3x40
- http://www.youtube.com/watch?v=yprh8ElXgbU
- http://www.youtube.com/watch?v=0wymVBJfSak

DAS zusammen mit einem Tattoo und einer richtigen großen deutschlandweiten Fete. Die Franzosen hatte mal am alten (Pariser) Nullmeridian quer durchs ganze Land entlang eine einzige riesige mehrere hundert Kilometer lange Festtafel aufgestellt. Und haben geschmaust und gefeiert. Sowas in der Art. Das hat Stil, Leichtigkeit und kommt erheblich fröhlicher rum als diese gedenkartigen, dumpf-dröhnenden Berliner Geschichten.

Im folgenden Link wird schon in den ersten Sätzen sehr schön deutlich, wo es hier falsch läuft: http://www.youtube.com/watch?v=VdruPBsR69A

"Mit einem Staatsakt (! - Fete wäre besser) in der Berliner Philharmonie (klar, die Plebs bleibt draußen) feierten die Spitzenpolitiker des vereinten Deutschland (klar, die Herrschaften nun wieder - und natürlich ohne Volk).

Diese staatszentrierte, volksferne Sichtweise - daran hängts. Das muß weg. Da sind die Briten und andere MEILENWEIT voraus.

Gruß
Klaus


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