Haben wir zuviele Bundesländer?

#1 von Willik , 09.01.2013 01:41

Haben wir zuviele Bundesländer?
Könnten wir viele Milliarden/Jahr für Länderparlamente, eigene Verwaltungen und Zehntausende von Beamten sparen, indem wir endlich etliche Gebiete neu regeln, z.B. das völlig überflüsssige BL Bremen auflösen, die Stadt HH nach einem Volksentscheid Schleswig-Holstein oder NDS zuordnen oder auf Rheinland-Palz und das Saarland verzichten?
Was meint das Forum?

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Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#2 von kjschroeder , 09.01.2013 01:53

Also ich sehe das nicht so.

Das Gegenbeispiel fällt mir aus Hessen ein: Da gab es auch eine Zusammenlegung, nämlich die Kreisgebietsreform in den 70ern. Und die damalige Begründung war so wie Ihre jetzt: Geld sparen durch Zusammenlegung der Verwaltung.

Wir wissen heute: Es wurde nichts gespart, die Vorschriftenhuberei mitsamt Personal ufert stattdessen immer weiter aus.

Hinzu kommt: Für die POLITIK sind zentralistische Lösungen - oder Lösungen, die dahin gehen - IMMER gut, weil sich dann bequemer von oben nach unten durchregioeren läßt.

Aber wie ist das für die Menschen? Soll alles plattgebügelt werden? Regionale gewachsene Besonderheiten gibts nicht mehr? Das hielte ich für keine gute Lösung.

Was wir m.E. bräuchten, wäre was ganz anderes: Eine Entkoppelung der Zuständigkeiten von Bund und Ländern. Mithin eine Struktur, in der jedes Bundesland für sich EIGENVERANTWORTLICH entscheidet - ob Schule, Förderung, DSL auf dem Land etc.etc. Und auch eigenverantwortlich Steuern erhebt, und eigenverantwortlich wirtschaftet - also ohne Länderfinanzausgleich.

Das Ergebnis wäre genau das, was Politiker gar nicht mögen: Standortwettbewerb. Funktioniert in der Schweiz mit den kleinen lütten Kantonen tadellos bis hin zum Steuerwettbewerb.

Gäbe für die Bundesländer auch erheblich mehr Freiräume für deren Entwicklung und hätte ein erheblich vielfältigeres bunteres Deutschland zur Folge.

Gruß
Klaus


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zuletzt bearbeitet 09.01.2013 | Top

RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#3 von Willik , 09.01.2013 02:09

"Eine Entkoppelung der Zuständigkeiten von Bund und Ländern. Mithin eine Struktur, in der jedes Bundesland für sich EIGENVERANTWORTLICH entscheidet - ob Schule, Förderung, DSL auf dem Land etc.etc. Und auch eigenverantwortlich Steuern erhebt, und eigenverantwortlich wirtschaftet - also ohne Länderfinanzausgleich."

Das ist richtig, und ich hatte auch etwas mehr im Sinn, aber keine Kreisgebietsreform!
Aber wie durchsetzen mit diesen Betonköpfen?!?
Ich meinte auch nicht Kleinstrukturen, sondern... aber das werden wir eh" nie mehr erleben! ):

Brauchen wir vielleicht doch wesentlich größere Veränderungen?
Ich befürchte das wird mit dem "Doitschen Michel" sicher nicht zu machen sein, solange er noch was zu fressen, zu saufen und was zu f.cken hat und genug Geld für den mp3-player übrig ist und die Heizung bezahlt wird und die Hundesteuer und die GEZtapo-Gebühr v. Amt übernommen wird. Wir rutschen da in eine Gesellschaft hinein, die den arbeitenden Menschen in DE sicher schon bald nicht mehr gefallen wird! ):
Gruß Willik u. Gute Nacht!

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#4 von kurt02 , 09.01.2013 04:04

"ch befürchte das wird mit dem "Doitschen Michel" sicher nicht zu machen sein, solange er noch was zu fressen, zu saufen und was zu f.cken hat und genug Geld für den mp3-player übrig ist und die Heizung bezahlt wird und die Hundesteuer und die GEZtapo-Gebühr v. Amt übernommen wird."

Ehrlich gesagt, ich finde so eine Sprache abstoßend.

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#5 von JoG , 09.01.2013 04:59

Das ist so eine Frage. Innerhalb der EU hätten die Deutschen mehr Gewicht (viele Kommissare, mehr Parlamentarier, sitze in den Grenien usw), wenn sie die Bundesregierung abwerfen würden und die Länder Mitgliedschaft nähmen. Man hätte ein Vielfaches des Stimmgewichts.

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#6 von heinzwernerhübner , 09.01.2013 08:29

"Ehrlich gesagt, ich finde so eine Sprache abstoßend."

Mag sein, aber was sagen Sie zum Inhaltlichen der "sprachlich abstoßenden" Information?

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#7 von Jochen Singer , 09.01.2013 10:37

Zitat von Hallo, Heinz
Ehrlich gesagt, ich finde so eine Sprache abstoßend.


Zitate lassen sich so schreiben:

1
 
[quote="Hallo, Heinz"]Ehrlich gesagt, ich finde so eine Sprache abstoßend.[/quote]
 


Rechts neben der Editor-Text-Area befinden sich einige Buttons die einige Formatiervorlagen zur Verfügung stellen. Formatierung des Editor-Textes :faq.php#f01



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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#8 von heinzwernerhübner , 09.01.2013 11:18

Vielen Dank, Jochen.
heinz

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#9 von kurt02 , 09.01.2013 14:20

Sie werden sich wundern - nicht die ordinäre Wortwahl stößt mir auf, sondern dieser negative Kollektivismus, der sich da sprachlich Bahn bricht - womit auch schon der Inhalt ausreichend kritisiert wäre, nicht wahr?

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RE: Nein - aber das Verhältnis Bund/länder muß entkoppelt werden

#10 von kjschroeder , 09.01.2013 22:39

Zitat
nicht die ordinäre Wortwahl stößt mir auf, sondern dieser negative Kollektivismus, der sich da sprachlich Bahn bricht


Ich habs als bewußte Zuspitzung, als Provokation in der Sache gelesen.

Gruß
Klaus


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