Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#1 von weihrauch , 27.12.2013 17:28

Demonstrativ wird verkündet, daß Deutschland nach und nach seine Goldbarren aus den USA zurückholen will.
Der Zeitraum allerdings ist ungewiß. Warum aber muß das Gold umgeschmolzen werden? Warum kriegten wir nicht unsere Originalbarren zurück? Der Verdacht liegt weiterhin nahe, daß die USA in der langen Zeit seit Krieg und Besatzung über das Wirtschaftswunder bis in dieses Jahrhundert sich am deutschen Gold vergriffen haben, es "ausgeliehen" haben, ja, daß nach wie vor ein großer Teil der 2000 Tonnen fehlen könnte.
Verwundern würde dies nicht. Ich glaube auch nicht einmal, daß sie dies abstreiten würden, weil es für sie selbstverständlich ist.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....aner-geliefert/

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#2 von JoG , 27.12.2013 18:16

Ich denke, die Amis wären gut beraten eine Rechnung zu stellen für die Vollkosten eines angemessenen Anteils an der Herstellung internationaler Sicherheit, während sie das Pfand noch haben. Schließlich ist jedem Deutschen klar, dass Sicherheit etwas kostet (in Inland die Kosten für Polizei, Gesetzgebung, Staatsanwaltschaft oder Gerichte) und man hier der größte Profiteur war. Vermutlich ist der deutsche Anteil nur zwei oder drei Billionen, aber was soll's? Für die EU, die Sozialprogramme oder die Energiewende hat man ja auch so viel verplempert.
;)


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zuletzt bearbeitet 27.12.2013 | Top

RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#3 von kjschroeder , 28.12.2013 05:22

Zitat
Ich denke, die Amis wären gut beraten eine Rechnung zu stellen für die Vollkosten eines angemessenen Anteils an der Herstellung internationaler Sicherheit, während sie das Pfand noch haben.



Das ist nach meinem Kenntnisstand schon immer der Fall gewesen.

Gruß
Klaus

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#4 von kjschroeder , 28.12.2013 05:49

Zitat
Der Zeitraum allerdings ist ungewiß.



Bis 2020. Das ist alles recht klar definiert: Aus Paris wird alles abgeholt, also alle 374 Tonnen, und von der N.Y.-Fed 300 Tonnen, was den dortigen Anteil von 45 auf 37% senkt. -> http://www.forbes.com/sites/afontevecchi...urrency-crisis/ und hier: -> http://www.marketplace.org/topics/world/...-home-heres-why

Am Ende, also 2020, wird die Bundesbank die Hälfte der Goldreserven im Ausland haben, die Hälfte hier. Das ist der Plan der Bundesbank. Und die geringe Menge pro Transport erklärt sich mit dem Risiko, das Versicherer zu tragen bereit sind (etwa 3-5 Tonnen pro Transport).

Sie und ich können nichts dafür, daß deutsche Medien so beschi.... darüber berichten, deswegen empfiehlt sich eine gewisse Vorsicht mit Wertungen.

Die Sache mit dem Umschmelzen allerdings - ja, das ist m.E. ein gravierender Punkt. In dem von Ihnen verlinkten Artikel heißt es:

Mehrfach-Entleihungen oder Mehrfach-Eigentümerschaften könnten etwa zur Manipulation des Goldpreises dienen, so Boehringer. „Solche manipulative Verwendung deutschen Eigentums wird nun niemals mehr überprüft werden können,

Wer sagt Ihnen, werr sagt Boehringer, daß es die Fed war, die damit gehandelt hat? Schließlich hat die Bundesbank selbst gesagt, daß die Auslandsverwahrung damit zu tun habe, nahe an den Kapitalmärkten zu sein. Was welche Schlußfolgerung nahelegt? Doch wohl, daß die BUNDESBANK damit gehandelt - und mglw. den Goldpreis auf diese Weise manipuliert hat -, nicht wahr?

Denn auch sie - und vor allem die hiesige Politik - kann kein Interesse daran haben, daß der Goldpreis wegen der maroden Papierwährungen (Euro!) durch die Decke schießt.

Es gibt da nämlich ein Abkommen, wonach die Bundesbank maximal 400 Tonnen Gold versilbern darf. Pro Jahr. -> http://www.focus.de/finanzen/finanz-news...aid_424124.html

Jedenfalls täte die Bundesbank m.E. gut daran, diesen Umstand aufklären bzw. darüber zu informieren, sonst schießen die Spekulationen noch himmelhoch ins Kraut.

Gruß
Klaus

PS. Auch dieser Fall ist m.E. ein schönes Beispiel für die Notwendigkeit einer möglichst breiten Informationsbasis. Und ich möchte in diesem Zusammenhang nochmals auf meinen Beitrag im mitgliederinternen Bereich verweisen - und ihn, bitte, auch dort diskutieren. ;-)

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#5 von horstR , 28.12.2013 11:26

Wenn ich mir die amerikanische Staatsverschuldung anschaue, könnte doch Zypern grüßen lassen 34oo t Gold sind ja eine nicht unbeachtliche Einlage:-)))


Saludos

HR

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#6 von kjschroeder , 28.12.2013 12:31

Naja, ich habe da ja eine Theorie:

Das Gold mußte umgeschmolzen werden, weil das ursprüngliche Gold gar nicht mehr da war und ist.

Und es ist deswegen nicht mehr da, weil die Bundesbank zusammen mit anderen Zentralbanken in 2007 (Höhepunkt der Immobilienfinanzikrise) und seit Sommer 2011 (Eurokrise, Spanien und Italien gehen unter den Rettungsschirm ESFS; das Vertrauen sackt ab, die Euro-Zentralbank hatte angekündigt, notfalls unlimitiert Staatsanleihen zu kaufen) den Goldpreis mit Unterstützung von Investmentbanken gezielt manipuliert.

Zentralbanken können Gold ja verleasen oder verleihen - weswegen in der Buchführung seit einigen Jahren auch nicht mehr zwischen vorhandenem existierendem Gold und Goldforderung unterschieden wird. Beide Positionen sind bei den Zentralbanken zu einer Position verschmolzen (auch eine Art von Umschmelzung;-).

Jetzt laß dieses Gold auf den Markt geworfen werden, um die Papierwährungen zu retten bzw. die Leute davon abzuhalten in Gold zu investieren.

Und nun kommt auf Druck der deutschen Bevölkerung und damit auch der Politik die Bundesbank und muß ihre Goldforderungen an andere materialisieren. Ich könnte mir vorstellen, daß es doch etwas peinlich sein könnte, wenn in der Pressekonferenz Barren gezeigt werden mit dem Prägestempel der Heraeus Ltd. Hongkong. Zum Beispiel. ;-)

Ich hab dazu a bisserl Quellenmaterial entdeckt:

- zunächst der Gold-chart -> http://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis/Chart

Und jetzt laß analog zu der Chartkurve die damaligen ereignisse drüberlaufen. ;-)

Hier gibt es was:
- http://www.deutsche-mittelstands-nachric.../2012/04/41786/ Goldexperte Eichelburg im Apriol 2012 über Manipulationen der Zentralbanken

- hier mit einem Übersichts-Chart, der zegit, was auch in 2007 abging. Mit Kommentar: -> http://finanziell-umdenken.blogspot.de/2...iten-nicht.html

- und hier wallstreet online mit der Einschätzung, daß Goldkauf erst bei 1.100-1.200 USD / Feinunze wieder zu empfehlen wäre (wo er bald stehen dürfte) -> http://www.wallstreet-online.de/nachrich...oldpreis-weiter

Merke: So leicht will sich die Politik ihre Schuldenbutter nicht vom Brot nehmen lassen .....

Gruß
Klaus

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#7 von JoG , 28.12.2013 15:02

Ich glaube nicht, dass das Gold nach Prägestempel als wesentliche Eigenschaft den Eigentümern zugeordnet wird. Da mag ich mich zwar irren, aber bei den ganzen Transaktionen, die laufend stattfinden, wäre das wertmindernd.

Was ich allerdings sehe ist, dass sich Deutschland wenig vertrauenserweckend verhält. Es ist zwar völlig legitim seinen Alliierten und Geschäftspartnern zu misstrauen. Man darf sich aber nicht wundern, wenn man als lose Kanone gilt und man anders behandelt wird. Das ist leider mit einer abwärts führenden Spiralentwicklung leicht verbunden, so dass sich Deutschland sehr leicht sich mit Österreich und Russland verbündet wiederfinden und den Rest der Welt hasst.

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#8 von JoG , 28.12.2013 15:13

Zitat von horstR im Beitrag #5
Wenn ich mir die amerikanische Staatsverschuldung anschaue, könnte doch Zypern grüßen lassen 34oo t Gold sind ja eine nicht unbeachtliche Einlage:-)))


Ich denke, der Politik eines Landes, Bevölkerung so denkt, zu trauen, wäre ein verhängnisvoller Fehler.

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#9 von horstR , 28.12.2013 17:58

Kommt drauf an, wenn da noch ein Hakenkreuz drauf ist wird es wohl sofort beschlagnahmt:-)))


Saludos

HR

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#10 von kjschroeder , 28.12.2013 19:55

Zitat
Ich glaube nicht, dass das Gold nach Prägestempel als wesentliche Eigenschaft den Eigentümern zugeordnet wird.



Dann stellt sich die Frage, warum es bzw ein Teil überhaupt umgeschmolzen wurde. Haben Sie eine andere Idee?

Gruß
Klaus

PS.: Die Originalmeldung, auf die sich die Wirtschaftsnachrichten beziehen, steht hier. Und es ist recht geschickt formuliert, man kann das glatt überlesen. -> http://www.bild.de/geld/wirtschaft/bunde...77522.bild.html

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#11 von JoG , 28.12.2013 22:06

Es wäre dann natürlich zu prüfen, welcher Zahn dafür gezogen werden musste. Aber in ernst, wann wurde das Zeug eingelagert, wie und wann würde Eigentum darüber erlangt?

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#12 von JoG , 28.12.2013 22:13

Nein. Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, wieso man das würde. Es ist zwar mE nicht richtig teuer, aber die Kosten sind doch nicht zu vernachlässigen. Wer zahlt und warum der Umstand ist eine interessante Frage. Aber wissen Sie über die Geschichte des Schatzes etwas genaues?

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#13 von mabus , 28.12.2013 22:53

Kaum zu glauben, das zu den weltweiten Goldbeständen keine Buchhaltung existieren soll.
Glücklicherweise hat sich der Wert des Goldes wieder etwas "normalisiert",
oder die Gier über dessen Besitz, hat sich etwas beruhigen können.

Also anfassen dürfen die Amis "unser Gold"; und dabei für den Transport in die Heimat "aufladen"! ;-))

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#14 von JoG , 28.12.2013 22:59

Zitat von mabus im Beitrag #13

Also anfassen dürfen die Amis "unser Gold"; und dabei für den Transport in die Heimat "aufladen"! ;-))


Ja, ja. Fleißig sind sie ja die Amis.
;)

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RE: Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen?

#15 von kjschroeder , 28.12.2013 23:34

Zitat
Nein. Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, wieso man das würde.



Aber es geschah mit einem Teil des Goldes. Die Frage lautet: Warum? Denn einen Grund dafür muß es ja wohl geben.

Zitat
Aber wissen Sie über die Geschichte des Schatzes etwas genaues?



Ach herrje! ;-)

Nun, der Anfang der Geschichte ist einfach: Der Goldschatz entstand durch die Exportüberschüsse in den Boomjahren der 50er und 60er und deren Auszahlung in Gold (heute schlagen sich die Exportüberschüsse in der Eurozone in Klopapier - pardon: Target2-Salden - nieder). 1973 wurde Bretton Woods wegen seiner systemimmanenten Fehler (Stichwort: Trilemma) in die Tonne getreten und damit der Goldstandard. Und Aus war es mit dem Anwachsen des Goldschatzes.

Daß er in den USA verblieb - nun, darüber rankten sich jede Menge (Verschwörungs-) Theorien. Deswegen mein "Ach herrje!" Blessing-Brief und so. Es gibt auch eine Auflösung, aber sinnigerweise ist sie schwer auffindbar unter den abertausenden Weblogs, Webseiten etc. Und der link, den ich mal abgespeichert hatte - tja, der ist futsch. Gelöscht. Versehentlich.

Gruß
Klaus

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Haben sich die Amerikaner am deutschen Gold vergriffen? Nein, seit heute gibts Klarheit

#16 von kjschroeder , 20.01.2014 05:57

Zitat
Es ist zwar mE nicht richtig teuer, aber die Kosten sind doch nicht zu vernachlässigen. Wer zahlt und warum der Umstand ist eine interessante Frage.



Heute habe ich darauf eine Antwort gefunden -> http://www.welt.de/wirtschaft/article123...Bundesbank.html

Womit sich die Skepsis und die (Verschwörungs-) Theorien erledigt haben dürften.

Oder?

Gruß
Klaus

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