Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#1 von kjschroeder , 28.10.2013 21:54

Eigentlich ist es ganz einfach:

Als es um das Abhören von 80 Mio Bürgern ging,

- sprach niemand mit Obama,
- wurde kein Untersuchungsausschuß erwogen,
- es gab für deutsche Politiker keinen "Vertrauensbruch",
- auch kein "Weltmachtgehabe",
- es gab überhaupt keine Affäre,
- und für all die, die glaubten, es gäbe eine, wurde sie von Pofalla ("Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen") für beendet erklärt.

Jetzt geht es um ein einziges Handy - und

- die Hölle ist los, das deutsch-amerikanische Verhältnis ist empfindlich gestört.

Was sagt uns das?

Hinter dieser Art der Debatte stecken feudalistische Denkstrukturen - Motto: Mit dem blöden Gesinde kann man's machen, mit der Schloßherrin nicht.

Was ich hingegen nicht so kapiere, ist: wieso regen Wir uns eigentlich nicht über Frau Merkel auf? Ich meine, jeder Beschäftigte in sicherheitsrelevanten Bereichen, der Vorschriften nicht beachtet, verbotenerweise mit dem Computer am Arbeitsplatz surft, kriegt bei Vertstößen einen auf den Deckel - oder fliegt ganz.

Und hier im - wortwörtlich - "öffentlichen" Dienst? Da telefonieren sie alle frisch und fröhlich auf ihren Privathandys herum. Da gibt es dann putzigerweise KEINEN Untersuchungsausschuß gegen Frau Merkel, weil: da müßten sie alle in den Beichtstuhl. Alle Minister, alle Abgeordneten. Ein Schlamperladen sondergleichen.

Warum gibt es DAGEGEN keine Proteste? Andererseits: Was soll man von einer mentalen Verfaßtheit einer Gesellschaft halten, die eine kinderlose Frau als "Mutti" bezeichnet?

Hab ich was ausgelassen? Ach ja: vielleicht steckt hinter dem Gehabe was ganz anderes: Rache.

Gruß
Klaus

PS: Hab noch was ausgelassen:

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, haben sich FDP-Chef Rösler und der damalige Wahlkampfspitzenkandidat Rainer Brüderle bei Obama beschwert: "Wir wurden überhaupt nicht abgehört! Wir protestieren gegen diese Demütigung!"

;-)

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#2 von weihrauch , 29.10.2013 00:48

Zitat von kjschroeder im Beitrag #1
Eigentlich ist es ganz einfach:

Als es um das Abhören von 80 Mio Bürgern ging,

- sprach niemand mit Obama,
- wurde kein Untersuchungsausschuß erwogen,
- es gab für deutsche Politiker keinen "Vertrauensbruch",
- auch kein "Weltmachtgehabe",
- es gab überhaupt keine Affäre,
- und für all die, die glaubten, es gäbe eine, wurde sie von Pofalla ("Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen") für beendet erklärt.

Jetzt geht es um ein einziges Handy - und

- die Hölle ist los, das deutsch-amerikanische Verhältnis ist empfindlich gestört.

Was sagt uns das?

Hinter dieser Art der Debatte stecken feudalistische Denkstrukturen - Motto: Mit dem blöden Gesinde kann man's machen, mit der Schloßherrin nicht.

Was ich hingegen nicht so kapiere, ist: wieso regen Wir uns eigentlich nicht über Frau Merkel auf? Ich meine, jeder Beschäftigte in sicherheitsrelevanten Bereichen, der Vorschriften nicht beachtet, verbotenerweise mit dem Computer am Arbeitsplatz surft, kriegt bei Vertstößen einen auf den Deckel - oder fliegt ganz.

Und hier im - wortwörtlich - "öffentlichen" Dienst? Da telefonieren sie alle frisch und fröhlich auf ihren Privathandys herum. Da gibt es dann putzigerweise KEINEN Untersuchungsausschuß gegen Frau Merkel, weil: da müßten sie alle in den Beichtstuhl. Alle Minister, alle Abgeordneten. Ein Schlamperladen sondergleichen.

Warum gibt es DAGEGEN keine Proteste? Andererseits: Was soll man von einer mentalen Verfaßtheit einer Gesellschaft halten, die eine kinderlose Frau als "Mutti" bezeichnet?

Hab ich was ausgelassen? Ach ja: vielleicht steckt hinter dem Gehabe was ganz anderes: Rache.

Gruß
Klaus

PS: Hab noch was ausgelassen:

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, haben sich FDP-Chef Rösler und der damalige Wahlkampfspitzenkandidat Rainer Brüderle bei Obama beschwert: "Wir wurden überhaupt nicht abgehört! Wir protestieren gegen diese Demütigung!"
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Das Dilemma ist die "schweigende Mehrheit".
Auch ich würde gerne auf die Straße gehen - aber die Organisation fehlt.
All die heißen Eisen, die angepackt wurden, rufen bei der Mehrheit Empörung hervor - aber niemand ist da, der einen Protest organisieren kann.
Aus meinem Bekanntenkreis höre ich des Öfteren: "Die machen ja doch was sie wollen"

Dabei bin ich sicher, daß mit dem 89er Geist ein guter Anfang geschaffen wurde.

Warum sind die Linken so erfolgreich, was das Organisieren betrifft?

1. Sie haben die Medien hinter sich - das Staatsfernsehen und die Privaten
2. Den größten Teil der Printmedien

Sie können Veranstaltungen - Aufrufe und Flugblätter ohne Einschränkung für sich nutzen, was für andere politische Richtungen verboten ist.
Nicht umsonst wird gegen die "extremistische Mitte" vorgegangen - als Verfassungsfeindlich eingestuft.
Sie können in Schulen werden, was anderen Organisationen ebenfalls verboten ist.

1989 waren die Westmedien diejenigen, die zu Demos aufgerufen haben. Dadurch konnten auch politisch weniger Interessierte oder ängstliche Leute mobilisiert werden.

Und heute:
Sollte sich eine bekannte Persönlichkeit dazu entschließen, einen Gebührenboykott zu fordern, die Bürger zu Nichtzahlung der GEZ aufregen, müßte er mit Gefängnis rechnen.

Nur eine pluralistische Medienwelt könnte die Bürger dazu bewegen, wie im Falle Obama, auf die Straße zu gehen.
Die Linken haben kein Interesse.

Sichere Gründe

;-)


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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#3 von JoG , 29.10.2013 06:53

Mich interessiert, ob Merkel der Geheimhaltung unterliegenden Themen am Telefon besprach oder per SMS kommentierte. Ist das nicht verboten? Unter Strafe? Das ist doch Inkaufnahme des eigenen geheimnisverrats.

Oder darf diese Frau aus Bequemlichkeit die Nation gefährden.

Oder gibt sie nur immer kuchenrezepte per SMS weiter?

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#4 von Marie , 29.10.2013 10:22

Hier ein weiterer netter Kommentar, der noch um einen nicht ganz unwichtigen Aspekt ergänzt -> http://www.welt.de/wirtschaft/article121...ren-herein.html
"USA fallen auf die Illusion der Diktatoren herein /29.10.13

Der Überwachungswahn totalitärer Regime wie der DDR konnte ihren Zusammenbruch nicht verhindern. Im Gegenteil: Er band zu viele ökonomische Kräfte. Ausgerechnet die USA tappen nun in diese Falle.
Von Thomas Straubhaar ... "

Das sehr spezielle Problem rundum ausgeleuchtet und sauber auf den Punkt gebracht - bleibt die Frage, wer unsere Ami-Freunde von ihrem Paranoia-Film wieder runterkriegt, hoffentlich rechtzeitig ...
(Hatten die nicht seinerzeit auch Markus Wolf angeheuert? ;-)

Gruß,
Marie

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#5 von horstR , 29.10.2013 12:22

Man wird ja immer sprachloser, dieser hirnlose Innenminister betet immer noch runter "Deutsches Recht, darf auf deutschem Boden nicht gebrochen werden". Für den mitdenkenden Zuhörer, was im Ausland, exterritorialem Gebiet (z.B. eine Botschaft) oder bei Satelliten stattfindet interessiert deusches Recht nicht. Das gilt dann ja wohl auch bei Internetbetrug!

Und der Gipfel, eigentlich eine Steilvorlage für Prioll Muttis Reaktion auf 12 Jahre abgehört werden: Die USA sind unsere engsten Freunde und Verbündete, wir müssen Vertrauen bilden....

Ja leben die Deutschen in einem Tollhaus, oder wie?

Natürlich muß der deutsche Staat sich auch dafür einsetzen, daß die Grundrechte und das Briefgeheimnis auch im Ausland gewährleistet wird! Was von Verträgen zu halten ist, sieht jedermann am Europäischen wie an dem Vertrag von Maasticht. Das Papier kann man sich wohl sparen, die sind genau so viel wert wie Wahlversprechen, was hat das alles noch mit Demokratie zu tun?

Richtig sauer


MfG

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#6 von Marie , 29.10.2013 16:08

Daß unsere *Eliten* in dieser Sache so einen unsäglichen Eiertanz hinlegen könnte vielleicht auch an der Beteiligung israelischer Dienste liegen. Dazu gibt es hier bisher nur laut dröhnende Stille, zumal ja auch noch nicht klar ist wie unsere Ami-Freude sich dazu positionieren ;-)

Hier z.B. ein Überblick mit weiterführenden Links im Text -> http://original.antiwar.com/justin/2013/...tners-in-crime/
"Israel and the NSA: Partners in Crime
Documents hint Israelis behind attempt to eavesdrop on France – but America takes the blame
by Justin Raimondo, October 28, 2013

Gruß,
Marie

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#7 von horstR , 29.10.2013 19:29

Nach meiner Einschätzung wäre beim Mossat so was wie Snowden undenkbar, aber wenn jemand die NSA kontrolliert, dann die oder die Jesuiten...:-))))

Ein Auge zukneifend


MfG

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#8 von JoG , 29.10.2013 20:32

Komisch eigentlich nur, wie unordentlich man hier offenbar seine Prioritäten geordnet hat. Um das so zu tun, muss man schon auf mehreren Gebieten gleichermaßen ignorant und fehlgeleitet sein.

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#9 von kjschroeder , 30.10.2013 20:40

Zitat
Komisch eigentlich nur, wie unordentlich man hier offenbar seine Prioritäten geordnet hat.



Hier steht eine lesenswerte Betrachtung, warum das so sein könnte: -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...giert_der_trotz

Gruß
Klaus

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#10 von JoG , 30.10.2013 21:30

Es geht ja ganz offensichtlich nicht um das Abhören durch die Amerikaner. Es geht vielleicht um etwas, das damit zusammenhängt, was aber auch bei weitem nicht sicher ist.

Aber warum legt sich Merkel mit den Amerikanern an? Es muss schon sehr wichtig ihr sein, weil das ist nicht ganz ungefährlich.

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#11 von kjschroeder , 30.10.2013 22:16

Zitat
Es geht ja ganz offensichtlich nicht um das Abhören durch die Amerikaner.



Ich vermute, daß die Abhörgeschichte nur der Anlaß war. Denn hört man sich das Vokabular der Politik dazu an (z.B. "Weltmachtgehabe", "riesiger Vertrauensbruch", "Abhören unter Freunden - das geht gar nicht" an, dann schwingt da noch was anderes mit: beleidigte Leberwurst (würde der Volksmund in meiner Ecke sagen), Demütigung, auch Frust (weil nicht Deutschland, sondern Amerika eine Weltmacht ist) - da kommt viel verletzte Eitelkeit hoch - aber auch eine m.E. weltfremde Vorstellung über die Aufgaben eines Regierungschefs.

Es wird auch deutlich, wie weit Anspruch und Realität bei unseren Politikern auseinanderklaffen: Sie wollen überall mitreden (Sitz im ständigen Sicherheitsrat der UN z.B.) aber nichts dafür tun (lächerliche Größenordnung und Ausstattung der Bundeswehr z.B.).

Und hier wurden sie vorgeführt, und es wurde ihnen deutlich gemachtg, daß sie international weit weniger zu melden haben als sie uns - und vielleicht auch sich selbst - glauben machen wollen.

Und da der Ruf der Politik hierzulande mittlerweile bei offenbar immer mehr Menschen nachhaltig ruiniert ist, ist es eben einfacher, einen Sündenbock woanders zu suchen als bei sich selber.

Haben Sie mal die Reaktion der amerikanischen Öffentlichkeit beobachtet? Leserbriefe und so? Die Amerikaner schweigen weitgehend (bis auf eine Mini-Demo in Washington). Warum? Ganz einfach: Sie erwarten von ihrem Geheimdiensten Schutz und entsprechende Spionage.

Das ist folgerichtig und wird auch in Deutschland von Leuten mit einigem Bezug zur Realwelt nicht anders gesehen. Aber der BND schützt uns wie? Folgt man SPD-Sicheerheitsobmann im bundestag, Thomas Oppermann, spioniert der BND "Freunde" nicht aus. Für mich ist das eine politisch gewollte Vernachlässigung seiner Kernaufgaben, die dieser Mann da propagiert. Das ist weltfremd. -> http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavi...29-Oktober-2013

Womit das nächste Problem angesprichen wäre: Was tut der amerikanische Staat für seine Bürger - und was der deutsche für seine? Der deutsche schneidet da gar nicht gut ab im Vergleich. Was zusätzlich nerven dürfte.

Jedenfalls ist dieses Gelaber von "Freunden" genauso weltfremd wie der Irrglaube, wir alle seien Europäer ohne nationale Unterschiede oder Interessen.

Es ist letzlich ein Reinlullen in Scheinwelten, aus dem die NSA-"Affäre" Berlin aufgeschreckt hat. Und dieses Erwachen aus der kuscheligen Traumwelt scheint den Berlinern mächtig auf den Senkel zu gehen.

Zitat
Es muss schon sehr wichtig ihr sein, weil das ist nicht ganz ungefährlich.



Deswegen wird Berlin diese Karte auch nicht ausreizen, hoffe ich.


Gruß
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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#12 von horstR , 30.10.2013 22:25

Forbes sieht heute Putin vor Obama, Mutti hält tapfer den 5. Platz... Frage ich mich natürlich wo sieht Forbes Chinas Machthaber?


MfG

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung

#13 von JoG , 30.10.2013 22:32

Obama war ein Risiko. Das war damals schon klar und war bekannt als man ihn wählte. Er hat einfach zu wenig Erfahrung gehabt und das rächt sich jetzt. Ich war skeptisch. Er ist nicht bisher so schlimm gewesen, wie er hätte sein können, aber er gibt sich Mühe und hat ja auch noch etwas Zeit.

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Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung. Inklusvie Rußlands Rolle.

#14 von kjschroeder , 02.11.2013 08:32

Obama ist ein Blender. Dieses messianische Gehabe bei Piolitikern ist suspekt.

Mir ist jetzt aber ein anderer Aspekt wichtiger, den, wie ich zugebe, völlig aus den Augen verloren hatte, und der dankenswerterweise jetzt wieder in Erinnerung gerufen wird: die Rolle Rußlandas und Snowdens bei diesem "Skandal".

Hier ist ein lesenwerter Artikel dazu: -> http://www.welt.de/debatte/kommentare/ar...sster-Coup.html

Rußland scheint ein großes Interesse zu haben, Deutschland aus der Wertegenmeinschaft mit Amerika herauszubrechen. Denn daß Ströbele ohne Genehmigung der russischen Behörden sich mit Snowden treffen konnte, kann man ja wohl abhaken. Das ist von Moskau politisch gewollt. Die russische Regierung verspricht sich was davon. Und so, wie ich unsere "Eliten" kenne - insbesondere die linksgrüner Fraktion -, werden sie drauf anspringen und gedankenlos - oder aus Anti-Amerikanismus heraus - das Spiel Moskaus spielen. Denn funktionierende politisch-demokratische Reflexe, so fürchte ich, gibts hier nicht mehr.

Gruß
Klaus

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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung. Inklusvie Rußlands Rolle.

#15 von JoG , 02.11.2013 13:47

Natürlich will Putin Deutschland herausbrechen aus dem amerikanischen Bund. Dazu weiß er auch die richtigen Knöpfe in den Deutschen zu drücken. Bei Schröder ist es ihm ausgezeichnet gelungen. Aber dieses Bestreben ist uralt und die Deutschen lieben es, nimmt man sie da doch wichtig.
Das ist aber unvorstellbar blöd, da die Folgen so grässlich werden, wenn die internationale Architektur dem Putinschen Bild sich verändernden Koalitionen und Allianzen großer und mittlerer Mächte folgt und sich den Kräften und Dynamiken unterwirft die wir aus der Geschichte kennen, statt eine Vereinigung der Herstellung der globalen öffentlichen Güter zu installieren.

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Der NSA-Skandal - in Wahrheit ein Berliner Minderwertigkeitskomplex?

#16 von kjschroeder , 03.11.2013 10:32

Hier gibt es noch eine Erklärung, was Berliner und andere Politiker tatsächlich umtreiben könnte:

"Der neue Anti-Amerikanismus mag aktuell berechtigte Anläße der Kritik haben - Geheimdienste sind eben keine Rotaryclubs. In Art und Breite des Ressentiments verrät er aber etwas ganz anderes als die Sorge um Datenschutz: einen Minderwertigkeitskomplex. Mit jeder rotzigen Verbalattacke gegen die USA wirkt Europa mehr wie ein plärrendes Kind, das dem großen Bruder am anderen Ende des Teiches das Wasser einfach nicht reichen kann. Die Selbstverkleinerung Europas wird zusehends unser Markenzeichen.....

Man kann sich über die Arbeitsbedingungen bei Amazon und Starbucks ärgern und sich wundern, warum Europas Buchhändler und Cafehäuser sterben. Man könnte aber auch ein eigenes “Rheinazon” oder “Kaffee Sterntaler” hoch ziehen. Doch Europa kann einfach nicht.

Die Klage über die neue Macht Amerikas ist darum in Wahrheit die Selbstanklage der eigenen Ohnmacht...."

Quelle: -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...fen_auf_amerika

Schätze, da ist was dran., wenn ich mir das Gehabe unserer Möchtegern-Weltmachtpolitiker so anschaue.

Damit korrespondiert auch wunderbar eine Umfrage, die zeigt, daß der Bevölkerung selbst die Abhör-"Affäre" rerlativ egal ist: -> http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-...pionageabkommen


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RE: Der NSA-Skandal - in Wahrheit ein Berliner Minderwertigkeitskomplex?

#17 von JoG , 03.11.2013 11:15

Auch wäre zu bedenken, dass der Gedanke Europa solle dies oder jenes, das die USA tat. Dabei ist darin schon die verzerrte Weltanschauung sichtbar. Die USA kann auch keine erfolgreiche Kaffeehauskette machen. Was sie kann ist sich rauszuhalten und den Bürgern Freiheit zu lassen.

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RE: Der NSA-Skandal - in Wahrheit ein Berliner Minderwertigkeitskomplex?

#18 von kjschroeder , 03.11.2013 17:28

Zitat
Die USA kann auch keine erfolgreiche Kaffeehauskette machen. Was sie kann ist sich rauszuhalten und den Bürgern Freiheit zu lassen.



Joooh! <lach> Das ist genau, was die Politik in Brüssel und Berlin nie kapieren wird! Alles, was die drauf haben, ist Konsumzwang per Verordnung - siehe Glühbirnen und Duschköpfe - und als neuester Hit, allerdings nicht als Zwang, sondern "nur" als Desinformation: Öko-Staubsauger. -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...nicht_vergessen

Gruß
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Oha, jetzt kriegen die Amis aber das Muffensausen - Claudia kommt!

#19 von kjschroeder , 03.11.2013 18:41

Ich schätze ja, sowas ignorieren die Amerikaner noch nicht mal, aber sei's drum: -> http://www.stern.de/politik/deutschland/...en-2068725.html

Gruß
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RE: Oha, jetzt kriegen die Amis aber das Muffensausen - Claudia kommt!

#20 von horstR , 03.11.2013 19:13

Tja Bundestagsvizepräsidenten, immerhin haben amerikanische Medien Stroebele schon zum Außenminister gemacht....

Und alle haben Angst vor einem Rechtstreit mit den USA, die Lage ist verzwickt. Rein rechtlich ist Shnowden wohl ein Verräter und die wurden von den Verratenen schon immer hart bestraft wenn sie sie in die Finger gekriegt haben!


MfG

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RE: Oha, jetzt kriegen die Amis aber das Muffensausen - Claudia kommt!

#21 von kjschroeder , 03.11.2013 19:27

Für mich ist das, was die Roth da macht, ein erneutes Beispiel für die Unüberlegtheit, Kurzsichtigkeit und letzlich Unfähigkeit Probleme bis zum potentiellen Ende durchzudenken. Und mich interessiert dabei auch nicht Snowden, sondern mich interessiert, wie lächerlich und isoliert wir in der Welt dastehen werden, wenn die Ströbeles und Roths so weitermachen.

Verräter, lieber Horst, werden überall verachtet, nicht nur bei den Betroffenen. Und wohl nur hier - in diesem von Hysterie, Alarmismus und Desorientiertheit geprägten juste milieu - ist es möglich, daß so jemand zum Helden hochstilisiert wird.

Gruß
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RE: Oha, jetzt kriegen die Amis aber das Muffensausen - Claudia kommt!

#22 von JoG , 03.11.2013 20:32

Als es um das Abhören von 80 Millionen Bürger ging? Wie viel wiegen die gegen die Arbeitslosen des Euro und denen, die daher in Schmerzen sterben?

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RE: Oha, jetzt kriegen die Amis aber das Muffensausen - Claudia kommt!

#23 von JoG , 03.11.2013 20:35

Michael Kohlhaas ist die Figur, die mir einfällt

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Der NSA-Skandal - ein Hintergrund-Report vom "Guardian"

#24 von kjschroeder , 03.11.2013 21:51

Das ist der bislang beste Hintergrund-Report, den ich bislang gesehen habe: journalism at it's best. -> http://www.theguardian.com/world/interac...lations-decoded

Gruß
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RE: Der NSA-Skandal - (m)eine kleine Zusammenfassung. Inklusvie Rußlands Rolle.

#25 von kjschroeder , 03.11.2013 22:14

Zitat
Das ist aber unvorstellbar blöd, da die Folgen so grässlich werden, wenn die internationale Architektur dem Putinschen Bild sich verändernden Koalitionen und Allianzen großer und mittlerer Mächte folgt und sich den Kräften und Dynamiken unterwirft die wir aus der Geschichte kennen, statt eine Vereinigung der Herstellung der globalen öffentlichen Güter zu installieren.



Die deutschen politischen Eliten sind wegen ihrer Unsicherheit, was sie eigentlich genau in Europa wollen, das mglw. schwächste politische Glied in der NATO. Aber das eigentlich Problem - die lächerlichen Ausgaben für das Militär und das Herumschnorren am atomaren US-"Rettungsschirm" - ist EU-weit anzutreffen. Das Wahrnehmen von Verantwortung hat eben auch mit Macht als Voraussetzung zu tun. Und ein Kontinent, der sein Militär verlottern läßt, sich aber im Weltmachtgehabe dicke tut, verliert nicht nur Glaubwürdigkeit, sondern dürfte auch die USA irgendwann nerven. Wäre ich Obama, würde ich mir den folgenden Essay zu Herzen nehmen. Und vielleicht kommt das noch.

-> http://www.hoover.org/taskforces/militar...gika/07/roberts

Gruß
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