Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#1 von kjschroeder , 07.10.2013 21:32

Seit einer Woche schwelt nun ein Knatsch, der durch die angekündigte Auflösung der Partei "Die Freiheit" nun mehr und mehr ins Rampenlicht rückt: Die AfD will Mitglieder von Kleinparteien nicht mehr aufnehmen bzw. die Nichtaufnahme zur Regel machen. AfD-Bundessprecher Bernd Lucke ließ sich in der "Süddeutschen" so zitieren:

"Die Regel ist jetzt, dass nicht aufgenommen wird", erklärte der AfD-Bundessprecher Bernd Lucke. Lediglich in Ausnahmefällen, etwa wenn eine Mitgliedschaft schon länger zurückliege, sei eine Aufnahme noch möglich.

Dafür sei aber stets ein protokolliertes Einzelgespräch und die Zustimmung des jeweiligen Landesvorstandes erforderlich. "Wir werden nicht alle über einen Kamm scheren, aber die Nachweispflicht für eine untadelige politische Einstellung liegt eindeutig bei denen, die sich um Aufnahme in die AfD bewerben", sagt Lucke. Eine Mitgliedschaft in der AfD sei unvereinbar mit ausländerfeindlichen, rassistischen, antisemitischen, islamfeindlichen, rechtsextremen und linksextremen Gesinnungen."

Das hört sich aus meiner Sicht der Dinge zunächst gut an, was die Inhalte angeht. Und erheblich weniger gut in Bezug auf die Vorgehensweise: Wer ehemals Mitglied bei "Die Freiheit" war, steht unter Generalverdacht, wer ehemals Mitglied bei der "FDP" war, kriegt General-Absolution? Was ist das denn? Ist nicht jeder ein individueller Mensch, einzigartig?

Mich wundert nicht, daß da einige Landesverbände aufmucken, wie in der FAZ nachzulesen ist.

Vielleicht liegt es auch daran, daß sich die Partei in vielen politischen Punkten noch nicht sortiert hat. Das wäre m.E. drängender, dann entstünden solche Diskussionen auch nicht.

Oder?

Gruß
Klaus

kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012


RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#2 von horstR , 07.10.2013 22:50

Wie soll sich eine junge Partei gegen Unterwanderung falscher Gesinnungsgenossen wehren?


MfG

HR

Schluss mit lustig, was kommt nach der Boygroup?

horstR  
horstR
Beiträge: 1.174
Registriert am: 28.12.2012


RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#3 von kurt02 , 07.10.2013 23:33

Zitat von horstR im Beitrag #2
Wie soll sich eine junge Partei gegen Unterwanderung falscher Gesinnungsgenossen wehren?


Yupp, Sie haben schon Recht damit. Es gibt halt etliche mehr oder minder durchgeknallte Kandidaten,die in jede neue Partei , die gerade erst aufgemacht hat. Gestern Piraten, dann heute früh PdV, nachmittags die Freiheit und abends AfD - die sind sofort wierder weg, wenn eine neue Partei vielleicht einen Messias hat.

kurt02  
kurt02
Beiträge: 649
Registriert am: 07.01.2013


RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#4 von Willik , 08.10.2013 00:27

"...wie in der FAZ nachzulesen ist."

Da sind immerhin viele sehr gute Leserbriefe dabei.
Mit dem widerlichen Totschlagargument "rechtspopulistisch" wird alles verunglimpft und gebrandmarkt, was nicht mindestens eine linksextremistisch motivierte Straftat auf dem Gewissen hat oder sie gutheißt, was nicht mindestens einen Polizisten verprügelt, einen Molotowcocktail gebaut oder ein Auto abgefackelt hat o.Ä.
Die AfD sollte nach dem mindestens unter... seltsamen Bedingungen zustandegekommenen Wahlergebnis jetzt nicht an sich selbst zweifeln und sich nicht dem undemokratischen Mediendiktat der "political correctness" unterwerfen!
4.7% (Plus X) nur wenige Monate nach der Gründung der Partei sind ein absolut GRANDIOSES Ergebnis!

Willik  
Willik
Beiträge: 282
Registriert am: 05.01.2013


RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#5 von kjschroeder , 08.10.2013 06:32

Zitat
Wie soll sich eine junge Partei gegen Unterwanderung falscher Gesinnungsgenossen wehren?



Um es auf einen Punkt zu bringen: nicht durch pauschale Wertungen ganzer Mitgliedergruppen a la: Ex-"Freiheit"-Mitglieder stehen unter Generalverdacht, ex-FDP-Mitglieder unter Generalfreispruch.

Ich habe nichts dagegen, daß man nicht alles aufnimmt, das finde ich vielmehr gut und nötig. Denn wie kurt02 schon schrieb: Es laufen putzige Vögel herum, die morgens in die Linke, mittags bei den Grünen, nachmittags bei der Bierpartei und abends bei der AfD mitmischen wollen.

Aber das ist was anderes als die bei der AfD hier offensichtlich praktizierte Pauschalisierung, bei der Ex-Mitglieder nicht mehr als Individuen, sondern als (ehemaliger) Teil von Kollektiven wahrgenommen werden. Was ist das für eine Denke? Ich jedenfalls kann sehr gut auf Ex-Mitglieder einer kürzlich gefeuerten Partei verzichten, die Volksentscheide im Nachhinein durchführen will statt vorher und deren Gemeinsinn nur bis zur nächsten Lobbygruppe reicht.

Mal als Beispiel. Wohin das führt, haben wir alle gesehen.

Ich habe auch mit dieser ominösen "Freiheit'" nie was am Hut gehabt. Auch in deren Programm offenbart sich eine Haltung, die mir vorschreiben will, was ich als Freiheit zu sehen habe und was nicht. Die mir also Vorschriften bezgl. meiner Anschauung machen will.

So wird das nichts.

Und dann ist ein derart verallgemeinernder Aufnahmestopp auch eher ein Kennzeichen von extremistischen Kaderparteien.

Wie gesagt: Gegen einen Aufnahme individueller Mitglieder habe ich nicht nur nichts, das ist nötig. Wogegen ich mich wehre, ist die pauschale Wertung. Die Verallgemeinerung.

Und dann muß man natürlich auch sehen - die 2. Ebene -, daß die Begriffe, mit denen da hantiert wird, mehr Worthülsen als Inhalte darstellen. Für den Begriff "antisemitisch" z.B. gibt es unterschiedliche Vorstellungen, aber keine lexikalisch präzise Definition. Ist man z.B. Ausländerfeind, wenn man fordert, was in Kanada und Australien in der Einwanderungspolitik gang und gäbe ist und in Deutschland eine restriktivere Handhabung der - insbesondere illegalen - Einwanderung zur Folge hätte?

Kurtz: Hier hat der AfD-Sprecher eine Sache losgetreten, die eher zur Tabuisierung als zur Klärung geeignet ist.

Gruß
Klaus


kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012

zuletzt bearbeitet 08.10.2013 | Top

RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#6 von horstR , 08.10.2013 10:52

Da gibt es wohl noch ein Problem, ich glaube lt. Parteiengesetz sind Parteien verpflichtet erst mal jederman aufzunehmen, es sei denn es werden echte Bedenken (Verfassungstreue etc.) bekannt.

Aber in der Theorie ist auch jedes Mitglied des Bundestages in seiner Entscheidung frei und nur seinem Gewissen verpflichtet....

Oder der besondere Witz: Wird bei einer Partei ein Kandidat aufgestellt sprechen die Scheindemokraten von Wahl sind es zwei oder mehr labern die und die Presse von Kampfkandidatur.

Im Wein liegt Wahrheit, der Schwindel steht auf dem Etikette in Deutschland steht Demokratie auf dem Etikette!


MfG

HR

Schluss mit lustig, was kommt nach der Boygroup?

horstR  
horstR
Beiträge: 1.174
Registriert am: 28.12.2012


RE: Streit in der AfD wegen Aufnahmestopp

#7 von JoG , 09.10.2013 19:56

Es ist halt nicht ganz einfach aus dem Stand eine liberal-konservative Partei gegen die gesamte power der ÖR und andere Medien aufzubauen.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


   

Finanzieller Kindesmißbrauch bei den Linken
Verzeihliche menschliche Schwächen

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen