Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#1 von JoG , 01.08.2013 13:44

....von führenden deutschen Politikern ist ein Phänomen, dass wohl jedem bekannt ist. Ich wurde aber gerade gefragt, und habe nur einige wenige Beispiele zur Hand. Kann ir jemand da helfen? Vielleicht YouTube oder Mediathek oder Artikel?

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#2 von kurt02 , 01.08.2013 22:56

Zitat von JoG im Beitrag #1
....von führenden deutschen Politikern ist ein Phänomen, dass wohl jedem bekannt ist. Ich wurde aber gerade gefragt, und habe nur einige wenige Beispiele zur Hand. Kann ir jemand da helfen? Vielleicht YouTube oder Mediathek oder Artikel?


Was verstehen Sie nun genau unter Antiamerikanismus: Schmähkritik an der USA als solcher, das finden Sie allenfalls bei der NPD und seltener, ziemlich selten bei der Linken. Die Wagenknecht vielleicht. Das könnte sich lohnen zu suchen.
An Häme und Spott gegenüber politischen Persönlichkeiten und Strömungen in den USA gibt es sicher genug. arohrsetzer hat im FDP-Forum selig ein paar mal mächtig gegen Obama vom Leder gezogen, wieder andere Politiker mögen die Tea Party nicht.

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#3 von kjschroeder , 01.08.2013 22:56

Naja, der Klassiker der letzten Jahre ist m.E. natürlich der Bush-Hitler_Vergleich der damaligen Justizminister-Darstellerin Däubler-Gmehlin.

Dann braucht man sich nnur vor Augen zu halten, wie viele Kranzabwurfstellen es gibt, damit die linke Seele Balsam findet - aber D-Day? War da was am 06. Juni?

Oder nehmen Sie den von Henryk Broder zurückgegebenen Börne-Preis. Anlaß war derjenige, der geehrt werden sollte, in den Augen Broders ein Terrorismusversteher und Massenmordverkleinerer: Gemeint war der von ihm auch schon mal als Felix Krull der intellektuellen Szene verspottete Philosoph Sloterdijk. Dieser hatte die Terrorakte vom 11. September als "Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern" bezeichnet.

Und sonst bietet Google immer wieder Anschauungsmaterial.

Gruß
Klaus

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#4 von kjschroeder , 01.08.2013 23:01

Zitat
Was verstehen Sie nun genau unter Antiamerikanismus



Sowas hier zum Beispiel: http://zettelsraum.blogspot.de/2007/07/r...me-deusche.html

Gruß
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#5 von kjschroeder , 01.08.2013 23:09

.... sind ein sehr deutsches Gebräu und der Bodensatz für Anti-Amerikanismus.

Das war bei den Nazis so, und dieses Gebräu finden Sie heute in weiten Teilen der Gesellschaft bis hin zu den Parteien in Berlin, die so ziemlich gegen alles sind, was nach Technik riecht - sei es Atomkraft, GenTechnik, Magnetschwebebahn oder Fracking - und offenkundig der romantischen Vorstellung eines bewaldeten Deutschland nachhängen, wo die Leute mit Birkenstockschuhen herumlatschen, sich am Müsli laben und sich gegenseitig Sonnen- und Windenergie verkaufen.

Gruß
Klaus

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#6 von kurt02 , 02.08.2013 07:13

Zitat von kjschroeder im Beitrag #3
Naja, der Klassiker der letzten Jahre ist m.E. natürlich der Bush-Hitler_Vergleich der damaligen Justizminister-Darstellerin Däubler-Gmehlin.


Ist das Antamerikanismus oder Anti-Buschismus. Ich stufe es als Letzteres ein.

Zitat von kjschroeder im Beitrag #3
Dann braucht man sich nur vor Augen zu halten, wie viele Kranzabwurfstellen es gibt, damit die linke Seele Balsam findet - aber D-Day? War da was am 06. Juni?


Können Sie mir ein, zwei Plätze für solche Linkerbalsamabwurfstellen geben?

Zitat von kjschroeder im Beitrag #3
Oder nehmen Sie den von Henryk Broder zurückgegebenen Börne-Preis. Anlaß war derjenige, der geehrt werden sollte, in den Augen Broders ein Terrorismusversteher und Massenmordverkleinerer: Gemeint war der von ihm auch schon mal als Felix Krull der intellektuellen Szene verspottete Philosoph Sloterdijk. Dieser hatte die Terrorakte vom 11. September als "Zwischenfall in amerikanischen Hochhäusern" bezeichnet.

Und sonst bietet Google immer wieder Anschauungsmaterial.

Gruß
Klaus


Weder Broder noch Sloterdijk sind Politiker. Dass es in Deutschland sehr viel Antiamerikanismus gibt, ist klar. Auch hier im Forum haben wir zwei Vertreter dieser Spezies.

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#7 von JoG , 02.08.2013 17:13

Wenn Sie noch einmal Ihre Antwort lesen, werden Sie sehen, dass sie nicht nur falsch gesehen haben. Sie haben in jedem Fall offensichtliche Antiamerikanismen verteidigt. Ihre Antwort ist direkte Folge der allumfassenden antiamerikanischen Informationen, wie sie seit Jahrzehnten aus Fernsehern und Radios von den öffentlichen Sendern ausgesendet werden. Sie merkten offenbar gar nicht, dass diese Dinge alle antiamerikanische Meinung darstellen und dem öffentlichen Sektor entspringen, wenn auch der Preis nur indirekt öffentliche Hand glaube ich ist. Aber Deutschlands Gemüt und Intellekt ist zwischenzeitlich so durchseucht, dass Ihre Reaktion Ihnen nicht peinlich sein muss. Lediglich sollten Sie Ihre Lesart hinterfragen.

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#8 von kjschroeder , 03.08.2013 19:52

Zitat
Ist das Antamerikanismus oder Anti-Buschismus. Ich stufe es als Letzteres ein.



Diese Drückebergerei, das Offensichtliche - und es IST offensichtlich, denn hier wurde dämonisiert - nicht beim Namen nennen zu wollen, erinnert mich an die feinziselierten Unterschiede, die die westdeutsche Linke in den 70ern gemacht hatte - Kommunismus, Sozialismus, Marxismus, Leninismus, Maoismus, Trotzkismus, etc.pp. - um sich beim blick in den Spiegel nicht eingestehen zu müssen, daß sie im Grunde alle samt und sonders Unterdrücker waren.

Und heute sind die "Kaufempfehlungen" bezgl. Israel nur dann antisemitisch, wenn sie aus der erwarteten - rechtsextremen - Ecke kommen. Kommen sie aus der grünen Ecke, ist das natürlich aaallles ganz anders....

Sie hatten doch mal, wenngleich milde, dagegen protestiert, daß ich Sie im rot-grünen Politikbereich verortet habe. Warum machen Sie sich dann deren Gedankengut zueigen?

Was Anti-Amerikanismus angeht, empfehle ich Ihnen - aus "linker" Ecke, jawohl! - diese Lektüre: -> http://bak-shalom.de/index.php/bildung/a...iamerikanismus/

Zitat
Können Sie mir ein, zwei Plätze für solche Linkerbalsamabwurfstellen geben?


http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/...l-in-Sicht.html

Zitat
Weder Broder noch Sloterdijk sind Politiker.


Nun, ich habe joG's Beitrag so verstanden, daß er ihn nicht nur auf Politiker bezieht.

Zitat
Auch hier im Forum haben wir zwei Vertreter dieser Spezies.



Gemessen an Ihrer "Anti-Bushismus"-Verharmlosung und Ihrer sonstigen Relativierung in Ihrem Beitrag sind Sie einer dieser Vertreter.

Gruß
Klaus

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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#9 von Jochen Singer , 04.08.2013 08:04

Antiamerikanismus ist bei meinen Bekannten nur eine Facette. Dazu kommen gesammelte Vorurteile aus dem grünen Lager, zusammengefasst - Realitätsverweigerung weil sie die Abschätzungsfähigkeit über Machbarkeit ihrer politischen Positionen verloren haben. Dazu Antimodernität, Kinder müssen Sprachen lernen - Spanisch, Französisch statt Lernkapazitäten auf IT zu fokussieren. Dazu kommen sozialromantische Vorstellungen; Kinder werden zur nachschulischen Teilnahme an "Gutmach"- Programmen in Chile veranlasst (als Erzieher in chilenischen Kindergärten), wg. pro Allende/Anti-Amerikanismus-Phobie.

Ein Beispiel zum Verlust der Fähigkeit politische Positionen auf Machbarkeit hin zu beurteilen: http://wiki.piratenpartei.de/AG_Nukleari...er_Erneuerbaren

In diesem Papier wird durch einfach nachvollziehbare physikalisch/mathematische Abschätzungen nachgewiesen dass für die Gesamtenergieerzeugung Deutschalnds mit Biogasanlagen 90% der Gesamtfläche als Grünzeuganbaufläche erforderlich wäre, mit Windrädern die Fläche Bayerns, bei Fotovoltaik die Fläche Thüringens. Da meine hessischen Bekannten zur Zeit des SPD-Kultusministers von Friedeburg als Schüler Mathematik abgewählt haben, deswegen auch in Physik Nieten sind und die Abschätzungen ihren politischen Überzeugungen widersprechen, begreifen die solche Papiere nicht.

Die Tage rief mich 'ne Grüne an ich möge ihr das Anhängen von Files an e-mails erklären. Trotz halbstündiger Erklärung mit Übung how to - sie begriff nichts. Sie ist der Meinung IT müsse sich ihren Wünschen anzupassen, sie sich nicht an programmierte "Bedien"-Zwänge. Amüsant - ich gehe vom Ergebnis aus. Funzt es, dann ist es gut. Ich käme nie auf die Idee meine psychische Befindlichkeit bei Nichtverstehen in die Krise zu treiben. Kurz - nach 'ner halben Stunde bin ich ins nächste Kaffeehaus gezogen, das Girl schmollte.

PS Zur Zeit (7:56,4.8.2013) scheint der Piraten-Server in Wartung zu sein. Wenn die angeforderte Web-Site nicht angezeigt wird - später Leseversuch wiederholen.




Little red rooster - Rolling Stones 1984

 
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RE: Anti-Amerikanismus in öffentlichen Medien oder...

#10 von kjschroeder , 04.08.2013 15:01

Zitat
Antiamerikanismus ist bei meinen Bekannten nur eine Facette. Dazu kommen gesammelte Vorurteile aus dem grünen Lager, zusammengefasst


Das sind mittlerweile richtige Parallelwelten, die da entstanden sind. Und weil solche Leute merken, daß sie in realen Normalwelt nicht bestehen können, mißbrauchen sie den Staat, um ihr Nischendasein auszuleben - entweder in Gesetzesform oder weil sie selber dort arbeiten, sei es direkt im ÖD oder in einem vom Steuerzahler ausgehaltenen "Institut".

Das Problem ist, daß solche Leute auch Kinder in die Welt setzen, und man mit der so herangewachsene Waschlappen-Generation nichts anfangen kann, auch beruflich nicht. Hier ein aktuelles Beispiel, wie sich der öffentliche Dienst (im vorliegenden Fall die Kölner Verkehrsbetriebe) darüber wundert, daß Sommer ist -> http://tapferimnirgendwo.com/2013/08/03/...ettet-die-welt/

Und hier ein Beispiel, wie sich dieses gender-gerechte Weichei-Gesülze in der Musik breitgemacht hat: -> http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/d...den_sitzpinkler

Ich schätze, da hilft auch der völlig korrekte Weckruf von der Piraten-Partei nichts (wobei in Sachen Desertec allerdings eine Aktualisierung fällig wäre, denn das Projekt wandert zielstrebig ins Aus).

Gruß
Klaus

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#11 von JoG , 31.12.2013 00:06

Der anti-Amerikanismus zeigt Wirkung und wird offenbar für Innenpolitische bzw im Vorlauf zur Europawahl in gefährliche Bereiche getrieben. Immerhin nimmt Spiegel mehrfach Bezug und zitiert die Grüne Fraktionsvize wo sie "kriminelle Aktivität" und "kriminell Energie" der Amerikaner bzw der NSA feststellt. An anderer Stelle wird vom Beginn eines Cyberkriegs geschrieben. Man spielt hier ein zunehmend gefährliches Spiel.
http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-941287.html

Die Bevölkerung ist genügend angesteckt bzw die Politiker glauben, dass man es ausnutzen muss oder sich nicht dagegen stellen darf.

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#12 von Marie , 31.12.2013 12:22

Zitat von JoG im Beitrag #11
Der anti-Amerikanismus zeigt Wirkung und wird offenbar für Innenpolitische bzw im Vorlauf zur Europawahl in gefährliche Bereiche getrieben. Immerhin nimmt Spiegel mehrfach Bezug und zitiert die Grüne Fraktionsvize wo sie "kriminelle Aktivität" und "kriminell Energie" der Amerikaner bzw der NSA feststellt. An anderer Stelle wird vom Beginn eines Cyberkriegs geschrieben. Man spielt hier ein zunehmend gefährliches Spiel.
http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-941287.html

Die Bevölkerung ist genügend angesteckt bzw die Politiker glauben, dass man es ausnutzen muss oder sich nicht dagegen stellen darf.



Und jetzt sollen wir ernsthaft glauben Sie würden darüber jubeln, wenn die NSA Ihr Eigentum beschädigt ? ;-)


-> http://www.spiegel.de/fotostrecke/nsa-do...-105326-14.html
" ... Das "olympische Feuer" ist eines von mehreren Schadprogrammen, die "Validator" auf den Rechnern von Zielpersonen unterbringen kann. Es kann diesem Dokument zufolge beispielsweise "Ordnerstrukturen erfassen, Dateien ausleiten, Netzwerke kartieren und so weiter". Diese Informationen werden von "Olympusfire" an einen Horchposten (Listening Post, LP) weitergereicht, einen irgendwo im Internet versteckten Rechner. "Olympusfire" ist nur eines von diversen NSA-Spähprogrammen. Ist eine Hintertür auf dem Rechner der Zielperson platziert, hat die NSA Vollzugriff: Sie kann Dateien verändern, ständig Screenshots vom Bildschirm des befallenen Rechners anfertigen und weiterleiten, Webcam und Mikrofon einschalten, sämtliche Kommunikation und alle eingegebenen Passwörter mitschneiden ... "
(Bitte selbst nachlesen!)

Gruß,
Marie

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#13 von weihrauch , 31.12.2013 13:37

Zitat von kurt02 im Beitrag #2
Zitat von JoG im Beitrag #1
....von führenden deutschen Politikern ist ein Phänomen, dass wohl jedem bekannt ist. Ich wurde aber gerade gefragt, und habe nur einige wenige Beispiele zur Hand. Kann ir jemand da helfen? Vielleicht YouTube oder Mediathek oder Artikel?


Was verstehen Sie nun genau unter Antiamerikanismus: Schmähkritik an der USA als solcher, das finden Sie allenfalls bei der NPD und seltener, ziemlich selten bei der Linken. Die Wagenknecht vielleicht. Das könnte sich lohnen zu suchen.



"ziemlich selten bei der Linken"

Kein Wunder - hat sich in den letzten 20 Jahren doch die politische Seite der Linken zu den USA grundliegend verändert.
Aus dem einstigen Feind ist ein politischer und gesellschaftlicher Verbündeter geworden.
Ein gesellschaftlicher Verbündeter waren die Linken eigentlich schon immer - sie haben den "American Way of Life" in der BRD etabliert.
Politisch abererst in den letzten 15 Jahren. War der politische Freund bis 1989 die UDSSR, wurde es spätestens seit 2000 die USA.
Die Linken haben die USA als Erbfeind Deutschlands entdeckt - sie sind ihnen dankbar für die Bombardierung deutscher Städte (Dresden) und der Zerschlagung der Nation.
Sie schwingen begeistert amerikanische Flaggen - ein widerliches Beispiel war der 8.Mai 2005 in Berlin.

Als überzeugender Beweis aber sollte das "herzliche Verhältnis" von Joschka Fischer zu den USA sein (Albright)

Die fortdauernde Besatzungspolitik der USA, der Abhörskandal und die weitere kulturelle Übernahme belegen es:
Die Grünen und die gesellschaftlich linken USA - Hand in Hand gegen Deutschland

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Spiegel-Kampagnen-Jornalismus, weil: Nichts Neues.

#14 von kjschroeder , 31.12.2013 13:38

Zitat
Und jetzt sollen wir ernsthaft glauben Sie würden darüber jubeln, wenn die NSA Ihr Eigentum beschädigt ? ;-)



Gehen wir die Sache doch mal technisch an: Was die Snowden-Dokumente, aus denen der Spiegel berichtet, aufzeigen, sind unterschiedliche Spy-Software-Produkte. Das Eigentum wird damit nicht "beschädigt" (wie das z.B. bei Trojanern der Fall ist oder sein kann), sondern ausgespäht und außerdem manipuliert.

Spy-Software gibt es ohne Ende, Anti-Spy-Software desgleichen. Und wer heute ins Internet geht ohne entsprechenden Malware-Schutz, der ist selber schuld, tut mir leid.

Der springende Punkt ist ein anderer: Will eine Behörde wie die NSA gewährleisten, daß sich deren Spy-Software (und deren bots) TROTZ einschlägigem Schutz auf den Computern einnisten soll, dann funktioniert das nur, wenn die Anbieter von Anti-Viren, Anti-Spy- und sonstiger Schutzsoftware eine Hintertür dafür lassen.

Das wiederum werden Unternehmen sein, die dem amerikanischen Rechtssystem unterliegen - oder aber Verbündete. Sonst funktioniert es nicht: "NSA Quantum hat den größten Erfolg gegen Yahoo, Facebook und statische IP-Adressen", heißt es in einer der Folien, die Spiegel Online veröffentlichte." -> http://www.golem.de/news/nsa-skandal-das...312-103636.html (da steht einiges an Hintergrund ).

Yahoo und Facebook sind US-Unternehmens. Unter dem Artikel steht ein hochinteressanter Kommentar, der auch meine Beobachtung bestätigt, nämlich vom user "Trumph": "Schon mal wer drüber nachgedacht, weshalb es immer die russische AntiViren Schmiede Kaspersky ist die die großen Viren findet? Und nicht Symantec, MS, McAfee, Sophos, etc? Das war schon vor Snowden ziemlich auffällig."

Dazu kann ich nur sagen: ganz genau. Und Symantec, McAfee, Microsoft, Sophos sind allesamt IT-Sicherheits-Unternehmen unter welchem Recht? ;-)

Ich bin Kaspersky-Kunde und nutze auch keinen (amerikanischen) Firefox-Browser, dem die NSA ebenfalls ihre bevorzugte Zuwendung zukommen läßt. ;-)

Daß das TOR-Anonymisierer-Netzwerk auch von der NSA als bevorzugtes Ziel ausgemacht wurde und wird, war absehbar: TOR hat mindestens eine Lücke. Wobei es nicht eine Lücke bei TOR direkt ist, sondern eine Sicherheitslücke im Browser, wenn man TOR nutzt: Wenn Sie z.B. YouTube sich angucken, dann stellt der Browser die Verbindung zur Videodatei auch DIREKT her und NICHT NUR über TOR. Man muß in seinem Rechner einen Proxy simulieren, damit SÄMTLICHE Daten über nur EINEN Ausgang und nur EINEN Eingang laufen.

Und wer mehr wissen will, lese sich diesen Artikel durch -> https://www.schneier.com/blog/archives/2...sas_new_ri.html

Soviel zur Technik. ;-)

Aus dem zuletzt verlinkten Artikel geht außerdem hervor, daß das, was der Spiegel als Neuheit hinstellt, nicht neu ist. Von "foxacid" und "TAO" wußte der Autor, und der Artikel stammt von Anfang Oktober. Wenn der Spiegel jetzt also so tut, als sei das neu, dann ist das Kampagnen-Journalismus. Das heißt: Man wartet mit einer Veröffentlichung, bis der für die Redaktion "richtige" Zeitpunkt gekommen ist. Bei den hiesigen Agitprop-Redaktionen ist von einem Zeitpunkt nach politischer Definition (nicht nach kommerzieller) auszugehen, und die Frage lautet: Warum die Veröffentlichung JETZT?

Ich fände es sinnvoller, sich DARÜBER Gedanken zu machen. Eine Möglichkeit könnte die Peinlichkeit, eigentlich ein Skandal, der staatlich gewollten Unsicherheit von DE-Mail sein. Und bei den Spiegel-Kommentaren merkt der Leser, wie sehr der anti-amerikanische Reflex mittlerweile fast vollautomatisch abrufbar ist - und keiner regt sich mehr über DE-Mail auf. ;-)

Was auch auffällt: In diesem Land regen sich alle über die NSA-Spionage auf. Aber die NSA kann weder Sie noch mich in irgendeiner Form behelligen. Daß aber der eigene Computer - auch Ihrer - vom BND ausgehorcht werden kann, daß auch Ihre Daten bei HIESIGEN Stellen gespeichert werden - DAS scheint hier komischerweise keinen zu jucken, obwohl DAS gegen einen Bürger verwandt werden kann durch hiesige Behörden.

Will man gegen die NSA-Spionage was tun, dann hilft keine geheuchelte rot-grüne Empörungsbude, sondern bessere Software - unter NICHT-amerikanischer Rechtshochheit. ;-)

Was allerdings auch hülfe: Wenn sich Frau Merkel endlich einmal für die Sicherheitsbelange der Bevölkerung interessieren würde statt nur für ihre eigenen. Denn von ihr kam etwas immer nur im Zusammenhang mit ihrem Handy. Diese Verachtung des Gemeinwohls ist wirklich langsam auffällig und nervt.

Und war Rot-Grün angeht: Wer durch immer neue Regulierungen und Verunglimpfungen dafür sorgt, daß immer weniger Leute als Selbständige arbeiten bzw. Unternehmen neu gründen wollen und dadurch dazu beiträgt, daß Europa und auch Deutschland IT-mäßig international abgehängt werden (und dadurch die Abhängigkeit von US-Software zunimmt), sollte besser die Klappe halten.

Gruß
Klaus

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Die rot-grüne Haltung zu den USA ist höchst widersprüchlich

#15 von kjschroeder , 31.12.2013 13:46

Interessanter Beitrag, da er die andere Seite aufzeigt. Nein, ich bin nicht der Meinung, daß Rot-Grün ein eifriger US-Verbündeter ist. Aber ich sehe das nicht als im Widerspruch zu Ihrem Beitrag stehend an. Rot-Grün ist BEIDES:

Sie picken sich das heraus, was in ihre Agenda paßt, darunter auch die von Ihnen genannten Punkte. Daß sie anfangs Obama angehimmelt haben, hat mit dessen Hautfarbe zu tun, weil sie nicht "weiß" ist - bei Rot-Grün verhaßt. Der ganze Gender- und Emanzenkram: abgeguckt von den US-Demokraten. Bei denen läuft die einseitige Bevorzugung von Bevölkerungsgruppen seit Clinton (!) unter "Affirmative Action". Den Freiheitsgedanken hingegen? Den abzugucken wird sich Rot-Grün hüten, denn dann könnten sie den Leuten hier nicht mehr "Veggie Day" einmal die Woche vorschreiben. ;-) Zum Beispiel.

Gruß
Klaus

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RE: Die rot-grüne Haltung zu den USA ist höchst widersprüchlich

#16 von Marie , 31.12.2013 17:26

"Gehen wir die Sache doch mal technisch an: Was die Snowden-Dokumente, aus denen der Spiegel berichtet, aufzeigen, sind unterschiedliche Spy-Software-Produkte. Das Eigentum wird damit nicht "beschädigt" (wie das z.B. bei Trojanern der Fall ist oder sein kann), sondern ausgespäht und außerdem manipuliert."

Sorry, da fängt es für mich schon an: Manipulationen der Funktionsweise und der Inhalte ohne mein Einverständnis (und zu meinem Nachteil) sind für mich ein schädigender Übergriff aufs Eigentum, eine Beschädigung. Das lass ich mir auch nicht mehr schönreden (-> "Neuland"), auch wenn es sich *irgendwie* so eingebürgert hat, dabei erst mal bisher akzeptierte Eigentums-Grenzen zu verwischen. Enteignung läuft auf derzeit vielen Gebieten, mal offener und mal schleichend und fast unbemerkt. Darum gehts mir.

Davon ab wünsche ich allen schon mal GUTEN RUTSCH!

Gruß bis zum neuen Jahr,
Marie

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#17 von JoG , 31.12.2013 18:58

Und?

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#18 von wüllerstorff , 02.01.2014 16:52

Meinen Sie nicht das diverse US Regierungen mit ihrem Handeln am 'antiamerikanismus' Mitschuld haben?

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RE: Die rot-grüne Haltung zu den USA ist höchst widersprüchlich

#19 von kjschroeder , 02.01.2014 17:59

Zitat
Sorry, da fängt es für mich schon an: Manipulationen der Funktionsweise und der Inhalte ohne mein Einverständnis (und zu meinem Nachteil) sind für mich ein schädigender Übergriff aufs Eigentum, eine Beschädigung. Das lass ich mir auch nicht mehr schönreden (-> "Neuland"), auch wenn es sich *irgendwie* so eingebürgert hat, dabei erst mal bisher akzeptierte Eigentums-Grenzen zu verwischen. Enteignung läuft auf derzeit vielen Gebieten, mal offener und mal schleichend und fast unbemerkt. Darum gehts mir.



Okay. Mir ging es um den rein technischen Aspekt - politisch sind wir da d'accord. Mich stört bei der ganzen NSA-Schwurbelei das Messen mit zweierlei Maßstab: Über die NSA regt sich hier jeder auf, über die HIESIGE Datenspeicherung kaum jemand. Denn ein schädigender Übergriff auf Privateigentum ist sowohl das Eine wie das Andere. Sehe ich jedenfalls so.

Zitat
Davon ab wünsche ich allen schon mal GUTEN RUTSCH!



Danke! Ich hoffe, Sie rutschten gut rein?

Gruß
Klaus

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RE: Verachtung der Freiheit, Ablehnung der Moderne und des Fortschritts ...

#20 von horstR , 02.01.2014 18:54

Also ich finde das Argument von wüllerstorf bezgl. den Auswirkungen amerikanischen Regierungshandelns nicht von der Hand zu weisen...

Hast Du die neuesten Meldungen über den Irak zur Kenntnis genommen?

Die Scheisse find schon damals mit dem Schah an!!


Saludos

HR

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RE: Spiegel-Kampagnen-Jornalismus, weil: Nichts Neues.

#21 von JoG , 02.01.2014 20:03

Ich habe das von allen Seiten betrachtet und überdacht. Es ist mir aber nicht vollkommen klar, ob man den Hass gegen die USA schüren will oder ihn zur Erreichung innerer bzw "europäischer" politischer Ziele nutzt.

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RE: Anti-Amerikanismus in Medien zeigt Wirkung....

#22 von JoG , 02.01.2014 20:21

Ganz sicher haben die Amerikaner den Antiamerikanismus zu verantworten, wie man immer selbst verantwortet, wenn etwas anderes kommt, als man haben wollte. Das bedeutet nicht allerdings, dass man etwas falsches tat. In diesem Fall bspw ist die Verurteilung ein Ausdruck der Ignoranz derjenigen, die verhetzt werden. Es ist im Prinzip das gleiche Problem wie mit der hier in der Bevölkerung herrschende Glaube, die USA wären weniger sozial als hier. Das wurde hier zwar verbreitet von den Parteien, damit die Wähler zufrieden sind und die hiesigen Leitmedien waren und sind noch sehr gefügig. Wenn man allerdings die Zahlen vergleicht, schneidet Deutschland nicht gut ab.
Aber das Volk weiß diese Dinge nicht. Da liegt auch die "Schuld" der amerikanischen Presidenten. Sie haben ungenügend erklärt, was sie warum taten.

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RE: Verachtung der Freiheit, Ablehnung der Moderne und des Fortschritts ...

#23 von JoG , 02.01.2014 20:33

S.o. Aber was genau meinen Sie mit Irak und Iran?

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RE: Verachtung der Freiheit, Ablehnung der Moderne und des Fortschritts ...

#24 von Marie , 02.01.2014 21:52

Das hier ist keine gute Entwicklung -> http://bazonline.ch/ausland/naher-osten-.../story/18428381
"Islamisten verkünden im Irak Gottesstaat
Der irakischen Regierung entgleitet immer mehr die Kontrolle: Islamistische Rebellen halten in den Städten Ramadi und Falludscha Einzug. Dort verkünden sie den Gottesstaat ... "

Die agieren leider auch in Syrien und es zeigt sich die ganze bekannte Palette an Scheußlichkeiten von der Mordbrennerei bis zur "Knabenlese".

Gruß.
Marie

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RE: Verachtung der Freiheit, Ablehnung der Moderne und des Fortschritts ...

#25 von JoG , 02.01.2014 22:52

Ja. Man kann Leuten die Möglichkeit geben, Sie aber nicht zwingen. Selbst nach 50 Jahren Besatzung ist die deutsche Kultur noch Gefahren geladen. Und eine genügend lange übungsphase können die Amis alleine nicht bezahlen.


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zuletzt bearbeitet 02.01.2014 | Top

   

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