Bundestag erlaubt Beschneidung von Jungen

#1 von Denkender , 04.01.2013 15:36

Ist Deutschland eigentlich noch ein liberaler Rechtsstaat oder bereits auf dem Weg zu einem Gottesstaat, in dem religiös motivierte archaische Bräuche, mehr Gewicht haben, als das Recht von Säuglingen auf körperliche Unversehrthei?

Warum trägt eine liberale Partei, wie die FDP, solch einen absurden Kniefall vor religiösen Fundamentalisten mit?

www.zeit.de

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RE: Bundestag erlaubt Beschneidung von Jungen

#2 von huhngesicht , 05.01.2013 17:55

Auf die Perversitaet dieser Entscheidung kann man nicht oft genug hinweisen. Die schaebige Ignoranz ist gruselig:

[www.beschneidung-von-jungen.de]

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RE: Bundestag erlaubt Beschneidung von Jungen

#3 von JoG , 06.01.2013 00:31

Deutschland war nie "ein liberaler Rechtsstaat", obwohl man sich das immer gegenseitig erzählt. Wenn es auch gute Ansätze dazu gegeben hätte, waren letztlich die formalen Regeln ungeeignet, stand die Kultur zu sehr dagegen und die Bevölkerung war zu illiberal und Konsens süchtig. Das bedeutet nicht, dass man nicht sagt man wäre liberal und hätte einen Rechtsstaat. Das tut man sogar fanatisch.

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Alles im Namen der Religionsfreiheit

#4 von weihrauch , 05.01.2014 16:45

Ein Rabbi aus Pittsburgh hat bei der traditionellen jüdischen Beschneidungszeremonie, den Penis eines Neugeborenen abgeschnitten. Die Eltern verklagen den Rabbi nun.
Dieser Unfall geschah Anfang letzten Jahres.
Die Ärzte mußten eine achtstündige Notoperation durchführen.
Erfolg ungewiß.
Wäre interessant, wie der Vorfall hierzulande aufgenommen wäre

http://www.shortnews.de/id/1068495/usa-u...rsehen-penis-ab

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#5 von kjschroeder , 05.01.2014 17:18

Er hat ihn VERSEHENTLICH abgeschnitten, was auch im Artikel drinsteht. Warum erwähnen Sie das nicht?

Ich habe so langsam den Verdacht, daß es Ihnen hier nicht ums Diskutieren, sondern ums Hetzen geht. Kann das sein?

Gruß
Klaus

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#6 von weihrauch , 07.01.2014 03:11

Zitat von kjschroeder im Beitrag #5
Er hat ihn VERSEHENTLICH abgeschnitten, was auch im Artikel drinsteht. Warum erwähnen Sie das nicht?

Ich habe so langsam den Verdacht, daß es Ihnen hier nicht ums Diskutieren, sondern ums Hetzen geht. Kann das sein?

Gruß
Klaus



Habe ich mir von Wilson und Roosevelt abgeschaut.
Aber im ernst - das Ergebnis bleibt - ob versehentlich oder nicht.

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#7 von JoG , 07.01.2014 12:18

Wilson? Hat er gehetzt?

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#8 von weihrauch , 07.01.2014 16:50

Zitat von JoG im Beitrag #7
Wilson? Hat er gehetzt?


Nicht wegen der Beschneidung 2013, sondern hat Greuelmärchen über deutsche Soldaten in die Welt gesetzt, um seine Landsleute kriegsgeil zu machen.

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#9 von Marie , 07.01.2014 18:24

Hier gibts mehr zu dem traurigen Fall -> http://www.heise.de/tp/blogs/8/155628
Demnach wurde es öffentlich , weil eine außergerichtliche Einigung nicht zustande kam, wobei wohl die Schadensersatzhöhe besonders strittig ist.
Indirekt wirft der Artikel auch die Frage auf, wie es um die Aufklärung der Eltern vor dem Eingriff (und der Öffentlichkeit allgemein) bestellt ist:

" ... Kritiker des Brauchs beklagen, dass das Ereignis zwar besonders gravierend, aber kein Einzelfall sei: Dem Kinderarztverband American Academy of Pediatrics zufolge kommt es bei jeder 500. Beschneidung zu ernsteren Komplikationen ... "

Und in dem dort verlinkten Artikel findet sich auch: " ... Your average pediatric urologist probably spends about 20 percent of his or her time repairing children who have been circumcised ... "
(Bitte jeweils selbst nachlesen)

Aus meiner Sicht geht es jedenfalls nicht an, daß Aufklärung in Sachen Beschneidung immer noch schwierig ist, weil ja vielleicht irgendwer da irgendwas in den falschen Hals kriegen könnte - das offenbar gar nicht soo seltene individuelle Leid der Betroffenen und deren Angehörigen samt erheblichen Folgekosten scheint darüber bisher zu kurz gekommen zu sein.

Gruß,
Marie

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#10 von weihrauch , 07.01.2014 18:51

Zitat von Marie im Beitrag #9
Hier gibts mehr zu dem traurigen Fall -> http://www.heise.de/tp/blogs/8/155628
Demnach wurde es öffentlich , weil eine außergerichtliche Einigung nicht zustande kam, wobei wohl die Schadensersatzhöhe besonders strittig ist.
Indirekt wirft der Artikel auch die Frage auf, wie es um die Aufklärung der Eltern vor dem Eingriff (und der Öffentlichkeit allgemein) bestellt ist:

" ... Kritiker des Brauchs beklagen, dass das Ereignis zwar besonders gravierend, aber kein Einzelfall sei: Dem Kinderarztverband American Academy of Pediatrics zufolge kommt es bei jeder 500. Beschneidung zu ernsteren Komplikationen ... "

Und in dem dort verlinkten Artikel findet sich auch: " ... Your average pediatric urologist probably spends about 20 percent of his or her time repairing children who have been circumcised ... "
(Bitte jeweils selbst nachlesen)

Aus meiner Sicht geht es jedenfalls nicht an, daß Aufklärung in Sachen Beschneidung immer noch schwierig ist, weil ja vielleicht irgendwer da irgendwas in den falschen Hals kriegen könnte - das offenbar gar nicht soo seltene individuelle Leid der Betroffenen und deren Angehörigen samt erheblichen Folgekosten scheint darüber bisher zu kurz gekommen zu sein.

Gruß,
Marie


....und dem Kind wird es später auch egal sein, ob es versehentlich oder wegen Leichtsinnigkeit passiert ist.
Die Folgen ändern sich dadurch nicht.

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#11 von JoG , 07.01.2014 20:53

Vor mehreren Monaten beschäftigte ich mich ein wenig mit der Literatur zum Thema. Da schien mir ziemlich offensichtlich, dass die Sache eine Art Glaubensfrage bisher ist. Während die einen auf die Probleme schauen verweisen die Befürworter auf die Kosten/Nutzen Analysen, die einen Mehrwert ausweisen, der oberhalb der Handlungsvorgabe für staatliche Maßnahmen liegt. Die KN Analysen sahen mir wissenschaftlich in Ordnung. Die Durchsicht der angeführten Probleme hatten keine überzeugende Wirkung auf mich.

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#12 von mabus , 08.01.2014 21:03

Ich möchte mich an der Stelle als Vorhautträger outen! An sehr vielen Einsatzorten hat mein Gerät einwandfrei funktioniert.
So wollte es die Natur! ;-))
Jetzt gibt es Glaubensgruppen, welche irgend etwas erleben, wenn sie kleinen wehrlosen Babys etwas wegschnippeln?!
Das Gesetz erlaubt dieses, weswegen auch immer.
Ich will mich lediglich unbestraft darüber empören dürfen!


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zuletzt bearbeitet 08.01.2014 | Top

RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#13 von kjschroeder , 08.01.2014 22:10

Zitat
Ich will mich lediglich unbestraft darüber empören dürfen!



Aber warum? Entsteht IHNEN denn ein Schaden oder irgendein Nachteil oder irgendein Eingriff in Ihre Lebensführung, wenn sich andere Menschen beschneiden lassen?

Gruß
Klaus

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#14 von JoG , 09.01.2014 22:05

Schade für Sie. So haben Sie eine geringfügig geringere Lebenserwartung.

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RE: Alles im Namen der Religionsfreiheit

#15 von mabus , 09.01.2014 22:45

1. Persönlichen Nachteil habe ich keinen.
2. Für eine geringere Lebenserwartung sorge ich ausreichend! ;-)

Ihr habt Recht, man kann alles überziehen.
Ich war mit diesem Theme persönlich nie berührt.

Da die Beschneidung nicht erst seit gestern - im Namen Alahs, Gottes oder sonst wem - erfolgt,
sondern seit Jahrhunderten, gehe ich davon aus, das nicht immer alles "SAUBER" verlief!

Ich hab' dann mal gesehen, wie Beschneidungen - ohne Narkose - verliefen.
Mir war Regelrecht zum kotzen; wenn Andere das toll finden, so what?

Das wird uns immer unterscheiden!

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