RE: Stammtisch

#101 von Marie , 15.10.2013 12:31

Das sind nicht nur Linke/Grüne -> http://kath.net/news/43272
" ... Ich will versuchen, Ihnen die Dinge zu erklären: Ein Bischof – der von Limburg – ist geflohen. Erst nach Süddeutschland, von dort aus nach Rom, wo er seine letzten Freunde vermutet. In seiner Diözese kann er sich nicht mehr blicken lassen, ohne befürchten zu müssen, einen Volksaufstand auszulösen. Seine Residenz mit Philippe-Starck-Badewanne wird er nicht mehr bewohnen und gewiss auch nicht sein Nachfolger. Der Papst wird ihn des Amtes entheben, wenn Bischof Tebartz-van Elst nicht in allerletzter Minute Einsicht zeigt und selbst seinen Rücktritt erklärt.

Ich dachte zuerst an Mobbing ...
Lange, viel zu lange, habe ich, ein an Rom orientierter Katholik, daran geglaubt, dass es sich um einen Fall von Mobbing handelt: Ein aufrechter, mutiger Bischof, der sich dem liberalen Mainstream verweigert, wird von den üblichen Verdächtigen mit gezielt gestreuten Gerüchten und einer konzertierten Medienkampagne zur Strecke gebracht. Aber so war es nicht.

… dann wusste ich: Es ist ein Lügengespinst
Der junge Bischof, der nur auf den ersten Blick dem konservativen Sehnsuchtsbild eines neuen Athanasius entsprach, ist in Wahrheit ein Mensch, den ein enger Vertrauter des Bischofs mittlerweile für einen „raffinierten Betrüger“ oder für „krank“ hält. Jochen Riebel, der als unbestechlich geltende ehemalige Leiter der hessischen Staatskanzlei und Träger des Päpstlichen Gregoriusordens, war vom Bischof persönlich zum Chef des Vermögensverwaltungsrates der Diözese Limburg gemacht worden. Das Material, das in den letzten Tagen von Riebel und anderen vorgelegt wurde, ist erschütternd. Irgendeine Summe zwischen 31 und 40 Millionen Euro, das ist fast ein Fünftel des Diözesanjahresetats, wird

das Irrsinnsprojekt [!]


auf dem Limburger Domberg kosten. Um es so zu haben, wie es ist, hat der Bischof Riebel und viele andere getäuscht, belogen und falsch bezichtigt
. Bis in die letzten Tage hinein hat sich Tebartz mit falschen, sofort widerlegbaren Anschuldigungen immer tiefer in ein absurdes Lügengespinst eingegraben ... "


Die ganze Sache steht und fällt mit der Einschätzung "Irrsinnsprojekt" an dem halt irgendwer die *Schuld* haben muss. Wenn es KEIN Irrsinnsprojekt ist und auch eher ein grandioses Schnäppchen für billige 40 Millionen, das Limburg "Pilgerströme" ohne Ende für mindestens die nächsten hundert Jahre sichert ... dann muss bei allem Lob wenigstens der Bauherr samt der natürlich nicht gezeigten Privaträume (wo sind die Gästezimmer abgeblieben?) herhalten -> http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ku...n-12617622.html
" Limburger Bischofssitz
Der Bau, von dem alle sprechen
15.10.2013 · Ein Gang durch den neuen Limburger Bischofssitz zeigt eine spektakuläre Architektur. Die aufwendig gestaltete Synthese aus Alt und Neu muss jetzt die Hybris ihres selbstherrlichen Bauherrn büßen."
(Bitte jeweils selbst nachlesen! - Hervorhebungen von mir)

Und dieser angeblichen "Hybris ihres selbstherrlichen Bauherrn" wird dann das Wunschbild vom neuen Papst oder wohl eher das Wunschbild einer anderen katholischen Kirche entgegengesetzt: "Bescheidenheit und das soziale Engagement" sind die Stichworte. So eine Kirche setzt keine kulturellen Maßstäbe mehr und baut nicht mehr, weder für die Zukunft noch für die Ewigkeit und ist auch sonst völlig Kraft- und Saftlos, also kein politisches Hindernis mehr!
Zum Glück ist der Papst doch etwas anders, legt großen Wert auf strengen Gehorsam und in seinen Predigten ist wieder von Versuchung und vom Teufel die Rede. Das werden sich hier noch manche den Ratzi zurückwünschen ;-)

Ich warte immer noch darauf, daß dem Limburger Bischof auch nur eine einzige Verfehlung wirklich nachgewiesen wird. Bisher gibt es nur Mutmaßungen und völlig ausufernde Verdächtigungen - und die Untersuchungen werden nicht abgewartet, weil es auch kaum was geben wird.

Gruß,
Marie

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RE: Stammtisch

#102 von horstR , 15.10.2013 12:52

Der Architekt hat sich auch in der Öffentlichkeit gegen seinen Bauherrn gewand, allerdings nicht unter dem Hinweis, daß bei 31 Mio sein Honorar bei ca 3,7 Mio liegt. Das Honorar alleine übersteigt die ursprüngliche Bausumme um 1,2 Mio. Für mich der nächste Kandidat für den Staatsanwalt.

Ob da ein paar gewitzte Handwerker Hand in Hand mit dem Architekten den "geistigen Herren" über den Tisch gezogen haben?

Hier in der Gegend spricht man nicht umsonst von den Limburger Säckern, das sind die, die sich immer den Säckel voll machen!


MfG

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RE: Stammtisch

#103 von JoG , 15.10.2013 13:50

Wie ich schon sagte, ist es die Sache der RK. Für die Medien und Wähler ist bei Weitem die Verwendung der Steuern wichtiger. Ob ein Bistum sein Geld verplempert ist doch uninteressant verglichen mit Philharmonie, Stuttgart21 oder Berlin um nur ein paar zu nennen. Ist Beck im Gefängnis und wird Wowereit gepfändet?

Also ich weiß nicht. Mir scheint man hat die Prioritäten hierzulande falsch gesetzt.

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#104 von wüllerstorff , 15.10.2013 13:53

Wie steht's eigentlich um den Flughafen in Berlin und dem Bahnhof in Stuttgart? Ist da mal einer wegen seiner Unfähigkeit entlassen worden?

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#105 von Marie , 15.10.2013 15:04

Zitat von horstR im Beitrag #102
Der Architekt hat sich auch in der Öffentlichkeit gegen seinen Bauherrn gewand, allerdings nicht unter dem Hinweis, daß bei 31 Mio sein Honorar bei ca 3,7 Mio liegt. Das Honorar alleine übersteigt die ursprüngliche Bausumme um 1,2 Mio. Für mich der nächste Kandidat für den Staatsanwalt.

Ob da ein paar gewitzte Handwerker Hand in Hand mit dem Architekten den "geistigen Herren" über den Tisch gezogen haben?

Hier in der Gegend spricht man nicht umsonst von den Limburger Säckern, das sind die, die sich immer den Säckel voll machen!



@horstR,
nach meinem Eindruck werden wir von unseren Qualitätsmedien gerade erheblich hinters Licht geführt ... oder mit anderen Worten: es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, sowas wie ein Holodeck ;-)

Zu der Sache mit dem Architekten - da gibt es solche Überschriften -> http://www.spiegel.de/panorama/gesellsch...n-a-927623.html
"Kosten des Skandalbaus: Architekt bringt Tebartz-van Elst noch mehr in Bedrängnis /13.10.2013
... und bei genauem Zusehen zeigt sich, daß die Kosten bekannt waren und alles recht planmäßig verlaufen sein soll laut Architekt. Das entlastet den Bischof entgegen der Überschrift - zumal er (soweit mir jetzt bekannt ) auch nicht rechenschaftspflichtig ist und das ganze Projekt auch mit dem Dombauherrn zusammen lief.

Empfehle dringend diesen Artikel zu lesen und die Bilder anzuschauen -> http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ku...n-12617622.html
zumal ich den Verdacht habe, es werden Teile der Gesamtanlage bisher "unterschlagen", damit sich 31/40 Millionen noch irgendwie als "teuer" verkaufen lassen. Auf Bild 7/7 fehlt z.B. die alte Mauer rund um den neu angelegten Garten ("Park"), ein Gebäude davor ist nicht gekennzeichnet, die Gästezimmer fehlen und ob die "Wohnräume für Nonnen" richtig zugeordnet sind möchte ich mal leise bezweifeln.
Es gibt auch Fotos die den "hinteren" Teil mit Mauer, Garten und den Gebäuden dort besser zeigen.

Wenn nicht reihenweise Betriebe beim Bau auf der Strecke geblieben sind und stattdessen anständig bezahlt wurde (und entsprechend gearbeitet!) ist doch nur gut!

Gruß,
Marie

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RE: Stammtisch

#106 von JoG , 15.10.2013 15:52

Hätte ich es zu entscheiden, würde ich die RK gegen diese Hetze mit allen Mitteln vorgehen lassen. Dass die "Residenz" nur in kleinem Teil Residenz ist, war eigentlich klar. Sie so zu bezeichnen ist also vermutlich üble Nachrede. Die einzelnen Journalisten und Politiker sind bekannt, die die Hetze führten und aufnahmen. Auch Entschädigung wäre angebracht. Wahrscheinlich könnte man nicht in Deutschland klagen, weil die Juristen das nicht mitmachen würden. So muss man das eben im Ausland. Aber man sollte, wenn es sich so verhält, wie es sich anfühlt, einen festen und brutalen Weg gehen.

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#107 von kurt02 , 15.10.2013 17:56

Wie kann ein normal denkender Mensch bei der Kritik, die zurecht, teilweise auch zurecht polemisch geäußert wird, nur von Hetze sprechen?

Wir beklagen alle den Zerfall der Werte, aber mit einem solchen nachlässigen Umgang mit der Sprache sind wir selbst die ärgsten Protagonisten.

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#108 von JoG , 15.10.2013 18:30

Wieso? Der Umgang mit Hassthemen in den hiesigen Medien mag zwar immer so sein, dass man kontinuierlich das Volk falsch informiert um dann ein Geschehnis das sich eignet die grundlegenden Charakterzüge wie Xenophobie, Antiamerikanismus, Neid oder eben hier Gegnerschaft zu religiösen Institutionen hysterisch mit unwahren Behauptungen, falschen Darstellungen und beleidigenden Parolen aufzubauschen über jedes gerechtfertigte Niveau hinaus. Dies hat eine sich selbst verstärkende Folge aufschaukelnder Feindseligkeit in der Bevölkerung, die in mehreren zentralen Dingen zur völligen abgelöstheit der im Volk herrschenden Meinung von der Realität geführt hat. Das gefährdet in der Zwischenzeit latent die öffentliche Ordnung und droht bei baldiger Gelegenheit auch der Kontrolle zu entgleiten.

Es waren in genau gleicher weise aufgebaute Emotionen von Hass, Aberglaube, Neid und Angst in dieser Kultur, die es erlaubten diese Gesellschaft in die Kriege und Massenmorde zu treiben.


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RE: Stammtisch

#109 von kjschroeder , 15.10.2013 22:07

Zitat
.. oder mit anderen Worten: es wird eine Scheinrealität vorgegaukelt, sowas wie ein Holodeck ;-)



Teile der Medien mögen das versuchen, keine Frage.

Aber glauben Sie das auch von diesem Bericht? -> http://www.faz.net/aktuell/politik/bistu...e-12615662.html

Ja, das ist sehr emotional geschrieben. Aber es werden eben auch Details geschildert, bei denen man sich an den Kopf faßt - ich zumindest. Alles Lüge? Nein, das glaube ich nicht. Ich fürchte, DIESEN Artikel muß man zur Kenntnis nehmen inkl. des links mit der Kostenaufstellung.

Was wir hier vorfinden, wird m.E. mehr und mehr zur Tragik:

- je mehr und länger ich mir das fertige Bauwerk anschaue - besser: den Komplex - desto besser gefällt er mir.

Aber dann ist da eben die Art und Weise, wie er zustande kam - oje!

Warum, warum nur hat dieser Bischof nicht von Anfang an mit offenen Karten gespielt? Warum nur wollte er partout die Kosten verheimlichen? Wie gesagt: Ich kann horstR's Argument in dem thread über den Bischöflichen Stuhl sehr gut nachvollziehen. Aber so läuft das heute nicht mehr.

Und es halten ja auch alle anderen die Klappe. Von den politischen Parteien z.B. hört man dazu keinen Pieps. Nichts. Obwohl natürlich politische Erwägungen mit eine Rolle spielen, vielleicht sogar die Hauptrolle.

Sie mögen schon recht mit Ihrer These in Ihrem anderen Beitrag haben, daß es Leute geben mag, die gern hätten, daß die Kirche popelig und armselig daherkommt. Aber kann Ihre (m.E. berechtigte) Kritik an dieser Biedermeier-Kleinkrämerei eine solche Vorgehensweise rechtfertigen, wie sie der Bischof offenkundig an den Tag gelegt hat? Ich denke, nein.

Gruß
Klaus

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RE: Stammtisch

#110 von kurt02 , 16.10.2013 04:04

Zitat von JoG im Beitrag #108
Wieso? Der Umgang mit Hassthemen in den hiesigen Medien mag zwar immer so sein, dass man kontinuierlich das Volk falsch informiert um dann ein Geschehnis das sich eignet die grundlegenden Charakterzüge wie Xenophobie, Antiamerikanismus, Neid oder eben hier Gegnerschaft zu religiösen Institutionen hysterisch mit unwahren Behauptungen, falschen Darstellungen und beleidigenden Parolen aufzubauschen über jedes gerechtfertigte Niveau hinaus. Dies hat eine sich selbst verstärkende Folge aufschaukelnder Feindseligkeit in der Bevölkerung, die in mehreren zentralen Dingen zur völligen abgelöstheit der im Volk herrschenden Meinung von der Realität geführt hat. Das gefährdet in der Zwischenzeit latent die öffentliche Ordnung und droht bei baldiger Gelegenheit auch der Kontrolle zu entgleiten.

Es waren in genau gleicher weise aufgebaute Emotionen von Hass, Aberglaube, Neid und Angst in dieser Kultur, die es erlaubten diese Gesellschaft in die Kriege und Massenmorde zu treiben.


Es geht nicht um Hass und Neid, JoG, es geht um Wahrheit und Transparenz. Wo sehen Sie Lügen und Neid in der Berichterstattung? Wo wird hier gehasst, wo wird die öffentliche Ordnung gefährdet?

(Ganz abgesehen davon, dass der letzte Absatz eine ziemlich stumpfe Nazi-Keule ist - auch hier bitteschön sorgsameren Umgang mit dem Instrument Sprache üben)


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RE: Stammtisch

#111 von kjschroeder , 16.10.2013 06:36

Zitat
Es geht nicht um Hass und Neid, JoG, es geht um Wahrheit und Transparenz.



Es get da schon auch um mehr. Wer einen Bischof mir nichts dir nichts einfach als "krank" bezeichnet, bedient sich des Vokabulars und der Denkweise wie sie in totalitären Staaten benutzt wurden,um unliebsame Leute aus dem Verkehr zu ziehen. Und wer es hinnimmt wie der größte Teil der deutschen Presse, dokumentiert das Versagen demokratischer Reflexe.

Da geht es nicht um Wahrheit und Klarheit, sondern um eine Schlammschlacht.

Und wohl auch um einen innerkirchlichen Richtungsstreit.

Und da ist noch dieser Vermögenverwaltungsrat: jahrelang untätig, auf Geheiß des Bischofs (!) eingesetzt, kämpft er wohl nun um sein Ansehen mbzw. dessen Mitglieder um ihres.

Gruß
Klaus

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RE: Stammtisch

#112 von JoG , 16.10.2013 07:38

Das will man nicht hören als Mitglied der betroffenen Gesellschaft. Das ist immer so. Nur nutzt es nichts. Unterstellt man die genannten Treiber, so erklären sich einfach sehr viele politische, kulturelle und gesellschaftliche verhalten dieser Gesellschaft, die sonst komplizierte Einzelerklärungen brauchen. Ich halte es da mit Ockham und seinem Messer.

Und leider ist die Abwehr, es wäre stumpfe Nazikeule die einzige Abwehr, die man hier immer ergreifen muss, wenn festgestellt wird, dass die kulturellen Eigenschaften und gesellschaftlichen Reaktionen sich jenen dieser Kultur vor Hundert Jahren so ähneln, dass man nur Staunen kann. "Leider" sage ich, weil das zeigt, dass die Leute hier offenbar diesem Wortspiel verfallen und daher demokratische Voraussetzungen unterlassen und die Gesellschaft tatsächlich daher gefährdet ist. Weil warum über etwas nachdenken, das nur "stumpfe Keule" ist.

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RE: Stammtisch

#113 von JoG , 16.10.2013 08:17

Es ist erstaunlich, dass man sich von diesem Nullereignis ablenken lässt.

Da entgeht Einem womöglich, wie souverän und staatstragend unter gegenseitiger Beweihräucherung die CDU, CSU und Grünen auseinandergehen. Da sollte der Wähler vor Angst erbeben. Aber das ist eine andere Geschichte.

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#114 von horstR , 16.10.2013 08:25

Hallo Kurt, ich hoffe Sie haben die Spiegelung gut überstanden und sind ohne Befund.

Zur Sache: Es geht um die Art der Darstellung, OK 31 Mio sind ein Haufen Geld auch für ein Bauwerk. Zur Wahrheit gehört aber auch, daß der Vorgänger die Gebäude Jahrzehnte lang hat vergammeln lassen.

Und ganz wichtig: Wie wird von den Medien ein Verteidigungsminister, der MILLIARDEN in den Sand gesetzt und Soldaten mit unsicherem Gerät in den Krieg geschickt hat, von den Medien behandelt?

Wie wird der Pharmareferent Kurt Beck von den Medien behandelt, der mit dem Nürburgring ein Zehnfaches vom Bischof noch dazu öffentliche Gelder (im Gegensatz zu den Kirchengeldern) in Verbindung mit Korruption und Bestechung verschleudert hat? Er ist übrigens immer noch Verwaltungsvorsitzender des ZDF, das sich an der Medienhatz gegen den Bischof beteiligt...

Wie werden die Gewerkschaftsvermögen betrachtet? Haben Sie schon mal einen Rechenschaftsbericht über Gewerkschaftsvermögen eingesehen, ich habe noch nie einen zur Kenntnis nehmen dürfen, da wird verschleiert mit der Begründung die Arbeitgeber dürfen nicht wissen wie kampfstark die Gewerkschaften sind...

Ein ganz schlimmer Fall sind die Wohlfartsverbände, da gibt es ganz offiziell keinerlei Kontrolle und die verarbeiten jährlich Milliarden an Steuergeldern.

Wir haben es also mit einem Medienhype in Sachen Tebart zu tun, das Opfer macht es durch ungeschicktes Verhalten den Medien aber auch leicht (Wulff lässt grüßen) und die Katholiken lösen ihr Problem auf recht katholische Art u Weise.


MfG

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RE: Stammtisch

#115 von horstR , 16.10.2013 08:29

Na ja die Kanzlerin, Kretschmann und natürlich auch Claudi Roth haben ihre charakterlichen Mängel schon erkennen lassen indem sie auf den darniederliegenden v. Elzt nachgetreten haben.

Aber was soll's, die nehmen ja wohl auch jugendliche U-Bahnschläger in Schutz, oder wie?


MfG

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RE: Stammtisch

#116 von Marie , 16.10.2013 09:02

Zitat von kjschroeder im Beitrag #111

Zitat
Es geht nicht um Hass und Neid, JoG, es geht um Wahrheit und Transparenz.


Es get da schon auch um mehr. Wer einen Bischof mir nichts dir nichts einfach als "krank" bezeichnet, bedient sich des Vokabulars und der Denkweise wie sie in totalitären Staaten benutzt wurden,um unliebsame Leute aus dem Verkehr zu ziehen. Und wer es hinnimmt wie der größte Teil der deutschen Presse, dokumentiert das Versagen demokratischer Reflexe.

Da geht es nicht um Wahrheit und Klarheit, sondern um eine Schlammschlacht.

Und wohl auch um einen innerkirchlichen Richtungsstreit.

Und da ist noch dieser Vermögenverwaltungsrat: jahrelang untätig, auf Geheiß des Bischofs (!) eingesetzt, kämpft er wohl nun um sein Ansehen mbzw. dessen Mitglieder um ihres.

Gruß
Klaus



Eindeutig: innerkirchlicher Richtungsstreit + Einfluss auf Rom/den Papst + Finanzen

Man kann wohl bald von Putsch-Versuch sprechen!

Da der neue Papst laut unseren Medien Armut predigt, ergibt sich für die Politik eine unwiderstehliche Gelegenheit Zugriffe auf die Kirchengelder zu versuchen. Wortmeldungen von Politikern gibt es bereits und unter die Leser-Zuschriften mischen sich zunehmend solche Töne.

Die Skandalisierung wurde durch ein massiver "Feuer" bestimmter deutscher Leitmedien getragen - sowas läuft nie und nimmer ohne Muttis Regieanweisung. Und jetzt mischt sie sich höchstselbst dazu.

Der Papst könne gar nicht anders entscheiden als den Limburger Bischof abzusetzen - andernfalls der Papst selbst in Deutschland seine Glaubwürdigkeit verlieren würde. Soweit ist es schon!
Nachzulesen z.B. -> http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politi...art4306,2255415
"Limburger Skandal kann Ruf des Papstes schädigen
Im "Fall Limburg" entscheidet der Papst über seinen Ruf und den der Kirche. Letzterer hat in Deutschland bereits gelitten. Die Zahl der Austritte steigt "

Wohlgemerkt vor dem Hintergrund, daß es bisher keinen einzigen handfesten Grund gibt, den Bischof fallenzulassen. Bockige Schäfchen und übelste Nachrede reichen nach Kirchenrecht einfach nicht für einen so schwerwiegenden Schritt. Vielleicht denkt man, es geht auch wie beim Wulf: per Qualitätsmedien aus dem Amt mobben.
Anekdote am Rand von meiner Mam gestern bei Kiosk um die Ecke: Verkäuferin zeigt auf das aktuelle Titelbild und fragt laut, wieso ein Bischof eine Badewanne aus purem Gold für 30 Millionen braucht ?!
So geht das dann ...

Zum Innerreligiösen / Hessen -> http://www.kath.net/news/43258
"14 Oktober 2013, 21:00
Warum ich mich für Bischof Tebartz-van Elst einsetze
Dem Limburger Bischof war die naturgemäß heikle Aufgabe zugefallen, das Bistum im Sinn des Genuin-Katholischen zu sanieren. Ein Gastkommentar von Bernhard Mihm
... ...
...Was hatte ich angetroffen, als ich nach vielen Jahren Ende der 70-er Jahre zurückgekommen war? Ein kirchliches Milieu, das sich bis zur Selbstdeformation den 68-ern wenn nicht angeschlossen, so doch selbstzweifelnd unterworfen hatte, einen von intellektualistischer Skepsis oder geistloser Neuerungssucht zerfressenen Klerus und eine Bistumsleitung, die das alles hinnahm und die nicht mehr führen, sondern nur noch moderieren wollte. Der liberale Frankfurter oder nassauische Protestantismus war auch innerkatholisch Leitbild geworden. Rom wurde zum Widerpart. Die Renitenz des gewiss persönlich frommen und gottergebenen, aber doch skurril-eigenwillig agierenden Bischofs Kamphaus passte nicht nur in dieses Bild, sondern wurde als wohltuende Bestätigung des ohnehin [...] vorhandenen geistig-geistlichen Tohuwabohus empfunden.

Und dann kam Tebartz-van Elst: ein ganz normal regierender katholischer Bischof, jedenfalls einer, der ganz normal regieren wollte. Ihm war die naturgemäß heikle Aufgabe zugefallen, das Bistum im Sinn des Genuin-Katholischen zu sanieren. Worum es dabei ging und noch immer geht, wurde exemplarisch in einem Interview deutlich, das der Frankfurter Stadtdekan Johannes Graf zu Eltz, der sich übrigens zum heftigen Gegenspieler des Bischofs entwickeln sollte, am 15. November 2010 der FAZ gegeben hat:

„Mein Langzeitprojekt ist die theologisch begründete Delegitimierung evangelischer Kirchlichkeit durch die Integration reformatorischer Elemente in die katholische Kirche (…) Mein Vorschlag, daß die katholische Kirche den Rahmen zur Verfügung stellt, damit Sie (die Protestanten) in Ruhe protestantisch sein können.“

Treffender hätte nicht beschrieben werden können, was das kirchliche Bestreben landauf, landab in diesem Bistum geworden war.

Und wenn derselbe Graf zu Eltz im selben Interview den geweihten Priester egalitaristisch nur zum Gehilfen der Laien erklärte, musste ihm und seinesgleichen sauer aufstoßen, dass der neue Bischof gut katholisch lehrte, dass nur der geweihte Priester „Seelsorger“ im eigentlichen Sinn sein könne. Was nun mit den bislang gehätschelten Gemeindereferenten und vor allem –referentinnen, die in pseudopriesterlicher Gewandung um den Altar herumstolzieren konnten, in der hl. Messe predigen durften und denen man als „Gemeindeleiter(inne)n Funktionen des Pfarrers übertragen hatte? Der Schock war groß, als man so aus der selbstgebastelten Welt Limburgischen Kirchturms in die Realität katholischer Kirchlichkeit versetzt wurde.

Und als der neue Bischof die kirchliche Einsegnung einer homosexuellen Verbindung missbilligte und mit Sanktionen belegte, war klar: da war nichts mehr mit Anpassung an die liberale Zivilität nach dem Muster jener Protestanten, denen die katholische Kirche „den Rahmen zur Verfügung stellen“ wollte, „damit sie in Ruhe protestantisch sein können“ (Graf zu Eltz).

Kein Wunder, dass nun ein Pfarrgemeinderat pressewirksam vermerkte, es „entstehe der Eindruck, dass bei Bischof Tebartz-van Elst die Orthodoxie Priorität habe vor dem Bemühen um moderne Menschen.“ Als ob das kirchliche Bemühen um Menschen nicht gerade darin bestehe, sie zur Wahrheit (Orthodoxie) zu führen und bei ihr zu halten. Als ob die Kirche Wellness zu verschaffen habe und ihr „Kerngeschäft“ nicht darin bestehe, die Menschen zum ewigen Heil zu bringen, dass genau das jene Menschenfreundlichkeit wäre, die ihr von ihrem göttlichen Stifter aufgetragen ist. Kein Wunder bei solcher Mentalität, dass ein Begehren machtvoll durch die Limburger Bistumslande zog: dieser Bischof muss weg!

Alles andere war und blieb bis zur Stunde nur Mittel zum Zweck ... "
(Bitte selbst nachlesen!)

Gruß,
Marie

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RE: Stammtisch

#117 von horstR , 16.10.2013 09:29

Wie immer toll recherchiert und auch die richtigen Schlüsse gezogen, Marie.

Aus hiesiger Sicht kann ich das nur bestätigen: Die "Kirche von unten" sind in der hiesigen Gegend recht engagiert und die Verbindung geht in hohe CDU Kreise....

Mich hat das Gehampel von Laien während der heiligen Messe derart irritiert, daß ich mir Gottesdienstbesuche verkneife. Angeboten wird einmal monatlich ein Gottesdienst (Freitag! Abend 18°°) in der kleinen Kirche St. Anna in Limburg im Tridentinischen Ritus.


MfG

HR

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RE: Stammtisch

#118 von kjschroeder , 17.10.2013 06:33

Zitat
Eindeutig: innerkirchlicher Richtungsstreit + Einfluss auf Rom/den Papst + Finanzen



Ja, so schält sich das auch immer mehr heraus. Ein Grund für Außenstehende, die Klappe zu halten. Danke für den interessanten Link und Beitrag.

Für mich sind zwei neue Infos zur Beurteilung wichtig gewesen:

- der Vatikan kannte die Kosten und die Aufteilung in 10 Projekte und hat sie auch abgesegnet -> http://www.rp-online.de/panorama/ausland...cheid-1.3749816 Der Vorwurf, der Bischof hätte den Vatikan verschaukelt, fällt damit in sich zusammen.

- der Vermögensverwaltungsrat hat dem Bischof eine Vollmacht gegeben und sich damit als Kontrollgremium seiner Arbeit praktisch entledigt - die wollten pennen! -> http://www.welt.de/politik/deutschland/a...Mehrkosten.html Der Vorwurf, der Bischof hätte am Kontrollgremium vorbei irgendwas gemauschelt, fällt damit auch in sich zusammen: Das GREMIUM muß sich fragen lassen, wie es um seine Arbeitsmoral bestellt ist.

Was bleibt dann eigentlich noch an Vorwürfen? Richtig: ein angeblicher Protzbau. Mit dieser Einschätzung - Sie schrieben es schon - steht und fällt praktisch diese Kampagne.

Der Mann ist doch noch Bischof, nicht wahr? Irgendwie versuchen Medien, ihn dadurch wegzuhauen, daß sie ständig über Nachfolger schreiben, so, als ob van Elst längst Geschichte wäre. Die nehmen da mögliche Eregnisse als Wunschdenken (und Manipulierung) schon vorweg.

Gruß
Klaus

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RE: Stammtisch

#119 von JoG , 17.10.2013 07:56

Mobbing funktioniert hier so. Warum also nicht davon ausgehen, dass der Bischof gehen muss? Da sind die Tatsachen und Zusammenhänge weniger wichtig. Da gäbe es immer Personen, die weitaus schlimmeres taten, von denen man weiß oder wissen müsste.

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RE: Stammtisch

#120 von Marie , 17.10.2013 09:13

Hier stehts auch noch mal -> http://www.katholisch.de/de/katholisch/t...an_bescheid.php
" ... Laut einem Sitzungsprotokoll, das der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegt, wurde der Apostolische Nuntius in Deutschland schon vor Baubeginn im Jahr 2010 über die insgesamt zehn Einzelprojekte informiert. Und auch der Verwaltungsrat hat anscheinend mehr gewusst.

Nuntius Erzbischof Jean-Claude Perisset habe dieser Aufteilung, die auch in der Sache begründet gewesen sei, ausdrücklich zugestimmt, heißt es in dem von Generalvikar Franz Kaspar unterzeichneten Protokoll über die Sitzung des Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls vom 28. August 2013. Der Nuntius sei später selbst vor Ort gewesen und habe dieses Vorgehen nochmals bestätigt.

Rechtsgeschäfte in der katholischen Kirche, die mehr als fünf Millionen Euro Kosten verursachen, müssen vom Papst genehmigt werden ... "
(Bitte selbst nachlesen! - Hervorhebungen von mir)


Hätte mich auch sehr gewundert, wenn der bzw. die Architekten sich und ihr Projekt nicht juristisch blitzsauber absichern! Auch die Stückelung in Teilprojekte dient der Sache und allen Beteiligten bei Planung, Ausführung, Abnahme und Abrechnung und auch falls es mal zu Unverträglichkeiten zwischen den Parteien kommt ;-)

Jedenfalls soll man bei groben Schätzungen noch unter dem Vorgänger auch schon mal bei einer Summe von 11 Millionen gewesen sein. Der hält sich sicher nicht ohne Grund bedeckt.

Die Frage ob es nun ein "Irrsinnsprojekt" und daher rausgeschmissenes Geld ist oder nicht doch ein mutiger und weit vorrausschauender Kraftakt, der sich vielfältig bezahlt machen wird ( zumal dem Bestand eh völliger Verfall drohte) bleibt wohl weiter die *Haupt-Überlebensfrage* für den Bischof ...

Schaun mer mal ...

Gruß,
Marie

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RE: Stammtisch

#121 von JoG , 17.10.2013 10:39

Bis darauf, dass ich nicht wirklich sicher bin, dass das Geld hier mehr verschwendet ist als in Tausend anderen Projekten der Beamtenschaft, die uns allerdings etwas angehen, wird mich am meisten interessiert daran, wie es ausgeht. Dass sich der deutsche Oberbischof von der Straße treiben lässt und sich dazu verleiten ließ den Kopf des Limburgers wenn auch indirekt und in diplomatischer Sprache zu fordern, wissen wir. Aber was wird der Gerichtsherr tun? Ist er ein Pilatus?

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RE: Stammtisch

#122 von Marie , 17.10.2013 11:31

Weitere Enthüllungen - > http://www.kath.net/news/43314
"17 Oktober 2013, 11:00
Limburg 2012 - Generalvikar informierte: Kein Haushaltsplan möglich
KATH.NET veröffentlicht exklusiv aus Protokollen des Limburger Vermögensverwaltungsrates des Bischöflichen Stuhls aus den Jahren 2011-2013 - Schon Juni 2011 waren Kosten um 17 Millionen Euro für das Diözesanzentrum eingeplant!"

Da hat die Plaudertasche R, jetzt einiges zu erklären ...
Was fürn elender Saustall!

Gruß,
Marie

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RE: Stammtisch

#123 von horstR , 17.10.2013 12:03

Geil, mal sehen wie die Jounalsten Meute und Rüpel aus der Nummer rauskommen.

Bin nur froh, daß ich den Riebel von Anfang an richtig eingeschätzt habe. Wer erinnert sich noch an die entartete Demokratie von Lucke? Das mit dem "krank" geht ja in Richtung "unwertes Leben" zumidest dem Mechanismus nach...

ZDF rudert in der Mittagsheute vorsichtig zurück...

Fröhlich pfeifend...


MfG

HR

Schluss mit lustig, was kommt nach der Boygroup?

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RE: Stammtisch

#124 von JoG , 17.10.2013 12:22

Hier ist etwas, das uns wirklich angeht. Und es wird letztlich abgetan zur Kenntnisnahme:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/a-928354.html

JoG  
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RE: Stammtisch

#125 von JoG , 17.10.2013 12:22

Hier ist etwas, das uns wirklich angeht. Und es wird letztlich abgetan zur Kenntnisnahme:
http://m.spiegel.de/wirtschaft/service/a-928354.html

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