RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#26 von JoG , 09.05.2013 16:17

Zitat von kurt02 im Beitrag #25
Zitat von JoG im Beitrag #24
Wieso also feiert das deutsche Volk nicht?


Weil es das gleiche wie die Sedantags-Feiern wäre, glaube ich.


Finden Sie? Ich dächte eigentlich umgekehrt. Wenn man den Tag der Befreiung feiert, würde man im Ausland zeigen, dass man im Inland die richtige Einstellung zum Reich hat. Vor allem würde man im Inland zeigen, dass man sich freut, dass die Nazis und ihre inneren Verbündeten und Dulder verloren haben. Es darf kein Gedenktag sein sondern ein Fest.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#27 von huhngesicht , 09.05.2013 17:45

Der Tag (Gedenktag zur Befreiung) wird doch in Deutschland begangen, nur schon am achten Mai. In unterschiedlicher Weise je nach Bundesland usw.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#28 von JoG , 09.05.2013 18:13

Der 8te Mai ist kei Feiertag. Lediglich finden hauptsächlich zu Runden Jahrestagen entsprechende Veranstaltungen statt. Sie sind so bedeutend, dass man sich sogar an eine Rede gerne erinnert, die der damalige BuPrä hielt. Es ist also das Freudenfest, das das frohe Volk für seine Befreiung feiert? Für jeden sieht es objwktiv aus, wie das, was es ist und jeder muss sich schämen es als Ausrede anzubringen. ;)

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#29 von weihrauch , 09.05.2013 18:20

Zitat von kurt02 im Beitrag #23
Für die Alliierten, also auch für die Russen, war der Tag der Kapitulation der Tag des Sieges.
Für die Deutschen war es der Tag der Befreiung,
Für die Nazis und Schlächter war es der Tag der Kapitulation und der Niederlage.


Für die Deutschen war es der schlimmste Tag seit 1648
Für BRDler ein Freudentag

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#30 von JoG , 09.05.2013 18:29

Sie glauben also, dass die Deutschen nicht befreit wurden sondern den Kampf für ihren Führer verloren haben?
Ihnen glaube ich das glatt.


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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#31 von weihrauch , 09.05.2013 18:39

Zitat von JoG im Beitrag #30
Sie glauben also, dass die Deutschen nicht befreit wurden sondern den Kampf für ihren Führer verloren haben?
Ihnen glaube ich das glatt.


Sie könnern mir 200%ig glauben, daß der 8.Mai für mich KEIN FEIERTAG IST.
Ich könnte dann nicht mehr in den Spiegel schauen.
Nur Masochisten sehen dies anders.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#32 von huhngesicht , 09.05.2013 18:48

Der 8te Mai ist kei Feiertag. Lediglich finden hauptsächlich zu Runden Jahrestagen entsprechende Veranstaltungen statt. Sie sind so bedeutend, dass man sich sogar an eine Rede gerne erinnert, die der damalige BuPrä hielt. Es ist also das Freudenfest, das das frohe Volk für seine Befreiung feiert? Für jeden sieht es objwktiv aus, wie das, was es ist und jeder muss sich schämen es als Ausrede anzubringen. ;)

Beschaemend waere es angesichts der Gesamtumstaende, eine Freudenorgie zu zelebrieren (die Art der Feier in Russland mit einem Militaeraufmarsch nannte ich auch ein wenig geschmacklos). In Deutschand wird es angemessen dezent begangen. Das Herbeifuehren des Endes der Diktaturherrschaft war notwendig und mittelfristig fuer Deutschland positiv.
Die genauen Umstaende des Einmarsches der Russen waren es auch im Vergleich mit den anderen Alliierten fuer viele Deutsche nicht. Es war ja nicht so, dass singende Bonbons verteilende Soldaten auf weissen Schimmeln einritten, waehrend deutsche Blumenmaedchen diese mit Rosenblaettern bestreuten. Das haetten die Maedchen aber sicher lieber gemacht, als neun Monate spaeter gegen ihren Willen einen dicken Bauch zu haben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Befreiung

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#33 von JoG , 09.05.2013 18:59

Ich denke, man könnte ein der hiesigen Kultur angemesseneres Fest feiern. Vielleicht ein Straßenfest mit Sex, Drogen und deutschem Rock. Obwohl. Die heuchlerischen reden in feierlichen Sälen passt auch. Nur sieht es halt verlogen aus.

Und wie Sie ja an Weihrauch sehen, will das Volk eh lieber trauern, dass der Führer verlor.

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ein Tag der Befreiung

#34 von kurt02 , 09.05.2013 19:23

Zitat von weihrauch im Beitrag #29
Zitat von kurt02 im Beitrag #23
Für die Alliierten, also auch für die Russen, war der Tag der Kapitulation der Tag des Sieges.
Für die Deutschen war es der Tag der Befreiung,
Für die Nazis und Schlächter war es der Tag der Kapitulation und der Niederlage.


Für die Deutschen war es der schlimmste Tag seit 1648
Für BRDler ein Freudentag




Nein, für uns Deutsche ist es ein Tag der Befreiung. Sie werden irgendwann mal einsehen, dass man Deutscher sein kann ohne Nazi zu sein.

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RE: ein Tag der Befreiung

#35 von JoG , 09.05.2013 19:43

Obwohl ich auch es als Befreiung sehe und der meisten Deutschen großes Glück, dass das Land den Krieg verlor, sehen das doch große Teile des Volkes das anders.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#36 von kjschroeder , 09.05.2013 20:16

Zitat
Wenn man den Tag der Befreiung feiert, würde man im Ausland zeigen, dass man im Inland die richtige Einstellung zum Reich hat. Vor allem würde man im Inland zeigen, dass man sich freut, dass die Nazis und ihre inneren Verbündeten und Dulder verloren haben. Es darf kein Gedenktag sein sondern ein Fest.


Das halte ich für zu kurz gedacht.

Der erste Gedanke, der mir bei Ihren Ausführungen kam, war: Warum sollte ich mich über den (kriegsbedingten) Tod meiner beiden Onkel und einer meiner Tanten freuen?

Dann kam mir der Gedanke: Auch die Russen - GERADE sie - hatten unendlich viel Menschen verloren. Und sie feiern. Es geht also prinzipiell. Warum bei ihnen, warum nicht bei uns?

Ich glaube, der wesentliche Unterschied ist, daß die Russen - und zwar zurecht - sagen können, daß ihre Liebsten nicht umsonst gestorben sind, sondern in einen gerechten Kampf.

Das sieht HIER aber erheblich anders aus. Und zu glauben, man könne vor diesem Hintergrund das Kriegsende als Befreiung feiern, hieße, die gesamte Vorgeschichte, die überhaupt zu dem Krieg geführt hat wie auch diesen als solchen, einfach auszuklammern. Also das Eintreten und den Kampf für eine schlechte, ungerechte Sache, den die Vorfahren da führten. Sorry, aber sowas kann ich nicht feiern. Und Ursache und Wirkung lassen sich nunmal schlecht voneinander trennen.

Stefan Doernberg kämpfte als deutscher Jude in der Roten Armee und war auch bei den Kämpfen in Berlin dabei. Die Ambivalenz dieses 8. Mai hat er hier in einem Essay (mit interessanten historischen Details) sehr lebendig und interessant geschrieben.

In der DDR wurde der 8. Mai gefeiert. Die DDR war für Sie ein demokratischer Rechtsstaat?

Ihre Argumentation ist mir hier zu oberflächlich.

Gruß
Klaus

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#37 von JoG , 09.05.2013 20:54

Eigentlich hatte ich nicht sehr viel argumentiert. Aber es ist wahr. Es ist für deutsche offensichtlich schwer ihre Befreiung froh zu begehen. Mein Eindruck ist, dass die meisten sich mit der Anstrengung des Kriegs und dem Führer identifizierten und sich schämten verloren zu haben; irgendwie das Volk verraten zu haben. Ein bisschen wie sich Hagen gefühlt hätte, hätte er überlebt.

Dieses Gefühl der Schande haben die Überlebenden meist nicht verbal, obwohl ich das auch oft hörte, weitergegeben sondern nur als Gefühl, das die Folgegeneration in den Kinderstuben, den Kindergärten und den Schulen aufsogen. Das ist ein Gefühl, das ich eigentlich schon immer hatte im Umgang mit den Menschen in diesem Land. Es gibt da zwar Ausnahmen. Aber es sind ihrer wenige.

Das ist auch eine der Dinge, die ich meine, wenn ich Sage, die hiesige Kultur hätte seine Vergangenheit eigentlich überhaupt nicht aufgearbeitet. Es ist nämlich schon ein Grund zu großer und fröhlicher Freude, dass Deutschland befreit wurde. Nur wollten die (meisten) deutschen es gar nicht und sind daher nicht froh gewesen. Das steckt der Kultur in den Knochen.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#38 von kjschroeder , 09.05.2013 22:16

Zitat
Eigentlich hatte ich nicht sehr viel argumentiert.


Genau. ;-)

Zitat
Es ist für deutsche offensichtlich schwer ihre Befreiung froh zu begehen.


Klar - wie auch? Aber jetzt habe ich eine Frage: Wie stellen Sie sich das vor? Wir machen ein fröhliches Gelage wegen der Riesenfehler der Vorfahren?

Zitat
Mein Eindruck ist, dass die meisten sich mit der Anstrengung des Kriegs und dem Führer identifizierten und sich schämten verloren zu haben; irgendwie das Volk verraten zu haben.


Also meine Erziehung verlief in erheblich anderen Bahnen. Und ich glaube auch nicht, daß das, was Sie schreiben, auf "die meisten" oder auch nur eine Mehrheit zutrifft. Also: "Volk verraten" - ja. Schämen - ja. Aber nicht DAFÜR, sondern dafür, Leuten vertraut zu haben und gefolgt zu sein, denen man besser nicht vertraut hätte und gefolgt wäre. Daraus resultiert auch die heutige Unsicherheit, die bis zur Desorientierung reicht, wenn es um grundsätzliche Wertfragen geht. as nicht ausschließt, daß es Leute gibt, so gedacht haben und denken, wie Sie schreiben. Und das mögen durchaus etliche sein, was angesichts der tollen"Entnazifizierung" auch kein Wunder ist. Denn es prägt natürlich die Leute, wenn sie sehen, daß die gestrigen nach wie vor bzw. wieder in Amt wund Würden sind. Und seien es aich Mitläufer damals gewesen.

Vorwerfen kann man den Leuten, die Entnazifizierung nicht selber durchgezogen zu haben. Aber 1946-49 hatte man andere, mehr existenziellere Probleme.

Zitat
Es ist nämlich schon ein Grund zu großer und fröhlicher Freude, dass Deutschland befreit wurde.


Für die anderen Menschen und Länder, sicher. Für jemanden AUS diesem Land wohl eher ein Anlaß zur Nachdenklichkeit, wie es zu den Geschehnissen kommen konnte, die eine Befreiung notwendig machten. Wir reden schließlich über die Väter und Großväter, nicht über wildfremde Menschen.

Und das betrifft auch die "Aufarbeitung". Die fand und findet schon statt - nur falsch. Unter anderem, weil die falschen Reflexe bemüht werden: Wenn ich merke, daß jemand Mist gebaut hat, richtig großen Mist - und schlimmer noch: Verbrechen ermöglicht hat, dann ist die normale Reaktion - Schuld? Hallo? Wieso soll ich als Nachkriegsgeborener Schuld haben? Das ist lächerlich. Die normale Reaktion wäre: Empörung. Aber sowas wiederum läßt sich nicht feiern (und "Schuld" auch nicht, nebenbei).

Und es werden, wie ich schon woanders hier schrieb, keine Lehren für die Zukunft gezogen. Vielmehr ist hier völlig unbekannt, wie Totalitarismus entstehen kann. Hier glaubt man offenbar, er ziehe immer und grundstzlich hochoffiziell mit Ankündigung und großem Getöse ein. Aber so ist es ja nicht.

Und dann beginnt diese "Aufarbeitung" auch mit der Lüge vom "Neuanfang". Aber die Staats-Strukturen, die in den Totalitarismus führen können, das zentralistische Denken, bei dem vermeintliche Nützlichkeit vor Demokratie rangiert, von der Prinzipienhuberei, wie man sie auch hier lesen kann, ganz zu schweigen: all das hat bis heute fröhlich überlebt.

Fragen Sie hier mal jüngere Leute - auch Lehrer (ich hatt es mal gemacht) nach dem Unterschied zwischen Bürger und Untertan. Dann wundert Sie nichts mehr.

Gruß
Klaus


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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#39 von Willik , 10.05.2013 01:05

"In der DDR wurde der 8. Mai gefeiert."

Selbstverständlich!
Im ganzen Gebiet der späteren "DDR" gab es ja auch zwischen 1933 und 1945 keinen einzigen Nazi.
DIE waren alle in Westdeutschland!

Nur mal so gefragt: Feiern eigentlich die Amis den Tag, an dem die letzten US-Soldaten aus Vietnam herausgehumpelt sind oder mühsam ausgeflogen wurden? Und wie ist"s mit den Sowjets und Afghanistan? Russischer Feiertag?

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RE: ein Tag der Befreiung

#40 von Jochen Singer , 10.05.2013 06:43

Zitat
Nein, für uns Deutsche ist es ein Tag der Befreiung. Sie werden irgendwann mal einsehen, dass man Deutscher sein kann ohne Nazi zu sein.



Für Teile der westdeutschen Gesellschaft, für andere nicht. Der andere Teile lebte entweder in der sowjetischen Besatzungszone unter dem Terror der Ulbricht-Genossen und deren sowjetischen Unterstützern, teils unterstützend, oder als Anhänger des Sowjet-Kommunismus im von ihnen gehaßten Nichtklassenstaat "BRD".

Die Befreiung wurde erst 1989 weitgehend vollendet - bis auf Reste der orthodoxen Linken die unseren Staat wegen dessen pluralistischen, machtbalancierten Charakters niemals akzeptieren werden.


Global War on Terrorism :

Moments that changed rock and roll.

 
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RE: ein Tag der Befreiung

#41 von kurt02 , 10.05.2013 09:26

Sie reden auch von Befreiung. Was denn sonst?

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#42 von JoG , 10.05.2013 09:31

"Nur mal so gefragt: Feiern eigentlich die Amis den Tag, an dem die letzten US-Soldaten aus Vietnam herausgehumpelt sind oder mühsam ausgeflogen wurden?"

Komisch, dass Sie Vietnam vergleichen mit WWii. Ich sehe da keinen Ansatz und keine Ähnlichkeit. Könnten Sie Ihre Sicht dazu erläutern?

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#43 von JoG , 10.05.2013 10:20

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich verstehe schon die psychischen Schwierigkeiten sich an eine Causa zu binden, eine Massive Anstrengung zu unternehmen mit massiven persönlichen Verlusten um dann nach dem Misserfolg zu lernen, dass das Ganze ein Schwindel war und illegal. Dem Volk geht es ja nun mit EU und Euro so. Und bei der neuen Gesellschaft des Tausendjährigen Reichs, mit größt vorstellbaren Emotionen, Anstrengungen, Verlusten und Verbrechen? Da ist das emotionale Durcheinander natürlich riesig.

Aber dennoch. Man macht nicht einmal den Versuch glücklich zu sein, dass man befreit wurde von der fast (im kleinen Format gab es offenbar Ähnliches im deutschen Mittelalter) fürchterlichsten Gesellschaftsform, die diesseits Moskaus je erfunden wurde.

Ich sage auch nicht, dass man das muss. Da man aber reagiert, wie man reagiert, gibt es mE Anlass zur Sorge, weil das ein starkes Indiz ist, dass die Probleme nie in den Köpfen in eine rationale Perspektive gebracht wurde, die Denkstrukturen und emotionalen Reflexe also noch verrückt sind weg von einer Rationalität. Beunruhigen würde das schon ohne andere Symptome. Zusammen mit den anderen jedoch, scheint mir die mangelnde Freude geradezu bedrohlich und man kann verstehen, wie Ansichten zustande kommen, wie man sie oft liest.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#44 von kjschroeder , 10.05.2013 12:53

In Ihrer Logik müßten die Iraker und die Afghanen und früher die Süd-Vietnamesen allesamt einmal jährlich gefeiert haben bzw. feiern, weil sie befreit wurden. Man hört nur nichts davon. Von Patton und von Chruchill wissen wissen wir außerdem, daß die USA und die Briten nicht zum Befreien, sondern zum Siegen kamen. Aber das nur nebenbei.

Und deswegen halte ich Ihre Bemerkung ....

Zitat
Da man aber reagiert, wie man reagiert, gibt es mE Anlass zur Sorge, weil das ein starkes Indiz ist, dass die Probleme nie in den Köpfen in eine rationale Perspektive gebracht wurde, die Denkstrukturen und emotionalen Reflexe also noch verrückt sind weg von einer Rationalität. Beunruhigen würde das schon ohne andere Symptome.



... für das Resultat eines falschen Menschenbildes. Menschen "ticken" nicht so.

Gruß
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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#45 von JoG , 10.05.2013 13:26

Zitat von kjschroeder im Beitrag #44
In Ihrer Logik müßten die Iraker und die Afghanen und früher die Süd-Vietnamesen allesamt einmal jährlich gefeiert haben bzw. feiern, weil sie befreit wurden. Man hört nur nichts davon. Von Patton und von Chruchill wissen wissen wir außerdem, daß die USA und die Briten nicht zum Befreien, sondern zum Siegen kamen. Aber das nur nebenbei.

Und deswegen halte ich Ihre Bemerkung ....

Zitat
Da man aber reagiert, wie man reagiert, gibt es mE Anlass zur Sorge, weil das ein starkes Indiz ist, dass die Probleme nie in den Köpfen in eine rationale Perspektive gebracht wurde, die Denkstrukturen und emotionalen Reflexe also noch verrückt sind weg von einer Rationalität. Beunruhigen würde das schon ohne andere Symptome.


... für das Resultat eines falschen Menschenbildes. Menschen "ticken" nicht so.




Ich denke es ist weniger, dass Menschen so nicht ticken. Die Dynamik der Gruppe vielmehr führt dazu, dass sie sich so verhalten oder anders. Es ist genau diese Gruppendynamik, die man ändern muss; hätte ändern müssen aber nicht hat. Die Dynamik hängt nämlich an den Begebenheiten und den Äußerungen der Gruppenmitglieder und vor Allem der Gruppen Leittiere. Und just da hat man versagt.

Dass die Iraker und Afghanen sich freuten und jubelten, so weit sie nicht Teil der Macht gewesen waren, als Saddam bzw die Mullahs entfernt wurden, ist Tatsache. Leider wurde danach die Sicherheit nicht mit genügender Kraft durchgesetzt. Das war ein Fehler.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#46 von kjschroeder , 10.05.2013 13:37

Zitat
Dass die Iraker und Afghanen sich freuten und jubelten, so weit sie nicht Teil der Macht gewesen waren, als Saddam bzw die Mullahs entfernt wurden, ist Tatsache.


Wir reden ja hier von Ihrer Forderung nach einem einmal jährlich stattfindenden Fest. Das gibt es im Irak und in Afghanistan? Dann wäre mir etwas entgangen. Wären Sie so nett, mitzuteilen wann und wie die Festivitäten im Irak und in Afghanistan stattfanden - z.B. in 2012? Oder wie sie für 2013 geplant sind?

Gruß
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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#47 von JoG , 10.05.2013 15:09

Zitat von kjschroeder im Beitrag #46

Zitat
Dass die Iraker und Afghanen sich freuten und jubelten, so weit sie nicht Teil der Macht gewesen waren, als Saddam bzw die Mullahs entfernt wurden, ist Tatsache.

Wir reden ja hier von Ihrer Forderung nach einem einmal jährlich stattfindenden Fest. Das gibt es im Irak und in Afghanistan? Dann wäre mir etwas entgangen. Wären Sie so nett, mitzuteilen wann und wie die Festivitäten im Irak und in Afghanistan stattfanden - z.B. in 2012? Oder wie sie für 2013 geplant sind?

Gruß
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Ich glaube nicht gesagt zu haben, es würde jährlich gefeiert. Es wurde nur gefeiert als man befreit wurde.

Die inneren Probleme gingen indes nicht weg und sind von den Dortigen nicht gelöst worden, nachdem die Autokraten entmachtet wurden. In beiden Ländern hatten die Bevölkerungen mE eine historische Chance auf eine bessere Zukunft und haben es kulturell nicht gepackt ihr politisches System zu ordnen. Vielleicht wäre es besser verlaufen, wenn die Weltgemeinschaft eine fokusierte Anstrengung im Nachgang zum Einsatz unternommen hätte. Aber das war allseits ungewollt. Nun baden es die Afghanen, Iraker, Ägypter, Libyer und Syrer aus.

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#48 von weihrauch , 10.05.2013 17:56

Zitat von JoG im Beitrag #33
Ich denke, man könnte ein der hiesigen Kultur angemesseneres Fest feiern. Vielleicht ein Straßenfest mit Sex, Drogen und deutschem Rock. Obwohl. Die heuchlerischen reden in feierlichen Sälen passt auch. Nur sieht es halt verlogen aus.

Und wie Sie ja an Weihrauch sehen, will das Volk eh lieber trauern, dass der Führer verlor.


Was wäre denn daran so schlimm, wenn Deutschland den Krieg nicht verloren hätte?
Ich gehöre zu den Leuten, die traurig darüber sind, daß Deutschland zerstört wurde. amputiert wurde und die größte Vertreibung aller Zeiten stattfand - für mich kein Grund zu feiern, wie für andere hier im Forum.
Glauben diese Leute wirklich, daß bei einem Sieg Deutschlands heute immer noch Goebbels, Hitler und Göring an der Macht wären?
Vermutlich, denn für sie sind diese drei unsterblich.
Für sie hätte es zwischen 1945 und 2013 nicht die geringste Änderung gegeben - den veränderten Zeitgeist hätte es nicht gegeben.

Ich bin sogar der Meinung, daß die Gesamtzahl der Kriegsopfer nicht so hoch wäre, wenn Deutschland nicht verloren hätte. Denn erst durch die Einkesselung und keinerlei Bereitschaft für Verhandlúngen mit der deutschen Führung haben die Sozialisten in die gefährliche Enge getreiben.

Außerdem scheint für viele noch die kriegsgeile Einstellung Hildegard Hamm-Brüchers zu gelten, die vom einem "Segen" sprach, das der Attentatsversuch Stauffenbergs scheiterte

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#49 von kurt02 , 10.05.2013 18:52

Zitat von weihrauch im Beitrag #48
Zitat von JoG im Beitrag #33
Ich denke, man könnte ein der hiesigen Kultur angemesseneres Fest feiern. Vielleicht ein Straßenfest mit Sex, Drogen und deutschem Rock. Obwohl. Die heuchlerischen reden in feierlichen Sälen passt auch. Nur sieht es halt verlogen aus.

Und wie Sie ja an Weihrauch sehen, will das Volk eh lieber trauern, dass der Führer verlor.


Was wäre denn daran so schlimm, wenn Deutschland den Krieg nicht verloren hätte?
...


Nicht Deutschland, sondern die Nazis haben diesen Krieg verloren. Die Nazis, die wehrlose Zivilisten zu Millionen ermordeten, noch mehr Millionen vertrieben, die 60 % ihrer Kriegsgefangenen umbrachten oder verrecken ließen, diese Nazis verloren. An dem Tag, an sie nicht mehr morden konnten, hörte Deutschland auf, zerstört zu werden.

Das zu kapieren kann doch nicht so schwer sein!

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RE: Heute feiert man in der ganzen Russischen ....

#50 von weihrauch , 11.05.2013 15:05

Zitat von kurt02 im Beitrag #49
Zitat von weihrauch im Beitrag #48
Zitat von JoG im Beitrag #33
Ich denke, man könnte ein der hiesigen Kultur angemesseneres Fest feiern. Vielleicht ein Straßenfest mit Sex, Drogen und deutschem Rock. Obwohl. Die heuchlerischen reden in feierlichen Sälen passt auch. Nur sieht es halt verlogen aus.

Und wie Sie ja an Weihrauch sehen, will das Volk eh lieber trauern, dass der Führer verlor.


Was wäre denn daran so schlimm, wenn Deutschland den Krieg nicht verloren hätte?
...


Nicht Deutschland, sondern die Nazis haben diesen Krieg verloren. Die Nazis, die wehrlose Zivilisten zu Millionen ermordeten, noch mehr Millionen vertrieben, die 60 % ihrer Kriegsgefangenen umbrachten oder verrecken ließen, diese Nazis verloren. An dem Tag, an sie nicht mehr morden konnten, hörte Deutschland auf, zerstört zu werden.

Das zu kapieren kann doch nicht so schwer sein!


Was soll denn das?????
Natürlich hat Deutschland den Krieg verloren.
Sie argumentieren ja schon wie die SED zu besten DDR-Zeiten.
Waren die vertriebenen Ostpreussen, Schleseier, Pommern und Sudetendeutschen etwa Nazis?
Nein - die verbrecherischen Kriegstreiber - die USA und England - ging es nicht um die Nazis, sondern um die Zerstörung Deutschlands.
Aber warum schreib ich das? Die anderen Forumsteilnehmer werden dies hoffentlich genauso sehen.

Und leider hat sich Deutschland - besonders die nazideutsche Führung - stümperhaft gegen die Alliierten verhalten - sie sind ins offene Messer gelaufen.
Es ist bis heute bedauerlich, daß die Luftschlacht um England nicht gewonnen wurde und Island nicht rechtzeitig vor den Amis besetzt wurde.
Auch die Invasion in der Normandie verlief sehr unglücklich.
Nach den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges hätte das OKW mehr Professionellität zeigen müssen.

Dieses Thema stellt sich übrigens jedes Jahr zum 8.5. und 1.9. - dann wird es giftig, weil die Ewiggestrigen die Alleinschuld zelebrieren


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zuletzt bearbeitet 11.05.2013 | Top

   

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