Wasser ist ein Allgemeingut!!

#1 von horstR , 10.04.2013 13:42

Schon wieder diese korrupten Eurokraten: Die wollen Wasser privatisieren!

Es wird hier einige verwundern: Ich fordere Wasser als Allgemeingut und eigentlich müssten Wasser wie Abwasser gratis sein! Über Kostendeckung will ich eigentlich nicht diskutieren, weil viele Kommunen ihren unersättlichen Geldbedarf häufig in den Stadtwerken verstecken...

Abgesehen davon wäre dann die durch die GRÜNEN verordnete unsinnige Wassersparerei endlich beendet!


Saludos

HR

FDP wählen statt Spaß Bremsen

horstR  
horstR
Beiträge: 1.174
Registriert am: 28.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#2 von JoG , 10.04.2013 14:12

Zitat von horstR im Beitrag #1
Schon wieder diese korrupten Eurokraten: Die wollen Wasser privatisieren!



Zunächst muss man sagen, dass nicht alles, das die EU tut, Unsinn ist. Diese Maßnahme ist a priori vernünftig, wenn man es richtig hin bekommt.

Zitat von horstR im Beitrag #1
Es wird hier einige verwundern: Ich fordere Wasser als Allgemeingut und eigentlich müssten Wasser wie Abwasser gratis sein! Über Kostendeckung will ich eigentlich nicht diskutieren, weil viele Kommunen ihren unersättlichen Geldbedarf häufig in den Stadtwerken verstecken...



Was ist ein Allgemeingut? Wenn Sie damit ein "Öffentliches Gut" meinen, so besagt die VWL ziemlich eindeutig, wie man verfahren muss. Nur ist Wasser in seinen wirtschaftlichen Parametern kein "Öffentliches Gut". Es ist wirtschaftlich ein "Privates Gut". Wenn der Staat ein "Privates Gut" herstellt, ist das ineffizient.

Wenn Sie meinen, Wasser wäre ein Gut, das jedem zugänglich sein sollte, wie bspw Nahrung, dann verstaatlicht man es nur mit erheblichen Verlusten an Effizienz. Es wird teurer und/oder in falschen Mengen eingesetzt. Das ist besonders schädlich bei einem Gut, das in so vielen Produktionsprozessen in der ganzen Wirtschaft verwendet wird. Die Fehlallokation ist riesig und setzt sich in jeden Bereich der Wirtschaft fort.
Ein solches Gut, das "sozial" verwendet werden soll, wenn Sie das meinen, unterliegt den gleichen Überlegungen. Die Lösung ist nicht die Gießkanne des billigen Wassers. Man bezahlt das Wasser der Personen, die man unterstützen will.

Wenn Sie meinen, dass das Wasser allen gehört, so ist das nachvollziehbar. Venezuela und andere haben das Öl oder andere Rohstoffe verstaatlicht. Man stellt aber hier fest, dass auch hier man einen sehr hohen Preis zahlt, wenn man die eigentliche Allokation und Produktion in den Staatssektor hält.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#3 von horstR , 10.04.2013 15:42

Ich meine der liebe Gott lässt es täglich gratis regnen, damit ist Wasser ein Geschenk an die gesamte Welt.


Saludos

HR

FDP wählen statt Spaß Bremsen

horstR  
horstR
Beiträge: 1.174
Registriert am: 28.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#4 von JoG , 10.04.2013 16:05

Zitat von horstR im Beitrag #3
Ich meine der liebe Gott lässt es täglich gratis regnen, damit ist Wasser ein Geschenk an die gesamte Welt.


Aber er hat vergessen zu bedenken, dass man in Kronberg Pool und Rasen füttern muss. ;)

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#5 von huhngesicht , 10.04.2013 16:19

Ich meine der liebe Gott lässt es täglich gratis regnen, damit ist Wasser ein Geschenk an die gesamte Welt.

###
Wenn sie Regenwasser auffangen und es trinken, muessen sie darfuer nichts bezahlen. Das Wasser in ihrer Wohnung wird aber gereingt, aufbereitet, hat Qualitaetsgarantie, wird aufwendig transportiert usw. DAS ist nicht kostenlos.

Huhngesicht

huhngesicht  
huhngesicht
Beiträge: 510
Registriert am: 04.01.2013


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#6 von horstR , 10.04.2013 16:46

Na und wozu bezahle ich irrsinnig viele Steuern u Grundbesitzabgaben? Bei geringerem Grundsteuersatz sind z.B. in Japan Müll u Wasser eingeschlossen!


Saludos

HR

FDP wählen statt Spaß Bremsen

horstR  
horstR
Beiträge: 1.174
Registriert am: 28.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#7 von JoG , 10.04.2013 16:58

Zitat von horstR im Beitrag #6
Na und wozu bezahle ich irrsinnig viele Steuern u Grundbesitzabgaben? Bei geringerem Grundsteuersatz sind z.B. in Japan Müll u Wasser eingeschlossen!


Die Steuern bezahlen Sie, weil Sie solidarisch und sozial sind. ;)

Aber wieso will man noch mehr Verschwendung, als absolut unumgehbar? Daher privat herstellen und weniger Steuern.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#8 von huhngesicht , 10.04.2013 16:58

Na und wozu bezahle ich irrsinnig viele Steuern u Grundbesitzabgaben? Bei geringerem Grundsteuersatz sind z.B. in Japan Müll u Wasser eingeschlossen!

###
Steuern sollten moeglichst zweckgebunden sein. Es waere alles andere als liberal und gerecht, man verteilte die entstehenden Kosten fuer die Bereitstellung von Wasser auf alle gleich unabhaengig vom Verbrauch. Wie sollte das zB bei Mietshaeusern funktionieren? Entweder wuerde dann der Vermieter alles zahlen (Grundbesitzabgaben) oder jeder Mieter zahlte gleich viel (egal ob er Tag und Nacht duscht und ein 5000l Aquarium hat oder seine Wohnung kaum nutzt) oder man muesste ungerechte Kriterien wie Wohungsgroesse, Anzahl der Wasserhaehne oder Anzahl der Bewohner heranziehen. Ausserdem wuerde das natuerlich auch verhindern, dass Wasser bewusst gespart wird und der Preis fuer die Bereitstellung wuerde dann wieder steigen. Ganz zu schweigen von den oekologischen Aspekten.

Huhngesicht

huhngesicht  
huhngesicht
Beiträge: 510
Registriert am: 04.01.2013


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#9 von JoG , 10.04.2013 17:12

Zitat von huhngesicht im Beitrag #8
Na und wozu bezahle ich irrsinnig viele Steuern u Grundbesitzabgaben? Bei geringerem Grundsteuersatz sind z.B. in Japan Müll u Wasser eingeschlossen!

###
Steuern sollten moeglichst zweckgebunden sein.




Das ist umstritten.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#10 von huhngesicht , 10.04.2013 17:36

Das ist umstritten.

###
Ist das so? Ist aber auch voellig egal, sie koennen den ersten Satz auch komplett streichen, das Entscheidende steht danach.

Huhngesicht

huhngesicht  
huhngesicht
Beiträge: 510
Registriert am: 04.01.2013


RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#11 von JoG , 10.04.2013 18:09

Der Rest? Der war ordentlich, fand ich. Private Güter sollten, vereinfachend gesagt, von privater Hand hergestellt und verkauft werden. Dabei ist wichtig, dass die Regeln richtig strukturiert werden. Sonst bekommt man Probleme, wie wir sie an den Märkten gerade erlebten und erleben. Schlechte Regeln haben schlechte Folgen.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#12 von kjschroeder , 13.04.2013 16:12

Zitat
Schon wieder diese korrupten Eurokraten: Die wollen Wasser privatisieren!


Um Mißverständnisse zu vermeiden, hier ein Google-Link -> http://www.google.de/#hl=de&gs_rn=9&gs_r...iw=1280&bih=649

Es gibt da m.E. vier Aspekte auseinander zu halten:

- zum einen wollte der zuständige EU-Kommissar Barnier verkaufswillige Bürgermeister dazu zwingen, den angestrebten Verkauf von Stadtwerken EU-weit auszuschreiben, um Postengeschacher und ähnliches zu verhindern. Ein ZWANG zur Privatisierung gab es NICHT. Wer nicht privatisieren will, kann es als Kommune auch lassen. Jedenfalls, wenn man als Land oder Kommune unabhängig ist.

- ist man NICHT unabhängig - wie die PIGS-Staaten im Euro-"Schutzschirm" -, muß man sich die Privatisierung von der "Troika" vorschreiben lassen nach dem Motto: keine Privatisierung, kein Rettungsschirm. Die Folge in Portugal: angeblich kein trinkbares Trinkwasser mehr und vierfache Preise für Wasser.

- der Bundestag hat beschlossen es sich bequem zu machen und die Kompetenz an Brüssel abztutreten. -> http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....eidet-bruessel/

- Demokratie zu versuchen hat in der EU keinen Zweck. Warum? Weil es eine Bürgerinitiative gibt in diesem Zusammenhang mit einem Bürgerbegehren ("Right 2 Water"), das längst die geforderte Zahl an Stimmen überschritten hat. Der Bürokraten-Kniff der Eurokraten: Die geforderte Stimmenzahl gab es aus fünf, nicht aber aus sieben Ländern der EU, wie eine Veordnung festgelegt hat. Womit das Bürgerbegehren im Moment (es läuft bis Jahresende, wenn die Berichte stimmen) für den Müll ist. Aus Deutschland sind genug Stimmen zusammen.

Punkt 1 ginge für mich in Ordnung, Punkt 2 und 3 sind m.E. eine Schweinerei. Und Punkt 4 zeigt für mich einmal mehr, daß diese ganze EU für die Füße ist - Europa hat Besseres verdient.


Mir geht es hier um Privatisierung generell. Und zwar, weil speziell die Wasserthematik zeigt, welch verrückte Auswüchse dogmatisches "Privatisieren" haben kann. Es geht - joG deutete es an - um die Regeln, die stimmig sein müssen.

Warum verbinden wir mit Privatisieren etwas Positives? Weil Privatfirmen nunmal besser wirtschaften als der Staat. Und davon profitieren wir alle.

Aber warum wirtschaften sie besser? Wegen des Handelsregistereintrags "GmbH" o.ä.? Nein. Weil in Privatfirmen die besseren Leute sitzen? Mag sein, reicht aber als Begründung nicht. Denn wo Privatfirmen Monopole haben, geht es ähnlich zauselig zu wie beim Staat in Bezug auf Verbrauchernutzen und Effizienz.

Was also ist es? Ganz einfach: der Wettbewerb. Es ist der Wettbewerb, der Unternehmen zu effizienten Handeln zweingt. Zu Koistensenkungen. Zum Überdenken überholter Geschäftsmodelle. Zu Neuerungen. Zu besserem Service. Es ist exakt dieser Druck mit Namen "Wettbewerb", der dafür sorgt. Für den Verbraucher ist das sehr schön, denn er kann aussuchen, wem er sein Geld gibt. So äußert sich dieser Wettbewerb - die eine Firma kriegt das Geld des Kunden, die andere nicht.

Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten. Und die Privatisierung des staatlichen Telekom-Marktes war die bislang letzte und ordentlich vorgenommene Privatisierung in meinen Augen: Es gibt Wahlfreiheit, die Preise für Telefonie und Internet sind drastisch gefallen - und das bei erheblich verbesserter Qualität. Warum? Wegen des Wettbewerbs und den dadurch hervorgerufenen Druck.

Und jetzt schauen wir uns das mal beim Wasser an. Da will also - als Szenario - ein Bürgermeister die Stadtwerke vertickern. An irgendeinen privaten Investor. Natürlich an den Meistbietenden, um die klamme Kasse aufzufüllen. Gerät dieser Investor beim Kauf unter Wettbewerbsdruck? Hat der Verbraucher eine Auswahl?

Lautet in auch nur einem der beiden Fälle die Antwort "Nein", dann ist es keine richtige Privatisierung. Denn es wurde nur ein Monopol durch das andere ausgetauscht. Und man kann davon ausgehen, daß der Nachfolger genausogut oder schlecht wirtschaften wird wie die Stadtwerke.

Das also wäre bei einer Privatisierung die Mindestvoraussetzung: daß es mindestens ZWEI Konkurrenten gibt (die auch tatsächlich im Wettbewerb stehen müssen ohne Preisabsprachen und ähnlichem Kartell-Heckmeck). Und dem Verbraucher muß es erlaubt sein, zwischen diesen beiden wählen zu können - mit Verträgen, die natürlich auch in kurzer Zeit kündbar sein müssen.

Dann ist speiziell bei diesem Thema noch ein Aspekt zu beachten: der Grundwasserspiegel. Nehmen wir an Stadtwerke A hat sechs Brunnen. Wenn das alles an Investor A vertickert wird, muß Mitbewerber B neue Brunnen bohren. Das muß keine Probleme verursachen, kann es aber, je nach geologischer Bedingtheit vor Ort. Das Problem wäre weg, wenn zum Verkauf Stadtwerke A mit nur drei Brunnen stünde (und sich Mitbewerber B aus den anderen drei bedienen könnte). Das Leitungsproblem hingegen ließe sich ähnlich lösen wie das Problem der DSL-Leitungen - bis Mitbewerber B eine eigene Infrastruktur aufgebaut hat.

Unter DIESEN voraussetzungen wäre Privatisierung für mich in Ordnung.

Nun wissen wir, daß genau DIESE Voraussetzungen NICHT gegeben - und auc noicht gewollt! - sind.

Denn tatsächlich wird bei dieser Art "Privatisierung" nur ein Monopolist gegen einen anderen ausgetauscht. Und man fragt sich, wieso Stadtväter so einen Schmarren machen. Die Antwort hatte mir vor einiger Zeit ein Beitrag über das Geschäftsgebahren eines frz. Wasserkonzerns geliefert: die schütten die klamme Stadtkasse zunächst mit Geld zu, dann wird Wasser - egal, wie sauber - gechlort bis zum Abwinken (um Reinigungskosten - Kosten, Kosten!! - zu sparen). Und dann werden die Preise erhöht. Sukzessive und drastisch.

Und weil Wettbewerb fehlt, haben die Leute keine Ausweichmöglichkeit.

DAS ist das, was jetzt abläuft bzw. ablaufen soll - und es hat mit einer richtigen Privatisierung Nullkommanull zu tun. Man kann nicht oft genug auf diesen Umstand hinweisen. Und wir sollten denen das nicht durchgehen lassen.

Ginge es nach mir, müßte statt der angestrebten Privatisierung die EU-Korruptionsbehörde OLAF Ermittlungen aufnehmen gegen Beamte und womöglich auch Kommissare.

Und daß Berlin damit nichts zu tun haben will, zeigt mir einmal mehr wie schnell unsere Abgeordneten überfordert sind.

Da hilft nur: ABWÄHLEN!!!

An diesem Wochenende gründet sich die AfD als Partei. Da hättwn wir sie, die Alternative zum Abwählen.

Daß ich meine FDP-Stimme der CDU ausleihe, wird jedenfalls ebenfalls der Vergangenheit angehören.



Gruß
Klaus


kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012

zuletzt bearbeitet 13.04.2013 | Top

RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#13 von JoG , 13.04.2013 16:36

"Denn tatsächlich wird bei dieser Art "Privatisierung" nur ein Monopolist gegen einen anderen ausgetauscht. "

Dabei ist zu bedenken, dass es abhängig von der genauen Ausprägung der Regulierung und deren Kontrolle, ein privates Monopol meist effizienter sein wird, als ein Staatsunternehmen.

Und ja. Es wird Zeit, eine Partei zu bekommen, die eine rationale EU Politik etabliert. Dazu wird allerdings eine notwendige Bedingung sein, dass solche Partei keine Verbindungen zur öffentlichen Hand hat und keine bzw nur sehr wenige Mitglieder aus dieser Sekte hat.

JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012


RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#14 von kjschroeder , 13.04.2013 16:45

Zitat
Dabei ist zu bedenken, dass es abhängig von der genauen Ausprägung der Regulierung und deren Kontrolle, ein privates Monopol meist effizienter sein wird, als ein Staatsunternehmen.


Warum sollte es? Dazu wird es als Monopolist keinen Anlaß haben. Nein, es geht nicht ohne Wettbewerbsstrukturen. Das ist das A und O.

Zitat
Dazu wird allerdings eine notwendige Bedingung sein, dass solche Partei keine Verbindungen zur öffentlichen Hand hat und keine bzw nur sehr wenige Mitglieder aus dieser Sekte hat.


Richtig. Daß Sie allerdings den öffentlichen Dienst als Sekte bezeichnen, stößt bei mir auf Widerspruch: Der ÖD hat sehr wohl eine Berechtigung auch in einer liberalen Welt - siehe Locke: Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum. Klassische Staatsaufgaben.

Daß diese hierzulande nur sehr unvollkommen wahrgenommen werden, ändert nichts an deren Richtigkeit, sondern zeigt nur den Reformbedarf, der sich hier mittlerweile auf Bürohaushöhe auftürmt.

Gruß
Klaus

kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012


RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#15 von JoG , 13.04.2013 17:10

Zitat von kjschroeder im Beitrag #14

Zitat
Dabei ist zu bedenken, dass es abhängig von der genauen Ausprägung der Regulierung und deren Kontrolle, ein privates Monopol meist effizienter sein wird, als ein Staatsunternehmen.

Warum sollte es? Dazu wird es als Monopolist keinen Anlaß haben. Nein, es geht nicht ohne Wettbewerbsstrukturen. Das ist das A und O.



Ich meinte nur, dass das erwartete Produktionsoptimum beim Staatsmonopol und beim privaten Monopol sich unterscheiden und dabei es bereits eine Verbesserung sein kann, wenn man ein reguliertes privates Monopol nimmt, als ein Staatsmonopol. Dass beide eine geringere Effizienz haben als eine Marktlösung mit geeigneten Regeln, ist selbstredend.

Zitat von kjschroeder im Beitrag #14

Zitat
Dazu wird allerdings eine notwendige Bedingung sein, dass solche Partei keine Verbindungen zur öffentlichen Hand hat und keine bzw nur sehr wenige Mitglieder aus dieser Sekte hat.

Richtig. Daß Sie allerdings den öffentlichen Dienst als Sekte bezeichnen, stößt bei mir auf Widerspruch: Der ÖD hat sehr wohl eine Berechtigung auch in einer liberalen Welt - siehe Locke: Schutz von Leben, Freiheit und Eigentum. Klassische Staatsaufgaben.

Daß diese hierzulande nur sehr unvollkommen wahrgenommen werden, ändert nichts an deren Richtigkeit, sondern zeigt nur den Reformbedarf, der sich hier mittlerweile auf Bürohaushöhe auftürmt.



Mit Sekte meinte ich die homogenisierte Weltanschauung, die die gleichen Lebensumstände bei öffentlich Bediensteten erzeugen. Es ist diese Eigenschaft dieser Gruppe, die den Schaden angerichtet hat. Daher auch meine Verwendung des Wortes Sekte, die auch eine Gruppe Personen umfasst, die gleichen Glaubens sind. Allerdings würde ich nicht mit Ihnen gehen, Sekten die Berechtigung abzusprechen. Ich hätte nicht gedacht, dass Sie so deutsch sind. ;)

Aber natürlich hat der öffentliche Dienst eine juristische Berechtigung und vermutlich eine wirtschaftliche. Es ist jedoch auch ziemlich sicher, dass unter heutigen Bedingungen ein Sonderstatus wenig wünschenswert ist und mit erheblichen gesellschaftlichen wie auch wirtschaftlichen Nachteilen verbunden ist, die nicht nur über den Schaden hinausgehen, die ihre Ideologie der Demokratie angetan hat.


JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012

zuletzt bearbeitet 13.04.2013 | Top

RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#16 von kjschroeder , 13.04.2013 17:34

Zitat
dass das erwartete Produktionsoptimum beim Staatsmonopol und beim privaten Monopol sich unterscheiden


Schon das ist keineswegs sicher. Wer oder was sollte das garantieren?

Zitat
Dass beide eine geringere Effizienz haben als eine Marktlösung mit geeigneten Regeln, ist selbstredend.


Es geht auch nicht nur um die Effizienz. Es geht auch um die Wahlfreiheit des Bürgers als Konsumenten. Ich schätze, daß sich im Wasserbereich etwas ähnliches abzeichnen wird wie im Müll- und Strombereich bereits heute: Daß die FIRMEN diese Wahlmöglichkeit haben werden, nicht aber der private Bürger.

Und das kann es nicht sein. Privatisierungen sind keine l'art pour l'art-Veranstaltung, auch wenn Provinzpolitiker und Dogmatiker das so sehen mögen. Aber sie sind immer an das Wohl der Bürger zu koppeln.

Zitat
Mit Sekte meinte ich die homogenisierte Weltanschauung, die die gleichen Lebensumstände bei öffentlich Bediensteten erzeugen. Es ist diese Eigenschaft dieser Gruppe, die den Schaden angerichtet hat. Daher auch meine Verwendung des Wortes Sekte, die auch eine Gruppe Personen umfasst, die gleichen Glaubens sind.



Schön. Inhaltlich sind wir da beieinander. Aber der Begriff "Sekte" bedeutet und konnotiert noch andere Aspekte. Er ist negativ konnotiert, und auf dieser Ebene sehe ich den ÖD anders.

Zitat
Allerdings würde ich nicht mit Ihnen gehen, Sekten die Berechtigung abzusprechen.


Das habe ich auch nicht getan, das haben Sie nur hineininterpretiert. Denn ich schrieb, daß der Öffentliche Dienst EINE Berechtigung habe. Wie Sie dann im Umkehrschluß unlogisch dazu kommen, zu glauben, ich hätte Sekten DIE Berechtigung abgesprochen, erschließt sich mir nicht ganz.

Gruß
Klaus


kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012

zuletzt bearbeitet 13.04.2013 | Top

RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#17 von JoG , 13.04.2013 18:19

Beim privaten Monopol gibt es aus der Gewinnmaximierungshypothese ein eindeutiges Optimum. Beim Staatsmonopol ist die Zielfunktion nicht so eindeutig. Hier fließen politische und andere Interessen der Regierenden ein und der Preis verliert weitgehend seine Lenkungsfunktion.

"Es geht auch nicht nur um die Effizienz. Es geht auch um die Wahlfreiheit des Bürgers als Konsumenten. Ich schätze, daß sich im Wasserbereich etwas ähnliches abzeichnen wird wie im Müll- und Strombereich bereits heute: Daß die FIRMEN diese Wahlmöglichkeit haben werden, nicht aber der private Bürger."

Die Wahlfreiheit ist ein integrierter Bestandteil des Modells. Jedes Individuum konsumiert innerhalb seines Budgets wie er will. Am Optimum erreicht die Gesellschaft das höchste Niveau an Wohlfahrt, die sich wiederum aus den Optimierungen der Nutzenfunktionen durch die Einzelnen ergibt. Was Sie da fordern ist in dem Model berücksichtigt.

Jetzt muss man und hier ist eine Schwierigkeit zu der es in der Angelsächsischen Literatur eine große Menge gibt mit sehr viel empirischen Untersuchungen, eine geeignete Regelstruktur und technologische Ausstattung finden, das es erlaubt möglichst eng an das Marktoptimum heranzukommen. Das ist nicht einfach und es ist manchmal nur eine Second Best Lösung machbar.

"Schön. Inhaltlich sind wir da beieinander. Aber der Begriff "Sekte" bedeutet und konnotiert noch andere Aspekte. Er ist negativ konnotiert, und auf dieser Ebene sehe ich den ÖD anders."

Ich glaube Sie sehen die aktuellen Regeln des ÖD viel zu positiv. Unter heutigen Bedingungen ist das alte System enorm schädlich und ein wesentlicher Grund für viele Versagen in unserer Gesellschaft.

"Das habe ich auch nicht getan, das haben Sie nur hineininterpretiert. Denn ich schrieb, daß der Öffentliche Dienst EINE Berechtigung habe. Wie Sie dann im Umkehrschluß unlogisch dazu kommen, zu glauben, ich hätte Sekten DIE Berechtigung abgesprochen, erschließt sich mir nicht ganz."

Ich hatte nur gesehen, dass Sie die Berechtigung als ein Unterscheidungskriterium zu den Sekten nannten. So zumindest schien mir der Satzbau, weil sonst keine Abgrenzung genannt wurde.


JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012

zuletzt bearbeitet 13.04.2013 | Top

RE: Wasser ist ein Allgemeingut!!

#18 von JoG , 14.04.2013 08:42

Hier scheint ein territorialer Klassenkampf zu brodeln. Unsere Ökonomen wollen die Reichen Ausländer auf Grund einer EU Studie enteignen damit wir und unsere Reichen die Profite aus dem Euro und den Frieden, den die EU garantiert genießen können: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale...n-a-894243.html

Es ist schön zu sehen, wie integrierend das Immer Tiefere Europa auf uns einwirkt.

;)


JoG  
JoG
Beiträge: 2.092
Registriert am: 29.12.2012

zuletzt bearbeitet 14.04.2013 | Top

RE: Über den Sinn und Unsinn von Privatisierung, EU-Kompetenzen und der Selbstaufgabe Berlins

#19 von kjschroeder , 14.04.2013 13:11

Zitat
Beim privaten Monopol gibt es aus der Gewinnmaximierungshypothese ein eindeutiges Optimum.


Die Frage ist: Zu wessen Nutzen. Gerade die Beispiele aus der Wasserbranche zeigen, wie sich mit einem privaten Monopol die Bürgter ausplündern lassen.

Zitat
Die Wahlfreiheit ist ein integrierter Bestandteil des Modells.


Ist es am Beispiel Wasser eben NICHT. In welche Stadt kann ich bitteschön zwischen zwei Wasseranbietern wählen?

Zitat
Jetzt muss man und hier ist eine Schwierigkeit zu der es in der Angelsächsischen Literatur eine große Menge gibt mit sehr viel empirischen Untersuchungen, eine geeignete Regelstruktur und technologische Ausstattung finden, das es erlaubt möglichst eng an das Marktoptimum heranzukommen. Das ist nicht einfach und es ist manchmal nur eine Second Best Lösung machbar.


Ja, diese Art Sausebraus-Denke und -Studien kenne ich zur Genüge. Taucht zur Selbstrechtfertigung immer dann auf, wenn man das eigentlich Gebotene - hier: Wettbewerb - nicht will.

Zitat
Ich glaube Sie sehen die aktuellen Regeln des ÖD viel zu positiv.


Ich sehe ihn lediglich als Ganzes. Und Polizisten - erst recht Feuerwehrleute - laufen bei mir nicht unter "Sekte". Das können Sie natürlich anders sehen; es sagt aber einiges über Ihr Weltbild aus.

Zitat
Ich hatte nur gesehen, dass Sie die Berechtigung als ein Unterscheidungskriterium zu den Sekten nannten.


Ich hatte von EINER Berechtigung geschrieben, und Sie machen den Fehler ("die") im Sich-Verständlich-nachen schon wieder. Aber das ist mir jetzt auch egal. ;-)

Gruß
Klaus

kjschroeder  
kjschroeder
Beiträge: 2.956
Registriert am: 27.12.2012


   

die aristokratische Demokratie
Internationale Sicherheit in der Diskussion .....

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen