Menschenrechtsverletzungen - Putin schlägt zurück

#1 von weihrauch , 05.04.2013 19:01

Na endlich - Putin kontert den deutschen Politikern und den Medien.
WDR-Chefredakteur wollte Putin zeigen, "was eine Harke ist" und mußte sich dabei selbst belehren lassen.

"Ich glaube, Sie schüchtern die deutsche Öffentlichkeit ein. Es passiert doch gar nichts Ähnliches und man muss die Menschen nicht einschüchtern."

Was Einschüchterung und Demokratie auf bundesdeutsch in Deutschland bedeutet, konnte in Coburg bestaunt werden.
Man behinderte von staatlicher Seite einfach den Parteitag einer zugelassenen Partei.

Eigentlich doch eher eine Stärke der Russen, oder?

http://www.tagesschau.de/ausland/interviewputin100.html


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RE: Menschenrechtsverletzungen - Putin schlägt zurück

#2 von JoG , 05.04.2013 19:14

Sie werden sich wohl abfinden müssen damit, dass es nicht von Ungefähr war, als Schröder Putin bestätigte Demokrat zu sein. Er sah die gleichen Qualitäten wehrhafter Demokratie dort wie er sie aus der Heimat kannte, etwas ruppiger zwar, aber durchaus in Ansätzen und Ideologie eine wahrhaft wehrhafte Demokratie.

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#3 von weihrauch , 06.04.2013 14:40

"Barack Obama - gewählter Führer der freien Welt", so der Spiegel in seiner neuen Ausgabe.
In Dortmund soll das "hundertste Mahnmal für NSU-Opfer entstehen.

Das deutsche Establishment hat eine "gefährliche Meise" - gefährlicher als alles andere.
Es gehört zum fortschreitenden Schwachsinn, wenn es keinen Stillstand sondern ständig Erweiterungen gibt.

Mir persönlich wäre ein Putin als Staatsoberhaupt tausendmal lieber, als unberechenbare BRD-Politiker.
Putin rotzt seinen Landsleuten nicht ins Gesicht, lacht sie aus, verhöhnt sie und verkauft sie nicht.

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#4 von weihrauch , 06.04.2013 14:41

Zitat von weihrauch im Beitrag #3

"Barack Obama - gewählter Führer der freien Welt", so der Spiegel in seiner neuen Ausgabe.
In Dortmund soll das "hundertste Mahnmal für NSU-Opfer entstehen.

http://www1.wdr.de/themen/politik/gedenkstaettensu100.html

Das deutsche Establishment hat eine "gefährliche Meise" - gefährlicher als alles andere.
Es gehört zum fortschreitenden Schwachsinn, wenn es keinen Stillstand sondern ständig Erweiterungen gibt.

Mir persönlich wäre ein Putin als Staatsoberhaupt tausendmal lieber, als unberechenbare BRD-Politiker.
Putin rotzt seinen Landsleuten nicht ins Gesicht, lacht sie aus, verhöhnt sie und verkauft sie nicht.

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#5 von huhngesicht , 06.04.2013 15:15

Mir persönlich wäre ein Putin als Staatsoberhaupt tausendmal lieber, als unberechenbare BRD-Politiker.
Putin rotzt seinen Landsleuten nicht ins Gesicht, lacht sie aus, verhöhnt sie und verkauft sie nicht.

###
Es muss wirklich wunderscheon sein, in einem Land zu leben, dass homosexuelle Propaganda kennt und bestraft und in dem Maedchen, die in einer Kirche Unsinn machen in Arbeitslager gesteckt werden. Oder in dem Systemkritiker mit Polonium vergiftet werden und und und

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#6 von JoG , 06.04.2013 15:18

Ordnung ist etwas Schönes! Jawoll.

Ich konnte den Beitrag auch nicht glauben, als ich ihn las.

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#7 von weihrauch , 06.04.2013 15:43

Zitat von JoG im Beitrag #6
Ordnung ist etwas Schönes! Jawoll.

Ich konnte den Beitrag auch nicht glauben, als ich ihn las.


Ich nehme einmal an, daß Sie mit dem Beitrag mich meinten.

Heißt das:
1. Sie finden den SPIEGEL-SATZ gut (Obama als Führer)
2.Sie sind der Meinung, daß die BRD-Politiker die Interessen der deutschen Bevölkerung vertreten?
3. Sie sind der Meinung, daß es nicht genug NSU-Mahnmäler geben kann?
4. Das deutsche Establishment handelt vollkommen richtig mit der ständigen Erweiterung der "Mahnstätten", obwohl es keine ähnliche für RAF-Opfer gibt?
5. Sollten auch Sie der Meinung sein, daß die NSU-Opfer mit denen der RAF nicht vergleichbar sind, muß ich meine gute Meinung, die ich bis jetzt von Ihnen hatten, revidieren.
6. Putin verrät seine Landsleute nicht - er vertritt sie. Oder sollte er sich dabei nur auf die Kriminellen beschränken?

Vielleicht können Sie ja einiges richtigstellen.
Ansonsten müßten Sie bei meiner Antwort über die OPA-Hatz noch entsetzter sein.

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#8 von weihrauch , 06.04.2013 15:47

Zitat von huhngesicht im Beitrag #5
Mir persönlich wäre ein Putin als Staatsoberhaupt tausendmal lieber, als unberechenbare BRD-Politiker.
Putin rotzt seinen Landsleuten nicht ins Gesicht, lacht sie aus, verhöhnt sie und verkauft sie nicht.

###
Es muss wirklich wunderscheon sein, in einem Land zu leben, dass homosexuelle Propaganda kennt und bestraft und in dem Maedchen, die in einer Kirche Unsinn machen in Arbeitslager gesteckt werden. Oder in dem Systemkritiker mit Polonium vergiftet werden und und und

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Darüber wurde schon öfter geredet - es ist ansonsten nur Wiederholung.
Eine Anmerkung trotzdem:
Wie würde man wohl mit Leuten in der BRD umgehen, die eine Synagoge verwüsten?

Auch Sie sollten sich trotzdem mal Gedanken darüber machen, was die Absicht der Dortmunder Stadtväter bedeutet - ein noch größeres Mahnmal zu errichten.
Könnte man es nicht auch mit Hitler`s Größenwahn vergleichen (Reichskanzlei - Germania)?

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#9 von kurt02 , 06.04.2013 16:15

Zitat von weihrauch im Beitrag #8
Zitat von huhngesicht im Beitrag #5
Mir persönlich wäre ein Putin als Staatsoberhaupt tausendmal lieber, als unberechenbare BRD-Politiker.
Putin rotzt seinen Landsleuten nicht ins Gesicht, lacht sie aus, verhöhnt sie und verkauft sie nicht.

###
Es muss wirklich wunderscheon sein, in einem Land zu leben, dass homosexuelle Propaganda kennt und bestraft und in dem Maedchen, die in einer Kirche Unsinn machen in Arbeitslager gesteckt werden. Oder in dem Systemkritiker mit Polonium vergiftet werden und und und

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Darüber wurde schon öfter geredet - es ist ansonsten nur Wiederholung.
Eine Anmerkung trotzdem:
Wie würde man wohl mit Leuten in der BRD umgehen, die eine Synagoge verwüsten?


Wie ging man im Deutschen Reich damit um?

Zitat von weihrauch im Beitrag #8
Auch Sie sollten sich trotzdem mal Gedanken darüber machen, was die Absicht der Dortmunder Stadtväter bedeutet - ein noch größeres Mahnmal zu errichten.
Könnte man es nicht auch mit Hitler`s Größenwahn vergleichen (Reichskanzlei - Germania)?




Finden sie nicht, Sie sollten langsam mal wieder was tun, um den Schaum von Ihrem Mund zu wischen? Oder das komische Kraut einfach mal ein paar Tage weglassen?

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#10 von JoG , 06.04.2013 16:20

Was mit Mädchen geschehen würde, die eine Synagoge beleidigen? Vermutlich nicht Arbeitslager. Bedenken Sie doch, dass man einen Mittäter am Mord von 20.000 Juden gerade zu 5 Jahren Haft verurteilte. Das ist ein noch eindrucksvoller Beweis des Stellenwerts von Minderheiten als die Höhe der Entschädigungen für die überlebenden Sklaven vor einigen Jahren. ;)


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#11 von huhngesicht , 06.04.2013 16:23

Darüber wurde schon öfter geredet - es ist ansonsten nur Wiederholung.

###
Ich habe einfach nur ein paar beliebige Beispiele aufgegriffen. Das politische System in Russalnd wird ja nicht dadurch besser, dass man einmal gehoertes ignoriert.
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Eine Anmerkung trotzdem:
Wie würde man wohl mit Leuten in der BRD umgehen, die eine Synagoge verwüsten?

###
Der Vergleich passt nicht, weil Synagogen nicht Deutschland oder die Politik im Land repraesentieren. Wenn ein paar junge Frauen in einer Kirche in Deutschland Protestsongs gegen die Regierung singen wuerden, gaebe es kaum mehr als eine Verwarnung. Machten sie sowas warum auch immer in einer Synagoge, kaemen sie auch nicht in Arbeitslager.
###

Auch Sie sollten sich trotzdem mal Gedanken darüber machen, was die Absicht der Dortmunder Stadtväter bedeutet - ein noch größeres Mahnmal zu errichten.
Könnte man es nicht auch mit Hitler`s Größenwahn vergleichen (Reichskanzlei - Germania)?

###
Nein, kann man nicht. Was fuer ein Problem sollte man damit haben, ein Mahnmal mehr oder weniger aufzustellen? Am grundsaetzlichen Wunsch zu mahnen aendert die Anzahl der Mahnmale nichts.

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#12 von weihrauch , 06.04.2013 17:15

Zitat von JoG im Beitrag #10
Was mit Mädchen geschehen würde, die eine Synagoge beleidigen? Vermutlich nicht Arbeitslager. Bedenken Sie doch, dass man einen Mittäter am Mord von 20.000 Juden gerade zu 5 Jahren Haft verurteilte. Das ist ein noch eindrucksvoller Beweis des Stellenwerts von Minderheiten als die Höhe der Entschädigungen für die überlebenden Sklaven vor einigen Jahren. ;)


Jugendstrafen in Rußland,USA und Deutschland

Rußland und USA: Gefängnis
Deutschland: Segeltörn in Neuseeland

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#13 von kurt02 , 06.04.2013 17:27

Zitat von weihrauch im Beitrag #12
...
Rußland und USA: Gefängnis
Deutschland: Segeltörn in Neuseeland




Nach welchem Gesetz denn? Haben Sie Belege, dass das die Regelstrafe ist, oder dass diese Strafe auch nur ein einziges Mal verhängt wurde?

Nein? wieso schreiben Sie dann solchen Unsinn?

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#14 von weihrauch , 06.04.2013 17:57

Zitat von kurt02 im Beitrag #13
Zitat von weihrauch im Beitrag #12
...
Rußland und USA: Gefängnis
Deutschland: Segeltörn in Neuseeland




Nach welchem Gesetz denn? Haben Sie Belege, dass das die Regelstrafe ist, oder dass diese Strafe auch nur ein einziges Mal verhängt wurde?

Nein? wieso schreiben Sie dann solchen Unsinn?


Ohne Worte

http://www.spiegel.de/schulspiegel/wisse...h-a-690802.html

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#15 von kurt02 , 06.04.2013 18:07

Weder das Wort Segeln noch Neuseeland findet sich in diesem Artikel.

Warum verkünden Sie hier am laufenden Band Unwahrheiten? Es muss doch einen Grund dafür geben.

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#16 von weihrauch , 06.04.2013 18:36

Zitat von kurt02 im Beitrag #15
Weder das Wort Segeln noch Neuseeland findet sich in diesem Artikel.

Warum verkünden Sie hier am laufenden Band Unwahrheiten? Es muss doch einen Grund dafür geben.


Das war wieder mal ein typischer Kurt, wie ich ihn aus dem alten Forum kenne.
Ich habe eigentlich schon mit einer ähnlichen Antwort gerechnet.
Aber statt dem Beispiel mit dem Segeltörn, das es gibt, habe ich den Artikel über das Lesen genommen, was die gleiche Misere darstellt.

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#17 von JoG , 06.04.2013 19:45

Zitat von weihrauch im Beitrag #7
Zitat von JoG im Beitrag #6
Ordnung ist etwas Schönes! Jawoll.

Ich konnte den Beitrag auch nicht glauben, als ich ihn las.


Ich nehme einmal an, daß Sie mit dem Beitrag mich meinten.

Heißt das:
1. Sie finden den SPIEGEL-SATZ gut (Obama als Führer)
2.Sie sind der Meinung, daß die BRD-Politiker die Interessen der deutschen Bevölkerung vertreten?
3. Sie sind der Meinung, daß es nicht genug NSU-Mahnmäler geben kann?
4. Das deutsche Establishment handelt vollkommen richtig mit der ständigen Erweiterung der "Mahnstätten", obwohl es keine ähnliche für RAF-Opfer gibt?
5. Sollten auch Sie der Meinung sein, daß die NSU-Opfer mit denen der RAF nicht vergleichbar sind, muß ich meine gute Meinung, die ich bis jetzt von Ihnen hatten, revidieren.
6. Putin verrät seine Landsleute nicht - er vertritt sie. Oder sollte er sich dabei nur auf die Kriminellen beschränken?

Vielleicht können Sie ja einiges richtigstellen.
Ansonsten müßten Sie bei meiner Antwort über die OPA-Hatz noch entsetzter sein.




Die Putin Behauptung kam mir einfach komisch vor. Sie war ja nun wirklich absurd. Weshalb jemand so etwas Eigenwilliges als seine Meinung äußern könnte bleibt unklar.

Die anderen Punkte sind weniger bedenklich; eigenartig zum Teil, aber nicht krank. Dass man sich aber so aufregen kann darüber ist beunruhigend. Warum sollte man nicht Mahnmale gegen Verbrechen errichten, zumal die Verbrechen offensichtlich zutiefst gegen unsere freiheitliche Grundordnung gerichtet waren, auch wenn sie mE systemisch wenig gefährlich. Sollte sich aber die Depression Südeurolands ausbreiten, so könnte die Gefahr rasch wachsen.

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Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#18 von weihrauch , 06.04.2013 20:44

Nochmals zum gestrigen Interview, daß Jörg Deppenborn mit Putin führte. Putin: "Wie heißen Sie?" Jörgi antwortet artig: "Jörg Schönenborn".
Oder "Wissen Sie nicht, wie absurd Ihre Frage ist?" Jörgi wußte es nicht.
Eine peinliche Lehrstunde. Kein Wunder, wenn man immer nur SPD-Ergebnisse bei Wahlen abliest.
Putin wusste wovon er sprach.
Schönenborn dagegen wusste nicht, wie ihm geschah.

Er sollte sich mal in die Registratur versetzen lassen - da kann er sich nur intern blamieren.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....ie-heissen-sie/

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#19 von JoG , 06.04.2013 21:45

Zitat von weihrauch im Beitrag #18
Nochmals zum gestrigen Interview, daß Jörg Deppenborn mit Putin führte. Putin: "Wie heißen Sie?" Jörgi antwortet artig: "Jörg Schönenborn".
Oder "Wissen Sie nicht, wie absurd Ihre Frage ist?" Jörgi wußte es nicht.
Eine peinliche Lehrstunde. Kein Wunder, wenn man immer nur SPD-Ergebnisse bei Wahlen abliest.
Putin wusste wovon er sprach.
Schönenborn dagegen wusste nicht, wie ihm geschah.

Er sollte sich mal in die Registratur versetzen lassen - da kann er sich nur intern blamieren.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten....ie-heissen-sie/


Ich denke nicht, dass ich ein weiteres Interview so viel Gewicht beimessen würde. Wer Putin noch nicht einschätzen kann, wird aus neuen Sprüchen nicht viel lernen. Es könnte überraschen, wenn er eine "freie und faire" Wahl abhielte oder sich bzw sein Land in einer Situation wie Iran, Syrien, Mali, Pakistan oder Korea konstruktiv einbrächte. Aber er verfolgt offenbar weiterhin eine auf Multipolarität zielende Politik, wie früher auch die Franzosen bis Chirac. Das ist international destruktiv, stärkt aber seine Position im Inneren. Das ergänzt er über autokratische und oft rechtlich bedenkliche Handlungen indem er Gegenspieler ohne große Rücksicht auf die Gesetze ausschaltet. Letzteres ist Sache der Russen, kann uns aber auch unter schlechten umständen zur Gefahr werden.

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#20 von kjschroeder , 06.04.2013 22:23

Zitat
Aber er verfolgt offenbar weiterhin eine auf Multipolarität zielende Politik, wie früher auch die Franzosen bis Chirac. Das ist international destruktiv,


Das war es früher, wie gesagt: Chirac. Aber der bipolare Gegenspieler ist 1989 implodiert, und die Karten werden seitdem neu gemischt.

Das ist der eine Grund, warum altes Denken hier nicht weiterführt.

Dert zweite: Außenpolitisch sehe ich die Politik Rußlands recht transparent. Das ist schlicht Vorhof- und Bündnispolitik nach geostrategischem Muster.

Zitat
oder sich bzw sein Land in einer Situation wie Iran, Syrien, Mali, Pakistan oder Korea konstruktiv einbrächte.


Da könnte man einhaken: Iran und Syrien dürften geostrategisch unter "Vorhof" fallen. Bei Mali, Pakistan und Korea vergessen Sie, daß Rußland aufgehört hat, global zu denken. Allerdings vergißt Rußland die Notwendigkeit über den Vorhof-Tellerrand zu gucken. Das hat es mit Deutschland freilich hier gemeinsam.

Zitat
Das ergänzt er über autokratische und oft rechtlich bedenkliche Handlungen indem er Gegenspieler ohne große Rücksicht auf die Gesetze ausschaltet.



Da stimme ich Ihnen zu, hier aber ....

Zitat
kann uns aber auch unter schlechten umständen zur Gefahr werden.



... haben Sie meine Phantasie oder Vorstellungskraft überfordert: Welche Umstände sollten das sein?

Gruß
Klaus


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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#21 von JoG , 07.04.2013 10:36

Zitat von kjschroeder im Beitrag #20

Zitat
Aber er verfolgt offenbar weiterhin eine auf Multipolarität zielende Politik, wie früher auch die Franzosen bis Chirac. Das ist international destruktiv,

Das war es früher, wie gesagt: Chirac. Aber der bipolare Gegenspieler ist 1989 implodiert, und die Karten werden seitdem neu gemischt.

Das ist der eine Grund, warum altes Denken hier nicht weiterführt.

Dert zweite: Außenpolitisch sehe ich die Politik Rußlands recht transparent. Das ist schlicht Vorhof- und Bündnispolitik nach geostrategischem Muster.



Es war die "normale" Denkweise, wieder in die Begriffe der Zeit vor dem Ende des Kalten Krieges zurück zu fallen. Es war nur die schlechte Alternative. Das ist die, was ich als Multipolarität bezeichnete.

Und ja, es scheint relativ einfach Russlands Politik einzuordnen, wenn man unterstellt, dass es handeln wird, wie jede Großmacht vor dem Ersten Weltkrieg.

Zitat

Zitat
oder sich bzw sein Land in einer Situation wie Iran, Syrien, Mali, Pakistan oder Korea konstruktiv einbrächte.


Da könnte man einhaken: Iran und Syrien dürften geostrategisch unter "Vorhof" fallen. Bei Mali, Pakistan und Korea vergessen Sie, daß Rußland aufgehört hat, global zu denken. Allerdings vergißt Rußland die Notwendigkeit über den Vorhof-Tellerrand zu gucken. Das hat es mit Deutschland freilich hier gemeinsam.




Das ist ja genau Teil des schlechten Ansatzes der Multipolarität. Wo käme man hin, wenn Hamburger sich nicht beteiligten an der Verbrechensbekämpfung in München, wenn die Münchener Gängster in Hamburg ihr Rückzugsgebiet hätten? Wo kämen wir hin, wenn sich Köln mit Karlsruhe nicht einigen könnte, was ein Verbrecher ist und sie in Köln zunächst mit Handfeuerwaffen unterstützte?

Zitat

Zitat
Das ergänzt er über autokratische und oft rechtlich bedenkliche Handlungen indem er Gegenspieler ohne große Rücksicht auf die Gesetze ausschaltet.



Da stimme ich Ihnen zu, hier aber ....

Zitat
kann uns aber auch unter schlechten umständen zur Gefahr werden.



... haben Sie meine Phantasie oder Vorstellungskraft überfordert: Welche Umstände sollten das sein?

Gruß
Klaus




Wenn ein Staat so konstituiert ist, dass die Regierenden die Gesetze brechen können und ihre politischen Gegner mit Gewalt ausschalten, sind die inneren Hemmnisse der Politik gering gering und Politiker in der Tendenz nicht kontrolliert. Da ermordet man schon einmal jemanden in London. Da setzt man Mal mit Bestechung einen Vertrag durch und macht einen großen Nachbarn abhängig von sich. Natürlich haben auch Deutsche Verträge illegal gekauft. Vermutlich geschah das auch mit Wissen der Regierung in einigen Fällen. Aber es ist ein unterschied, wenn Siemens als Privatunternehmen Korruption im Ausland betreibt oder das eine Regierung tut.

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#22 von kjschroeder , 07.04.2013 12:12

Zitat
Das ist die, was ich als Multipolarität bezeichnete.


Sie verbinden mit diesem Begriff, wie mir scheint, etwas anderes als ich. Ich orientiere mich an der hier gängigen Sichtweise, wie sie auch in Wikipedia zu finden ist. Danach hat Multipolarität etwas mit Macht und Machtkonstellationen zu tun und nichts mit gemeinsamen Gesetzen oder gemeinsamen Sichtweisen, wie Sie weiter unten ausgeführt haben.

Zitat
Und ja, es scheint relativ einfach Russlands Politik einzuordnen, wenn man unterstellt, dass es handeln wird, wie jede Großmacht vor dem Ersten Weltkrieg.


Man muß da nichts unterstellen. Es genügt, sich schlicht die Politik Rußlands seit 1989 anzugucken. Innenpolitisch zer bröselte die Rote Armee in den ehemaligen Teilstaaten, aus den Asservatenkammern bedienten sich alle möglichen Diktaturen (und machten ein paar russische Generäle reich), und die einzige stabile Kraft war der KGB, aus dessen Reihen ja dann nach einer Übergangsphase auch der Prtäsident schlußendlich hervorging.

Dann gucken Sie sich den Zoff mit der Ukraine (Gas), die Diskussion um die Stellung der Amerikaner zu Polen, die Bündnisse wie GUS und das Verhältnis zu Ländern wie Iran und Syrien an: das ist klassische Vorhof- und Puffer-Politik nach geostrategischem Muster. Ich kann ja nun nichts dafür, wenn es in Washington etwas länger gedauert hat bis die das dort gerafft hatten. ;-)

Zitat
Aber es ist ein unterschied, wenn Siemens als Privatunternehmen Korruption im Ausland betreibt oder das eine Regierung tut.


Danke für die Erläuterung. Daran hatte ich nicht gedacht, und sie haben recht: das ist ein Punkt. Naja, Schröder macht einen auf Gasprom-Lobbyist, sein Kumpel Fischer gibt den Nabucco-Lobbyisten. Da kann man jetzt natürlich spekulieren.....

Gruß
Klaus

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#23 von JoG , 07.04.2013 12:31

"""""""Sie verbinden mit diesem Begriff, wie mir scheint, etwas anderes als ich. Ich orientiere mich an der hier gängigen Sichtweise, wie sie auch in Wikipedia zu finden ist. Danach hat Multipolarität etwas mit Macht und Machtkonstellationen zu tun und nichts mit gemeinsamen Gesetzen oder gemeinsamen Sichtweisen, wie Sie weiter unten ausgeführt haben."""""""""

Ich sehe da nun keinen unbedingten Gegensatz. Multipolarität beschreibt hier eine Konstellation in der Nationen die Gewalt bzw die Macht zur Sicherung des internationalen Theaters polar strukturiert haben. Dass das die Struktur ist, die gewöhnlich in der Geschichte entstand, tut der Vorstellung und der Möglichkeit von Alternativen Strukturen keinen Abbruch. Vielleicht will man ihn als natürlichen Zustand der Welt bezeichnen, aber das bedeutet nicht, dass man keine andere Übereinkunft der Strukturierung der Macht erreichen kann und wohl muss, wenn wir große Kriege vermeiden wollen. In diesem Zusammenhang ist eine Alternative zur Multipolarität die Multilateralität.

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#24 von wüllerstorff , 09.04.2013 12:24

Zitat von JoG im Beitrag #23
"""""""Sie verbinden mit diesem Begriff, wie mir scheint, etwas anderes als ich. Ich orientiere mich an der hier gängigen Sichtweise, wie sie auch in Wikipedia zu finden ist. Danach hat Multipolarität etwas mit Macht und Machtkonstellationen zu tun und nichts mit gemeinsamen Gesetzen oder gemeinsamen Sichtweisen, wie Sie weiter unten ausgeführt haben."""""""""

Ich sehe da nun keinen unbedingten Gegensatz. Multipolarität beschreibt hier eine Konstellation in der Nationen die Gewalt bzw die Macht zur Sicherung des internationalen Theaters polar strukturiert haben. Dass das die Struktur ist, die gewöhnlich in der Geschichte entstand, tut der Vorstellung und der Möglichkeit von Alternativen Strukturen keinen Abbruch. Vielleicht will man ihn als natürlichen Zustand der Welt bezeichnen, aber das bedeutet nicht, dass man keine andere Übereinkunft der Strukturierung der Macht erreichen kann und wohl muss, wenn wir große Kriege vermeiden wollen. In diesem Zusammenhang ist eine Alternative zur Multipolarität die Multilateralität.



Sie verwechseln da etwas. Multipolarität hat an sich nichts mit Struktur zu tun. Die Multipolarität ist auch eine relativ neue Entwicklung. Multialteralität heißt eigentlich nichts konkretes, es sei denn man verbindet Multilateral mit ein Land führt und die anderen müssen mit machen.

Kant hatte schon ganz richtig bemerkt dass einer der wichtigsten Maßnahmen zur Friedenssicherung die Strikte nicht Einmischung in innerer Angelegenheiten von souveränen Staaten ist (Struktur). Aus heutiger sich kann man sagen dass die grösste Gefahr die systematische Zerstörung der Strukturen ist.

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RE: Putin führte Mr. "Demokratieabgabe" an der Nase herum

#25 von JoG , 09.04.2013 19:31

Das ist nicht ganz richtig. Die eine Struktur beruht auf Zusammenarbeit (im internationalen Bereich ist dies am wichtigsten bei der Sicherheitsherstellung) während die andere aus verschiedenen Polen besteht (meist mit wechselnden Koalitionen). Dieser Unterschied ist ganz grundlegend und die zwei sollten nicht verwechselt werden, weil die Folgen völlig unterschiedlich sind.

Hier sind zwei Wikis dazu.

http://en.wikipedia.org/wiki/Multilateralism
http://en.wikipedia.org/wiki/Polarity_in...ional_relations

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