Legal Staatsfeinde....

#1 von JoG , 23.03.2013 21:36

....schreibt Stern, wären die Wirtschaftsprüfer, die unternehmen helfen ihre Steuern zu verringern: http://steuergerechtigkeit.blogspot.de/2...t-kpmg.html?m=1

Das sollte man über der Zunge gleiten lassen. Die Reguerenden machen Steuergesetze und Verordnungen und die Tausende Seiten lang sind, völlig unverständlich sind für den normalen Betriebswirten, so dass man in großen Firmen ein kleines Heer Fachleute braucht um heraus zu bekommen, was das für die Firma bedeutet und was das Gesetz sagt, was man zählen soll. Und nun? Die Berufsgruppe wird in der Zeitung kriminalisiert?

Wenn wir wollen, dass Firmen mehr Zahlen, sollten unsere Politiker Gesetze machen, die das so festlegen. Wenn die Firmen also zu wenig bezahlen, ist es die Schuld nicht der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Es ist die Schuld der Politiker und Ministerialbeamter.

Ps: ich persönlich bin gar nicht sicher, dass Unternehmen steuern zählen sollten. Tendenziell denke ich, dass man Menschen besteuern sollte, da nur diese letztlich die steuern bezahlen, auch wenn sie sehr indirekt erhoben werden. Ich lasse mich gerne belehren, aber mir ist diese Methode apriori zu undurchsichtig.

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RE: Legal Staatsfeinde....

#2 von horstR , 23.03.2013 22:44

Ich denke, wir befinden uns schon längst in einer anderen Auseinandersetzung.

Steinbruch ist da noch die eher harmlose Speerspitze.. Dabei geht es nicht mehr um lediglich verbale Ausfälle.

Das Beispiel aus D die geklauten CD Daten. Und heute Zypern, da wollen die per Gesetz lediglich bei einer Bank Einlagen abgreifen insbesondere das Geld ausländischer Anleger. Das hat nix mehr von Rechtstaatlichkeit. Die preiswerten Abbuchungen bei anderen Banken haben nur noch Feigenblattfunktion. Was wird wohl der internationale Gerichtshof dazu sagen? Da sind übrigens auch russische Staatskonzerne betroffen....

Und so mancher Oligarch könnte auch noch ein ganz persönliches Rechtsverständnis entwickeln. Das sind die von zu hause gewohnt...


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RE: Legal Staatsfeinde....

#3 von JoG , 23.03.2013 23:17

Ja, diese Gedanken kommen einem schon. Für die Politiker ist gut hauptsächlich Ausländer zu treffen und da das Geschäftsmodell eh wankt, ist es besser Rechtsstaatlichkeit Rechtsstaatlichkeit sein zu lassen und die Wähler möglichst zu schonen. Ähnlich verhält es sich um die euroländer Regierungen und Bürokraten, die ihren Schatz sichern wollen.

Es ist aber nicht so, dass das unbemerkt bleibt. Pimco stellvertretend für viele investoren und internationale Medien reagieren darauf.

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RE: Legal Staatsfeinde....

#4 von horstR , 24.03.2013 00:07

Ist doch interessant (Mikrozensus läßt grüßen) wie die Presse die kürzlich veröffentlichten Eigentumsdaten behandelt, kurz erwähnt etwas Neid geschürt, dann aber ganz leise bevor die Menschen sich ragen, warum andere Staaten ihren Bürgern mehr Geld oder Vermögen in den Taschen lassen!

Und wie ich hier las, da werden jetzt die Steuerberater verunglimpft obwohl schon lange höchstrichterlich festgestellt ist, daß kein Deutscher eine richtige Steuereklärung abgeben kann und auch die Steuerbescheide keinerlei Anspruch auf Korrektheit haben.

Und die lieben Deutschen lassen sich Energiewandel verbunden, dank Tittin, mit höheren Subventionen als die Steinkohleindustrie jemals abgeriffen hat, gefallen...

Aber die Nation beschäftigt sich mit dem Thema Homoehe! Volker Beck WW sein Dank!

Das ist doch alles so krank.... -((((


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RE: Legal Staatsfeinde....

#5 von JoG , 24.03.2013 11:26

Tja, die Eigentumsdaten. In Deutschland gibt es starke Mechanismen unangenehme Daten zu unterdrücken. Das sah man im Laufe der Zeit etliche Male. Infos kommen aus dem Ausland oder Deutschland wird gezwungen Daten vorzuweisen, die bisher nicht verfügbar den hiesigen Mythos des großen Gewinners aus der Eu oder des hohen Stands in Bildung oder des Gesundheitswesen usw widersprechen. Was nie aber getan wird ist zu fragen, wieso die Bürokratie und die Parteien so schlecht gearbeitet haben, wieso man es vor dem Wähler so lange verheimlichte also log und wieso man überhaupt so lange unbemerkt Lügen konnte.

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RE: Legal Staatsfeinde....

#6 von kjschroeder , 24.03.2013 17:17

Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu: Auch mit dieser Geschichte wird wieder nur von den eigentlichen Verursachern - der Politik - abgelenkt.

Diesen Aspekt ....

Zitat
Ps: ich persönlich bin gar nicht sicher, dass Unternehmen steuern zählen sollten. Tendenziell denke ich, dass man Menschen besteuern sollte, da nur diese letztlich die steuern bezahlen, auch wenn sie sehr indirekt erhoben werden. Ich lasse mich gerne belehren, aber mir ist diese Methode apriori zu undurchsichtig.


.... sehe ich ein wenig anders:

Unternehmen sollten Steuern zahlen und zwar dann, wenn sie öffentliche Leistungen für sich in Anspruch nehmen. Möchte ein Unternehmen also z.B. einen Autobahnanschluß: Zahlen. Müssen für die Wasserversorgung des Unternehmens neue Brunnen gebaut und unterhalten werden: Zahlen.

Würde ein Unternehmen in solchen Situationen nichts zahlen, würde dies bedeuten, diese Sonderkosten der Allgemeinheit aufzuerlegen und damit auch jenen, die mit dem Unternehmen nichts zu tun haben, dort nicht arbeiten, etc.

Und das fände ich nicht korrekt.

Was nicht ausschließt, daß man sich über die Art und Weise der Besteuerung von Unternehmen unterhält. Denn da läuft für meine Begriffe auch einiges verlehrt, inkl. den Subventionen und den häufig zwielichtigen PPP.


Gruß
Klaus

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RE: Legal Staatsfeinde....

#7 von JoG , 24.03.2013 18:26

Für die genannten Leistungen gilt jedoch, dass sie private Güter sind, die sowieso nicht vom Staat unternommen werden sollten.

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RE: Legal Staatsfeinde....

#8 von kjschroeder , 24.03.2013 21:38

Zitat
Für die genannten Leistungen gilt jedoch, dass sie private Güter sind, die sowieso nicht vom Staat unternommen werden sollten.


Das ist eine andere Baustelle. Im Moment gilt, DASS eine Autobahnanbindung und die Wasserversorgung öffentliche Güter sind. Wobei: Im Wasserbereich gibt es Ausnahmen. Und gegen einen privaten BAB-Anschluß hätte ich auch nichts einzuwenden, wenn er denn von der Firma auch komplett bezahlt würde.

Aber - und jetzt kommt die Realität - welcher Politiker macht das?

Große Firmen wollen sie alle bei sich in der Kommune haben. Um die wird gebuhlt, und Firmen bzw. Konzerne wären blöd, wenn sie diesen Umstand nicht nutzen würden. Auch hier wieder haben wir das Phänomen einer Politik, die nach unten tritt und nach oben buckelt.

In den 90ern sah ich noch Standortausschreibungen von VW & Co. im Anzeigenteil von Zeitungen. Jetzt nicht mehr. Nun lese ich auch kaum noch Printmedien, vielleicht hängt es damit zusammen. Vielleicht aber auch damit, daß sich unsere politische Klasse auf den Schlips getreten fühlt und solche Sachen eher über eine interne Kommunikation ablaufen.

Was aber gar nicht geht, ist, daß die Allgemeinheit für eine öffentliche Leistung zahlen soll, die ein Privatunternehmen in Anspruch nimmt. Soweit ich weiß, haben daher auch viele Unternehmen mittlerweile eigene Wasser-, Strom- und sonstige Versorgung. Es gibt Firmen, die auf das "Maintaining" von Gewerbeparks spezialisiert sind bis hin zur eigenen Müllentsorgung (auch so ein Punkt: In Irland konnte ich mir den Müllabfuhr-Unternehmer aussuchen, hier kriege ich ihn von der Kommune vorgeschrieben - unmöglich sowas! )

Gruß
Klaus

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RE: Legal Staatsfeinde....

#9 von JoG , 24.03.2013 23:36

Ich denke, es ist schon wahr, dass bezahlen sollte was man verbraucht. Das funktioniert bei privaten Gütern üner den Preis. Bei öffentlichen Gütern ist das nicht so trivial. Aber der öffentliche Sektor sollte nur öffentliche Güter herstellen. Ein Staat, der private Güter herstellt, ist grundsätzlich schlecht geordnet. Ein grundsätzlich schlechtorganisierter Staat ist zu gefährlich um ihm rechtsstaatlich demokratisch macht zu belassen oder Geld zu geben. Hierin ein Kompromiss stabilisiert die gefährliche Situation. Wollen Sie das wirklich?
;)

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RE: Legal Staatsfeinde....

#10 von kjschroeder , 25.03.2013 06:50

Zitat
Aber der öffentliche Sektor sollte nur öffentliche Güter herstellen. Ein Staat, der private Güter herstellt, ist grundsätzlich schlecht geordnet.


Wem sagen Sie das. ;-) Aber solange hier E10- und Duschkopf-Vertriebler in den Bundestag gewählt werden und Bananenbieger sowie Glühfäden-Verbieter in Brüssel ihren Hobbies nachgehen dürfen - solange wird das nichts mit dieser Arbeitsteilung.

Übrigens kommt jetzt der hier im Forum schon angedachte nächste Schritt: Die "Wahlalternative" als verkappte Nazis. Im Moment noch höflich mit Fragezeichen versehen, aber ich vermute, das ändert sich auch noch. Hier zu besichtigen - voila: -> http://www.welt.de/politik/deutschland/a...htsradikal.html

Nun ist das eine Partei, der man die o.a. Arbeitsteilung noch am ehesten zutrauen würde, gemessen an ihren Initiatoren. Da sehen Sie, wie sowas hier endet: Im Verorten im braunen Sumpf.

Gruß
Klaus


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