Die ersten Klimaflüchtlinge

#76 von kjschroeder , 18.05.2014 20:30

Die Auswirkungen des neuen Regierungshaushaltes wird man noch sehen müssen, aber es ist schon jetzt klar, daß Klimawandel ein Verlierer sein wird, wenn es um die Finanzierung geht. Premierminister Tony Abbott ist seit langem ein Skeptiker der Globalerwärmung und der dahinter stehenden Wissenschaft, aber mit seiner neuen Gesetzgebungskraft sieht es so aus, als ob er diesen Standpunkt in Gesetze gießen will....

Die Haushaltsfakten sind unausweichlich finster für Klimaforscher. Die Finanzierung sämtlicher Regierungsprogramme zum Klimawandel soll von umgerechnet 5,75 Mrd. US-Dollar auf alarmierende 500 Mio USD in den nächsten vier Jahren sinken. Zusätzlich soll der CO2-Rückführungsfonds auf gerade 1,14 Mrd. USD gesenkt werden....

Die Aussichten sind trostlos aus der Warte der Wissenschaftler in Australien; viele von ihnen werden wahrscheinlich das Land verlassen, um woanders Arbeit zu finden.


(Übersetzung von mir, amerikanische Originalquelle hier: -> http://guardianlv.com/2014/05/climate-ch...d-in-australia/ )

Gruß
Klaus


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"Die dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser"

#77 von kjschroeder , 18.05.2014 20:35

Der UN-Klimaschutzbericht entlarvt die deutsche Ökostrom-Förderung als nutzlos. Das hat niemand gemerkt. Denn die Regierung hat die Aussagen in der offiziellen Zusammenfassung grob verfälscht.

Zum Artikel: -> http://www.welt.de/wirtschaft/article128...matrickser.html

Mich wundert bei dem Thema schon lange nichts mehr.

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Klaus


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RE: "Die dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser"

#78 von JoG , 18.05.2014 22:15

Dieses Thema fand ich echt heiß. Nicht nur haben die deutschen Klimamassnahmen eine negative Wirkung, man hat mehrere Aussagen des Berichts in der deutschen Kurzfassung so weit verfälscht, dass sie offenbar das Gegenteil der offiziellen Fassung aussagen.
Das ist nicht so ganz toll.

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RE: "Die dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser"

#79 von kjschroeder , 18.05.2014 23:17

Sofern Politiker nicht selber dahinterstecken, müßten sie jetzt zur Kenntnis nehmen, daß sie sich auf ihre eigenen Beamten nicht verlassen können.

Und ich schätze, diese Meldung wird, wie so viele andere zu dem Thema, schlicht ignoriert und ausgesessen.

Gruß
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RE: "Die dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser"

#80 von JoG , 23.05.2014 09:22

In diesem Zusammenhang ist auch die Schwäche der Selbstsicht unserer Gesellschaft bemerkenswert und zeigt sich in einem Satz, der mir in Lindners Interview auffiel:
"Lindner: Reden wir über den Laisser-faire-Kapitalismus in den USA? Den Oligarchenkapitalismus in Russland? Den Staatskapitalismus in China? Oder über die soziale Marktwirtschaft in Deutschland? Letztere kann der Papst eigentlich nicht gemeint haben. Denn wir haben hier einen starken Staat, der mit Regeln die Offenheit von Wirtschaft und Gesellschaft garantiert und zugleich ein dichtes soziales Netz spannt."

Zunächst denkt man, der Mann wäre einfach flach und würde populistische Vereinfachung nutzen wollen. Dann aber fällt Einem auf, dass es einen Grund gibt, weshalb er glaubt, das würde funktionieren. Er weiß, dass die Menschen da draußen so denken und einfach nicht verstehen wollen, was der Papst (ob zu recht oder nicht sei dahingestellt) meinte. Ohne dies zu wollen setzte er da seinen Finger auf eine klaffende Wunde. Unsere Selbstverständnis und und vor allem unsere stützenden Gedankengebäude stehen auf trügerischem Grund.

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RE: "Die dreiste Berichtsfälschung der Klimatrickser"

#81 von kjschroeder , 25.05.2014 10:13

Zitat
In diesem Zusammenhang ist auch die Schwäche der Selbstsicht unserer Gesellschaft bemerkenswert und zeigt sich in einem Satz, der mir in Lindners Interview auffiel:



Ich nehme an, Sie meinen sein "Spiegel"-Interview -> http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...t-a-970199.html

Ja, da fiel mir einiges auf. Nicht nur bei Lindner. Sondern auch beim "Spiegel". Der nämlich - um ein Beispiel zu nennen - stellte in dem Interview folgende Frage: "Sie können also nichts anfangen mit einem Papst Franziskus, der die dramatische Ungleichheit im Kapitalismus anprangert?"

Aber hat er? Ich empfehle Leuten immer, sich (wo immer möglich) die Originalquelle durchzulesen und sich nicht auf deutsche Journalisten zu verlassen. Die Originalquelle ist hier auf deutsch (m.E. sehr lesenswerte Lektüre): -> http://w2.vatican.va/content/francesco/d..._Einkünfte

Und wenn man in der Textsuche im Browser das Wort "Kapitalismus" eintippt, kriegt man zur Antwort: nichts. Keine Fundstelle. Liest man sich dann die einschlägigen Absätze durch, stellt man fest: Der Papst redet von Ungleichheit GENERELL. Er macht sie - im offenkundigen Unterschied zum "Spiegel" - also nicht nur im Kapitalismus fest. Tatsächlich scheint ihn dieser nicht sonderlich zu interessieren, da es ihm um eteas anderes geht.

Ein Schlüsselsatz des Papstes scheint mir dieser zu sein - zu finden im Kapitel "Wirtschaft und Verteilung der Einkünfte": "Solange die Probleme der Armen nicht von der Wurzel her gelöst werden, indem man auf die absolute Autonomie der Märkte und der Finanzspekulation verzichtet und die strukturellen Ursachen der Ungleichverteilung der Einkünfte in Angriff nimmt,[173] werden sich die Probleme der Welt nicht lösen und kann letztlich überhaupt kein Problem gelöst werden. Die Ungleichverteilung der Einkünfte ist die Wurzel der sozialen Übel."

Daraus KÖNNTE man schlußfolgern, daß es um Kapitalismus geht. Wobei außer Acht gelassen würde, daß auch diktatorische Staaten an den börsen spekuliert haben und spekulieren. Auch demokratische Staaten haben dies getan - warum wohl ging die staatliche WestLB hierzulande pleite? Man KÖNNTE auch daraus schlu8ßfolgern, daß es ihm um Umverteilung geht (das Wort allerdings taucht ebenfalls nirgendwo auf, der "Spiegel" nimmt es scheinbar als selbstverständliche Folge an, wenn er in dem Interveiw sagt, daß es auch andere Formen gebe, "den Reichen etwas wegzunehmen". Auf die Idee, DASS wir bereits umverteilen, und zwar jede Menge - daß aber diese Umverteilung Probleme bislang nicht gelöst hat, scheinen die wackeren Links-Journalisten nicht zu kommen.

Und Ihre Lindner-Zitate - ja, das ist natürlich göttlich! :-)

Es geht schon damit los, daß er den Begriff "starker Staat" verwendet - und das noch in positiver Wertung. Vielleicht sagt ihm mal jemand, daß auch Diktatoren gern "starke Staaten" haben, der Begriff als solcher also mehr über Lindner aussagt als über die Realwelt. Womit ich bei Ihrer anderen Ebene bin:

Zitat
Dann aber fällt Einem auf, dass es einen Grund gibt, weshalb er glaubt, das würde funktionieren. Er weiß, dass die Menschen da draußen so denken und einfach nicht verstehen wollen



Das ist die Frage. Es ist naturgemäß schwierig zu erfahren, was im schweigenden Teil der Bevölkerung gedanklich vor sich geht. Wir kennen ja nur den geschwätzigen und schwätzenden Teil, und ob dieser eine Mehrheit oder Minderheit repräsentiert, ist für mich eine offene Frage.

Aber haben wir überhaupt einen "starken" Staat? Auch so ein Punkt. Was habe ich von einem Staat zu halten, der seine Infrastruktur vergammeln läßt. keinen Flughafen auf die Reihe kriegt, keine (Hamburger) Philharmonie, dem erst Ausländer klarmachen müssen, was Privateigentum ist (Fall Gurlitt - woran ist der Mann denn nun eigentlich gestorben, hier wird doch schon wieder was verheimlicht), der sich als Hehler betätigt (Steuer-CD) und als Spekulant (WestLB, BayernLB) - und der umgekehrt seine militärische Vereteidigung vergammeln läßt und dafür sorgt, daß sich Poliuzisten lieber verprügeln lassen statt sich Ärger mit der Political Correctness und windelweichen Vorgesetzten einzuhandeln?

Ist so ein Staat "stark"? Naja, das nur nebenbei bemerkt.

Und auch hier glaube ich nicht, daß Lindner darauf spekuliert, daß die Leute das so sehen wie er. Wie gesagt: eine offene Frage.

Zitat
Unsere Selbstverständnis und und vor allem unsere stützenden Gedankengebäude stehen auf trügerischem Grund.



Ja, das ist klar. Aber nicht verwunderlich bei einem Staat, der nun so ziemlich alle denkbaren Staats- und Regierungsformen in nur 100 Jahren ausprobiert - und die richtige, wie es scheint, noch nicht gefunden hat. Wäre es anders, würden unsere politischen Eliten erheblich mehr in sich ruhen statt bei jedem unbequemen Buch wie ein aufgeregter Hühnerhaufen herumzugackern.

Gruß
Klaus


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