Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#1 von JoG , 13.03.2013 16:26

....Fragen, Zwänge und Kriegsrisiken der Verteidigung, wie sie sich verschieben durch die Möglichkeit Cyberattacken zu führen findet sich in diesem Artikel.
http://www.washingtonpost.com/world/nati...rc=nl_headlines

Es ergeben sich Gefahren und Risiken, die in Vielem erinnerlich jenen in der Zeit von MAD zu sein scheinen und die Stabilität des spieltheoretischen Optimums noch fraglicher scheinen lassen, als dies bereits mit der Multipolarisierung der Fall ist. Wenn wir keine Internalisierung der internationalen Sicherheit auf globaler Ebene bekommen, darf man wohl mit einem Weltkrieg in diesem Jahrhundert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit rechnen.

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RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#2 von weihrauch , 13.03.2013 16:52

Zitat von JoG im Beitrag #1
....Fragen, Zwänge und Kriegsrisiken der Verteidigung, wie sie sich verschieben durch die Möglichkeit Cyberattacken zu führen findet sich in diesem Artikel.
http://www.washingtonpost.com/world/nati...rc=nl_headlines

Es ergeben sich Gefahren und Risiken, die in Vielem erinnerlich jenen in der Zeit von MAD zu sein scheinen und die Stabilität des spieltheoretischen Optimums noch fraglicher scheinen lassen, als dies bereits mit der Multipolarisierung der Fall ist. Wenn wir keine Internalisierung der internationalen Sicherheit auf globaler Ebene bekommen, darf man wohl mit einem Weltkrieg in diesem Jahrhundert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit rechnen.


Ein Krieg in diesem Jahrhundert - wäre das so ungewöhnlich mit der Gewissheit, daß dieses Jahrhundert noch 87 Jahre dauern wird?
Würde derselbe Satz im Jahre 1990 erwähnt, würde eine Panik nichts ungewöhnliches sein - aber bei 87 Jahren?

Es werden mit Sicherheit mehrere Kriege erfolgen

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RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#3 von JoG , 13.03.2013 16:59

Zitat von weihrauch im Beitrag #2
Zitat von JoG im Beitrag #1
....Fragen, Zwänge und Kriegsrisiken der Verteidigung, wie sie sich verschieben durch die Möglichkeit Cyberattacken zu führen findet sich in diesem Artikel.
http://www.washingtonpost.com/world/nati...rc=nl_headlines

Es ergeben sich Gefahren und Risiken, die in Vielem erinnerlich jenen in der Zeit von MAD zu sein scheinen und die Stabilität des spieltheoretischen Optimums noch fraglicher scheinen lassen, als dies bereits mit der Multipolarisierung der Fall ist. Wenn wir keine Internalisierung der internationalen Sicherheit auf globaler Ebene bekommen, darf man wohl mit einem Weltkrieg in diesem Jahrhundert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit rechnen.


Ein Krieg in diesem Jahrhundert - wäre das so ungewöhnlich mit der Gewissheit, daß dieses Jahrhundert noch 87 Jahre dauern wird?
Würde derselbe Satz im Jahre 1990 erwähnt, würde eine Panik nichts ungewöhnliches sein - aber bei 87 Jahren?

Es werden mit Sicherheit mehrere Kriege erfolgen



Es ist wahr, dass es laufend Einsätze gibt und wohl auch (selbst nach einer Internalisierung) geben wird. Das ist wie bei der Polizei, die auch immerzu Einsätze hat.
Es ist aber ein großer Unterschied in der Tragweite eines Konflikts wie Irak und WWii. Und das Problem einer multipolaren Welt mit weit verbreiteter atomarer sowie biologischer und chemischer Bewaffnung verbunden mit interkontinentaler Liefersysteme ist, dass sich daneben WWii ausnimmt wie ein regionaler Streit. Das hätte im Gegensatz zu WWii das Potential der letzte Krieg zu sein.

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RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#4 von wüllerstorff , 13.03.2013 20:35

Man muss sich immer wieder fragen wer Krieg führt und wer provoziert. Meine Einschätzung ist dass es weder Russland noch China sind die das tun.
Sie stecken immer noch im Denkschema aus der Zeit des Kalten Kriegs, der Bipolaren Welt. Die Bipolare Welt hat, ohne zynisch klingen zu wollen, doch 4 Jahrzehnte ein Gleichgewicht gehalten und somit den relativen Frieden gesichert. Mit dem Zusammenbruch der UDSSR wurde die Welt schlagartig zu eine Unipolaren Welt die leider nicht dazu in der Lage war den Frieden zu sichern. In den letzten 20 Jahren hat sich dann aber doch so einiges getan wobei die Welt sich Multipolar entwickelte. Dieser Prozess ist zu begrüßen denn er legt allen Polen in dem System ungefähre Grenzen auf. Problematisch wird es erst wenn einige sich nicht damit abfinden wollen dass es jemandem gibt der einem seine Grenzen aufzeigen kann. Wird es zu einem Krieg kommen? Womöglich, und falls ja hat er das Potenzial eine Art Endlösung zu werden. Wer verliert wird vernichtet, oder man vernichtet sich gegenseitig.

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RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#5 von JoG , 13.03.2013 20:56

Es ist erschreckend einen Beitrag wie den Ihren zu lesen. Es handelt hier immerhin um ein recht wichtiges Problem und wird das Leben aller entscheidend beeinflussen. So muss es Einem Angst machen, wenn man geststellt, dass es gebildete Menschen gibt, die sich, ohne sich mit den Grundlagen offenbar je ernsthaft auseinander gesetzt zu haben, eine Meinung verbreitet, die der formalen Logik widerspricht.
Das ist wirklich verantwortungslos und es ist keine Entschuldigung, dass Sie damit den Märchen folgen, die die deutsche Gesellschaft erfand um ihre langjährige Politik des sicherheitspolitischen Trittbrettfahrens zu rechtfertigen.
Beschäftigen Sie sich mit den Gleichgewichtsbedingungen von Duopolen und Multipolen, den Risikofaktoren atomarer Gleichgewichtes und vielleicht zu laufenden Themen wie den Spannungen zwischen China und seinen unmittelbaren Nachbarn.

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RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#6 von wüllerstorff , 14.03.2013 14:06

Zitat von JoG im Beitrag #5
Es ist erschreckend einen Beitrag wie den Ihren zu lesen. Es handelt hier immerhin um ein recht wichtiges Problem und wird das Leben aller entscheidend beeinflussen. So muss es Einem Angst machen, wenn man geststellt, dass es gebildete Menschen gibt, die sich, ohne sich mit den Grundlagen offenbar je ernsthaft auseinander gesetzt zu haben, eine Meinung verbreitet, die der formalen Logik widerspricht.

sagen sie mir doch Konkret was sich widerspricht?

Das ist wirklich verantwortungslos und es ist keine Entschuldigung, dass Sie damit den Märchen folgen, die die deutsche Gesellschaft erfand um ihre langjährige Politik des sicherheitspolitischen Trittbrettfahrens zu rechtfertigen.

Konkret?

Beschäftigen Sie sich mit den Gleichgewichtsbedingungen von Duopolen und Multipolen, den Risikofaktoren atomarer Gleichgewichtes und vielleicht zu laufenden Themen wie den Spannungen zwischen China und seinen unmittelbaren Nachbarn.


Ein 100% Gleichgewicht wird es nie geben da sich die Welt andauernd verändert. Problematisch wird es wenn einige das nicht akzeptieren und, schlimmer noch, mit Gewalt versuchen zu verhindern. Die sogenannte westliche Welt befindet sich in einer Phase der Hysterie weil sie langsam einsehen muss dass die Reise auf der Wichtigkeistskala zwangsläufig nach unten gehen muss. Das ist nicht für alle so, im Gegenteil, einige werden Aufrücken, aber diejenigen die absteigen versuchen durch Verbreitung von Chaos sicherzustellen dass diejenigen unter ihnen ebenfalls absteigen und sich somit die relative Position nicht verändert. Letztendlich schießen sie sich damit aber ins Bein denn die damit verbundenen Kosten sind nicht mehr überschaubar.

Zum atomaren Gleichgewicht: wenn der Iran eine Atombombe hat ist das Thema Böser Iran vom Tisch. Ich würde es begrüßen denn der Iran wird nicht von Verrückten regiert. Als regionale Macht ist mir der Iran allemal sympathischer als Saudi Arabien oder Katar. Atomwaffen sind keine Angriffswaffe und werden erst problematisch wenn sie in Hände von Verrückten gelangen.


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zuletzt bearbeitet 14.03.2013 | Top

RE: Eine recht gute Darstellung der zu erwartenden....

#7 von JoG , 14.03.2013 18:01

Das Hauptproblem mit atomarer Rüstung ist nicht, wie Sie offenbar meinen, eine irrationale Regierung.

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Eine Diskussion zur Sicherheitspolitik....

#8 von JoG , 01.04.2013 19:43

....ist in den USA wieder intensiver geworde. Hier ein Exzerpt:
http://m.foreignaffairs.com/articles/138...rrence_4-032813

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RE: Eine Diskussion zur Sicherheitspolitik....

#9 von kjschroeder , 01.04.2013 22:32

Eine meiner Meinung nach sehr schöne, fundierte Analyse. Wobei mir scheint, daß Deutschland mit seiner de-facto-Politik bezgl. Rußland da schon einen Schritt weiter ist, wenngleich aus mglw. anderen Motiven ;-)

Der Essay macht auch recht gut deutlich, daß die Amerikaner in meinen Augen seit rd. 10 Jahren ziemlich desorientiert zu sein scheinen, gemessen an den unklaren bis widersprüchlichen Signalen. Das scheint auch keine Frage der jeweiligen Regierung zu sein, sondern wohl eher eine Ratlosigkeit parteiübergreifender Eliten.

Ich fürchte, aus Deutschland wird außer "Friede, Freude, Eierkuchen" wenig strategisch Wertvolles kommen an Gedanken. Mittlerweile reicht der Horizont ja gerade mal bis in die EU - was sich im Pazifik zwischen China, Japan und den Philippinen abspielt, spielt hier, gemessen an den Medien und an der Eigendarstellung der Politik, keine Rolle. Und die EU hat auf dem Sektor sowieso nichts zu melden - sie sollte es meiner Meinung nach auch nicht.

Die Widersprüchlichkeit zwischen politischen Signalen einerseits und ihrer (mitunter im Widerpruch dazu stehenden) militärischen und wirtschaftlichen Unterfütterung andererseits ist aber auch kein rein amerikanisches Problem. Das läßt sich auf deutscher und auch auf europäischer Bühne ebenso besichtigen, etwa, wenn von Menschenrechten und Demokratie die Rede ist, aber reger Handel mit China getrieben wird. Etwa, wenn von Terrorismus die Rede ist, aber sowohl Deutschland wie die EU sich weigern, die Hisbollah auf die entsprechende Liste zu setzen.

Da muß sich die Politik auf längere Sicht entscheiden, was sie will. Allen wohl und niemandem weh mag parteitaktisch für einen Wahlkampf taugen - als Strategie wird dieses Hin und Her in der Konzeption als Schuß nach hinten losgehen in Form verlorener Glaubwürdigkeit und verlorenem Einfluß.

Gruß
Klaus

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