RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#26 von huhngesicht , 08.03.2013 15:57

Das hatte ich befürchtet. Und wird Einem der Schaden ausgeglichen durch den Staat?

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Das ist nicht die Aufgabe des Staates. Man kann sich allerdings gegen Diebstahl versichern. Organe des Staates haben die Funktion, Buerger zu schuetzen, begangene Straftaten aufzuklaeren und Taeter zu bestrafen. Gegebenenfalls kann so auch Schaden ausgeglichen werden.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#27 von JoG , 08.03.2013 16:51

"Das ist nicht die Aufgabe des Staates."

Finden Sie? Wenn der Staat nicht für Sicherheit sorgt und dem Einzelnen verbietet seine Sicherheit selbst durchzusetzen? Das ist eine Präskription für Verantwortungslosigkeit und begründet keine Legitimität.

"Organe des Staates haben die Funktion, Buerger zu schuetzen, begangene Straftaten aufzuklaeren und Taeter zu bestrafen."

Wir hatten gerade den Fall, dass er sich nur Mühe dabei gibt.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#28 von huhngesicht , 08.03.2013 17:20

"Das ist nicht die Aufgabe des Staates."

Finden Sie? Wenn der Staat nicht für Sicherheit sorgt und dem Einzelnen verbietet seine Sicherheit selbst durchzusetzen? Das ist eine Präskription für Verantwortungslosigkeit und begründet keine Legitimität.

"Organe des Staates haben die Funktion, Buerger zu schuetzen, begangene Straftaten aufzuklaeren und Taeter zu bestrafen."

Wir hatten gerade den Fall, dass er sich nur Mühe dabei gibt.

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Wie stellen sie sich einen Staat vor, der 100%ige Sicherheit bieten soll? Das ist praktisch gar nicht umsetzbar, selbst wenn man einem diktatorischen Militaerstaat lebte. Gesellschaftliche Strukturen sind immer ein Kompromiss aus Sicherheit, Eigenverantwortlichkeit und Freiheit. Wildweststrukturen, in denen jeder bewaffnet Dachrinnendiebe abschiessen darf, wuerden die Sicherheit nicht verbessern, sondern verringern. Dann kaeme der Dachrinnendieb naemlich auch bewaffnet und wuerde erstmal alle Bewohner des Hauses erschiessen, bevor er sich an die Dachrinne macht. Deswegen kennt man im Rahmen der Eigenverantwortlichkeit in Deutschland den Begriff der Verhaeltnismaessigkeit der Mittel. Es ist ja nicht verboten, sich oder auch sein Eigentum selbst zu schuetzen. Es kommt darauf an wie.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#29 von JoG , 08.03.2013 17:59

"Wie stellen sie sich einen Staat vor, der 100%ige Sicherheit bieten soll?"

Wie ich Ihnen bereits sagte, ist das eine der schwierigen Fragen. Aber Sie zeigen, wie sehr es Sie interessiert darüber seriös zu reden, indem Sie mit hier geladenen Worten wie "Wildweststrukturen" argumentieren. Dass tatsächlich man die Umstände in der Zeit der Ausdehnung des Staates im 19ten Jahrhundert in den USA sehr schön benutzen kann, um ein Verständnis zu bekommen, welche Treiber da am Werk sind und diese Betrachtung in der Literatur ausgiebig besprochen wird, scheinen Sie gar nicht zu wissen. Aber es muss Ihnen doch klar sein, dass das Waffenverbot in Ländern mit ehemals autokratischeren Strukturen eher daher rührt, dass sich die Elite selbst schützen wollte. So ist diese "Errungenschaft" vielleicht etwas anders zu sehen, als das hiesige Paradigma das vorschreibt. Ich finde es lohnt immer seine eigene Meinung zu hinterfragen, wenn alle um Einen herum das Gleiche sagen. Hier ist das um so mehr der Fall, als wir in den nächsten Jahren vermutlich zunehmend damit konfrontiert sein werden, dass die Sicherheit der Bürger degeneriert. Die soziologischen Faktoren entwickeln jedenfalls robust in diese Richtung und sind bereits dabei den gesellschaftlichen Konsens zu unterminieren. Zusammen mit der Konfluenz des spektakulären Scheiterns einer ganzen Reihe hoher Ziele mit sichtbarer Hintergehung der Wähler und weitläufiger Korruption in der Elite, ist die Prognose so, dass sich die Frage nach der Bewaffnung der Bevölkerung dem Staat uU abgenommen wird.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#30 von huhngesicht , 08.03.2013 20:57

"Wie stellen sie sich einen Staat vor, der 100%ige Sicherheit bieten soll?"

Wie ich Ihnen bereits sagte, ist das eine der schwierigen Fragen. Aber Sie zeigen, wie sehr es Sie interessiert darüber seriös zu reden, indem Sie mit hier geladenen Worten wie "Wildweststrukturen" argumentieren.

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Ich habe mit diesem Begriff nicht argumentiert, sondern versucht zu veranschaulichen. Es geht darum, dass man in einem Rechtstaat nicht einfach geltendes Recht brechen kann, nur weil man unzufrieden ist. Man kann das natuerlich tun, muss dann aber die angemessenen Konsequenzen tragen.
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Dass tatsächlich man die Umstände in der Zeit der Ausdehnung des Staates im 19ten Jahrhundert in den USA sehr schön benutzen kann, um ein Verständnis zu bekommen, welche Treiber da am Werk sind und diese Betrachtung in der Literatur ausgiebig besprochen wird, scheinen Sie gar nicht zu wissen. Aber es muss Ihnen doch klar sein, dass das Waffenverbot in Ländern mit ehemals autokratischeren Strukturen eher daher rührt, dass sich die Elite selbst schützen wollte.

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Mit anderen Worten das, was fuer alle langfrisitg gewachsenen und stabilen Kulturen heute gilt. Die USA leben ja gerade die Aussnahme, schnell und erst kuerzlich unter entsprechend schwierigen Bedingungen gewachsen zu sein.
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So ist diese "Errungenschaft" vielleicht etwas anders zu sehen, als das hiesige Paradigma das vorschreibt. Ich finde es lohnt immer seine eigene Meinung zu hinterfragen, wenn alle um Einen herum das Gleiche sagen.

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Der Satz ist eigenartig. Sollte man seine Meinung nicht gerade dann besonders selbstkritisch betrachten, wenn alle anderen etwas anderes sagen? Zumal man das auf dieses Forum nun wirklich nicht anwenden kann. Hier wird mehrheitlich Nischenmeinung vertreten.
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Hier ist das um so mehr der Fall, als wir in den nächsten Jahren vermutlich zunehmend damit konfrontiert sein werden, dass die Sicherheit der Bürger degeneriert.

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"Hier" bei ihnen, wo auch immer das ist oder hier in Deutschland? Ich halte die Prognose fuer voreilig. Selbst im europaeischen Vergleich (man nehme Griechenland oder Frankreich) ist es hier denkbar friedlich und Degeneration lokal begrenzt.
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Die soziologischen Faktoren entwickeln jedenfalls robust in diese Richtung und sind bereits dabei den gesellschaftlichen Konsens zu unterminieren. Zusammen mit der Konfluenz des spektakulären Scheiterns einer ganzen Reihe hoher Ziele mit sichtbarer Hintergehung der Wähler und weitläufiger Korruption in der Elite, ist die Prognose so, dass sich die Frage nach der Bewaffnung der Bevölkerung dem Staat uU abgenommen wird.

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Ich bin kein Freund dieser sozialfeindlichen Prognosen, die entweder Wunschdenken oder Angstmacherei sind. Man hoert die schon seit Jahrzehnten aus dem aeusserst linken oder aeusserst rechten Lager, wo Vernunft selten mehrheitlich Einschaetzungen praegt.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#31 von Pillenpflücker , 12.03.2013 13:02

Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass das Urteil richtig ist. Obwohl ich selber den Jagdschein habe, sehe ich mich nicht in der Lage, mit meiner Waffengewalt über Recht- oder Unrecht zu entscheiden. Grundsätzlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat und dies muss auch so bleiben. Wenn man hier ein Auge zudrückt, kommt es in Zukunft zu immer mehr solcher Fälle. Grundsätzlich muss und kann der Mensch ohne Waffengewalt auskommen.

Ich sehe beim Jäger auch keine besonderen Eigenschaften, die i das Verwenden von Waffen gegenüber Menschen legitimiert. Der Schein kann sehr schnell gemacht werden:

"Es gibt aber auch spezielle Jagdschulen, bei denen man seinen Jagdschein machen kann. Dort werden oft auch Intensivkurse angeboten, in denen man den Schein innerhalb weniger Wochen Vollzeitunterricht machen kann. " Quelle: hier

Allein die Möglichkeit des Intensivkurs zeigt mir, dass man hier nicht von einer erhöhten Verantwortungsbereitschaft des Jägers ausgehen kann.

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#32 von horstR , 12.03.2013 13:51

Aha und ich dachte immer Jäger dürfen Waffen führen auch weil die potentiellen Gegner im Revier nämlich Wilddiebe auch bewaffnet sind...

Am besten Polizisten tragen Handschellen bei Verhaftungen um die Handgelenke?


Saludos

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RE: "Wer hat hier den Jagdschein?"

#33 von JoG , 12.03.2013 14:10

Zitat von Pillenpflücker im Beitrag #31
Ich bin grundsätzlich auch der Meinung, dass das Urteil richtig ist. Obwohl ich selber den Jagdschein habe, sehe ich mich nicht in der Lage, mit meiner Waffengewalt über Recht- oder Unrecht zu entscheiden. Grundsätzlich liegt das Gewaltmonopol beim Staat und dies muss auch so bleiben. Wenn man hier ein Auge zudrückt, kommt es in Zukunft zu immer mehr solcher Fälle. Grundsätzlich muss und kann der Mensch ohne Waffengewalt auskommen.


(1) "Grundsätzlich" bedeutet, dass es auch andere Fälle gibt.
(2) Es ist falsch, dass der Mensch grundsätzlich ohne Waffengewalt aus kommen muss, noch kann er das. Die Ordnung basiert immer auf implizite Gewalt, die sporadisch auch eingesetzt werden muss. Nur kommt es demjenigen so vor, als könne und müsse man ohne Gewalt auskommen, der ein behütetes Leben führt, wie man das in Westdeutschland seit 1950 tut.

Zitat

Allein die Möglichkeit des Intensivkurs zeigt mir, dass man hier nicht von einer erhöhten Verantwortungsbereitschaft des Jägers ausgehen kann.



Das hört sich an, wie ein Insiderwitz.

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