Alltagswörter: neuestes Update der politischen Korrektur

#1 von weihrauch , 27.02.2013 14:05

Die "Nationale Armutskonferenz", eine weitere subventionierte Beschaffungsmaßnahme für Ideologen, macht sich Gedanken, welche Begriffe diskriminierend sein könnten.
Dazu gehört auch das Wort "Migration" - also wieder Asylant?
Die Liste der sozialen Unwörter:

Alleinerziehend
Arbeitslos
Bildungsferne Schichten
Mißbrauch
Person mit Migrationshintergrund
Sozial Schwache
Sozialschmarotzer
Vollkasko-Mentalität
Wirtschaftsflüchtlinge

Die Nationale Armutskonferenz meint, mit diesen Ausdrücken würden "Klischees"reproduziert. Es sei mit ihnen eine soziale Herabsetzung verbunden. Dies wolle man verhindern.
Klischees werden höchstens bei solchen Pfeifen produziert.
Eine alleinerziehende Mutter hat Anerkennung verdient und steht bei mir höher im Kurs als eine kinderlose Akademikerin.
Und Sozialschmarotzer werden durch diese "großen weißen Vögel" (Heinz Erhardt) nicht weggebeamt.
Sie meinen anscheinend, daß mit dem Verschwinden des Namens auch die angesprochenen Probleme verschwinden.
Übrigens: Eine Staubsaugerpilotin ist und bleibt trotzdem eine Putze.

http://nationalearmutskonferenz.de/

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RE: Alltagswörter: neuestes Update der politischen Korrektur

#2 von huhngesicht , 27.02.2013 15:07

Verstehe ich das richtig, dass die unten genannten Begriffe alle als nicht pc und gleichwertig diffamierend gelten?
Ich finde das insofern abwegig, dass manche Begriffe einfach nur wertfrei beschreibend sind, waehrend andere wertend beleidigen. Ich gehe mal durch die Woerter.


Die "Nationale Armutskonferenz", eine weitere subventionierte Beschaffungsmaßnahme für Ideologen, macht sich Gedanken, welche Begriffe diskriminierend sein könnten.
Dazu gehört auch das Wort "Migration" -

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Und wie soll man Migranten stattdessen nennen? Wenn Begriffe als diffamierend gelten (wie es bei Zigeuner zB der Fall ist ;-), dann werden normalerweise Altertiven angeboten. Irgendwie muss man eine Personengruppe nennen, die von einem Land in ein anderes umsiedelt.
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Alleinerziehend

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Hier das gleiche. Wie soll mal also eine Person nennen, die allein erzieht? Man koennte vielleicht besser differenzieren, wenn eine Person zB unverheiratet ist oder keinen Partner hat, aber die Oma miterzieht. Aber das schiene mir sehr spitzfindig.
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Arbeitslos

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Ich finde das zwar reichlich uebertieben, aber man kann wenigsten begrifflich unterscheiden mittels Privatier, arbeitssuchend, ohne geregeltes Einkommen, Rentner usw. Aber jeder weiss, was mit arbeitslos gemeint ist. Der Begriff war vor 30 Jahren viel eher diskriminierend als heute.
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Bildungsferne Schichten

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Der Begriff ist doch wunderbar. Da hat sich jemand ewig Gedanken gemacht, gerade einen nicht diskrminierenden Begriff zu finden und jetzt ist dieser auch wieder schlecht? Man sollte dankbar sein, endlich ein Wort zu haben, um nicht mehr von "Asis" sprechen zu muessen.
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Mißbrauch

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Ich habe ihren link noch nicht verfolgt, aber das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Dieses Wort ist essentieller Bestandteil der Sprache und nicht austauschbar. Wie nennt man denn zukuenftig zB sexuellen Missbrauch? Das verleitete ja dazu, dass Perverse sich Euphemismen ausdenken, wenn Missbrauch nicht mehr zulaessig ist.
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Person mit Migrationshintergrund

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Das gleiche wie bei Migration.
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Sozial Schwache

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Man koennte es vielleicht mit prekaer ersetzen, aber auch das ist wohl ziemlich uebertrieben.
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Sozialschmarotzer

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Hier sieht es das erste Mal anders aus. Das Wort Dysphemismus hat mir Heinz ja verboten. ;-) Also nennen wir es unnoetiges Schimpfwort. Es wird zudem pauschal gebraucht oft suggerierend, jeder Hartz4-Bezieher sei zB ein Schmarotzer.
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Vollkasko-Mentalität

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Hier gilt das gleiche. Es handelt sich um Polemik, die gerne verwendet wird, wenn eine Einstellung kritisiert werden soll, um so die notwendigen helfenden Strukturen abzuwerten.
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Wirtschaftsflüchtlinge

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Der Begriff ist nicht unbedingt gluecklich, weil er leicht missverstandenen wird. Man versteht darunter urspruenglich illegale Immigranten.
Aufgrund seiner Ungenauigkeit koennte man ihn zB auf Roma ausweiten, was im Rahmen europaeischer Legalitaet nicht korrekt und angemessen waere.
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Die Nationale Armutskonferenz meint, mit diesen Ausdrücken würden "Klischees"reproduziert. Es sei mit ihnen eine soziale Herabsetzung verbunden. Dies wolle man verhindern.

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Das gilt meiner Ansicht nach nur fuer zwei Begriffe in der Liste.
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Klischees werden höchstens bei solchen Pfeifen produziert.
Eine alleinerziehende Mutter hat Anerkennung verdient und steht bei mir höher im Kurs als eine kinderlose Akademikerin.

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Das ist aber eine fragwuerdige Einschaetzung. Ob man Kinder bekommen will oder nicht, ist eine ganz persoenliche private Entscheidung, die Dritte nicht zu bewerten haben. Sich im Rahmen instabiler sozialer Umstaende, in eine Lebenssituation zu bringen, die gezielt nach Transferleistungen der Gesellschaft verlangt und oft den Beduerfnissen eines Kindes nicht gerecht wird, koennen Dritte durchaus kritisieren.
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Und Sozialschmarotzer werden durch diese "großen weißen Vögel" (Heinz Erhardt) nicht weggebeamt.

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Man sollte sie aber differenzierter benennen.

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RE: Alltagswörter: neuestes Update der politischen Korrektur

#3 von huhngesicht , 27.02.2013 15:12

Ich haette den link vorher lesen sollen, einige Begriffe werden differenziert erlaeutert (zB Missbrauch).

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RE: Alltagswörter: neuestes Update der politischen Korrektur

#4 von Willik , 27.02.2013 18:46

Das Beispiel zeigt (wieder einmal) erschreckend, wieviele gelangweilte Menschen mit viel zuviel Freizeit, mit viel zu wenig Sorgen und Problemen, dafür aber mit einem gewaltigen Dachschaden unterwegs sind!

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RE: Alltagswörter: neuestes Update der politischen Korrektur

#5 von kjschroeder , 08.03.2013 18:29

Vor allem fragt man sich, woher die Obsession kommt, anderen Leuten vorschreiben zu wollen wie diese zu reden haben. Dieser Wille zum Drangsalieren und Herrschen über andere ist ein Charakterdefizit.

Gruß
Klaus

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