RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#51 von huhngesicht , 24.02.2013 22:38

Semantisch argumentieren Sie. es wäre ein Rechtsbruch wenn ich morgen die Bank ausraube, kontinuierlich wäre wenn ich jeden Tag eine Bank ausraube. Konkret zur Europolitik bedeutet dass das praktisch jeden Tag gegen die no bail out Klausel verstoßen wird und fast täglich die EZB gegen das verbot von Staatsfinanzierung durch Notenpresse verstießt.

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Dass der Vergleich hinkt ist ihnen aber schon klar? "Too big to fail" war jedem bewusst, als der Vertrag geschlossen wurde und Beistand ist grundsaetzlich erstmal etwas, was Freunde einander zukommen lassen.
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Der Vergleich mit totalitären Staaten ist kein Blödsinn denn Blödsinn ist das totalitäre Staaten die Rechtsgrundlage auf der sie hantieren jemals ihren Bedürfnissen anpassen.Beispiel, das sogenannte Dritte Reich hat es formal nie gegeben denn es war die Weiterführung des zweiten Reichs, der Weimarer Republik. Alle Gesetze die vom 'Dritten Reich' erlassen wurden entstanden auf der Basis der Verfassung des zweiten Reichs, und falls dem Dritten Reich die Verfassung nicht gepasst hat wurde sie ignoriert. Die Verfassung wurde aber nie geändert. So ist das auch heute, die Rechtsgrundlage 'no bail out' wurde nicht geändert sondern ignoriert und das Verbot der Staatsfinanzierung durch die EZB wurde auch nicht aufgehoben sondern, sie erraten es, ignoriert.

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Ich sehe das Problem und wollte es nicht bestreiten. Die Frage muesste lauten, wie man dem Problem begegnet. Man hat sich ihm gestellt, indem man Vertraege gebrochen und Gesetze aufgeweicht hat. Das ist nicht unbedingt elegant, aber welche Alternative haette es gegeben?
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Ich schrieb schon, dass wir nicht ohne Grund eine parlamentarische Demokratie haben, die "den Stammtisch" abpuffert. Ich wollte das heutige Deutschland nicht sehen, wenn wir diesen Puffer zB Ende der 80er Anfang der 90er bezueglich Auslaenderpolitik nicht gehabt haetten. Oder nennen sie provozierte Dummheit Argument?

Sie argumentieren hier ziemlich dumm denn die Ausländerfeindlichen Ausschreitungen waren illegal. Verboten, nicht erlaubt und dementsprechend wurden sie geahndet. Hat zu der Zeit jemals einer vorgeschlagen Asylheime anzuzünden straf frei zu machen?

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Nein, haette es aber zB Volksbefragungen zur Asylpolitik gegeben, waeren sie damals im Sinne Schoenhubers ausgefallen. Wir muessen aber auch aufpassen, dass wir in den Diskussionen hier nicht missverstaendlich vermischen. Die momentane EU-Politik ist eine Krisenpolitik, die anzunehmend leidlich funktioniert. Sie ist gerade nicht ideologisch sondern pragmatisch. Das Rumzuendeln, es zu einer ideologischen Frage zu machen, halte ich fuer nicht zweckmaessig.
Sowas ist nie zweckmaessig.
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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#52 von JoG , 25.02.2013 09:27

"""Erstens, definieren sie bitte konkret, von welchem kontinuierlichen Rechtsbruch (ein Bruch ist ein einmaliger Vorgang und nicht kontinuierlich, das ist schon semantisch unsinnig) sie sprechen und zweitens ist die Behauptung, dass dies ein Wesenszug totalitaerer Staaten sei formal Bloedsinn. Ein totalitaerer Staat legt willkuerlich fest, was Recht und was Unrecht ist und bricht nicht seine eigenen Gesetze. Es waere wirklich angenehm, wenn sie ihre Polemik wenigstens etwas anspruchsvoller gestalten. Wenn sie naemlich tatsaechlich etwas lesenswertes zu schreiben haben, die aber vor dem Hintergrund fehlender Glaubwuerdigkeit passiert, nimmt es niemand ernst."""

Ich muss schon da sagen, dass ich die Passage gut verstanden hatte und nicht überzeugt bin, dass Sie solche Vorwürfe machen, weil Sie zum Thema kein Argument haben. So wäre es schön, Sie würden Ihre Polemik etwas beschränken, weil man dann besser an die Substanz sehen würde, die Sie ins Gespräch bringen wollen.

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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#53 von kjschroeder , 25.02.2013 09:42

Zumal das, worauf wüllerstorff zurecht hinwies, auch allgemein bekannt ist oder sein sollte. Spielt sich ja schließlich vor unser aller Augen ab.

Gruß
Klaus

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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#54 von wüllerstorff , 25.02.2013 11:13

Zitat von huhngesicht im Beitrag #51



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Dass der Vergleich hinkt ist ihnen aber schon klar? "Too big to fail" war jedem bewusst, als der Vertrag geschlossen wurde und Beistand ist grundsaetzlich erstmal etwas, was Freunde einander zukommen lassen.
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System die nur noch als Selbstzweck durch 'too big to fail' existieren habe keinen Sinn. 'too big to fail' ist populistische Angstmacher Propaganda denn es werden immer mehr die 'too big to fail' sind.


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Ich sehe das Problem und wollte es nicht bestreiten. Die Frage muesste lauten, wie man dem Problem begegnet. Man hat sich ihm gestellt, indem man Vertraege gebrochen und Gesetze aufgeweicht hat. Das ist nicht unbedingt elegant, aber welche Alternative haette es gegeben?
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Schulden kann man systembedingt nur durch einen Schuldenschnitt loswerden. Das abbezahlen von Schulden ist in unserem Finanz/Kreditsystem nicht vorgesehen und daher unmöglich.



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Nein, haette es aber zB Volksbefragungen zur Asylpolitik gegeben, waeren sie damals im Sinne Schoenhubers ausgefallen. Wir muessen aber auch aufpassen, dass wir in den Diskussionen hier nicht missverstaendlich vermischen. Die momentane EU-Politik ist eine Krisenpolitik, die anzunehmend leidlich funktioniert. Sie ist gerade nicht ideologisch sondern pragmatisch. Das Rumzuendeln, es zu einer ideologischen Frage zu machen, halte ich fuer nicht zweckmaessig.
Sowas ist nie zweckmaessig.
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Für ein Referendum allen Asylanten die Köpfe einzuschlagen gibt es keine rechtliche Grundlage, von daher kann es so ein Referendum auch nicht geben.
Die Krisenpolitik ist rein ideologisch denn es geht darum den Euro gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft als ganzes zu erhalten.

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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#55 von huhngesicht , 25.02.2013 15:02

System die nur noch als Selbstzweck durch 'too big to fail' existieren habe keinen Sinn. 'too big to fail' ist populistische Angstmacher Propaganda denn es werden immer mehr die 'too big to fail' sind.

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Ich verstehe nicht, was System zum Selbstzweck bedeuten soll. Man zerlegt ja auch nicht Deutschland, nur weil es ohne Bremen zB besser dran waere. Kollaborationen funktioneren dann besser als isolationistische Strukturen, wenn Partner ihre Ressourcen zweckmaessig vereinen koennen. Das scheint bei Europa der Fall zu sein. Ob diese Angstmacher populitischer Natur sind, wuerde man nur erfahren, wenn man tatsaechlich den Euro abschaffte oder Nationen aus der EU austritten. Meinem Eindruck nach kann das niemand wirklich beurteilen (die Folgen). Ich wuerde sowas daher nicht riskieren.
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Ich sehe das Problem und wollte es nicht bestreiten. Die Frage muesste lauten, wie man dem Problem begegnet. Man hat sich ihm gestellt, indem man Vertraege gebrochen und Gesetze aufgeweicht hat. Das ist nicht unbedingt elegant, aber welche Alternative haette es gegeben?
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Schulden kann man systembedingt nur durch einen Schuldenschnitt loswerden. Das abbezahlen von Schulden ist in unserem Finanz/Kreditsystem nicht vorgesehen und daher unmöglich.

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Nur ist das wirklich schlecht? Man kann zB ein kleines Land wie Griechenland zuerst maximal auf Kurs im Sinne der EU zwingen, weil man davon den Schuldenschnitt abhaengig macht und diesen dann vollziehen. Es ist entfernt vergleichbar mit der Privatinsolvenz in Deutschland.
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Für ein Referendum allen Asylanten die Köpfe einzuschlagen gibt es keine rechtliche Grundlage, von daher kann es so ein Referendum auch nicht geben.
Die Krisenpolitik ist rein ideologisch denn es geht darum den Euro gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft als ganzes zu erhalten.

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Das ist umstritten. Ich kenne mich mit dem Thema nicht aus, aber die Vertreter der Seite des Erhaltes des Euro wirken erheblich weniger ideologisch und stellen die Mehrheit. Bei den Gegnern findet man bis auf wenige Ausnahmen immer auch die ideologische Komponente rechtskonservativer Elemente wie Nationalismus, Rassismus, Provinzialitaet, Hang zu partiachalischen Strukturen und eine extrem starke von Wunschdenken gepraegte Irrationalitaet. Da ich die Fakten aufgrund ihrer Komplexitaet nicht beurteilen kann, muss ich vertrauen. Die Eurogegner sind weniger vertrauenswuerdig und auch weniger ueberzeugend. Es ist ja auch kaum Zufall, dass die Parteienmehrheit zum Euro steht und nur grenzwertige Parteien ihn ablehnen. Ich bezweifle nicht, dass Menschen empfaenglich fuer wirre Ideologien sind, aber das gilt immer fuer beide Seiten. Und daher war mein Vergleich mit dem Witz und Falschfahrern durchaus ernst gemeint.
Natuerlich trifft es zu, dass man mit Grenzen und Geldumtausch leben kann. Fakt ist aber, dass es heute besser ist als ohne EU und die Kritik an negativen Folgen bisher zumindest spekulativer Natur ist.

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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#56 von JoG , 28.02.2013 18:26

Ein Engländer hält eine erfrischend andere Rede:
http://www.youtube.com/watch?v=CUIo24BgIDE

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RE: "Liebe Engländer, Schotten,.....

#57 von JoG , 19.05.2013 23:52

Das ist sicher sehr net formuliert und ganz sicher sehr ehrlich gemeint.

Andererseits bietet nun zum zweiten mal ein deutscher Elite Politiker den Ungarn die Alternative an mit der Kavallerie:
http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-900756.html

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