Sarrazins Gegner haben ihr Ziel erreicht

#1 von weihrauch , 21.02.2013 02:02

Eine düstere Prognose für Deutschland sieht die deutsche Publizistin mit türkischen Hintergrund Necla Kelek. Der Einfluß von Islamisten und türkischen Nationalisten sei bereits fest verankert.
Sarrazins Integrationsdebatte ist zerstört - seine Gegner sitzen fester denn je im Sattel.
Seine Mitschuld: Er war zu zahm und hat nicht genügend nachgehakt.
Er hat anscheinend vergessen, daß die Entwicklung der deutschen Gesellschaft in eine Pöbelgeneration geendet ist, wo sachliche Fakten nichts zählen.Die sozialwissenschaftliche Forschung in Deutschland ist total ideologisiert. Konsens ist, daß die Gesellschaft versagt hat, die Menschen zu integrieren. Wenn es Probleme bei den Migranten gibt, hat das für sie soziale Gründe. Kultur als determinierend zu bezeichnen, ist tabu. Und es wird immer schlimmer. Iranische, türkische, deutsche Studentinnen erzählen mir, daß sie sofort gemobbt werden, wenn sie z. B. über Familienstrukturen forschen wollen: Für Fragestellungen wie „Sind Ehrenmorde symptomatisch? Gibt es Zwang zur Ehe, woher kommt das historisch?" finden sie keine Professoren.

Achtung Satire: Deutsche Universitäten als Brutstätten des Terrorismus

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RE: Sarrazins Gegner haben ihr Ziel erreicht

#2 von JoG , 21.02.2013 13:44

Ich denke eher, dass Sarrazin erreichte, was man in einer Bürokratie dominierten Gesellschaft erwarten würde, wenn man Probleme, die die Politik verantwortet einer schwache Minderheit anzulasten.

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RE: Sarrazins Buch

#3 von huhngesicht , 21.02.2013 15:24

Ich habe mich sowohl ueber Kritiker als auch Anhaenger Sarrazins Buch schon haeufig gewundert, weil es entweder nicht gelesen oder nicht verstanden wurde (ich denke zB an die Werbeplakate der NPD). Ich habe das Buch vollstaendig gelesen und halte es fuer ueberwiegend positiv beachtlich. Ich wuerde zwei Aspekte kritisieren. Der Bezug zu genetische Faktoren ist wohlwollend formuliert aeusserst laienhaft, eher schon fast biologistisch falsch und das siebte Kapitel, in dem betont extra die Problematik der muslimischen Gruppen zugewandert aus bestimmten Regionen ausgebreitet wird, haette es nicht gebraucht. Hier wurde auch bezugnehmend auf das satirische letzte Kapitel der mainstream populistisch bedient, um das Buch zu einem Verkaufsschlager zu machen (man siehe auch den Titel). Viel beachtlicher hingegen ist Kapitel 4, welches den eigentlichen Tenor herausstellt. Die eigentliche Kritik und haetten zB NPDler das gelesen und verstanden, haetten sie mit dem Buch nie geworben. Es geht um die generelle Kritik am bildungsfernen Prekariat. Nur der Verwirrte vermischt Ursache und Wirkung.

Schlecht sind: fehlende Bildung, Dummheit, Dissozialitaet, Kriminalitaet, Gewaltbereitschaft, soziale Zwaenge, Armut.

Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Christ, Moslem oder Atheist ist.

Es besteht erstlinig eine Korrelation zwischen der oben genannten Schlechtigkeit und dem bildungsfernen Prekariat nicht der Religionszugehoerigkeit, der Rasse oder der Nationalitaet.

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Klare Kante zeigen!

#4 von kurt02 , 21.02.2013 15:41

So dürfen Sie nicht antworten, werter huhngesicht. Klare Kante zeigen! Das will weihrauch von einem deutschen Mann lesen. Klar aufzeigen, wer der Feind ist und wer nicht. Am Beispiel Sarrazins kann man sehr gut sehen, wer Feind ist und wer Freund:
Jeder hat Sarrazin toll zu finden, und jeder, der ihn nicht toll findet, ist ein Linksextremist, wahrscheinlich sogar ein linksgrünschwuler Salafistenextremist.

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RE: Klare Kante zeigen!

#5 von huhngesicht , 21.02.2013 16:36

Am Beispiel Sarrazins kann man sehr gut sehen, wer Feind ist und wer Freund:
Jeder hat Sarrazin toll zu finden, und jeder, der ihn nicht toll findet, ist ein Linksextremist, wahrscheinlich sogar ein linksgrünschwuler Salafistenextremist.

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Ich habe die psychologische Komponente noch nie verstanden, etwas so komplexes und meist ambivalentes wie die Realitaet eindimensional einer Weltanschuung oder persoenlichen Vorlieben unterzuordnen. Was ist der Sinn? Meinem Eindruck nach scheint diese Herangehensweise die Lebensqualitaet vieler Menschen zu verbessern. Was meiner Ansicht nach aber nur funktionieren kann, wenn man sich in Leidenschaft voellig fremden Menschen oder dem Abstraktum Gesellschaft verbunden fuehlt. Als zoege man Wohlgefuehl aus kuenstlich geschaffenen Vereinsstrukturen. Und dies scheint sogar als normal empfunden zu werden. Was interessiert es zB, ob man Deutscher oder Tuerke ist?

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RE: Klare Kante zeigen!

#6 von weihrauch , 21.02.2013 16:46

Zitat von huhngesicht im Beitrag #5
Am Beispiel Sarrazins kann man sehr gut sehen, wer Feind ist und wer Freund:
Jeder hat Sarrazin toll zu finden, und jeder, der ihn nicht toll findet, ist ein Linksextremist, wahrscheinlich sogar ein linksgrünschwuler Salafistenextremist.

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Ich habe die psychologische Komponente noch nie verstanden, etwas so komplexes und meist ambivalentes wie die Realitaet eindimensional einer Weltanschuung oder persoenlichen Vorlieben unterzuordnen. Was ist der Sinn? Meinem Eindruck nach scheint diese Herangehensweise die Lebensqualitaet vieler Menschen zu verbessern. Was meiner Ansicht nach aber nur funktionieren kann, wenn man sich in Leidenschaft voellig fremden Menschen oder dem Abstraktum Gesellschaft verbunden fuehlt. Als zoege man Wohlgefuehl aus kuenstlich geschaffenen Vereinsstrukturen. Und dies scheint sogar als normal empfunden zu werden. Was interessiert es zB, ob man Deutscher oder Tuerke ist?

Huhngesicht


Die Worte von Kurt würde ich nicht für wörtlich nehmen.
Im Gegenteil - ich bin wirklich beeindruckt, daß Sie das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben.
Ich habe mir nur bestimmte Artikel herausgesucht - ich bin sehr ungeduldig und habe nicht genügend Ausdauer.
Hier geht es aber auch nicht allein über den Inhalt und Sarrazin, sondern um die Aussagen von Kelek.
Und die machen sehr betroffen.
In einem hat Kurt Recht - Sarrazin war nicht kantig genug, sonst wäre er mit seinen Gegnern anders umgegangen.

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RE: Klare Kante zeigen!

#7 von huhngesicht , 21.02.2013 17:10

Im Gegenteil - ich bin wirklich beeindruckt, daß Sie das Buch von der ersten bis zur letzten Seite gelesen haben.
Ich habe mir nur bestimmte Artikel herausgesucht - ich bin sehr ungeduldig und habe nicht genügend Ausdauer.

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Der mediale Verriss war der Grund fuer mich, das Buch zu lesen. Es war schauerlich, wie der Inhalt voellig verfremdet kritisiert wurde, weil Diskutanten es nicht gelesen hatten. Ich verabscheue unsachliche Kritik. Unbedingt empfehlen wuerde ich Kapitel 4. Es ist die Essenz des Buches und wesentlich relevant.
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Hier geht es aber auch nicht allein über den Inhalt und Sarrazin, sondern um die Aussagen von Kelek.

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Die ich in Teilen fuer undifferenziert, pauschalisierend und voreingenommen halte. Die Herkunft einer Person und ihre familiaeren Wurzeln sind tatsaechlich mal ein Problem ;-)
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Und die machen sehr betroffen.
In einem hat Kurt Recht - Sarrazin war nicht kantig genug, sonst wäre er mit seinen Gegnern anders umgegangen.

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Sarrazin ist der begruendeten und unbegruendeten Kritik angemessen begegnet. Was haette er denn machen sollen, was "kantiger" gewesen waere?

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RE: Sarrazins Buch

#8 von JoG , 21.02.2013 17:11

""""Schlecht sind: fehlende Bildung, Dummheit, Dissozialitaet, Kriminalitaet, Gewaltbereitschaft, soziale Zwaenge, Armut.

Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand Christ, Moslem oder Atheist ist."""

Wobei Bildung ganz sicher nicht vor Rassismus immer schützt. So vertraten sehr gebildete Menschen am Anfang des letzten Jahrhunderts die Thesen der Rassentheorien und die Notwendigkeit die eigene Rasse durch Euthanasie et alias sauber zu halten. Und nein. Ich glaube nicht, dass die Menschen besser geworden sind. ;)

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