Dresden - jedes Jahr dasselbe Trauerspiel

#1 von weihrauch , 13.02.2013 16:51

Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden - verursacht durch amerikanische und britische Kriegsverbrecher.
Und wie geht Dresden, Sachsen oder Deutschland damit um?
Es wird von offizieller Seite und von den Medien um "Verständnis" geworben - es seien ja eigentlich keine unschuldigen Opfer gewesen.
Diese jährlich Posse seitens der Regierung oder "betroffenen Bürgerinitiativen" geht es garnicht mehr um die Opfer der Bombardierung, sondern um eine Fortsetzung der "Anti-Rechts-Bewegung".
Da stehen Politiker und Antifa-Leute einträchtig nebeneinander - im Hintergrund das Plakat: "Bomber-Harris Do it again" und gedacht wird an die Opfer des Nationalsozialismus - in Deutschland und in anderen Ländern.
Scheinbar muß dies am 13.Januar getan werden, da es ja sonst nie im ganzen Jahr getan wird.
Der "Aufmarsch" der Rechten wird ausgeschlachtet, als wenn sie die Bombardierung durchgeführt hätten.
Die Rechten als Pappkameraden, auf die beliebig eingeschlagen werden kann.
Die Opferzahlen werden fast jährlich heruntergerechnet - irgendwann hat die Bombardierung nie stattgefunden.
Und der Grund der Bombardierung: Coventry - diese Stadt wird symbolisch ständig für alle Bombardierungen genannt.
Dresden am 13.Februar - unwürdiges Schauspiel

http://www.dnn-online.de/dresden/web/dre...nern-1327012865

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#2 von JoG , 13.02.2013 17:30

.... - verursacht durch amerikanische und britische Kriegsverbrecher."

Abgesehen von der Relativierung des Holocaust, das von einem Deutschen etwas problematisch scheint, ist auch die Aussage falsch in zwei Punkten:

-Verursacher war das Volk, das den Krieg begann. Da es ziemlich fest steht, dass es nicht die Polen waren, die angegriffen haben und vermutlich auch keinen Krieg vorbereiteten, war der Täter Deutschland. Man hätte halt den Autor von "Mein Kampf" nicht wählen und ins Amt heben sollen.

-Die Bombardierung war kein Kriegsverbrechen. Es war eine legitime Kriegshandlung und moralisch völlig ok.

Also gedenken Sie der Opfer als Kollateralschäden des Krieges, den sie selbst verursachten und relativieren Sie nicht die Schuld deren Volkes.

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RE: Dresden - jedes Jahr dasselbe Trauerspiel

#3 von huhngesicht , 13.02.2013 17:47

Und bloss nicht vergessen, am 20. April einen Kuchen zu backen ;-) Woran stoeren Sie sich denn diesmal? Es wird der Opfer Dresdens gedacht wie jedes Jahr. Das koennte man auch inWuerde und ehrlicher Trauer der Opfer des NS tun, wenn nicht Nazis solche Gedenktage missbrauchen wuerden, um politische Propaganda zu verbreiten (dieses Jahr anscheinend nicht). Niemand bestreitet die Unschuld verbrannter Kinder in Dresden und niemand heisst diese Angriffe gut. Ehrenvoll gedenkt man dieser Opfer des Krieges. Und schaebiger geht es wohl kaum, ausgerechnet solche Tage zu missbrauchen, um die Greuel des NS zu relativieren, indem man im Kontext den damaligen Kriegsgegner beschimpft. Anscheinend ist das Wort Takt nicht jedem Menschen verstaendlich.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#4 von weihrauch , 13.02.2013 17:57

Zitat von JoG im Beitrag #2
.... - verursacht durch amerikanische und britische Kriegsverbrecher."

Abgesehen von der Relativierung des Holocaust, das von einem Deutschen etwas problematisch scheint, ist auch die Aussage falsch in zwei Punkten:

Ich habe den Ausdruck nicht erfunden - er entstammte einer 4-teiligen Soap von 1978 - darum ist der Ausdruck weder wichtig noch problematisch und kann beliebig eingesetzt werden - ohne historischen Hintergrund.

-Verursacher war das Volk, das den Krieg begann. Da es ziemlich fest steht, dass es nicht die Polen waren, die angegriffen haben und vermutlich auch keinen Krieg vorbereiteten, war der Täter Deutschland. Man hätte halt den Autor von "Mein Kampf" nicht wählen und ins Amt heben sollen.

Es geht hier nicht um Polen, sondern um die Bombardierung der Stadt Dresdens.

-Die Bombardierung war kein Kriegsverbrechen. Es war eine legitime Kriegshandlung und moralisch völlig ok.

Komisch, für mich war die Bombardierung Rotterdams ein Kriegsverbrechen.
Wenn die Bombardierung von sämtlichen Städten über 50 000 Einwohnern kein Kriegsverbrechen war, sondern legitim, dann wäre die Bombardierung Coventrys ein selbstverständlicher Akt.

Also gedenken Sie der Opfer als Kollateralschäden des Krieges, den sie selbst verursachten und relativieren Sie nicht die Schuld deren Volkes.


Es sträubt sich in mir, alle Leute zu verteufeln, die vor 1945 wahlberechtigt waren und nicht zu den Verfolgten gehörten.
Demnach könnte man eventuelle Terroranschläge seitens Serbiens gegenüber Deutschlands ebenfalls rechtfertigen, weil Rot-Grün 1999 Serbien den Krieg erklärte und es Bombardierungen gab.

Und ..... sind Sie sicher, daß es ohne Hitler zu keinem Krieg gekommen wäre?

Aber das geht eigentlich schon am Thema vorbei - es geht schließlich nur um Dresden.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#5 von JoG , 13.02.2013 18:03

""""Es sträubt sich in mir, alle Leute zu verteufeln, die vor 1945 wahlberechtigt waren und nicht zu den Verfolgten gehörten.""""

Das verstehe ich. Aber was will man machen als da durch? Denn: Aber wat mut, dat mut.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#6 von weihrauch , 13.02.2013 18:07

Zitat von huhngesicht im Beitrag #3
Und bloss nicht vergessen, am 20. April einen Kuchen zu backen ;-) Woran stoeren Sie sich denn diesmal? Es wird der Opfer Dresdens gedacht wie jedes Jahr. Das koennte man auch inWuerde und ehrlicher Trauer der Opfer des NS tun, wenn nicht Nazis solche Gedenktage missbrauchen wuerden, um politische Propaganda zu verbreiten (dieses Jahr anscheinend nicht). Niemand bestreitet die Unschuld verbrannter Kinder in Dresden und niemand heisst diese Angriffe gut. Ehrenvoll gedenkt man dieser Opfer des Krieges. Und schaebiger geht es wohl kaum, ausgerechnet solche Tage zu missbrauchen, um die Greuel des NS zu relativieren, indem man im Kontext den damaligen Kriegsgegner beschimpft. Anscheinend ist das Wort Takt nicht jedem Menschen verstaendlich.

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Wer hat die Bombardierungen durchgeführt - die Alliierten oder "die Nazis", die in den letzten Jahren durch Dresden gingen?
Die Bombentoten von Dresden - Opfer der NS - ja geht`s denn noch?
Können Leute, die Opfer gedenken - egal von welcher politischer Seite - Missbrauch vorgeworfen werden - was für ein Missbrauch?
Etwas befremdlich scheint mir die Behauptung zu sein, Unrecht zu begehen, wenn Kriegsgegner als Verbrecher beschimpft werden.
Das ist würdelos gegenüber den Opfern und ist verabscheuungswürdig.
Die Niedertracht zahlreicher Deutscher ist die Tatsache, daß sie klammheimliche Freude und "Verständnis" dafür haben.
Das ist der Unterschied zur Bevölkerung der 30er Jahre, die in ihrer großen Mehrzahl die Verbrechen der NS-Schergen verabscheuten.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#7 von JoG , 13.02.2013 18:34

""""Zitat von JoG im Beitrag #2
.... - verursacht durch amerikanische und britische Kriegsverbrecher."

Abgesehen von der Relativierung des Holocaust, das von einem Deutschen etwas problematisch scheint, ist auch die Aussage falsch in zwei Punkten:

Ich habe den Ausdruck nicht erfunden - er entstammte einer 4-teiligen Soap von 1978 - darum ist der Ausdruck weder wichtig noch problematisch und kann beliebig eingesetzt werden - ohne historischen Hintergrund.

-Verursacher war das Volk, das den Krieg begann. Da es ziemlich fest steht, dass es nicht die Polen waren, die angegriffen haben und vermutlich auch keinen Krieg vorbereiteten, war der Täter Deutschland. Man hätte halt den Autor von "Mein Kampf" nicht wählen und ins Amt heben sollen.

Es geht hier nicht um Polen, sondern um die Bombardierung der Stadt Dresdens.

-Die Bombardierung war kein Kriegsverbrechen. Es war eine legitime Kriegshandlung und moralisch völlig ok.

Komisch, für mich war die Bombardierung Rotterdams ein Kriegsverbrechen.
Wenn die Bombardierung von sämtlichen Städten über 50 000 Einwohnern kein Kriegsverbrechen war, sondern legitim, dann wäre die Bombardierung Coventrys ein selbstverständlicher Akt.

Also gedenken Sie der Opfer als Kollateralschäden des Krieges, den sie selbst verursachten und relativieren Sie nicht die Schuld deren Volkes.""""

Was genau zitieren Sie da? Üben Sie für den Dr?
;)

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#8 von huhngesicht , 13.02.2013 18:45

Wer hat die Bombardierungen durchgeführt - die Alliierten oder "die Nazis", die in den letzten Jahren durch Dresden gingen?

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Die Alliierten. Gibt es irgendeinen Menschen, der das nicht weiss? Wenn jetzt aber jemand Deutschtuemelei und Rechtsextremismus relativierend zelebriert, indem er der Opfer gedenkend mit dem Finger auf die Alliierten zeigt, ist das geschmacklos. Solche Menschen instrumentalisieren die Opfer, um eine gestrige politische Gesinnung aufzuwerten. Da muss man sich auch die Frage stellen, ob diese Personen schlicht zu bloed sind, das wenigstens ein bisschen zu kaschieren.
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Die Bombentoten von Dresden - Opfer der NS - ja geht`s denn noch?

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Sie sind Opfer des Krieges. Fuer den Krieg sind die Nazis verantwortlich. Die Nazis wurden vom Volk gewaehlt, demzufolge ist das Volk zu grossen Teilen verantwortlich zu machen. Letztlich ist alles Konsequenz der Folgen des Ersten Weltkrieges, fuer den aber im besonderen die Deutschen verantwortlich zu machen sind. Getoetet wurden die Dresdner von alliierten Streitkraeften bei ethisch hoechst umstrittenen Einsaetzen. Auch das kehrt niemand unter den Teppich.
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Können Leute, die Opfer gedenken - egal von welcher politischer Seite - Missbrauch vorgeworfen werden - was für ein Missbrauch?

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Siehe oben. Wollte man dieser Opfer in Wuerde gegdenken, stellte man seine politische Gesinnung (auch noch eine im Kontext offensichtlich fragwuerdige) ueberhaupt nicht zurschau. Auf dem Ruecken verbrannter Kinderleichen seine Partei oder Ideologie zu bewerben, ist krank. Eines Deutschen unwuerdig.
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Etwas befremdlich scheint mir die Behauptung zu sein, Unrecht zu begehen, wenn Kriegsgegner als Verbrecher beschimpft werden.

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Eine Diskussion darueber kann man fuehren, und sie wird gefuehrt. Es stellt sich die Frage nach dem Sinn so einer Diskussion. In keinem Fall aber fuehrt man so eine Diskussion populistisch und emotional missbraeuchlich auf dem Ruecken der Erinnerung an die Opfer. Welchen Sinn sollte das auch haben? Dass ein Krieg kein Tanztee ist, weiss jeder. Und keine Nazigreuel kann relativiert werden, nur weil im Krieg selten alles "sauber" vonstatten geht.
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Das ist würdelos gegenüber den Opfern und ist verabscheuungswürdig.

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Was interessiert es die Opfer, ob man die Alliierten beschimpft? Fuehlt sich ein Toter besser, wenn er erstmal Churchill und dann Hitler beschimpft? Das ist doch total laecherlich.
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Die Niedertracht zahlreicher Deutscher ist die Tatsache, daß sie klammheimliche Freude und "Verständnis" dafür haben.

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Das phantasieren sie sich zusammen. Sie glauben erntshaft, dass es Menschen gibt, die sich daran weiden, dass die Menschen in Dresden bombadiert wurden? Deutsche? Ich bezweifle sogar, dass man heutzutage bei Nachkommen der Alliierten so eine kranke Freude finden duerfte. Es sagt vermutlich mehr ueber einen Menschen aus, der denkt, was andere angeblich denken, als man wissen will.
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Das ist der Unterschied zur Bevölkerung der 30er Jahre, die in ihrer großen Mehrzahl die Verbrechen der NS-Schergen verabscheuten.

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Das ist Wunschdenken. Den meisten Leuten war es damals egal, wenn das Mittel den Zweck heiligte (Arbeitslosigkeit, Versaille usw). Die wenigsten haetten Juden persoenlich ins Gas gestellt, aber was man nicht so genau weiss, das macht auch nicht heiss. Was mit der Bevoelkerung nicht zu machen war, das hat man auch unterlassen. Deswegen hat man zB die Aktion T4 eingestellt bzw stark reduziert.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#9 von weihrauch , 13.02.2013 20:35

[quote="huhngesicht"|p1657]
Die Niedertracht zahlreicher Deutscher ist die Tatsache, daß sie klammheimliche Freude und "Verständnis" dafür haben.

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Das phantasieren sie sich zusammen. Sie glauben erntshaft, dass es Menschen gibt, die sich daran weiden, dass die Menschen in Dresden bombadiert wurden? Deutsche? Ich bezweifle sogar, dass man heutzutage bei Nachkommen der Alliierten so eine kranke Freude finden duerfte. Es sagt vermutlich mehr ueber einen Menschen aus, der denkt, was andere angeblich denken, als man wissen will.
###

Habe ich schon öfters beschrieben. Die linken "Demonstranten", die verschiedene Plakate mit sich tragen, auf denen stehen:
"Bomber Harris - Do It Again"
Geht es noch eindeutiger?

Das Traurige: Viele Politiker marschieren mit denen Hand in Hand.
So stand einmal die Bügermeisterin von Dresden hinter einem solchen Plakat - kann Zufall gewesen sein.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#10 von kjschroeder , 13.02.2013 20:46

Zitat
Das phantasieren sie sich zusammen. Sie glauben erntshaft, dass es Menschen gibt, die sich daran weiden, dass die Menschen in Dresden bombadiert wurden? Deutsche?


Oh ja. Unsere liebe Antifa. Zum Beispiel. Gucken Sie mal hier.

Gruß
Klaus


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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#11 von huhngesicht , 13.02.2013 21:21

Oh ja. Unsere liebe Antifa. Zum Beispiel. Gucken Sie mal hier.

###
Ach Du Schande, ich sprach natuerlich von ernstzunehmenden Menschen. In meinem Forum schreibt auch ein postpubertaerer Spinner, der in Charles Manson verliebt ist ;-)
Ich teile die verbreitete Ansicht, dass uebermaessig engagierte Antifa-Nasen oft nicht weniger verrueckt sind als Nazis. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass erst die Duemmlichkeit der Nazis den daemlichen Antifas Existenzberechtigung verleiht. Da koennte man sich viel schenken.
Da geht es ja nicht mal um Ideologie sondern um infantiles Provozieren. Wie bei Hooligans, die sich weil rationbefreite Fussballfetischisten gerne die Ruebe einschlagen.

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Blick nach Dresden und nach England

#12 von kjschroeder , 13.02.2013 21:54

Zitat
Das koennte man auch inWuerde und ehrlicher Trauer der Opfer des NS tun


Die dortige Presse als Maßstab genommen, dürfte der einzige Ort, an dem dies geschah die Dresdner Frauenkirche (gewesen) sein. Nicht die Demo der Extremlinken und -Rechten, und auch nicht die der Stadtverwaltung, die aus einem Gedenken eine Art Kundgebung machte.

Das Problem hier ist natürlich wie so häufig die Frage, was eine solche Diskussion heute noch bezwecken soll. Aber da landen wir sehr schnell bei der Frage von politischer Instrumentalisierung und damit im Bereich der Motiv- und Gesinnungsverdächtigung. Und natürlich bei gedanklichen Tabus.

Mir kommt diese alljährliche Diskussion manchmal so vor wie - spiegelverkehrt - die Diskussion über Antisemitismus und Israel, das man angeblich nicht kritisieren dürfe ohne die Nazikeule befürchten zu müssen. Natürlich darf "man" Israel kritisieren, aber warum sind die Linksgrünen so geil darauf?

Und denselben psychologischen Vorgang sehe ich hier: Natürlich kann man das damalige Geschehen als Kriegsverbrechen bezeichnen - aber warum sind die Rechten so geil darauf?

Soll sagen: Offensichtlich verlaufen sich einige Leute in Deutschland in Obsessionen. Unser Neurosen-Deutschland.

Ich habe mir mal angeschaut, ob dieser Tag heute auch in England stattfindet. Und das tut er in der Tat. Hier ein Bericht aus dem Caily Telegraph.

Für mich historisch interessant: Es kommt dort ein englischer WKII-Soldat zu Wort, der in Arnheim in deutsche Gefangenschaft geraten war und in der Nähe von Dresden gefangen gehalten wurde. Sein Name ist Victor Gregg, und er mußte nach Dresden, um die Opfer der Bombardierungen zu bergen:

Mr Gregg says he is "ashamed" of what the British bombers did – he didn't blame the bomber pilots, but the men who sent them: "They roasted these people to death, and there wasn't a soldier among them. The concept was to go and frighten them. How can old people force the government to give up anything? No, I'll never forgive them. Churchill, Attlee, the lot of them, that war cabinet."

Der BBC gab dieser WKII-Veteran ein Interview, das man hier hören kann.

Und er steht mit dieser Meinung auch nicht allein - das "moral bombing" war im damaligen GB von Anfang an umstritten, wie sich auch hier nachlesen läßt.

Daß es dennoch geschah, hängt natürlich auch mit den Eindrücken zusammen von den Bombardierungen Londons (hier eine Doku mit Farbvideos von damals) und Coventrys durch die Luftwaffe - von nichts kommt nichts.

Natürlich kann man die Bombardierung Dresdens als Kriegsverbrechen bezeichnen. Aber warum sind einige Leute so geil darauf, immer darauf herumzureiten? Ich kann über solche Diskussionen nur den Kopf schütteln - und denke lieber an die zahllosen Toten.

Gruß
Klaus


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RE: Blick nach Dresden und nach England

#13 von kurt02 , 13.02.2013 22:01

Zitat von kjschroeder im Beitrag #12
...

Natürlich kann man die Bombardierung Dresdens als Kriegsverbrechen bezeichnen. Aber warum sind einige Leute so geil darauf, immer darauf herumzureiten? Ich kann über solche Diskussionen nur den Kopf schütteln - und denke lieber an die zahllosen Toten.

Gruß
Klaus





Eben.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#14 von kjschroeder , 13.02.2013 22:06

Zitat
Ach Du Schande, ich sprach natuerlich von ernstzunehmenden Menschen.


Das ist ja das Problem: Diese Leute werden durchaus ernst gernommen und haben eine Abstrahlung auf andere. Da hilft alles Relativieren nichts.

Gruß
Klaus


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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#15 von kurt02 , 13.02.2013 22:23

Zitat von kjschroeder im Beitrag #14

Zitat
Ach Du Schande, ich sprach natuerlich von ernstzunehmenden Menschen.

Das ist ja das Problem: Diese Leute werden durchaus ernst gernommen und haben eine Abstrahlung auf andere. Da hilft alles Relativieren nichts.

Gruß
Klaus



Wir reden von den "Antideutschen"?, dieser Splitter einer Splittergruppe der Splittergruppe "gewaltbereite Antifa"? Von wem werden die ernst genommen?


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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#16 von huhngesicht , 13.02.2013 22:36

Das ist ja das Problem: Diese Leute werden durchaus ernst gernommen und haben eine Abstrahlung auf andere. Da hilft alles Relativieren nichts.

###
Auf wen strahlt denn so ein Unsinn ab und wird ernstgenommen? Ich hoere das sogar zum ersten Mal. Mein Hirn filtert Schwachsinn von wenigen Deppen geaeussert raus, bevor es in relevanten Regionen des Hirnes ankommt ;-) Anders als Rechtsextremismus hat das ja noch nicht mal ein theoretisches Potential. Das ist von Deppen fuer Deppen und provoziert hoechstens den hohlbirnigsten Nazi (die koennen sich ja dann gerne miteinander abreagieren. So haben Nazis genau die Antifa, die sie verdienen.)

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#17 von kjschroeder , 13.02.2013 22:40

Zitat
Wir reden von den "Antideutschen"?, dieser Splitter einer Splittergruppe der Splittergruppe "gewaltbereite Antifa"? Von wem werden die ernst genommen?


"Antifa" hatte in der DDR einen völlig anderen Stellenwert als im Westen -> http://www.antifa-nazis-ddr.de/antifa-au...-in-der-ddr.php

Und die dort verbreiteten Haßparolen finden sich in abgeschwächter im rot-grünen Lager wieder.

Aber ich finde diese Relativierungsversuche von Ihnen und huhngesicht hochinteressant. ;-)

Gruß
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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#18 von kurt02 , 13.02.2013 22:44

Relativierung würde ich das nun nicht gerade nennen. Einordnung schon eher.

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RE: "Heute jährt sich der 68ste Jahrestag des Bombenholocaustes auf Dresden .....

#19 von huhngesicht , 13.02.2013 22:59

"Antifa" hatte in der DDR einen völlig anderen Stellenwert als im Westen -> http://www.antifa-nazis-ddr.de/antifa-au...-in-der-ddr.php

Und die dort verbreiteten Haßparolen finden sich in abgeschwächter im rot-grünen Lager wieder.

Aber ich finde diese Relativierungsversuche von Ihnen und huhngesicht hochinteressant. ;-)

###
Und ich habe schon bei ihrer ersten Verwendung des Begriffes nicht verstanden, was sie meinen. Ich wuesste gar nicht, was es da zu relativieren gibt. Haetten wir jetzt gewaltbereite Pruegellinke oder RAFler oder sowas als Beispiel gehabt, aber die? Ich wuerde auch bei den Nazizauseln in den meisten Faellen kein Fass aufmachen, aber immerhin stecken da Einige ein messbar relevantes kriminelles Umfeld ab. Das gilt auch fuer linke kriminelle Anarchozappen, aber die werden weder ignoriert noch relativiert.
Je weiter man nach aussen rutscht, desto blinder scheint das der Rutschseite zugewandte Auge zu werden und so sensitiver das abgewandte ;-)

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RE: "Natürlich kann man die Bombardierung Dresdens als Kriegsverbrechen bezeichnen. "

#20 von JoG , 14.02.2013 12:55

Natürlich kann man und man kann jemanden, der das tut, einen beleidigenden Hetzer nenne, was dann aber wenigstens stimmt.

Rechtlich dürfte man bestenfalls von einem mutmaßlichen Kriegsverbrechen reden, so weit ich weiß. Oder gibt es ein Urteil gegen einen der Beteiligten?

Zudem sind solche Maßnahmen im Krieg sehr schwierig zu beurteilen von außen. Wer seine Soldaten im Feld stehen hat und/oder dessen Städte bombardiert werden, hat jegliches Recht, muss sogar alle Möglichkeiten einsetzen, von denen er glaubt sie könnten seine eigenen Leute schützen und deren Bedrohung reduzieren oder verkürzen. So ist es durchaus ok eine Stadt zu eliminieren in einem militärisch ausgetragenen Konflikt vor allem des Ausmaßes und der Totalität des damaligen Kriege. Auch der Einsatz einer Atomwaffe wäre gerechtfertigt gewesen.

Diese Ansichten sind in Ländern, deren Soldaten nicht im Einsatz stehen oft nicht nach zu empfinden. Aber, spielt man die Lage der im Konflikt befindlichen Parteien jeweils durch, so erkennt man die zwingende Logik. Man mag sie bzw deren Ergebnis zwar hassen wie den Tod. Aber das ändert die Realität in keiner Weise und man verliert den Krieg, wenn man dessen Logik nicht folgt.

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Dresdner Polizeipräsident: "Dresden ist jetzt nazifrei"

#21 von weihrauch , 14.02.2013 15:46

Ein Paradebeispiel des Niederganges zur Versammlungs-und Meinungsfreiheit bot gestern mal wieder die Stadt Dresden. Ein abschreckendes Beispiel bot der Dresdner Polizeipräsident.
Schon vor 2 Wochen legte er den Grundstein für die Handlungsfreiheit der Linksextremisten und des linken Straßenpöbels: "Wir werden für Neonazis nicht kämpfen. Wir steigen auf keine Barrikaden" , sagte Kroll mit Verweis auf die angekündigten Blockaden von Linksextremisten gegen den NPD-nahen "Trauermarsch" zur Erinnerung an die Bombardierung Dresdens 1945. Also keine Grundrechte für Rechte.
Am gestrigen Mittwoch war es dann so weit und Kroll ließ seinen Worten Taten folgen – oder besser gesagt eben nicht. Die angemeldete und genehmigte Veranstaltung konnte wegen zahlreicher Blockaden von Linksextremmisten und deren Sympathisanten nicht stattfinden. Versuche, das Blockieren der Demonstrationsroute frühzeitig zu unterbinden, hatte es nur unzureichend bis gar nicht gegeben.
Die zwischen 800 und 1.000 Teilnehmer des geplanten Gedenkmarsches harrten, eingekesselt und abgeschirmt von der Polizei, mehrere Stunden aus und mußten dann unverrichteter Dinge die Heimreise antreten.

Linke Gegendemonstranten und Medien feierten den gestrigen Abend als vollen Erfolg. "Mittwochs Faschismus einäschern", twitterte der Geschäftsführer der Piraten, Johannes Ponander, "Der große Nazi-Flopp in Dresden" die taz. Und auch die Dresdner Lokalausgabe der Bild-Zeitung zeigte sich in ihrem Live-Ticker begeistert, daß "Dank tausender Gegendemonstranten" es "nicht zu dem geplanten Marsch der Rechten durch die Innenstadt" gekommen sei.
Übertroffen wurde dies nur von der Polizeidirektion Dresden. Diese vermeldete im Ticker auf ihrer Internetseite nach der Abreise der letzten "rechten Versammlungsteilnehmer" um 23.15 Uhr im besten Beamtendeutsch: "Dresden ist faktisch nazifrei." Für die Polizei ist es selbstverständlich, daß ideologische Ansichten legitim sind und diese auch zum Ausdruck gebracht werden können.
Der Führer wäre stolz gewesen.

In Deutschland werden die Grundrechte mit Füssen getreten - gleichzeitig aber heucheln Presse und Politiker Anteilnahme an "den Zuständen von Russland und Ungarn" vor.

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RE: Dresdner Polizeipräsident: "Dresden ist jetzt nazifrei"

#22 von JoG , 14.02.2013 16:14

Ja. Wenn die Aussagen stimmen, müsste man mehrere Beamte wegen verfassungsfeindlichem verhalten im Amt verknacken. Das ist zweifellos wahr.

Auch ist zweifelsfrei wahr, dass man sich in Deutschland ziemlich verlogen verhält und böse wird, wenn die eigene Verlogenheit angeführt wird.

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PS: Dresdner Polizeipräsident: "Dresden ist jetzt nazifrei"

#23 von JoG , 14.02.2013 17:45

Sie wäre dann allerdings auch vermutlich "Die erste nazifreie Stadt Deutschlands" der letzten 80 Jahre.

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RE: Dresdner Polizeipräsident: "Dresden ist jetzt nazifrei"

#24 von huhngesicht , 14.02.2013 18:13

Hier stimme ich ihnen mal zu, dass die Situation so nicht wuenschenswert ist. Auch wenn ich weniger die Meinungsfreiheit tangiert sehe, da ja niemandes Meinung ausdruecklich verboten ist, sondern nur eine Form von Meinungskonflikt das Verbreiten einer "Meinung" erschwert. Ich halte die Umstaende fuer kritiwuerdig, weil grundlos Kosten verursacht werden, die die Gesellschaft schaedigen. Da wollen 50 Zappen ein paar Strassen rauf und runter latschen und dabei peinlich Fahnen schwingen. Damit das moeglich ist, muessen 200 Polizisten die 50 Zappen vor 2000 zappigen Antizappen schuetzen. Das ist grotesk. Da soll man doch die 50 Zappen ihren Marsch machen lassen, der ohnehin keinen vernunftbegabten Menschen interessiert. Man bekaeme das gar nicht mit und alle waeren gluecklich. Stattdessen muessen sich zappige Antizappen zusammenrotten, Krawall machen, der wenn sogar auf potentielle Zappen wie Werbung wirken muss. Medien berichten, beschraenkte Meinungsfreiheit wird weinerlich beklagt usw. Sowas ist am ehesten noch im Sinne der Zappen. Und die zappigen Antizappen schaedigen die Gesellschaft.

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RE: Dresdner Polizeipräsident: "Dresden ist jetzt nazifrei"

#25 von wüllerstorff , 15.02.2013 15:29

Beide Seiten versuchen die Opfer für ihre Propaganda auszuschlachten. Ob der Angriff gerechtfertigt war oder nicht spielt eigentlich keine Rolle.

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