Schavan sagt dem Doktor ade

#1 von wüllerstorff , 05.02.2013 20:46

http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_913606.html

Was kommt jetzt? Rücktritt oder Ignorieren? Was sagt das über Merkels Fähigkeit Mitarbeiter auszusuchen aus?

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es agt etwas ueber die Gestoertheit in unserer Gesellschaft aus

#2 von huhngesicht , 05.02.2013 20:59

Guttenberg war tatsaechlich ziemlich nachlaessig, aber schon bei ihm empfand ich diese ekligen total kranken Hexenjagden von entweder duemmlichen Netznerds, die keine Ahnung haben, was eine Doktorarbeit ist oder selbstverliebten Universitaetszauseln, die vortaeuschen wollen, eine Doktorarbeit sei etwas ganz besonderes, als abscheulich. Das ist so ein laecherlicher Kindergarten, der allein dem Zweck dient, den Ruf eines Menschen wider jeder Vernunft zu beschaedigen, dass sich anstaendige Menschen davor ekeln.

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RE: es agt etwas ueber die Gestoertheit in unserer Gesellschaft aus

#3 von wüllerstorff , 05.02.2013 21:02

Das was sie sagen stimmt schon, bei Guttenberg war es eine Hexenjagd. Allerdings war er mit seinem Verhalten auch nicht ganz unschuldig daran. Schavan ist immerhin Bildungs und Wissenschaftsministerin......was die Beurteilung nicht einfacher macht.

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Was ist der Doktortitel überhaupt noch wert?

#4 von weihrauch , 05.02.2013 21:04

Wenn ich mir die Leistungen der Leute ansehe, die einen Doktor-oder Professorentitel besitzen, sehe ich in diesen Titeln keine Qualität.
Die politischen und fachlichen Kompetenzen waren eher mager als leistungsorientiert - bei folgenden Trägern:
Rita Süssmuth (Professor)eher niedlich als erfolgreich, Maria Böhmer (Professor) - eine einzige Katastrophe, Jutta Limbach (Professor) - wurde allein durch die Medien hochgejubelt - und Angela Merkel (Doktor) - engagiert aber erfolglos - Ende offen.

Also, es lohnt sich nicht, bei diesen bedeutungslosen Titeln zu schummeln.

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... und hoffentlich auch dem Ministeramt

#5 von kjschroeder , 05.02.2013 21:11

"Als jemand, der selbst vor 31 Jahren promoviert hat und in seinem Berufsleben viele Doktoranden begleiten durfte, schäme ich mich nicht nur heimlich." Das war der Kommentar von Frau Schavan zur Causa Guttenberg. Mal schauen, ob sie sich jetzt auch nicht heimlich schämt.

Anders gesagt: Sie ist nicht mehr zu halten als Ministerin und sollte schleunigst von sich aus die Konsequenzen ziehen - die kleine Urlaubsreise nach Südafrika, wo sie sich jetzt befindet, muß sie dann halt abkürzen.

Gruß
Klaus

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Ich schlage vor: den "Dr. weg"

#6 von kjschroeder , 05.02.2013 21:17

... damit die armen Guttenbergs, Schavans, Koch-Mehrins und wie sie alle heißen, etwas zum Namenschmücken haben. ;-)

Gruß
Klaus

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RE: ... und hoffentlich auch dem Ministeramt

#7 von Willik , 05.02.2013 21:25

"...die kleine Urlaubsreise nach Südafrika, wo sie sich jetzt befindet, muß sie dann halt abkürzen."


Oder verlängern! (:
Nö, das ist wirklich blamabel!
Die politisch motivierte sehr einseitige generelle Hetzjagd findet allerdings auch kein Ende, vielleicht hat es auch wirklich damit zu tun, daß diese Uni im tiefroten NRW liegt, eine Anmerkung, die ich heute irgendwo in einem Leserbrief gefunden habe!?
Ich habe teilweise beruflich mit Menschen mit Doktortiteln zu tun, und... (o:) ...bin manchmal direkt stolz darauf, KEINEN Titel zu haben, wenn ich die Weltfremdheit mancher dieser Leute beobachte.

Gruß Willik

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RE: Ich schlage vor: den "Dr. weg"

#8 von huhngesicht , 05.02.2013 21:27

"Als jemand, der selbst vor 31 Jahren promoviert hat und in seinem Berufsleben viele Doktoranden begleiten durfte, schäme ich mich nicht nur heimlich." Das war der Kommentar von Frau Schavan zur Causa Guttenberg. Mal schauen, ob sie sich jetzt auch nicht heimlich schämt.

Anders gesagt: Sie ist nicht mehr zu halten als Ministerin und sollte schleunigst von sich aus die Konsequenzen ziehen - die kleine Urlaubsreise nach Südafrika, wo sie sich jetzt befindet, muß sie dann halt abkürzen.

###
Das sehe ich nicht anders. Von Anfang an haetten alle Menschen mit Doktortitel (ich zaehle dazu) einen ehrlichen Umgang pflegen sollen und nicht so tun, als waere das eine unendlich grossartige Leistung (persoenlich habe ich keinen Kontakt mit Menschen, von denen ich nicht annehme, sie koennten promovieren). Gerade in den Geisteswissenschaften. Was macht man da schon sonst, als Quellen abschreibend zu kombinieren?

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RE: ... und hoffentlich auch dem Ministeramt

#9 von kjschroeder , 05.02.2013 21:33

Zitat
Oder verlängern! (:


lol - oder so! ;-)

Zitat
Nö, das ist wirklich blamabel!


In der Tat.

Zitat
Die politisch motivierte sehr einseitige generelle Hetzjagd findet allerdings auch kein Ende, vielleicht hat es auch wirklich damit zu tun, daß diese Uni im tiefroten NRW liegt, eine Anmerkung, die ich heute irgendwo in einem Leserbrief gefunden habe!?


Das mag schon sein, ist aber hier, denke ich mal, irrelevant. Denn es gab in Düsseldorf wegen der Doktorarbeit eine Menge Heckmeck schon bei der Vorgehensweise.

Zitat
Ich habe teilweise beruflich mit Menschen mit Doktortiteln zu tun, und... (o:) ...bin manchmal direkt stolz darauf, KEINEN Titel zu haben, wenn ich die Weltfremdheit mancher dieser Leute beobachte.


Ja. Ich habe bislang immer zwischen Intellektuellen (Schwätzer) und Akademikern unterschieden. Aber ich denke, die Unterscheidung kann man sich mittlerweile schenken.

Gruß
Klaus


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RE: ... und hoffentlich auch dem Ministeramt

#10 von Willik , 05.02.2013 21:51

"Ja. Ich habe bislang immer zwischen Intellektuellen (Schwätzer) und Akademikern unterschieden. Aber ich denke, die Unterscheidung kann man sich mittlerweile schenken."


Bestimmt!
Es gibt noch mindestens eine weitere Gruppe:
Nämlich die ganz normalen Leute, die es auch
-ohne Titel,
-ohne adlig
-oder ein "Künstler"
-oder "Promi" zu sein,
-ohne im Licht der Öffentlichkeit zu stehen und
-ohne ein Riesenvermögen geerbt zu haben,
aus eigener Leistung zu etwas gebracht haben, z.B. mit viel Arbeit, Leistung, Fleiß, guten Ideen usw.
(Für die letzte Zeile wird man heutzutage gerne beschimpft, aber... (o:) was zählt das?) (:

Gruß Willik

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Hmmmmm ?

#11 von horstR , 05.02.2013 22:12

Irgendwie habe ich das Gefühl ROT/GRÜN haben keine Akademiker in ihren Reihen...


Saludos

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McAllister als Nachfolger?

#12 von kjschroeder , 06.02.2013 08:36

Jetzt passiert natürlich, was zu erwarten war - die Kaffeesatzleserei der Medien geht los: Bleibt Schavan - ja, nein? Welche Chancen hätte sie zu bleiben? Wie sieht es aus mit einer Nachfolgefrage? Wer käme in Frage? Ich find's ganz lustig - und hier ist ein schönes Beispiel dafür: -> http://www.welt.de/politik/deutschland/a...e-Schavans.html

Gruß
Klaus

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RE: McAllister als Nachfolger?

#13 von JoG , 06.02.2013 11:39

Es ist undenkbar, dass die Nation der Hohen Bildung und der Hort Ehrlichkeit eine Ministerin für Bildung, Jugend und Sport als Leitfigur unterhält, die abgeschrieben hat. Das wäre doch zu ehrlich.

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RE: McAllister als Nachfolger?

#14 von kjschroeder , 06.02.2013 11:46

Zitat
Es ist undenkbar, dass die Nation der Hohen Bildung und der Hort Ehrlichkeit eine Ministerin für Bildung, Jugend und Sport als Leitfigur unterhält, die abgeschrieben hat. Das wäre doch zu ehrlich.


lol - Sie sollten Satiriker werden!

Gruß
Klaus

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Aber im Ernst.....

#15 von JoG , 06.02.2013 11:54

....Wäre nur gerecht, wenn man alle Dr Titel prüfen würde und keiner einen Titel mehr führen darf, der nicht überprüft wurde.
Alternativ wird der Titel nicht mehr geschützt.

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RE: Aber im Ernst.....

#16 von kjschroeder , 06.02.2013 12:03

Die Entwicklung scheint auf diese Forderung hinzulaufen. Und ich könnte mir vorstellen, daß in naher Zukunft die erste Universität Doktorarbeiten grundsätzlich durch so eine Plagaiats-Software laufen läßt - einfach auch, um dann Ruhe zu haben. Ich wüßte jetzt auch nicht, was dagegen spräche.

Gruß
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RE: Aber im Ernst.....

#17 von huhngesicht , 06.02.2013 15:32

Die Entwicklung scheint auf diese Forderung hinzulaufen. Und ich könnte mir vorstellen, daß in naher Zukunft die erste Universität Doktorarbeiten grundsätzlich durch so eine Plagaiats-Software laufen läßt - einfach auch, um dann Ruhe zu haben. Ich wüßte jetzt auch nicht, was dagegen spräche.

###
So eine Software gibt es schon. Wenn man wissenschaftlich veroeffentlich, wird man sogar ausdruecklich darauf hingewiesen, dass so eine Pruefung stattfindet. Abgesehen davon, wurden Doktrorarbeiten schon immer geprueft. Die Pruefer haben sich nur selbst nicht die Muehe gemacht, jede alberne Fussnote und Quellenangabe zu pruefen.

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RE: Aber im Ernst.....

#18 von JoG , 06.02.2013 16:32

Im übrigen sagt sie dem Dr noch nicht ad und will vielmehr laut FAZ und Spiegel bis in die höchste Instanz prozessieren. Da auch Merkel sagte ihr voll zu vertrauen wie auch dem Spanier.... Allerdings ein Gespräch mit der Ministerin führen will, wenn sie von ihrer wichtigen Mission in Süd Afrika zurück kehrt.

PS: Darf sie den Titel noch führen, solang die gerichtlichen Prozesse laufen?

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RE: Aber im Ernst.....

#19 von horstR , 06.02.2013 16:38

Das ist die wirklich spannende Frage: Was passiert mit einer Person, der Merkel ihr volles Vertrauen ausspricht.

Die Liste wird immer länger und erinnert an die Fußball Bundesliga, die auch immer nur die Trainer feuern...


Saludos

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RE: Aber im Ernst.....

#20 von kjschroeder , 06.02.2013 16:50

Zitat
So eine Software gibt es schon. Wenn man wissenschaftlich veroeffentlich, wird man sogar ausdruecklich darauf hingewiesen, dass so eine Pruefung stattfindet.


Daß es so eine software gibt, ist mir klar. Was ich aber nicht wußte oder weiß: Verstehe ich Sie richtig, daß JEDE Doktorarbeit prinzipiell und ausnahmslos heute durch so eine Plagiatssoftware gejagt wird?

Zitat
Die Pruefer haben sich nur selbst nicht die Muehe gemacht, jede alberne Fussnote und Quellenangabe zu pruefen.


Das ist aber schon wichtig, weil sich genau daran festmacht, wer nur abschreibt und wer was eigenes beiträgt. In dem Zusammenhang fällt mir ein anderer Beitrag von Ihnen ein, wo Sie sinngemäß schrieben (wenn ich das noch richtig in Erinnerugn habe), daß insbesondere im geisteswissenschaftlichen Bereich so eine Arbeit eigentlich nicht mehr als der aktuelle Literaturstand sein könne. Aber dem ist nicht so. Es gibt im historischen Bereich z.B. Archive, die noch durchzuforsten sind. In Rußland zum Beispiel. Auch in Deutschland ist längst nicht alles aufgearbeitet.

Bestimmte Fragestellungen können mit modernerer Technik beantwortet werden uswusf. Da gibt es schon Möglichkeiten.

Gruß
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RE: Aber im Ernst.....

#21 von kjschroeder , 06.02.2013 16:54

Ja, das habe ich auch eben gerade gelesen. Das wird noch lustig. ;-) Und dürfte mit Frau Merkels Machtgespür kollidieren. Denn sollte sie wirklich im Amt bleiben bis zur Bundestagswahl, schätze ich mal -5% , den sie dann beiträgt. Was entscheidend sein kann.

Zitat
Da auch Merkel sagte ihr voll zu vertrauen wie auch dem Spanier....


lol - aber ich begreife jetzt langsam die Dimension Ihrer früheren Bemerkung.

Zitat
PS: Darf sie den Titel noch führen, solang die gerichtlichen Prozesse laufen?


Soweit mir bekannt, nein. Er wurde aberkannt, and that's it. Führen darf sie ihn WIEDER nach gewonnener Klage. Same story wie Frau K.-M. (hat sie eigentlich geklagt? Da war doch was, oder?)

Gruß
Klaus

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RE: Aber im Ernst.....

#22 von huhngesicht , 06.02.2013 19:24

Daß es so eine software gibt, ist mir klar. Was ich aber nicht wußte oder weiß: Verstehe ich Sie richtig, daß JEDE Doktorarbeit prinzipiell und ausnahmslos heute durch so eine Plagiatssoftware gejagt wird?

###
Das weiss ich zwar nicht, aber ich vermute nein. Ich meinte wissenschaftliche Veroeffentlichungen von Relevanz in anerkannten wissenschaftlichen Journalen zB. Bei Doktorarbeiten wurde vermutlich auch deshalb viel geschludert, weil die niemanden interessieren ausser dem Schreiber selbst und seinen Pruefern (vielleicht).
###

ZitatDie Pruefer haben sich nur selbst nicht die Muehe gemacht, jede alberne Fussnote und Quellenangabe zu pruefen.


Das ist aber schon wichtig, weil sich genau daran festmacht, wer nur abschreibt und wer was eigenes beiträgt. In dem Zusammenhang fällt mir ein anderer Beitrag von Ihnen ein, wo Sie sinngemäß schrieben (wenn ich das noch richtig in Erinnerugn habe), daß insbesondere im geisteswissenschaftlichen Bereich so eine Arbeit eigentlich nicht mehr als der aktuelle Literaturstand sein könne. Aber dem ist nicht so. Es gibt im historischen Bereich z.B. Archive, die noch durchzuforsten sind. In Rußland zum Beispiel. Auch in Deutschland ist längst nicht alles aufgearbeitet.

###
Ich wollte nur sagen, dass es sich in der Regel um eine Kombination aus Quellen handelt. Und wenn sich da jemand ausnahmsweise sogar die Muehe macht, exotische Geheimquellen in russischen Kellern auszuwerten, nannte ich das loeblich und interessant. Wenn man nun aber jedem Wissenschaftler den Doktortitel aberkennt, der sowas nicht machte, wird das ein Problem ;-)

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die angeblich gravierende Vorwuerfe

#23 von huhngesicht , 07.02.2013 15:05

http://www.focus.de/politik/deutschland/...aid_914797.html

Interessant auch, was als besonders gravierend betrachtet wird. Man wirft ihr vor, dass sie teilweise nur die Sekundaerliteratur las, die selbst Zitate enthielt, die sie dann entnahm und die Originalquelle zitierte. Ich haette das fuer voellig korrekt gehalten. Sie kann ja schlecht nur die Sekundaerliteratur zitieren, wenn es sich um ein Zitat aus einer anderen Quelle handelt (das waere zumindest eher fragwuerdig). Man koennte vielleicht noch sagen, dass sie zur Sicherheit beide Quellen haette angeben koennen. So eine Unterlassung aber gravierend und besonders peinlich zu nennen, scheint mir absurd. Und es nimmt doch wohl niemand ernsthaft an, dass beim Schreiben einer Doktorarbeit vom Verfasser saemtlich Originalquellen gelesen werden. Gerade vor 30 Jahren waere das vermutlich sogar unmoeglich gewesen. Grund fuer ein wenig Kritik mag das sein, aber doch kein Grund fuer das Aberkennen des Titels. Da moechte ich mal sehen, was passieren wuerde, wenn speziell bei Geisteswissenschaftlern alle Dotorarbeiten ueberprueft wuerden. Wer dann noch seinen Titel haette.

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RE: die angeblich gravierende Vorwuerfe

#24 von kjschroeder , 07.02.2013 16:11

Zitat
Man wirft ihr vor, dass sie teilweise nur die Sekundaerliteratur las, die selbst Zitate enthielt, die sie dann entnahm und die Originalquelle zitierte. Ich haette das fuer voellig korrekt gehalten.


Das wäre es schon zu meiner Zeit an der Uni nicht gewesen.

Stellen Sie sich vor, Sie läsen Buch B als Sekundärliteratur, wo aus Buch A als Primärliteratur zitiert wird. Sie sagen sich: Ich habe nicht die Zeit für Buch A, also nehme ich Buch B und gebe das, was da drin steht über Buch A, als Quelle an - und zwar von Buch A ohne Buch B zu erwähnen. Das heißt: Ich tue so, als hätte ich Buch A gelesen.

Wohin führt das, wenn in Buch B falsch zitiert wurde? Die Quellenangabe nicht stimmt oder verschusselt wird?

Nein, geht gar nicht. Wenn ich was aus Buch A haben will als Zitat, darf ich nicht Buch B zur Grundlage dafür nehmen. Geht gar nicht. Da muß ich dann schon zu Buch A greifen. Schauen Sie sich bei Schavan-plag einmal an, wohin das führen kann, wenn man's nicht tut: -> http://schavanplag.wordpress.com/2012/05/09/seite-105/

Zitat
So eine Unterlassung aber gravierend und besonders peinlich zu nennen, scheint mir absurd.


Sehe ich nicht so. Der Vorgang bedeutet, daß die Verfasserin ein Problem im Kopf hat: daß sie nicht zwischen Primärquelle und Sekundärquelle unterscheidet oder aber ganz papiergläubig der Sekundärquelle 100zig vertraut. Beides geht gar nicht. Eine Doktorarbeit ist der Nachweis, selbständig Neues auf einem wissenschaftlichen Gebiet erarbeitet zu haben. Und richtiges Zitieren lernt man in irgendeinem Proseminar als Erstsemester im Hauptstudienfach. Sie haben recht: eigentlich ist das Dödelkram, deswegen lernt es ja auch ein Erstsemster. Und Doktoranden sollen dazu nicht in der Lage sein?

Zitat
Und es nimmt doch wohl niemand ernsthaft an, dass beim Schreiben einer Doktorarbeit vom Verfasser saemtlich Originalquellen gelesen werden.


Hier sprechen Sie einen, wie ich finde, wichtigen Punkt an: Normalerweise sollte auch DAS natürlich so sein, oh ja. Aber wie sieht das im Falle von Frau Schavan aus? Das Thema Ihrer Doktorarbeit lautet: Schavan, Annette: Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung

Ihre Studienfächer waren Pädagogik, Philosophie und kath. Theologie. Ich frage mich: Wie um alles in der Welt kann ein Doktorvater eine junge Studentin mit einem derart schwammigen, allgemeinen Thema, dessen Uferlosigkeit gar nicht mehr erkennbar ist (so groß ist sie) auf eine Doktorarbeit loslassen? Was soll dieser Unfug? Von, was weiß ich, Kant, Hegel, Heidegger, Spinoza, über Luther, Vatikiankonzile bis zu Uexküll et.alt. - dieser Doktorvater hat sie schlicht und simpel nicht mehr alle auf der Schippe gehabt in meinen Augen.

DA begann für meine Begriffe die Tragödie: Eine völlig überforderte Studentin wuselte sich so gut sie konnte durch die Themenaspekte eines Gaga-Themas.

Aber: Es beißt nunmal leider die Maus keinen Faden ab, daß es feste Zitierregeln gibt und auch damals gab.

Dumm gelaufen. Ich kann verstehen, daß sie klagt. Aber dennoch ist Ihr Verbleib im Ministerium fehl am Platz, weil sowas auch den Wissenschaftsstandprt schädigt.

Zitat
Gerade vor 30 Jahren waere das vermutlich sogar unmoeglich gewesen.


Da kennen Sie aber gut geführte Uni-Bibliotheken nicht. Und Uni-Standorte haben i.d.R. auch noch Präsemnzbibliotheken. Nein, das war schon immer möglich.

Zitat
Da moechte ich mal sehen, was passieren wuerde, wenn speziell bei Geisteswissenschaftlern alle Dotorarbeiten ueberprueft wuerden. Wer dann noch seinen Titel haette.


Da wiederum stimme ich Ihnen zu. Ich vermute, im geisteswissenschaftlichen Bereich wäre die Quote um die 30-50%. Und? Dann werden sie halt aberkannt.

Wenn Regeln glaubwürdig sein sollen, müssen sie eingehalten werden. Zitierregeln folgen übrigens auch internationalem Standard.

Gruß
Klaus


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zuletzt bearbeitet 07.02.2013 | Top

RE: die angeblich gravierende Vorwuerfe

#25 von huhngesicht , 07.02.2013 21:08

Man wirft ihr vor, dass sie teilweise nur die Sekundaerliteratur las,
die selbst Zitate enthielt, die sie dann entnahm und die Originalquelle
zitierte. Ich haette das fuer voellig korrekt gehalten.


Das wäre es schon zu meiner Zeit an der Uni nicht gewesen.

###
Ich kann nur fuer Naturwissenschaften sprechen.
Das muss dann aber streng zugegangen sein. Waehrend des Studiums
(Protokolle u.ae) hat ohnehin niemand Quellen angegeben. Und in Buechern
ist es ueblich, dass alle Quellen am Schluss genannt werden, aber nicht
staendig innerhalb des Textes direkt wissenschaftliche Quellen (das ginge aufgrund der Fuelle gar nicht, allerdings handelt es
sich dann auch nicht um Zitate, sondern schlicht um die Weitergabe von
Wissen). Quellen werden bei der Verwendung von Abbildungen angegeben. In
wissenschaftlichen Veroeffentlichungen werden natuerlich Quellenangaben
gemacht, aber auch da waere es undenkbar, dass sich jemand aufregt, wenn
nicht alle oder die beste Quelle verlinkt wurde, weil es die wie Sand am
Meer gibt. Es kommt hoechsten vor, dass sich nachtraeglich jemand
beschwert, weil seine Arbeit angeblich die angebenswuerdigste haette
sein sollen. Wir sprechen allerdings auch nicht von konkreten Zitaten
(in dem Fall (ich weiss es schaendlicherweise nicht genau) wuerde man
vermutlich eher die Sekundaerquelle (ein Review zB) oder doch eher beide
angeben.
Wenn aber zB jemand eine Diplomarbeit schreibt und nutzt zB auch die
Diplomarbeit eines frueheren Kollegen, weil etwaige Techniken identisch
sind, dann gibt er die Primaerquellen an und dankt vielleicht am Schluss
dem Kollegen.
###

Stellen Sie sich vor, Sie läsen Buch B als Sekundärliteratur, wo aus
Buch A als Primärliteratur zitiert wird. Sie sagen sich: Ich habe nicht
die Zeit für Buch A, also nehme ich Buch B und gebe das, was da drin
steht über Buch A, als Quelle an - und zwar von Buch A ohne Buch B zu
erwähnen. Das heißt: Ich tue so, als hätte ich Buch A gelesen.

###
Ich raeume ein, dass das in diesem Fall etwas heikel sein kann. Ich
wuerde es dann korrekt nennen, wenn man wenigstens die Sekundaerquelle
auch angibt, um moeglichen Missverstaendnissen vorzubeugen.
###

Wohin führt das, wenn in Buch B falsch zitiert wurde? Die Quellenangabe
nicht stimmt oder verschusselt wird?

###
Normalerweise setzt man voraus, dass nicht falsch zitiert wurde. Und von
diesen Kleinigkeiten, die als Fehler passieren, wie man sieht, ist ja
nur wirklich keiner lebenswichtig. Ein oe statt ein ö interessiert doch keine Sau. Deswegen ist das den Pruefern
ja auch nicht aufgefallen.
###

Nein, geht gar nicht. Wenn ich was aus Buch A haben will als Zitat, darf
ich nicht Buch B zur Grundlage dafür nehmen. Geht gar nicht. Da muß ich
dann schon zu Buch A greifen. Schauen Sie sich bei Schavan-plag einmal
an, wohin das führen kann, wenn man's nicht tut: ->
http://schavanplag.wordpress.com/2012/05/09/seite-105/

###
Zeitverschwendung. Dann sollte man es so machen, dass man nur Buch B als
Quelle angibt und jeder Interessierte sich dann Buch B vornehmen muss,
sehen was dieser Schreiberling zitiert und dann selbst Quelle A suchen
gehen.
###


ZitatSo eine Unterlassung aber gravierend und besonders peinlich zu
nennen, scheint mir absurd.


Sehe ich nicht so. Der Vorgang bedeutet, daß die Verfasserin ein Problem
im Kopf hat: daß sie nicht zwischen Primärquelle und Sekundärquelle
unterscheidet oder aber ganz papiergläubig der Sekundärquelle 100zig
vertraut.

###
Und zweiteres nannte ich angesichts der Bedeutungslosigkeit seltener Minifehler aus Effizienzgruenden tolerabel. Die schriftliche Arbeit interessiert normalerweise keinen Menschen, das liest niemand. Da haette sie dann erheblich mehr Zeit aufwenden muessen fuer nichts (bzw wegen ein paar alberner Zitierfehler, die niemand bemerkt haette, wenn nicht bizarre internetnerds aus Gehaessigkeit danach suchten).
###

ZitatUnd es nimmt doch wohl niemand ernsthaft an, dass beim
Schreiben einer Doktorarbeit vom Verfasser saemtlich Originalquellen
gelesen werden.


Hier sprechen Sie einen, wie ich finde, wichtigen Punkt an:
Normalerweise sollte auch DAS natürlich so sein, oh ja. Aber wie sieht
das im Falle von Frau Schavan aus? Das Thema Ihrer Doktorarbeit lautet:
Schavan, Annette: Person und Gewissen - Studien zu Voraussetzungen,
Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung

Ihre Studienfächer waren Pädagogik, Philosophie und kath. Theologie. Ich
frage mich: Wie um alles in der Welt kann ein Doktorvater eine junge
Studentin mit einem derart schwammigen, allgemeinen Thema, dessen
Uferlosigkeit gar nicht mehr erkennbar ist (so groß ist sie) auf eine
Doktorarbeit loslassen?

###
Solche schwammigen Titel sind gewollt und auch nicht von Nachteil. Es gibt dem Doktoranden mehr Freiheit bei der Wahl, was er genau ausarbeiten will.
###

Was soll dieser Unfug? Von, was weiß ich, Kant,
Hegel, Heidegger, Spinoza, über Luther, Vatikiankonzile bis zu Uexküll
et.alt. - dieser Doktorvater hat sie schlicht und simpel nicht mehr alle
auf der Schippe gehabt in meinen Augen.

###
Da taeuschen sie sich. In den Naturwissenschaften ist das sogar besonders wichtig, weil man den Titel drei bis vier Jahre vor Abschluss waehlen muss, und man nie so genau weiss, was klappt und was nicht. Bei mir haben zB die besten Sachen mit der urspruenglichen Idee kaum etwas zutun gehabt.
###


Dumm gelaufen. Ich kann verstehen, daß sie klagt. Aber dennoch ist Ihr
Verbleib im Ministerium fehl am Platz, weil sowas auch den
Wissenschaftsstandprt schädigt.

###
Es schaedigt allein ihren Ruf, aber der ist fuer einen Politiker nun mal lebenswichtig.
###

Da kennen Sie aber gut geführte Uni-Bibliotheken nicht. Und
Uni-Standorte haben i.d.R. auch noch Präsemnzbibliotheken. Nein, das war
schon immer möglich.

###
Ja, aber erstens koennen natuerlich einzelne Schriften vergriffen sein und dann eben dieser nervtoetende Aufwand.
###

Da wiederum stimme ich Ihnen zu. Ich vermute, im
geisteswissenschaftlichen Bereich wäre die Quote um die 30-50%. Und?
Dann werden sie halt aberkannt.

###
Also das wirft ja nun noch ein erheblich schlechteres Licht auf unsere Unis und den Standort Deutschland. Die Professoren und Pruefer sind so schlecht, dass sie gut bewerten, was man nicht mal zum Doktortitel zulassen kann. Wie peinlich ist das denn?
###

Wenn Regeln glaubwürdig sein sollen, müssen sie eingehalten werden.
Zitierregeln folgen übrigens auch internationalem Standard.

###
Ich bin auch nicht Ansicht, dass Zitierfehler einfach so durchgehen koennen. Man kann erwarten, dass die Korrektoren sie erkennen und der Doktorand seine Arbeit dann veraendert oder eben eine entsprechend schlechte Note bekommt. Aber man macht von sowas doch nicht und auch noch 30 Jahre spaeter den Titel abhaengig. Nur wenn tatsaechlich Taeuschungsabsicht vorlaege, schiene mir das angebracht. Bei den Naturwissenschaften wuerde das zB bedeuten, dass man Daten faelscht.

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Ein ganz merkwürdiger Artikel....

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