Das Unwort Leihstimme

#1 von horstR , 29.01.2013 09:57

Ich ärgere mich eigentlich schon sehr lange über das Wort Leihstimme.

Ich z.B. habe in der Vergangenheit oft 1. Stimme CDU u 2. FDP gewählt. Aus taktischen Gründen, na und?

Würde ich eine Stimme verleihen, erwarte ich die zurück, geht ja garnicht, abgegeben ist gegeben und nicht rückholbar.

Welche Arroganz gegenüber dem Bürger/Wähler spricht aus derartigen Sprachgebrauch, ich fühle mich enteiert, um mit Jauch zu sprechen!


Saludos

HR

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RE: Das Unwort Leihstimme

#2 von kjschroeder , 29.01.2013 10:53

Was mich bei der Diskussion um den Begriff gewundert hat, ist, warum noch niemand auf den Gedanken kam (bis auf C. Lindner), den Spieß umzudrehen: FDP-Wähler hätten mit ihrer Leih(erst)stimme dem CDU-Kandidaten geholfen ....

"Leihstimmen"-Wähler sind "taktische" Wähler, die Politik vom Ergebnis her denken. So, wie es sein sollte. ;-)

Gruß
Klaus

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RE: Das Unwort Leihstimme

#3 von horstR , 29.01.2013 11:33

Und wie sieht es bei rot/grün bzw. links/linker aus?


Saludos

HR

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RE: Das Unwort Leihstimme

#4 von wüllerstorff , 29.01.2013 12:49

Von wem leiht man sich eine Leihstimme, was kostet das und wie gibt man die verbrauchte Leihstimme zurück?

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RE: Das Unwort Leihstimme

#5 von Jochen Singer , 29.01.2013 12:49

Zitat von horstR im Beitrag #3
Und wie sieht es bei rot/grün bzw. links/linker aus?


Bei den meinungsbildenden Taktgebern rot/grüner Wähler wird ebenfalls strategisches Wählen empfohlen - Erst-Stimme SPD, Zweit-Stimme grün.

Aber was für sie "Hui" ist bei den anderen "Pfui", daher muss strategisches Wählen der politischen Gegner und natürlich der Gegner selbst madig gemacht werden.



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RE: Das Unwort Leihstimme

#6 von huhngesicht , 29.01.2013 13:36

Bei den meinungsbildenden Taktgebern rot/grüner Wähler wird ebenfalls strategisches Wählen empfohlen - Erst-Stimme SPD, Zweit-Stimme grün.

Aber was für sie "Hui" ist bei den anderen "Pfui", daher muss strategisches Wählen der politischen Gegner und natürlich der Gegner selbst madig gemacht werden.

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Hier muss man aber differenzieren. Niemand duerfte momentan ernsthaft anzweifeln, dass die Gruenen in den Bundes- bzw einen Landtag einziehen.
In Niedersachsen war aber genau das die Angst der FDP. Ein kluger CDU-Waehler denkt sich also, dass es nicht gut ist, wenn die FDP zB auf 4,8% der Zweitsimmen kommt, weil die dann fuer das buergerliche Lager gaenzlich verloren waeren. Die CDU verleiht also Zweitstimmen an die FDP. In anderen Faellen war es frueher teilweise so, dass man die Erststimme nicht verschwenden wollte und sollte, weil Vertreter kleiner Parteien nie Direktmandate bekommen. Folglich sollte ein Gruenenwaehler seine Zweitstimme zwar seiner Partei die Erststimme aber der SPD geben.
Das hat sich mittlerweile aber auch geaendert zumindest bei der LINKEN im Osten und bei manchen Wahlkreisen der Gruenen.

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RE: Das Unwort Leihstimme

#7 von kjschroeder , 29.01.2013 15:10

Zitat
Die CDU verleiht also Zweitstimmen an die FDP.


Nein. Es ist der Wähler, der hier etwas tut, keine Partei. Wie soll denn eine Partei was "verleihen"? Derartige Analogieschlüsse führen nicht nur in die Irre, aus ihnen spricht im Grunde sogar Wählerverachtung. Als ob eine Partei über die Stimmen von Wählern befinden könne. So gehts natürlich nicht.

Gruß
Klaus

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